In dieser Arbeit möchte ich versuchen den Begriff Schulabsentismus näher einzugrenzen, mich mit den Konzepten zur Entstehung von Schulabsentismus auseinandersetzen, um daraus mögliche Interventionsstrategien abzuleiten und zu prüfen, ob sie im Projekt MOVE zu finden sind.
Der Forschungsgegenstand des Schulabsentismus wurde in den 90 er Jahren aufgegriffen und hat in den letzten Jahren in Gesellschaft und Medien mehr an Aufmerksamkeit gewonnen. Die Thematisierung und öffentlichen Diskussionen ermöglichen es neu über die Problematik nachzudenken und zu erkennen, dass die Folgen nicht nur ausschließlich die Schüler/innen, sondern die gesamte Gesellschaft betreffen. Verstärkt zunehmend verweigern sich Kinder und Jugendliche dem Unterricht. Nach Schätzungen des Kultusministeriums sind 300.000 Kinder und Jugendliche in Deutschland betroffen. Darunter lassen sich knapp 10.000 als „Totalverweigerer“ bezeichnen.29Unterschiedliche Ursachen, Einflussfaktoren werden zur Entstehung von Schulabsentismus in der Fachliteratur genannt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Kennzeichnung der Einrichtung
2.1 Rahmen- und Eckdaten
2.2 Interne Organisationsstruktur
2.3 Erweiterter Rahmen/Makrokontext der Einrichtung
2.4 Zielgruppenbestimmung, Methodenanalyse und Qualitätssicherung
3. Handlungsfelderkundung
3.1 Ebene des konkreten Arbeitsbereiches
3.2 Ebene der persönlichen Erfahrung/ Emotionaler Container
4. Pädagogische Praxisreflexion
4.1 Biografische Analyse
4.2 Aktendaten
4.3 Ressourcen und Risikofaktoren
4.4 Sozialverhalten
4.5 Theoretischer Unterricht
4.6 Praktische Projektarbeit
4.7 Gesprächssituation
4.8 Beziehungsklärung
4.9 Fallinterpretation
5. Wissenschaftliche Fragestellung
5.1 Einleitung
5.2 Begriffsklärung
5.3 Ursachen für Schulabsentismus
5.4 Konzeptionen zur Entstehung von Schulabsentismus
5.5 Zusammenfassung der Konzepte
5.6 Abgeleitet Interventionsstrategien aus der Schulkritik
5.7 Interventionsstrategien im Schulprojekt MOVE
6. Gesamtreflexion
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen des Schulabsentismus und leitet daraus notwendige pädagogische Interventionsstrategien ab, die am Beispiel des Schulprojekts MOVE II evaluiert werden. Dabei steht die Frage im Zentrum, welche Entstehungskonzepte existieren und wie diese in die praktische Arbeit mit schuldistanzierten Jugendlichen einfließen.
- Analyse des Schulprojekts MOVE als Einrichtung der Jugendsozialarbeit
- Erarbeitung der Ursachen und Entstehungskonzepte für Schulabsentismus
- Pädagogische Reflexion der Arbeit mit Jugendlichen im Kontext von Verhaltensstörungen
- Überprüfung von Interventionsstrategien der Schulkritik in der Praxis
- Betrachtung von Rahmenbedingungen, wie dem Einfluss von Lebenswelt und Sozialisation
Auszug aus dem Buch
4.1 Biografische Analyse
Steven Pascal Klann wurde am 03.12.1997 geboren. Er war zum Zeitpunkt meines Praktikums 16 Jahre und 5 Monate alt. Mit seiner Mutter und seinem vierjährigen Bruder wohnte er zusammen in Berlin Weißensee. Steven besitzt die deutsche Staatsbürgerschaft. Er lebt in sehr instabilen familiären Verhältnissen, da seine Eltern in Trennung leben und seine Mutter durch die Betreuung der beiden Kinder überfordert ist. Seinen Vater sieht Steven sehr unregelmäßig. Seit der Geburt von Stevens Bruder erhält die alleinerziehende Mutter Unterstützung durch einen Familienhelfer. Steven wurde im Jahr 2003 in die Grundschule am Weißen See eingeschult.
