Gerät ein Unternehmen in eine schwierige Wirtschaftslage, führt dies bei den Mitarbeitern zu erheblicher Arbeitsplatzunsicherheit; Arbeitsmotivation und Betriebsklima werden oft nachteilig beeinflusst. In solchen Situationen ist es eine besondere Aufgabe der Führungskräfte, die Mitarbeiter zu motivieren, ihre Leistungsfähigkeit und Leistungsbereitschaft zur Erfüllung der Unternehmensziele einzusetzen. Eine Umfrage des Emnid-Institutes ergab, dass 94 Prozent der Befragten die Eigenschaft des Chefs, die Mitarbeiter zu führen und zu motivieren, als wichtigste Fähigkeit sehen. (Vgl. GELD-ONLINE 2005)
Ziel dieser Arbeit ist es, Möglichkeiten der Mitarbeitermotivation in schwieriger Wirtschaftslage eines Unternehmens aufzuzeigen. Dazu werde ich zunächst die Begriffe Motivation und Entstehung der Arbeitsmotivation erläutern sowie ausgewählte Motivationstheorien und Einflussfaktoren auf die Mitarbeitermotivation darstellen. Das daran anschließende Praxisbeispiel werde ich mit den Motivationstheorien unterlegen und einen Lösungsvorschlag zur Mitarbeitermotivation erarbeiten.
Struktur der Arbeit
1 Ziel dieser Arbeit
2 Was Menschen antreibt
2.1 Intrinsische / extrinsische Motivation
2.2 Entstehung der Arbeitsmotivation
3 Darstellung ausgewählter Motivationstheorien
3.1 Inhaltstheorien
3.1.1 Bedürfnis-Hierarchie Theorie von Maslow
3.1.2 Herzbergs Zwei-Faktoren-Theorie
3.2 Prozesstheorien
3.2.1 Die VIE-Theorie von Vroom
3.2.2 Motivationsmodell von Porter und Lawler
4 Wichtige Einflussfaktoren auf die Mitarbeitermotivation
4.1 Materielle und soziale Einflussfaktoren
4.2 Arbeitsumfeld
4.3 Arbeitsgestaltung und Verantwortung
5 Anwendung in der Praxis
5.1 Ein Bauunternehmen in Krise
5.2 Situationsanalyse
5.3 Wege aus der Krise
6 Mitarbeiter- und Unternehmensziele im Einklang
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Ziel dieser Arbeit ist es, Möglichkeiten der Mitarbeitermotivation in einer schwierigen Wirtschaftslage eines Unternehmens aufzuzeigen. Dabei wird analysiert, wie trotz restriktiver Sparmaßnahmen und drohender Arbeitsplatzunsicherheit die Leistungsbereitschaft der Belegschaft aufrechterhalten oder wiederhergestellt werden kann.
- Grundlagen der intrinsischen und extrinsischen Motivation
- Analyse wissenschaftlicher Inhaltstheorien und Prozesstheorien
- Einflussfaktoren wie Entlohnung, Arbeitsgestaltung und Führungsklima
- Praxisbeispiel eines Bauunternehmens in der Krise
- Strategien zur Rückgewinnung von Engagement durch Partizipation und Kommunikation
Auszug aus dem Buch
5.2 Situationsanalyse
Eine Studie der europäischen Internet-Jobbörse StepStone aus dem Jahr 2003 belegt, dass die wirtschaftliche Krise nicht ohne Auswirkung auf das Verhältnis innerhalb der Betriebe bleibt. Danach hat sich bei nahezu 70 Prozent der Befragten das Betriebsklima aufgrund der desolaten Wirtschaftslage verschlechtert, lediglich ein Fünftel der deutschen Beschäftigten konnte keinen Einfluss der Konjunkturschwäche auf das innerbetriebliche Klima feststellen. Und nur 13 Prozent der befragten Arbeitnehmer ziehen positiven Nutzen aus der schwierigen Situation und halten jetzt erst recht zusammen. (Vgl. INPUTMAGAZIN zitiert nach StepStone, 2003)
In unserem Praxisbeispiel zeigt sich deutlich, dass die verbleibende Belegschaft durch die Entlassungen erheblich verunsichert wurde. Die Angst um den Arbeitsplatz verleitet einen Großteil der Mitarbeiter dazu, Kollegen nicht mehr als Mitstreiter, sondern als Konkurrenten und Bedrohung für den eigenen Arbeitsplatz zu sehen. Das wichtigste Ziel dieser Mitarbeiter ist nun die „Verteidigung“ ihrer Position gegenüber den Kollegen.
