Ziel dieser Arbeit ist es einen theoretischen Überblick über das Phänomen Jugend zu geben mit dem Fokus auf der Analyse des Übergangs vom Kindesalter ins Jugendalter. Zuerst einmal muss geklärt werden, von welchem Altersbereich man spricht, wenn es um die Phase der Jugend geht. Sodann kann eine Population definiert werden, aus der sich eine Stichprobe generieren ließe.
Jedoch kann, je nach dem aus welchem Fachbereich wir eine Definition an den Begriff der Jugend anlegen, eine andere Alterspanne veranschlagt werden. Dadurch dass die jeweiligen Wissenschaften die Jugendphase an differierenden Merkmalen festmachen, können diese bis zum Ende des 20. Lebensjahres beobachtbar bleiben und damit die Altersspanne expandieren. Es gilt also je nach Begriffsdefinition ein anderes Zeitfenster für die Phase der Jugend.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Jugend
2.1 Begriffsklärung
2.2 Entstehung der Jugendphase
3. Wie gestaltet sich der Übergang von Kindheit zu Jugend?
3.1 Identität
3.2 Die Entwicklung des Körpers
3.3 Sozialisationskontexte
3.3.1 Familie
3.3.2 Freundschaften
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit gibt einen theoretischen Überblick über das Phänomen Jugend, mit dem primären Fokus auf der Analyse der Veränderungsprozesse während des Übergangs vom Kindes- ins Jugendalter.
- Wissenschaftliche Definitionen und Abgrenzungen des Begriffs Jugend
- Historische Entstehung und gesellschaftliche Ausdifferenzierung der Jugendphase
- Psychologische Aspekte der Identitätsentwicklung und Körperwahrnehmung
- Einfluss von Sozialisationsinstanzen wie Familie und Peer-Groups
Auszug aus dem Buch
2.2 Entstehung der Jugendphase
Aus heutiger Sicht wird mit Jugend nicht nur eine Übergangsphase zwischen Kindheit und Erwachsenenalter verstanden, sondern auch eine eigenständige Phase im menschlichen Lebenslauf. Hurrelmann und Quenzel zeigen auf, dass es die Jugend im Sinne der biologischen und psychologischen Entwicklung schon immer gegeben hat; anfänglich wurden diese Ausprägungen aber gesellschaftlich nicht als Lebensphase definiert (vgl. Hurrelmann, Quenzel 2016, S. 19). So gab es in der vorindustriellen Gesellschaft noch keine Phase, die als Jugend bezeichnet wurde. Während dieser Zeit wurden Kinder als kleine Erwachsene angesehen, so Hurrelmann (ebd.). Dies zeigte sich u.a. darin, dass innerhalb der überwiegend landwirtschaftlich geprägten Familien, Kinder und Erwachsene den gleichen Tätigkeiten nachgingen, so Hurrelmann und Quenzel weiter (ebd.). Daraus lässt sich schließen, dass es in der vorindustriellen Gesellschaft noch keine klar definierte Abgrenzung der Kindheit und des Erwachsenenalters gab, geschweige denn der Jugend.
Erst mit der aufkommenden Industrialisierung, um 1850, entwickelten sich u.a. durch den außerfamiliären Arbeitsbereich, die Handlungsbereiche von Kindern und Erwachsenen immer weiter auseinander, so Hurrelmann und Quenzel (ebd., S. 20). Damit war „[d]er erste Schritt zur Abgrenzung einer gesonderten Lebenssphäre für Kinder und Jugendliche […] vollzogen“ (ebd.). Hurrelmann und Quenzel zufolge hat sich in Deutschland Jugend als Lebensphase dann im Laufe des 20. Jahrhundert zunehmend herausgebildet (ebd., S. 16f). Auch der Begriff Jugend bzw. ‚Jugendlicher‘ entwickelte sich zu dieser Zeit zu einem Begriff, der Ferchhoff zufolge, zunehmend wertfrei gebraucht wurde (vgl. Ferchhoff 2011, S. 33). Zuvor war der Begriff stark negativ konnotiert gewesen, denn der Begriff ‚Jugendlicher‘ hatte seinen Ursprung in den Gefängnissen und Rettungshäusern und bezeichnete damals junge Erwachsene, die als „verwahrloste, kriminelle, verbrecherische, gottlose und […] als lebenskorrektionsbedürftige Personen“ (ebd.) galten.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Vielschichtigkeit des Begriffs Jugend ein und erläutert das Ziel der Arbeit, den Übergang vom Kindes- zum Jugendalter theoretisch zu analysieren.
