Die Lebensbedingungen sind für die Bevölkerung in den Ländern der Dritten Welt katastrophal: Armut, Hunger, Überschuldung des Staates, unhygienische Wohnbedingungen, Krankheit, Ausbeutung, Menschenrechtsverletzungen, keinen oder nur einen unzureichenden Zugang zu Bildung, fehlende persönliche Sicherheit, fehlende Rechtssicherheit, Bürgerkriege und das Flüchtlingselend begleiten die Menschen Tag für Tag. So bleibt es nicht aus zu fragen, in welcher Verantwortung die Bevölkerung der Industrieländer steht - die Frage nach sozialer Gerechtigkeit.
Diese Arbeit zeigt die Bedeutung der Thematik auf, diskutiert den aktuellen Forschungsstand und leitet eine Exemplarische Bearbeitung ein. Abschließend werden die bedeutsamsten Punkte zusammengestellt und auf ihre Tauglichkeit geprüft.
Inhaltsverzeichnis
1. Forschungsproblem
2. Forschungsstand
3. Forschungsfrage
4. Theoretischer Rahmen
5. Methodik
6. Exemplarische Umsetzung und Ergebnis
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die Wahrnehmung der gerechten Güterverteilung und den Erfolg der Millenniumsentwicklungsziele bei der kommenden Generation. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie sich der Kenntnisstand über den Erfolg dieser Ziele auf das Verantwortungsgefühl von Absolventen der Sekundarstufe 1 gegenüber Entwicklungsländern auswirkt.
- Analyse des Forschungsproblems und der Kritik an Millenniumsentwicklungszielen
- Diskussion des wissenschaftlichen Forschungsstandes zur globalen Gerechtigkeit
- Interdisziplinäre Einbettung mittels der Gerechtigkeitstheorie von John Rawls
- Methodisches Vorgehen durch qualitative Interviews und Leitfragen
- Reflexion über Bildungsinstitutionen als Voraussetzung für globales Verantwortungsbewusstsein
Auszug aus dem Buch
Theoretischer Rahmen
Die Forschungsfrage ist in einem interdisziplinären Kontext, politisch, philosophisch sowie soziologisch eingebettet und muss demnach auch interdisziplinär bearbeitet werden.
Vor allem der US-amerikanische Philosoph Prof. John Rawls, der mit seiner philosophisch-politischen Theorie der Gerechtigkeit auf der Basis eines hypothetischen Gesellschaftsvertrages unser Verständnis von gerechter Grundstruktur und Institutionen, die zum Erwerb des Gerechtigkeitssinns ihrer Mitglieder führen, d. h. das Bedürfnis, gerecht zu handeln und sie so zu erhalten, prägte, leistet einen bedeutsamen Beitrag bei den theoretischen Überlegungen zur Forschungsfrage, da Rawls eine Verknüpfung von Bedürfnis und Motivation der Gerechtigkeit und ihrer strukturellen Einbettung vollzieht (Rawls 2012: 235-236).
Der Gesellschaftsvertrag, wie Rawls ihn verwendet, gilt als einer der einflussreichsten Gerechtigkeitstheorien. Sie ist unter anderen auch bei Thomas Hobbes, John Locke, Jean-Jacques Rousseau zu finden.
In John Rawls Theorie bilden sich aus der Situation eines fiktiven Urzustands Vertragspartner heraus, die Gerechtigkeitskriterien für eine entstehende Gesellschaft festlegen (2003: 89-90.). Diese Grundsätze des Zusammenlebens beinhalten insbesondere die Allokation der gesellschaftlichen Grundgüter. Die Grundgüter umfassen insbesondere Rechte, Einkommen, Vermögen und Chancen.
Zusammenfassung der Kapitel
Forschungsproblem: Das Kapitel erläutert die prekäre Lebenssituation in Entwicklungsländern und fragt nach der Verantwortung der Industrieländer vor dem Hintergrund der Millenniumserklärung.
Forschungsstand: Hier werden unterschiedliche wissenschaftliche Positionen zu den Millenniumsentwicklungszielen diskutiert, wobei insbesondere die Kritik an deren Wirksamkeit und die Rolle institutioneller Strukturen hervorgehoben wird.
Forschungsfrage: Dieses Kapitel leitet die zentrale Fragestellung ab, die den Zusammenhang zwischen der Wahrnehmung der Millenniumsentwicklungsziele und dem Verantwortungsgefühl der jüngeren Generation in Frankfurt am Main untersucht.
Theoretischer Rahmen: Es wird die Theorie der Gerechtigkeit von John Rawls herangezogen, um ein Konzept für faire Grundstrukturen und die Motivation zu gerechtem Handeln zu etablieren.
Methodik: Das Kapitel beschreibt den geplanten Einsatz qualitativer Interviews mit Schülern, um deren Einstellungen zur Armut und globalen Gerechtigkeit wissenschaftlich zu erfassen.
Exemplarische Umsetzung und Ergebnis: Abschließend wird reflektiert, wie die Ergebnisse mit der Theorie verknüpft werden können und welche Bedeutung Bildung für ein dauerhaftes Bewusstsein globaler Verantwortung hat.
Schlüsselwörter
Millenniumsentwicklungsziele, Gerechtigkeitstheorie, John Rawls, soziale Gerechtigkeit, Armutsbekämpfung, Entwicklungszusammenarbeit, globale Verantwortung, politische Philosophie, Bildungsforschung, Sekundarstufe 1, Güterverteilung, Ethik, gesellschaftliche Wahrnehmung, Good Governance, Globalisierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, inwieweit die Kenntnis über den Erfolg der Millenniumsentwicklungsziele das Verantwortungsbewusstsein von Schülern in Industrieländern gegenüber der Dritten Welt beeinflusst.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themenfelder umfassen die soziale Gerechtigkeit, die Wirksamkeit internationaler Entwicklungshilfe, die Theorie der Gerechtigkeit nach John Rawls und die politische Bildung der kommenden Generation.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, die Sensibilität für Armut und das Verantwortungsgefühl bei Absolventen der Sekundarstufe 1 zu analysieren und zu prüfen, ob diese auf einem unparteiischen Verständnis von Gerechtigkeit basieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird ein qualitatives Vorgehen vorgeschlagen, das auf der Durchführung von Experten-Interviews mit Schülern basiert, um subjektive Einstellungen und Urteilsbildungen zu erfassen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung durch John Rawls sowie eine methodische Herleitung, um die empirische Untersuchung der Schülerwahrnehmung zu ermöglichen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich primär über Begriffe wie Millenniumsentwicklungsziele, Gerechtigkeitstheorie, globale Verantwortung und politische Bildungsarbeit definieren.
Inwiefern spielt der "Schleier des Nichtwissens" bei Rawls eine Rolle für die Arbeit?
Das Konzept dient als theoretisches Ideal, um die Probanden zu einer unparteiischen Urteilsbildung anzuregen, bei der soziale Stellungen oder eigene Vorteile ausgeblendet werden.
Warum wurde die Zielgruppe der Absolventen der Sekundarstufe 1 in Frankfurt am Main gewählt?
Diese Gruppe ist aufgrund ihrer schulischen Vorbildung im Sozialkundeunterricht besonders geeignet, und die lokale Eingrenzung ermöglicht die praktische Umsetzung des Miniforschungsprojekts.
- Quote paper
- Eva Berges (Author), 2018, Wahrnehmung der gerechten Güterverteilung der Bevölkerung in den Industrieländern, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/464766