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Ist die "Negative Erziehung" von Jean-Jacques Rousseau eine totalitäre Erziehung?

Über Aufklärung und Pädagogik

Titre: Ist die "Negative Erziehung" von Jean-Jacques Rousseau eine totalitäre Erziehung?

Dossier / Travail , 2017 , 16 Pages , Note: 2,0

Autor:in: Anonym (Auteur)

Pédagogie - Théorie de la science, Anthropologie
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In dieser Hausarbeit werde ich mich auf Rousseaus Begriff der "Negativen Erziehung" beziehen und die Frage beantworten: Ist die "Negative Erziehung" eine totalitäre Erziehung? Um diese Frage beantworten zu können, werde ich mich im Verlauf der Hausarbeit auch auf die Antinomie "Natur und Disziplinierung" beziehen. Anhand dieses Spannungsverhältnisses werde ich die Auswirkung Rousseaus Erziehungstheorie auf die heutige Pädagogik erwähnen, wobei ich mich hierbei auf die Montessori-Pädagogik beschränken werde.

Jean-Jacques Rousseau lebte im 18. Jahrhundert zur Zeit der Aufklärung. Er hat eine große Anzahl bedeutender Schriften vorzuweisen, die sich auf seine vielen Interessen wie die Politik, Philosophie, Musik und Pädagogik beziehen. Seine wichtigsten Werke "der Gesellschaftsvertrag" und "Emil oder über die Erziehung" veröffentlichter er innerhalb kürzester Zeit hintereinander. Rousseau war der Ansicht, dass der Mensch von Natur aus gut sei und nahm mit seiner Botschaft "Zurück zur Natur", die er in "Emil oder über die Erziehung" verfasste, starken Einfluss auf die moderne Pädagogik.

In diesem Werk fordert Rousseaus mit der "Negativen Erziehung" die Erziehung zur Selbstbestimmung des Menschen, die sich an dem jeweiligen Zögling und nicht, wie damals üblich, an den allgemeinen Richtlinien der Gesellschaft orientieren sollte. Das Werk erfuhr sowohl viel Kritik als auch begeisterte Zustimmung. Kritisiert wurde vor allem seine Vorstellung, dass der Mensch von Natur aus gut sei, die Ablehnung von Eingriffen des Erziehers in Form von Geboten und Strafen, sowie die Vorstellung eines perfekten Erziehers, den es nicht geben würde.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1.Einleitung

2. Rousseau und die Aufklärung

2.1 Aufklärung- gesellschaftspolitischer Hintergrund

2.2 Kurzbiografie Rousseaus

2.3 Emil oder über die Erziehung

3. Negative Erziehung

3.1 Der Erzieher

3.2 Das Gesetz des Möglichen und Unmöglichen

3.3 Beispiel der negativen Erziehung aus dem Roman „Emil oder über die Erziehung“

4. Spannungsfeld Natur und Disziplinierung

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Konzept der "Negativen Erziehung" von Jean-Jacques Rousseau kritisch auf seine totalitären Züge. Dabei wird analysiert, inwieweit Rousseaus Forderung nach einer natürlichen Erziehung paradoxerweise durch absolute Kontrolle und Manipulation des Zöglings realisiert wird, und wie diese Mechanismen bis heute in reformpädagogischen Ansätzen, etwa bei Maria Montessori, fortwirken.

  • Das Konzept der "Negativen Erziehung" und Rousseaus Bild vom Menschen
  • Die Rolle des Erziehers als lenkende, aber unsichtbare Instanz
  • Das Spannungsfeld zwischen Freiheit, Natur und pädagogischer Disziplinierung
  • Vergleich und Einordnung in moderne reformpädagogische Ansätze

Auszug aus dem Buch

3.3 Beispiel der negativen Erziehung aus dem Roman „Emil oder über die Erziehung“

Im zweiten Buch des Erziehungsromans nennt Rousseau ein praktisches Beispiel für die negative Erziehung.

Der in dem „Emil“ genannte Erzieher, sollte einige Wochen lang einen Jungen betreuen, der es gewohnt war seinen Willen durchzusetzen.

Wann immer der Junge ausgehen wollte, musste der Erzieher mit ihm mitkommen, egal wie beschäftigt dieser gerade war.

Eines Nachmittags sorgte der Erzieher für einen Zeitvertreib, der den Jungen faszinierte und beschäftigte. Als er mit diesem Zeitvertreib beschäftigt war, fragte ihn der Erzieher, ob er mit ihm spazieren gehen würde. Da der Junge jedoch vertieft in seinen Zeitvertreib war, lehnte dieser ab und der Erzieher, gab nach einigen Versuchen ihn zu überzeugen, nach.

Am darauffolgenden Tag sorgte er dafür, dass sein Zögling nichts zu tun hatte. Folglich forderte das Kind seinen Erzieher auf mit ihm spazieren zu gehen. Dieser lehnte mit der Begründung ab, dass der Junge gestern seinen Willen durchgesetzt habe und er nun an der Reihe sei.

Daraufhin, ein wenig beunruhigt über die Teilnahmelosigkeit des Erziehers, beschloss der Junge alleine loszugehen. Sein Erzieher hatte dieses jedoch geplant und zuvor alles arrangiert.

Auf seinem Spaziergang begegnete der Junge deshalb nur Personen die in seinen Plan eingeweiht waren. So traf er auf zwei Nachbarn, die sich darüber unterhielten, dass der Junge in sein Verderben rennen würde und er aus dem Haus fortgejagt worden sei.

