In dieser Arbeit wird versucht, aufzuzeigen, wie der Sportunterricht in einer zehnten Klasse gestaltet werden kann. Hierfür werden die Lernziele vorgestellt und didaktisch-methodische Erklärungen für die Auswahl der Übungen geliefert.
Die Klasse besteht aus zehn Jungs und sieben Mädchen, welche sich zum größten Teil bereits seit der fünften Klasse kennen. Die Verhaltensregeln im Sportunterricht sind allen bekannt und werden weitestgehend eingehalten. Es herrscht ein sehr gutes Lernklima, obwohl sich die Schülerinnen und Schüler (werden im weiteren Verlauf mit SuS abgekürzt) bereits mitten in der Pubertät befinden. Durch die körperlichen Unterschiede zwischen Jungen und Mädchen, die sich im Laufe der Pubertät entwickeln, ist die Gruppe sehr heterogen. Darüber hinaus ist knapp die Hälfte der SuS in einem Sportverein aktiv, während die andere Hälfte in der Freizeit weniger mit Sport beschäftigt ist.
Aufgrund der vielen körperlichen Veränderungen in der Pubertät sowie teilweise mangelndes Bewusstsein für die Gesundheit, ist es sinnvoll ein Fitnesstraining in den Sportunterricht zu integrieren. Die SuS sollen lernen den eigenen Körper wahrzunehmen und ein Bewusstsein für ein gesundes Leben zu entwickeln.
Inhaltsverzeichnis
1. Einbettung in die Unterrichtsreihe
2. Beschreibung der Lerngruppe
3. Thema und Lernziele
3.1 Stundenlernziel
3.2 Teillernziele
3.2.1 im motorischen Bereich
3.2.2 im kognitiven Bereich
4 Didaktisch-methodische Begründung
4.1.1 Kraftausdauer
4.1.2 Krafttraining in der Schule
4.1.3 Legitimation des Unterrichtsinhalts
5 Verlaufsplan
Zielsetzung & Themen
Das primäre Ziel der Unterrichtseinheit ist die reflexive Beurteilung eines von den Schülern selbst entwickelten Kraftausdauerzirkels, wobei die Lernenden lernen sollen, ihren eigenen Körper bei unterschiedlichen Belastungsarten bewusst wahrzunehmen und die Übungen anhand erarbeiteter Kriterien kritisch zu hinterfragen sowie modifizieren zu können.
- Grundlagen der Kraftausdauer und ihre Bedeutung im schulischen Kontext
- Förderung der Körperwahrnehmung bei Jugendlichen
- Entwicklung und Evaluation funktioneller Trainingsübungen
- Differenzierung und Anpassung von Belastungsniveaus
- Prävention muskulärer Dysbalancen im Jugendalter
Auszug aus dem Buch
4.1.1 Kraftausdauer
Um den Begriff der Kraftausdauer definieren zu können, gilt es die Begriffe Kraft und Ausdauer zu bestimmen. Unter Kraft versteht man in der Sportwissenschaft nach Nicolaus Anstrengungen, die deutlich über dem durchschnittlichen Beanspruchungsbereich liegen. Eine durchschnittliche Belastung liegt nach Hettinger bei ca. 30 % des Maximalkraftwertes eines Sportlers. Die Kraft bildet auf der Grundlage dieser Erkenntnis die Basis für Muskelleistungen mit Krafteinsätzen, die über 30% der maximalen Kraft des Sportlers liegt (Nicolaus 1995, S.15).
Der Begriff der Ausdauer beschreibt die Ermüdungswiderstandsfähigkeit des Muskels bei langandauernden Belastungen (Nicolaus 1995, S.20).
