Im Laufe dieser Arbeit möchte ich versuchen die Effektivität der Europäischen Entwicklungszusammenarbeit an einem konkreten Beispiel – in diesem Falle Ghana – zu analysieren. Die Europäische Union ist ein globaler Akteur im großen Bereich der Entwicklungspolitik, insbesondere in der Entwicklungshilfe, und nimmt zusammen mit den Mitgliedstaaten die Rolle des weltweit größten Gebers von Hilfe ein. Rund 75,5 Milliarden € konnten die EU und ihre Mitgliedstaaten zusammen im Jahr 2016 für öffentliche Entwicklungshilfe bereitstellen. Das macht mehr als die Hälfte der gesamten Entwicklungshilfe aus.
Es sind aber gerade Zahlen wie diese, die die EU-Bürger*innen eher negativ als positiv stimmen, da niemand wirklich weiß, wie genau dieses Geld eingesetzt wird und inwiefern Entwicklungshilfe tatsächlich geschieht. So kommen viele Fragen auf, die die Effektivität der Entwicklungspolitik in Frage stellen; fließt dieses Geld wirklich in die Entwicklung bestimmter Länder? Warum sehen wir keinen Fortschritt und werden immer noch mit –zig Bildern, die Armut offensichtlich zeigen, konfrontiert? Inwiefern hilft die EU Entwicklungsländern also wirklich?
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die Europäische Entwicklungszusammenarbeit
2.1. Rechtsgrundlage
2.1.1. Der Begriff Entwicklungszusammenarbeit
2.1.2. Der Begriff Entwicklungsländer
2.1.3. Die Ziele der Entwicklungszusammenarbeit
2.2. Instrumente und Finanzierung
3. Die Europäische Union und Afrika
3.1.Die Instrumente
3.1.1. Das Lomé-Abkommen
3.1.2. Cotonou-Abkommen
3.1.3. Gemeinsame Strategie Afrika-EU
3.1.4. Strategie und Aktionsplan für den Golf von Guinea
3.2.Die EU und Ghana
3.2.1. Die Republik Ghana
3.2.2. Die Kooperation zwischen der EU und Ghana
3.2.2.1. Die Kooperationsbereiche
3.2.2.2. Laufende Programme/ Strategien/ Pläne
4. Die Folgen der EEZ für Ghana
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Effektivität der Europäischen Entwicklungszusammenarbeit, indem sie deren theoretische Grundlagen sowie die komplexen rechtlichen und institutionellen Rahmenbedingungen analysiert und die tatsächliche Auswirkung dieser Maßnahmen anhand des Fallbeispiels Ghana kritisch hinterfragt.
- Rechtliche und finanzielle Grundlagen der europäischen Entwicklungspolitik
- Die historische und aktuelle Entwicklung der EU-Afrika-Beziehungen
- Strukturelle Analyse der Kooperation zwischen der EU und Ghana
- Untersuchung von Entwicklungsprogrammen und deren Implementierung
- Kritische Reflexion über Wirksamkeit versus eigennützige Interessen der EU
Auszug aus dem Buch
Die Republik Ghana
Ghana hat seine Unabhängigkeit vom Vereinigten Königreich am sechsten März 1957 als erster sub-Sahara-Staat erlangt. Nach jahrelangem Kampf hat es im April 1992 dann den Weg zur Demokratie geschafft, weshalb Ghana oftmals als Paradebeispiel für Afrikas politische und ökonomische Reformfähigkeit benutzt wird. Der Staat trägt auch die Bezeichnung ‚Goldküste‘, denn er bietet eine Vielzahl naturgegebener Güter wie zum Beispiel Kaffee, Tee, Kakao, Gold, tropische Früchte (z.B. Papaya), Kautschuk und Zuckerrohr. Des Weiteren wird Ghana von Experten aufgrund seiner verborgenen Bodenschätze auch oft als „geologisches Wunder“ bezeichnet, denn zu finden sind Blei, Zinn, Kupfer, Tantalit, Kolumbit, Quecksilber, Öl, Erdgas und Eisenerz.
