Lehrerkooperation als Strategie der Unterrichtsentwicklung


Hausarbeit, 2012

12 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Lehrerkooperation als Strategie der Unterrichtsentwicklung
2.1 Lehrerkooperation – Darstellung und Erläuterung der ausgewählten Strategie
2.2 Lehrerkooperation – Anforderungen an die Lehrer/Lehrerinnen
2.3 Lehrerkooperation – Anforderungen an die Einzelschule
2.4 Lehrerkooperation mit dem Blick auf die eigene Professionalisierung

3 Schlussteil und offene Fragen

4 Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Das Thema Schul- und im Besonderen Unterrichtsentwicklung kann aus zahlreichen Perspektiven betrachtet werden. Innerhalb des Seminars, in dessen Rahmen diese Arbeit verfasst wurde, wurden dazu eine Reihe verschiedenster Strategien herausgearbeitet, die zum Gelingen von Schul- und Unterrichtsentwicklung beitragen. Hierzu gehören neben den schulexternen Strategien wie Bildungsstandards und Lernstandserhebungen auch die schulinternen Strategien wie Schülerbeteiligung und Lehrerkooperation.

Letztgenannter Faktor soll nun im Rahmen dieser Arbeit herangezogen werden, um zu untersuchen, welche Kompetenzen im Bereich der Lehrer/innen und welche Strukturen im Bereich der Einzelschule vorliegen müssen, um Unterrichtsentwicklung zu ermöglichen. Diese Untersuchung erfolgt unter Berücksichtigung des Fünf-Domänen-Prinzips von Paseka/ Schratz/ Schrittesser. Die Strategie Lehrerkooperation wurde ausgewählt, da sie m.E. ein starkes Gewicht innerhalb der Unterrichtsentwicklung einnimmt. Zudem sehe ich, gestützt durch die Literatur, diese Strategie als diejenige an, die aufgrund einer Reihe unterschiedlicher Probleme, am wenigsten innerhalb der Schule umgesetzt wird (vgl. Brinkmann-Hein/ Reh 2005, S. 32-33).

Im Verlauf der Arbeit wird das Thema Lehrerkooperation wie folgt bearbeitet: Zunächst soll, in einem ersten Schritt, eine Darstellung sowie eine Erläuterung der ausgewählten Strategie auf Basis der Fachliteratur erfolgen. In einem zweiten Schritt wird dann expliziter analysiert, welche Kompetenzen bei Lehrkräften vorhanden sein müssen, um Lehrerkooperation im Rahmen der Schul- und Unterrichtsentwicklung gewinnbringend umzusetzen. Im Anschluss erfolgt die Untersuchung, welche Strukturbedingungen von der Einzelschule erfüllt werden müssen, um Schul- und Unterrichtsentwicklung zu ermöglichen. Den Abschluss des Hauptteils der Arbeit bildet dann ein Kapitel, in dem genauer darüber reflektiert werden soll, inwieweit die zur Lehrerkooperation benötigten Kompetenzen bei meiner eigenen Person bereits ausgebildet wurden, bzw. vorhanden sind. Schließlich werden in einem Resümee am Ende der Arbeit noch einmal alle wichtigen Ergebnisse/ Erkenntnisse der Untersuchung zusammengefasst. Außerdem soll eine Darstellung der offen gebliebenen Fragen erfolgen.

2 Lehrerkooperation als Strategie der Unterrichtsentwicklung

2.1 Lehrerkooperation – Darstellung und Erläuterung der ausgewählten Strategie

Lehrerkoorperation nimmt als Strategie innerhalb des Konzeptes Unterrichtsentwicklung eine zentrale Rolle ein. Eine Vielzahl unterschiedlicher Autoren betrachtet die „Entwicklung Professioneller Lerngemeinschaften“ gar als „ den Schlüsselfaktor von Schul- und Unterrichtsentwicklung“ (Bonsen 2007, S. 17). Dieser Umstand resultiert vor allem aus den zahlreichen Erkenntnissen der Schul- und Unterrichtsforschung. So wurde bspw. nachgewiesen, dass das Erreichen allgemeiner Bildungsstandards bzw. allgemein die Entwicklung von Unterricht für die einzelne Lehrkraft in der Regel stets eine Überforderung darstellt (vgl. Bonsen 2007, S. 16). Die Kooperation von Lehrern und Lehrerinnen fördert hingegen den Abbau von Arbeitsbelastung und sorgt für einen stärkeren Ausbau und für eine Verbindung „fachlicher und überfachlicher Entwicklungsarbeit“ (Bonsen 2007, S. 17). Zudem hat die Schulforschung gezeigt, dass „Lehrkräfte ihre eigene Praxis verbessern können, indem sie mit Kolleginnen und Kollegen in Austausch über ihren eigenen Unterricht treten“ (Bonsen 2007, S. 17).