2. Jugend: Dieses Kapitel definiert den Begriff Jugend aus verschiedenen wissenschaftlichen Perspektiven und beleuchtet die historische Entwicklung dieser Lebensphase.
2.1 Begriffsklärung: Hier werden unterschiedliche Auffassungen von Jugend aus biologischer, psychologischer und soziologischer Sicht gegenübergestellt.
2.2 Entstehung der Jugendphase: Dieses Kapitel erläutert, wie sich Jugend durch gesellschaftliche Umbrüche wie die Industrialisierung als eigenständige Lebensphase etabliert hat.
3. Wie gestaltet sich der Übergang von Kindheit zu Jugend?: Der Fokus liegt hier auf den Veränderungsprozessen, die den Übergang vom Kindheits- zum Jugendalter charakterisieren.
3.1 Identität: Dieses Kapitel thematisiert die neu gewonnene Reflexivität und die Suche nach Identität als zentrale Veränderung in der Jugendphase.
3.2 Die Entwicklung des Körpers: Hier werden die psychischen Auswirkungen der körperlichen Veränderungen mit Beginn der Pubertät und die neue Wahrnehmung des eigenen Körpers erörtert.
3.3 Sozialisationskontexte: Dieses Kapitel untersucht die für die Entwicklung der Jugendlichen bedeutenden sozialen Umfelder.
3.3.1 Familie: Hier wird der Ablöseprozess von den primären Bezugspersonen als notwendiger Schritt zur autonomen Persönlichkeitsentwicklung beschrieben.
3.3.2 Freundschaften: Dieses Kapitel analysiert die zunehmende Bedeutung von Gleichaltrigen und Peer-Groups im Jugendalter.
4. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und verdeutlicht die Vielschichtigkeit der Entwicklungsveränderungen während des Übergangs zum Jugendalter.
Schlüsselwörter
Jugend, Pubertät, Kindheit, Erwachsenenalter, Adoleszenz, Identität, Sozialisation, Familie, Peer-Group, Entwicklungspsychologie, Körperwahrnehmung, Lebenslauf, Ablöseprozess, Industrialisierung, Autonomie
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der theoretischen Auseinandersetzung und Analyse der Lebensphase Jugend sowie den spezifischen Wandlungsprozessen beim Übergang vom Kindes- ins Jugendalter.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Zu den Kernbereichen zählen die Begriffsklärung aus interdisziplinärer Sicht, die historische Genese der Jugendphase, die psychologische Identitätsentwicklung sowie der Einfluss sozialer Instanzen wie Familie und Freunde.
Welches ist das primäre Ziel oder die zentrale Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, einen fundierten theoretischen Überblick über das Phänomen Jugend zu geben und insbesondere zu analysieren, wie sich der Übergang von der Kindheit in das Jugendalter vollzieht.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewandt?
Die Arbeit basiert auf einer theoriegeleiteten Literaturanalyse, in der verschiedene wissenschaftliche Disziplinen wie Biologie, Psychologie und Soziologie in den Vergleich einbezogen werden.
Welche Inhalte werden im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt die begriffliche Einordnung, die historische Entstehung, die Identitätsentwicklung, körperliche Wandlungsprozesse sowie die Rolle der Familie und der Peer-Groups als Sozialisationsinstanzen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Jugend, Adoleszenz, Sozialisation, Identität, Ablöseprozess und Entwicklungspsychologie charakterisiert.
Warum wird der Begriff Jugend als „junges Konstrukt“ bezeichnet?
Der Text erklärt dies damit, dass Jugend keine historisch unveränderliche Größe ist, sondern erst durch gesellschaftliche, kulturelle und ökonomische Entwicklungen, wie beispielsweise die Industrialisierung, als eigene Lebensphase definiert wurde.
Welche Rolle spielen Peer-Groups für die Entwicklung von Jugendlichen?
Peer-Groups gewinnen laut der Arbeit mit Beginn der Pubertät an Bedeutung, da sie als geschlechtsheterogene Gruppen einen Raum für soziale Erprobung und Abgrenzung bieten.
Warum kommt es laut der Arbeit häufig zu einem Einbruch in der Eltern-Kind-Beziehung?
Dieser Einbruch wird als Teil eines notwendigen Ablöseprozesses interpretiert, in dessen Verlauf sich Jugendliche von ihren Eltern distanzieren, um eine eigenständige, autonome Persönlichkeit zu entwickeln.
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- Anonym (Author), 2018, Wie gestaltet sich der Übergang von Kindheit zu Jugend?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/465673