Als er weiterlief, begegnete er ein paar andere Jungen, die sich über ihn lustig machten und ihn hänselten. Er fühlte sich immer schutzloser und einsamer. Ein Freund des Erziehers, den der Junge nicht kannte, folgte ihm dabei die ganze Zeit. Nach einer Weile sprach der Mann den Jungen an und machte ihm sein „unbesonnenes Abenteuer so deutlich, daß er mir nach einer halben Stunde ein folgsames und beschämtes Kind zurückbrachte (…).“ (Rousseau & Schmidts 1993, S. 109)

Dieses von dem Erzieher geplante Arrangement, welches von dem Jungen nicht als solches erkannt wurde, führte dazu, dass der Junge seinem Erzieher nie mehr drohte ohne ihn zu gehen. (vgl. ebd., S.108ff.)

Zusammenfassung der Kapitel

1.Einleitung: Die Einleitung führt in die Zeit der Aufklärung ein, erläutert Rousseaus pädagogische Grundannahmen und formuliert die zentrale Fragestellung nach der totalitären Natur der "Negativen Erziehung".

2. Rousseau und die Aufklärung: Dieses Kapitel kontextualisiert die Epoche der Aufklärung und bietet einen biographischen Abriss sowie eine Vorstellung des Werks "Emil oder über die Erziehung".

3. Negative Erziehung: Hier wird das Konzept der "Negativen Erziehung" theoretisch hergeleitet und als Methode zur Identitätsstärkung des Kindes unter Schutz vor negativen Einflüssen erläutert.

3.1 Der Erzieher: Das Kapitel beschreibt die notwendigen Eigenschaften und die Rolle des Erziehers, der als "Wundermensch" im Hintergrund agieren muss, um das Kind natürlich zu lenken.

3.2 Das Gesetz des Möglichen und Unmöglichen: Es wird dargelegt, wie die Umgebung durch den Erzieher so manipuliert wird, dass das Kind bestimmte Grenzen als naturgegeben wahrnimmt.

3.3 Beispiel der negativen Erziehung aus dem Roman „Emil oder über die Erziehung“: Anhand einer konkreten Romansequenz wird illustriert, wie durch inszenierte soziale Situationen eine indirekte Lenkung des Kindes erfolgt.

4. Spannungsfeld Natur und Disziplinierung: Dieses Kapitel analysiert das Paradoxon, dass eine "natürliche" Entfaltung des Menschen pädagogische Machtausübung und Disziplinierung voraussetzt.

5. Fazit: Das Fazit beantwortet die Forschungsfrage bejahend: Die "Negative Erziehung" weist totalitäre Züge auf, die jedoch als notwendiges Mittel zur Gewährleistung der kindlichen Freiheit gerechtfertigt werden.

Schlüsselwörter

Jean-Jacques Rousseau, Negative Erziehung, Aufklärung, Emil oder über die Erziehung, Erzieher, natürliche Erziehung, Disziplinierung, totalitäre Erziehung, Freiheit, Identität, Pädagogik, Reformpädagogik, Maria Montessori, Macht, Vorbereitete Umgebung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit im Kern?

Die Arbeit untersucht Rousseaus pädagogisches Konzept der "Negativen Erziehung" und hinterfragt kritisch, ob dessen Methoden aufgrund der starken Lenkung und Kontrolle durch den Erzieher als totalitär einzustufen sind.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Neben der Aufklärung und der Biografie Rousseaus stehen die Theorie der natürlichen Erziehung, die Rolle des Erziehers sowie das Spannungsfeld zwischen Freiheit und disziplinierender Macht im Mittelpunkt.

Was ist die zentrale Forschungsfrage?

Die zentrale Frage lautet: Ist die "Negative Erziehung" bei Rousseau als totalitäre Erziehung zu bewerten?

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit nutzt eine theoretische Literaturanalyse und exemplarische Textinterpretation des Romans „Emil oder über die Erziehung“, um pädagogische Konzepte auf ihren Machtgehalt hin zu prüfen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert das Konzept der "Negativen Erziehung", die Rolle des Erziehers, die Anwendung des "Gesetzes des Möglichen und Unmöglichen" und diskutiert das Spannungsfeld zwischen Natur und Disziplinierung.

Welche Schlagworte charakterisieren das Werk am besten?

Die Arbeit lässt sich am besten mit den Begriffen Negative Erziehung, Rousseau, Pädagogik, Totalitarismus-Vorwurf und reformpädagogische Bezüge beschreiben.

Wie definiert Rousseau das "Gesetz des Möglichen und Unmöglichen"?

Es bezeichnet ein pädagogisches Arrangement, durch das das Kind lernt, seine eigenen Wünsche und Fähigkeiten an die Gegebenheiten anzupassen, wobei es diese Begrenzungen als naturgegeben statt als fremdbestimmt wahrnehmen soll.

Inwiefern lassen sich Parallelen zu Maria Montessori ziehen?

Beide Ansätze setzen auf eine vom Erzieher gestaltete "vorbereitete Umgebung", um dem Kind eine freie Entfaltung zu ermöglichen, was bei Rousseau jedoch weitaus stärker kontrolliert und manipuliert erfolgt.

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Titre
Ist die "Negative Erziehung" von Jean-Jacques Rousseau eine totalitäre Erziehung?
Sous-titre
Über Aufklärung und Pädagogik
Note
2,0
Auteur
Anonym (Auteur)
Année de publication
2017
Pages
16
N° de catalogue
V464908
ISBN (ebook)
9783668933835
ISBN (Livre)
9783668933842
Langue
allemand
mots-clé
negative erziehung jean-jacques rousseau über aufklärung pädagogik
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Citation du texte
Anonym (Auteur), 2017, Ist die "Negative Erziehung" von Jean-Jacques Rousseau eine totalitäre Erziehung?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/464908
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Extrait de  16  pages
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