Mit einer Hauptschulempfehlung wechselte er im Sommer 2009 an die Heinz- Brandt ISS. Da er die Anforderungen des 7. Schuljahres nicht erfüllen konnte, wiederholte er diese Klassenstufe. Seit dem 22.10.2012 ist Steven Teil des Schulprojektes, für dessen Bewilligung das Jugendamt Pankow- Weißensee zuständig ist. Zum Zeitpunkt meines Praktikums war er Schüler der 8. Klasse.
Ein Ende der Maßnahme ist noch nicht absehbar. Eine Rückführung an die ISS ist von Steven gewünscht.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung motiviert die Wahl des Praktikumsplatzes MOVE II und legt das persönliche Interesse an der Arbeit mit Jugendlichen mit dem Förderschwerpunkt emotionale und soziale Entwicklung dar.
2. Kennzeichnung der Einrichtung: Dieses Kapitel beschreibt die organisatorischen Rahmenbedingungen, das Zielgruppenprofil sowie die Finanzierung und pädagogische Ausrichtung des Projekts MOVE.
3. Handlungsfelderkundung: Hier wird der konkrete Tagesablauf des Projekts sowie die persönliche Rolle und das eigene Praxisprojekt der Verfasserin detailliert dargestellt.
4. Pädagogische Praxisreflexion: Dieser Teil widmet sich der intensiven Fallstudie eines Jugendlichen und reflektiert die pädagogische Arbeit sowie die persönlichen Erfahrungen im Umgang mit der Zielgruppe.
5. Wissenschaftliche Fragestellung: Das Kapitel bietet eine theoretische Auseinandersetzung mit dem Begriff Schulabsentismus, den verschiedenen Entstehungsmodellen und den daraus resultierenden Interventionsstrategien.
6. Gesamtreflexion: Das Fazit fasst die Komplexität des Phänomens zusammen und unterstreicht die Bedeutung einer kooperativen Zusammenarbeit zwischen Schule und Jugendhilfe für eine erfolgreiche Reintegration.
Schlüsselwörter
Schulabsentismus, Schulverweigerung, Jugendsozialarbeit, Projekt MOVE, Förderschwerpunkt emotionale und soziale Entwicklung, Schulkritik, pädagogische Interventionsstrategien, Schuldistanz, Fallreflexion, Inklusion, Jugendhilfe, Bildungsbiografie, Sozialkompetenz, Schulpflicht, Förderplanung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit dem Thema Schulabsentismus und untersucht, wie ein spezielles Schulprojekt (MOVE) Jugendlichen dabei helfen kann, ihre Schuldistanz zu überwinden und eine berufliche Perspektive zu finden.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zentrale Themen sind die Ursachenforschung von Schulverweigerung, die Analyse pädagogischer Konzepte in der Jugendsozialarbeit sowie die Reflexion der praktischen pädagogischen Arbeit im Projektalltag.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die Arbeit fragt danach, welche theoretischen Konzepte zur Entstehung von Schulabsentismus existieren und welche konkreten Interventionsstrategien daraus für das Schulprojekt MOVE abgeleitet werden können.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Verfasserin?
Neben der Literaturrecherche und der Analyse von Konzeptionen nutzt die Verfasserin eine biographische Einzelfallstudie (Fallanalyse) sowie eigene Praxisreflexionen während ihres Orientierungspraktikums.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Vorstellung der Einrichtung, eine detaillierte Fallstudie eines Jugendlichen, eine theoretische Auseinandersetzung mit dem Absentismus-Begriff und eine Evaluation von Interventionsansätzen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Schulabsentismus, Jugendsozialarbeit, pädagogische Intervention, Schulkritik und Förderung der sozialen Entwicklung.
Welche Rolle spielt die Familie bei den untersuchten Jugendlichen?
Die Arbeit verdeutlicht, dass instabile familiäre Verhältnisse, Überforderung der Elternteile und mangelnde Unterstützung wesentliche Risikofaktoren für die Entstehung von Schulabsentismus sind.
Wie trägt das Hörspielprojekt zur Entwicklung der Jugendlichen bei?
Das Projekt fördert grundlegende Arbeitstechniken, stärkt das Selbstbewusstsein und trainiert Schlüsselkompetenzen wie Ausdauer, Kooperation und zielorientiertes Arbeiten in einem geschützten Rahmen.
- Arbeit zitieren
- Franziska Jäger (Autor:in), 2014, Welche Konzepte zur Entstehung von Schulabsentismus existieren und welche Interventionsstrategien lassen sich im Schulprojekt MOVE daran ableiten?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/465314