Die Kraftausdauer ist demnach als komplexe Kombination der beiden zuvor genannten Komponenten zu definieren. Die Abhängigkeit des Maximalkraftniveaus mit der Stoffwechselleistung bzw. Ermüdungswiderstandsfähigkeit, bestimmt die Fähigkeit der Kraftausdauer. Die Kraftausdauer kann ebenfalls als die Fähigkeit Muskelanstrengungen, die über 30% der Maximalkraft liegen, über einen längeren Zeitraum auszuführen, definiert werden (Nicolaus 1995, S. 21). In diesem Fall hätte man eine Operationalisierung der Kraftausdauer erreicht, indem man eine Zeit/Dauer und eine Belastungsgröße bestimmen konnte. Eine bei ca. 30% der Maximalkraftliegende Belastung sollte demnach über ca. 2 Minuten ausgeführt werden können. Dieser Prozess ist auf das Phänomen der anaeroben Muskelstoffwechselleistungsfähigkeit zurückzuführen. Es gilt dabei die Wiederholungszahl der Kraftstöße über einen Zeitraum möglichst gleich zu halten. Eine Verringerung der Kraftstöße repräsentiert die zuvor erwähnte Komponente der Ermüdungswiderstandsfähigkeit, welche den Aspekt der Ausdauer widerspiegelt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einbettung in die Unterrichtsreihe: Dieses Kapitel gibt einen tabellarischen Überblick über den zeitlichen Ablauf und die inhaltlichen Schwerpunkte der gesamten Unterrichtsreihe.
2. Beschreibung der Lerngruppe: Hier wird die heterogene Zusammensetzung der 10. Klasse sowie das Lernklima und die sportlichen Voraussetzungen der Schüler analysiert.
3. Thema und Lernziele: Dieses Kapitel definiert das spezifische Stundenthema und gliedert die motorischen sowie kognitiven Lernziele für die Schüler.
4 Didaktisch-methodische Begründung: Dieses Kapitel liefert eine fachwissenschaftliche Fundierung zum Thema Kraftausdauer, zum schulischen Krafttraining und zur legitimen Einbettung in den Kernlehrplan.
5 Verlaufsplan: Ein strukturierter Plan, der die einzelnen Phasen der Unterrichtsstunde mit Zeitvorgaben, Methoden und Zielen dokumentiert.
Schlüsselwörter
Kraftausdauer, Schulsport, Körperwahrnehmung, Training, Zirkeltraining, Leistungsdifferenzierung, Bewegungslehre, Muskeln, Ausdauer, Pubertät, Trainingsgestaltung, Pädagogische Perspektiven, Kernlehrplan, Krafttraining, Sportunterricht
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Konzeption und Reflexion einer Sportstunde zum Thema Kraftausdauer in einer 10. Klasse einer Realschule.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die Förderung der Kraftausdauer, das Erlernen korrekter Bewegungsausführung und die Verbesserung der Körperwahrnehmung bei Jugendlichen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Hauptziel ist es, dass die Schüler durch einen reflexiven Prozess lernen, Belastungsgrößen einzuschätzen und ihr eigenes Training gezielt zu modifizieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird ein schülerzentrierter Ansatz gewählt, bei dem die Schüler eigene Übungen entwickeln, diese erproben und anhand von Bewertungsbögen evaluieren.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil erfolgt eine Sachanalyse zur Kraftausdauer, eine Begründung für Krafttraining im Schulsport sowie die detaillierte Planung der Lehrprobe.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Kraftausdauer, Körperwahrnehmung, Schulsport und Reflexion.
Warum ist das Zirkeltraining für diese Stunde besonders geeignet?
Das Zirkeltraining ermöglicht eine individuelle Belastungssteuerung und ist als Kurzprogramm ideal in den schulischen Zeitrahmen integrierbar.
Welche Rolle spielen die Bewertungsbögen im Unterricht?
Die Bögen dienen als Forschungsauftrag, um den Schülern durch Fragen zur Belastung eine gezielte Reflexion ihrer körperlichen Empfindungen zu ermöglichen.
- Citation du texte
- Marc Dyck (Auteur), 2017, Gestaltung des Sportunterrichts in der zehnten Klasse, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/465772