Gemäß der VIE-Theorie von VROOM (siehe Punkt 3.2.1) setzen sie nun alles daran, dieses Ziel zu erreichen. Dabei sind sie bei der Wahl der subjektiv erforderlich scheinenden Mittel nicht gerade zurückhaltend, was bei einigen Mitarbeitern bis zum Mobbing führt.
KLEINBECK sieht „... Mobbing ... [als] Indiz für die Wirksamkeit eines solchen Aggressionsmotivs im Kontext der Arbeit. ... Kollegen zeigen untereinander aggressives Verhalten, weil sie im Zuge laufender Rationalisierungsmaßnahmen zunehmend Angst um ihren eigenen Arbeitsplatz haben.“ (KLEINBECK 1996, 29)
Zusammenfassung der Kapitel
1 Ziel dieser Arbeit: Einführung in die Problematik der Mitarbeitermotivation unter dem Aspekt zunehmender Firmeninsolvenzen und Arbeitsplatzunsicherheit.
2 Was Menschen antreibt: Definition von Motiven und Motivation sowie Erläuterung der Entstehung von Arbeitsmotivation durch die Wechselwirkung persönlicher Motive mit den Potentialen der Arbeit.
3 Darstellung ausgewählter Motivationstheorien: Gegenüberstellung von Inhaltstheorien (Maslow, Herzberg) zur Erklärung der Beweggründe und Prozesstheorien (Vroom, Porter/Lawler) zur Erklärung des Verhaltens.
4 Wichtige Einflussfaktoren auf die Mitarbeitermotivation: Einordnung zentraler Faktoren wie Entgelt, Betriebsklima, Führungsstil und Arbeitsgestaltung in den betrieblichen Kontext.
5 Anwendung in der Praxis: Fallstudie eines kriselnden Bauunternehmens mit anschließender Analyse der Fehlentwicklungen und Erarbeitung konkreter Lösungswege.
6 Mitarbeiter- und Unternehmensziele im Einklang: Fazit zur Notwendigkeit, Mitarbeiter auch in Krisenzeiten als zentralen Erfolgsfaktor zu behandeln, um Unternehmensziele nachhaltig zu erreichen.
Schlüsselwörter
Mitarbeitermotivation, Wirtschaftskrise, Motivationstheorie, Maslow, Herzberg, Führung, Betriebsklima, Arbeitsplatzunsicherheit, Partizipation, Arbeitsgestaltung, Job Enrichment, Arbeitsentgelt, Management-by-Objectives, Krisenbewältigung, Unternehmenskultur
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Hausarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie Unternehmen ihre Mitarbeiter auch in einer wirtschaftlich schwierigen Lage motivieren können, um die Leistungsfähigkeit und das Engagement für die Unternehmensziele zu erhalten.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Felder umfassen psychologische Motivationstheorien, betriebliche Einflussfaktoren wie Entlohnung und Führungsstil sowie praktische Ansätze zur Krisenbewältigung durch Mitarbeiterführung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, Strategien aufzuzeigen, mit denen Führungskräfte dem Motivationsverlust in Krisenzeiten entgegenwirken und die Identifikation der Mitarbeiter mit dem Unternehmen stärken können.
Welche wissenschaftlichen Theorien werden zur Begründung herangezogen?
Es werden sowohl Inhaltstheorien (Bedürfnis-Hierarchie nach Maslow, Zwei-Faktoren-Theorie nach Herzberg) als auch Prozesstheorien (VIE-Theorie von Vroom, Motivationsmodell von Porter und Lawler) angewendet.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Darstellung von Motivationsfaktoren und deren Anwendung auf ein konkretes Praxisbeispiel eines Bauunternehmens in der Krise.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Wichtige Begriffe sind Mitarbeitermotivation, Arbeitsplatzunsicherheit, Partizipation, Führungsstil, Krisenbewältigung und Unternehmenskultur.
Warum leidet die Motivation im gewählten Praxisbeispiel eines Bauunternehmens so stark?
Die Motivation sinkt durch Entlassungen, Gehaltsstopps, erhöhte Arbeitsbelastung und eine unpersönliche Informationspolitik, die zu einem Klima von Angst, Konkurrenz und Mobbing führt.
Welche konkreten Wege aus der Krise schlägt die Autorin vor?
Vorgeschlagen werden eine aktive und transparente Informationspolitik, die Einbeziehung der Mitarbeiter in Entscheidungsprozesse (Partizipation) sowie die gezielte Nutzung von Arbeitsanreicherung (Job Enrichment) und Gruppenarbeit.
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- Christiane Jäger (Author), 2005, Mitarbeitermotivation in schwieriger Wirtschaftslage des Unternehmens, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/46589