Lehrer und Lehrerinnen werden in dem Konzept der Lehrerkooperation als Lernende betrachtet, die mit- und voneinander lernen. Es wird davon ausgegangen, dass Unterrichtsentwicklung maßgeblich von der Fort- und Weiterbildung der Lehrkräfte abhängt und, dass sich eine Entwicklung der Lehrkräfte vor allem auf der Basis von Kommunikation und Kooperation vollziehen kann. Der Lehrkörper gilt somit sein ganzes Berufsleben lang als „,unfertig‘“ (Bonsen 2007, S. 17) und muss seine eigene Entwicklung und Professionalisierung stetig vorantreiben.

Das Ziel der Lehrerkooperation besteht darin, „den Zusammenhang (…) und die Konsistenz des Handelns der einzelnen Lehrkräfte zu erhöhen und die Lernergebnisse der Schüler insgesamt zu verbessern“ (Rothland 2007, S. 90). Sie dient „der Entwicklung, Ausgestaltung und Verbesserung des schulinternen Curriculums“ (Bonsen 2007, S. 17) und fußt auf dem Grundsatz, dass Schul- und Unterrichtsentwicklung nur dann gelingen kann, wenn sich die in der Institution Schule tätigen Personen entwickeln.

Die Literatur zeigt abschließend verschiedene Formen auf, wie Lehrerkooperation gestaltet sein kann. Hierbei handelt es sich um die Form des Austausches, die das Gespräch der Lehrkräfte über gemeinsame Lerngruppen in den Vordergrund stellt, um die Arbeitsteilige Kooperation, die das gemeinsame Planen und Reflektieren von Unterricht betont und um die Kokonstruktion, die daneben noch die Durchführung von Unterricht als Teil der Kooperation von Lehrkräften in den Blick nimmt (vgl. Rothland 2007, S. 91).

2.2 Lehrerkooperation – Anforderungen an die Lehrer/Lehrerinnen

Die Strategie der Lehrerkooperation stellt eine Reihe verschiedenster Anforderungen an den Lehrer/ die Lehrerin. In Bezug auf das Fünf-Domänenkonzept von Paseka/ Schratz/ Schrittesser können hierbei m. E. drei Domänen ausgemacht werden, in denen der Lehrer/ die Lehrerin Kompetenzen ausbilden muss, damit Lehrerkooperation im Rahmen von Schul- und Unterrichtsentwicklung gelingen kann. Dabei handelt es sich um die Domäne der Reflexions- & Diskursfähigkeit, die Domäne des Professionsbewusstseins und die der Kooperation und Kollegialität (vgl. Paseka/ Schratz/ Schrittesser 2011, S. 26-37). Weitere Domänen beziehen sich nicht auf das Verhältnis der Lehrer zueinander.

Im Bereich der Reflexions- und Diskursfähigkeit benötigt der Lehrer/ die Lehrerin in Bezug auf die Lehrerkooperation u.a. die Kompetenz „einen Fachdiskurs unter Kollegen zu führen“ (Paseka/ Schratz/ Schrittesser 2011, S. 27). Hierzu bedarf es einerseits der Fähigkeit sich einer Fachsprache zu bedienen, andererseits muss die Lehrkraft jedoch auch andere Perspektiven einnehmen und nachvollziehen können, die von Seiten der Kollegen an sie herangetragen werden. Zudem muss der Lehrkörper in der Lage sein ggf. Selbstkritik zu üben, vor allem aber die Kritiken bzw. das Feedback der Kollegen auf- und anzunehmen, ohne sich davon persönlich getroffen zu fühlen. Diese grundsätzliche Kompetenz der Kritikfähigkeit inkludiert allerdings auch, dass der Lehrer/ die Lehrerin konstruktive Kritik an Kollegen äußern kann, um ggf. seine Position in Bezug auf ein bestimmtes Thema zu verteidigen. Zudem inkludiert sie, dass der Lehrer/ die Lehrerin über die Fähigkeit verfügen muss, zu sich selbst und den eigenen Meinungen auf Distanz zu gehen. Diese Kompetenz zur Selbstdistanz ist für eine kooperative Arbeit mit anderen Lehrkräften unabdingbar, um sich selbst und die eigene Tätigkeit innerhalb der Institution Schule angemessen zu reflektieren.

