In dieser Abhandlung soll es um die Thematik gehen, welche Auswirkungen die Digitalisierung auf die Wirtschaftsprüferpraxis hat und durch welche Innovationen und digitalen Neuerungen diese Auswirkungen hervorgerufen werden.
Aufgrund des vorgegebenen Rahmens dieser Arbeit werden in der Folge die Träger und Treiber der Digitalisierung, sowie die signifikantesten Auswirkungen inner- sowie außerhalb der Wirtschaftsprüfungsgesellschaften und in Bezug auf die Prüfungsstandards analysiert und erörtert.
Im Laufe der Digitalisierung verändern sich Geschäftsabläufe und -prozesse, sowie die Möglichkeiten der Datenverarbeitung. Dabei liegt das Ziel vor allem in der Progression der Effektivität und Standardisierung. Die Produktivität der Unternehmen soll gesteigert und Geschäftsabläufe kundenzentrierter gestaltet werden. Dies erfolgt unter dem Einsatz von Robotertechnik, künstlicher Intelligenz in Kombination mit klassischen Technologien und Massendatenanalysen, auch Big Data Analytics genannt. Dabei liegt die Intention in der Reduktion der Fehlerquote, reduzierten Betriebskosten sowie einer erhöhten Geschwindigkeit.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die Digitalisierung der Wirtschaftsprüfung im Allgemeinen
2.1. Derzeitige Situation der Wirtschaftsprüfungsbranche
2.2. Bedeutung der Größenklassen
3. Träger der Digitalisierung
4. Treiber der Digitalisierung
4.1. Big Data und Data Analytics
4.2. Blockchain
4.3. Künstliche Intelligenz
5. Auswirkungen der Digitalisierung auf die Prüfungspraxis
5.1. Auswirkungen auf die Personalstruktur
5.2. Interne Auswirkungen
5.2.1. Audit and Assurance Transformation
5.3. Auswirkungen auf die Prüfungsstandards
6. Erörterung der Chancen und Risiken der Digitalisierung
7. Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die tiefgreifenden Auswirkungen des digitalen Wandels auf die Wirtschaftsprüferpraxis, analysiert die technologischen Treiber sowie die notwendigen Anpassungen in Prüfungsansätzen und Geschäftsmodellen von Prüfungsgesellschaften.
- Transformation von manuellen zu automatisierten, prozessorientierten Prüfungsansätzen
- Einsatz von Schlüsseltechnologien wie Big Data, Blockchain und Künstlicher Intelligenz
- Unterschiede in der Digitalisierungsstrategie nach Größenklassen der Prüfungsgesellschaften
- Anpassung von Personalstrukturen und Anforderungsprofilen für Wirtschaftsprüfer
- Herausforderungen durch regulatorische Rahmenbedingungen und Datensicherheit
Auszug aus dem Buch
4.1. Big Data und Data Analytics
Der Begriff Big Data beschreibt schnell generierte, große Mengen unterschiedlicher Daten. Diese werden heutzutage in komplexen ERP-Systemen erzeugt. Wie eine Studie der der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Pricewaterhouse Coopers (PwC) GmbH, bei der 76 Mittelständler und Großkonzerne mit Sitz in Deutschland befragt wurden belegt, handelt es sich bei dem ERP-System von SAP, mit einem Nutzeranteil der bei 61 Prozent der Befragten liegt, um das am meisten genutzte IT-System. Darauf folgen PeopleSoft mit 24 Prozent sowie Microsoft Navision/AX und Oracle mit jeweils 5 Prozent.
Um die Big Data sowie die umfangreichen Transaktions- und Stammdaten auszuwerten, kann die Datenanalytik als geeignetes Tool genutzt werden. Dabei könnte anstelle der herkömmlichen Einzelfallprüfung, mithilfe einer repräsentativen Stichprobenauswahl, die datengeschützte Prüfung treten. In Zukunft werden die derzeitigen Prüfungsansätze überarbeitet werden müssen, da aufgrund des stetig wachsenden Datenvolumens die stichprobenbasierte Prüfung auf Dauer nicht zu einer hinreichenden Prüfungssicherheit führt. Da die Zeitspanne der Abschlussprüfung stets möglichst geringgehalten werden soll, das Datenvolumen jedoch kontinuierlich steigt, muss der Abschlussprüfer somit neue Methoden anwenden, um den Grundsätzen einer ordnungsgemäßen Abschlussprüfung gerecht zu werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den Wandel der Abschlussprüfung von einer manuellen Belegprüfung zu einem automatisierten, risikoorientierten Prozess und definiert die Zielsetzung der Arbeit.