Ghanas Hauptexportgut mit einem Anteil von über 30% am Gesamtexport ist nach wie vor Gold. Ghana scheint naturgegeben ziemlich reich zu sein und dennoch gehört es zu den Entwicklungsländern dieser Welt. Seit einigen Jahren (Ende 2010) gehört Ghana zu den MICs, weil es als einziger Sub-Sahara-Staat das erste Millenniums-Entwicklungsziel erreicht hat, welches darin bestand, die Armut zu halbieren. Während die Armutsrate in den 1990ern noch bei über 40% lag, liegt sie momentan bei 21,4%. Nichtsdestotrotz kämpft Ghana immer noch um seine Entwicklung in verschiedenen Bereichen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Rolle der EU als weltweit größter Geber von Entwicklungshilfe und formuliert die Forschungsfrage zur Effektivität dieser Politik am Beispiel Ghanas.
2. Die Europäische Entwicklungszusammenarbeit: Dieses Kapitel erläutert die rechtlichen Rahmenbedingungen, den Begriffswechsel von Entwicklungshilfe zu Entwicklungszusammenarbeit sowie die Finanzierungsmechanismen der EU-Politik.
3. Die Europäische Union und Afrika: Es wird die historische Entwicklung der Kooperationsverträge (Lomé, Cotonou) sowie spezifische Strategien für den afrikanischen Kontinent und die enge Zusammenarbeit mit Ghana detailliert dargestellt.
4. Die Folgen der EEZ für Ghana: Dieses Kapitel analysiert konkrete Fortschritte in der Infrastruktur und sozialen Entwicklung Ghanas, die durch europäische Unterstützung mitfinanziert wurden.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und reflektiert kritisch über die Einseitigkeit der Quellenlage sowie die potenziellen eigennützigen Interessen der EU bei der Entwicklungszusammenarbeit.
Schlüsselwörter
Europäische Union, Entwicklungszusammenarbeit, Ghana, Armutsbekämpfung, Cotonou-Abkommen, Europäischer Entwicklungsfonds, Infrastruktur, Millenniums-Entwicklungsziele, Handelspolitik, Partnerländer, Wirtschaftliche Entwicklung, Subsahara-Afrika, Politische Dialoge, Geber-Mentalität, Migrationspolitik
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Effektivität der Entwicklungspolitik der Europäischen Union und ihre Auswirkungen auf die Entwicklung eines spezifischen Partnerlandes, in diesem Fall der Republik Ghana.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen die Rechtsgrundlagen europäischer Hilfe, die historische Entwicklung der Abkommen zwischen der EU und afrikanischen Staaten sowie die praktische Umsetzung von Entwicklungsprogrammen vor Ort.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, die Wirksamkeit der EU-Entwicklungspolitik zu bewerten und zu untersuchen, inwieweit die gesetzten Ziele – wie die Armutsbekämpfung – in der Praxis durch die Kooperation mit Ghana erreicht wurden.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Analyse von Primärquellen, EU-Rechtstexten, Strategiepapieren sowie offiziellen Berichten, ergänzt durch eine kritische Auseinandersetzung mit der aktuellen Entwicklungspolitik.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Verankerung der Entwicklungszusammenarbeit, die vertraglichen Beziehungen zwischen der EU und Afrika (insbesondere Ghana) sowie die Vorstellung verschiedener Strategiepapiere und Kooperationsinstrumente.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Entwicklungszusammenarbeit, Ghana, EU-Afrika-Beziehungen, Cotonou-Abkommen, Millenniums-Entwicklungsziele und Armutsbekämpfung.
Wie unterscheidet sich die "Joint Co-Operation Strategy" von anderen Instrumenten?
Dieses Instrument ist besonders, da es nicht ausschließlich vom EU-Entwicklungsfonds (EEF) finanziert wird und eine koordinierte Zusammenarbeit zwischen mehreren europäischen Partnerländern (wie Deutschland, Frankreich und anderen) und Ghana darstellt.
Warum wird im Fazit eine kritische Sicht auf die EU-Politik eingenommen?
Der Autor stellt fest, dass die Partnerschaft auch eigennützige ökonomische Interessen der EU verfolgt und eine einseitige Abhängigkeit durch Importe billiger EU-Güter entstehen kann, die lokale Märkte unter Druck setzen.
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- Julia Rung (Autor), 2018, Die Effektivität der Europäischen Entwicklungszusammenarbeit in Ghana, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/464653