Innerhalb der Domäne des Professionsbewusstseins sollte der Lehrer/ die Lehrerin im Hinblick auf die Strategie der Lehrerkooperation über die Kompetenz verfügen, sich und auch seine Gegenüber als einen professionalisierten Berufstätigen wahrzunehmen, der auf der Basis von Wissen und Erfahrung seine Vorschläge und Ideen zur Verbesserung der Schule bzw. des Unterrichtes vorträgt. Des Weiteren sollte er/sie fähig sein „professionelle Autonomie in Anspruch zu nehmen“ (Paseka/ Schratz/ Schrittesser 2011, S. 29). Hierunter verstehen Paseka/ Schratz/ Schrittesser „die Möglichkeit, unabhängig von Außenansprüchen und -abhängigkeiten ausschließlich vom Wohle der Klientinnen und Klienten geleitet (…) zu entscheiden.“ (Paseka/ Schratz/ Schrittesser 2011, S. 29). Der Lehrer/ die Lehrerin sollte also stets in der Lage sein, abzuwägen und zu erkennen, welche Ideen, Überlegungen und Entscheidungen sich wirklich an seinem „Klienten“ – dem Schüler/ der Schülerin – orientieren und u.a. persönliche Ansprüche hinter dieser Orientierung zurückzustellen.

Im Bereich der dritten Domäne – Kooperation und Kollegialität – wird in direkter Weise Bezug zu der hier behandelten Strategie der Lehrerkooperation genommen. Um Lehrerkooperation möglich zu machen, muss die Lehrkraft vor allem offen gegenüber Veränderungen und Ideen sein, die von Kollegen vorgetragen werden („ Veränderungsbewusstsein “). Zudem sollte der Lehrer/ die Lehrerin über ein Problembewusstsein verfügen, damit er/ sie Probleme, die innerhalb der Schule auftreten, erkennen und diese innerhalb des Kollegiums artikulieren kann. Eine dritte Kompetenz stellt die Fähigkeit zur Selbstkritik dar. Der Lehrkörper sollte bereit sein „eigene Fragen und Unsicherheiten [vor dem Kollegium] offenzulegen“ (Paseka/ Schratz/ Schrittesser 2011, S. 32), um einerseits seine persönliche Professionalisierung und andererseits die Entwicklung von Unterricht und Schule voranzutreiben. Zudem, so sagt Schratz, ist „ständiges Lernen und selbstkritisches, praktisches Hinterfragen [eine] zentrale Beding[ung] (…) kollegial[er] Zusammenarbeit“ (Paseka/ Schratz/ Schrittesser 2011, S. 32). Eine vierte, zentrale Kompetenz ist die Teamfähigkeit. Diese inkludiert, dass die Lehrkraft in der Lage sein muss, sich innerhalb einer Gruppe zu organisieren. Sie muss in einen regelmäßigen Austausch mit ihren Kollegen treten und ggf. Aufgaben, die ihr zugeteilt werden auch entsprechend den Absprachen bearbeiten.

2.3 Lehrerkooperation – Anforderungen an die Einzelschule

Es wurde bereits gezeigt, dass der Lehrer/ die Lehrerin eine Reihe von Kompetenzen aufweisen muss, um im Rahmen der Lehrerkooperation zielorientiert und gewinnbringend zu arbeiten. Doch nicht nur die Lehrkraft, auch die Einzelschule muss gewisse strukturelle Merkmale aufweisen, damit Lehrerkooperation im Rahmen der Unterrichtsentwicklung gelingen kann. In Bezug auf das Domänenkonzept von Paseka/ Schratz/ Schrittesser können wiederum in dem Bereich der Reflexions- & Diskursfähigkeit, innerhalb der Domäne des Professionsbewusstseins und auch auf der Ebene der Kooperation und Kollegialität verschiedene Aspekte aufzeigt werden, die für das Gelingen von Lehrerkooperation innerhalb der Einzelschule Voraussetzung sind.

[...]

Ende der Leseprobe aus 12 Seiten

Details

Titel
Lehrerkooperation als Strategie der Unterrichtsentwicklung
Hochschule
Universität Hamburg  (Fakultät für Erziehungswissenschaften)
Note
1,3
Autor
Jahr
2012
Seiten
12
Katalognummer
V465296
ISBN (eBook)
9783668933293
ISBN (Buch)
9783668933309
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Schule, Lehrerbildung, Lehrerkooperation, Erziehungswissenschaft
Arbeit zitieren
Christian Appel (Autor:in), 2012, Lehrerkooperation als Strategie der Unterrichtsentwicklung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/465296

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