2. Die Digitalisierung der Wirtschaftsprüfung im Allgemeinen: Dieses Kapitel erläutert die technologische Evolution in der Branche und die unterschiedlichen Anforderungen an Wirtschaftsprüfungsgesellschaften je nach deren Größe.
3. Träger der Digitalisierung: Hier wird analysiert, wie neben den Prüfungsgesellschaften auch die Mandanten durch den Grad ihrer eigenen Digitalisierung den Prüfungsansatz maßgeblich beeinflussen.
4. Treiber der Digitalisierung: Das Kapitel beschreibt die zentralen technologischen Innovationen wie Big Data, Blockchain und Künstliche Intelligenz, die den Wandel der Prüfungssoftware vorantreiben.
5. Auswirkungen der Digitalisierung auf die Prüfungspraxis: Dieser Abschnitt thematisiert die Folgen für die Personalstruktur, interne Organisationsabläufe sowie die notwendige Anpassung an moderne Prüfungsstandards.
6. Erörterung der Chancen und Risiken der Digitalisierung: Es werden die Vorteile wie Effizienzsteigerung gegen die Risiken wie Marktkonzentration bei den „Big Four“ und Rechtsunsicherheiten abgewogen.
7. Zusammenfassung: Die Zusammenfassung bündelt die Kernergebnisse der Untersuchung und betont die Rolle des Wirtschaftsprüfers als Berater bei der digitalen Transformation.
Schlüsselwörter
Digitalisierung, Wirtschaftsprüfung, Big Data, Data Analytics, Blockchain, Künstliche Intelligenz, Abschlussprüfung, IT-Audit, Prozessorientierte Prüfung, Prüfungssicherheit, Automatisierung, Mandanten, Prüfungssoftware, Risikobeurteilung, Transformation
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Projektarbeit untersucht, wie sich die fortschreitende Digitalisierung auf die tägliche Praxis der Wirtschaftsprüfung auswirkt und welche neuen Herausforderungen sowie Chancen sich daraus ergeben.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Arbeit behandelt technologische Treiber wie Big Data, Blockchain und KI sowie deren Auswirkungen auf Prüfungsstandards, die Personalstruktur in Prüfungsgesellschaften und die Zusammenarbeit mit Mandanten.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie sich der Beruf des Wirtschaftsprüfers wandelt und welche technologischen Kompetenzen in Zukunft erforderlich sind, um eine hohe Prüfungsqualität zu gewährleisten.
Welche wissenschaftliche Methode wurde angewendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literatur- und Studienanalyse, die durch branchenspezifische Beispiele (z. B. Deloitte, PwC) und Auswertungen der Wirtschaftsprüferkammer ergänzt wird.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Digitalisierung im Allgemeinen, die technologischen Treiber, die Auswirkungen auf die Prüfungspraxis und die Diskussion der Chancen und Risiken.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Digitalisierung, Abschlussprüfung, Big Data, Blockchain, Künstliche Intelligenz, IT-Audit und Automatisierung.
Wie unterscheidet sich der Digitalisierungsgrad je nach Größe der Prüfungsgesellschaft?
Große Gesellschaften („Big Four“) verfügen über höhere Investitionskapazitäten für eigene Softwareentwicklungen, während kleine Kanzleien Technologien häufig extern beziehen müssen.
Welche Bedeutung hat die Audit and Assurance Transformation bei Deloitte?
Es ist ein Beispiel für interne Standardisierungen, bei denen durch IT-Tools wie „Symphony“ Routineaufgaben reduziert und die Effizienz bei der Risikobeurteilung gesteigert werden sollen.
Warum ist die DSGVO für den Wirtschaftsprüfer relevant?
Sie verschärft die Anforderungen an die Sicherheit von Mandantendaten, weshalb der Wirtschaftsprüfer nun verstärkt prüfen muss, ob die Mandanten diese datenschutzrechtlichen Vorgaben erfüllen.
Wird die menschliche Prüfung durch Technik komplett ersetzt werden?
Nein, der Autor betont, dass bei komplexen Schätzungen und der notwendigen kritischen Grundhaltung die menschliche Intelligenz weiterhin essenziell bleibt und nicht vollständig durch Algorithmen ersetzt werden kann.
- Citation du texte
- Lara Middendorf (Auteur), 2018, Die Auswirkung der Digitalisierung auf die Wirtschaftsprüferpraxis, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/465449