Überall in der alltäglichen Welt wird mit Menschen visuell kommuniziert. Egal ob bei Ampel-Lichtzeichen oder der Print-Anzeige in der Tageszeitung: visuelle Kommunikation ist ein fester Bestandteil unseres Alltags. Sie beeinflusst unser Verhalten und wird dementsprechend gerne von Organisationen, Institutionen oder auch Einzelpersonen genutzt. Hauptsächlich Wirtschaftsorganisationen nutzen visuelle Kommunikation in besonderem Maße, meistens in Form von Werbung oder als Mittel zur Pflege der öffentlichen Beziehungen. Doch wieso hat eine ausgeprägte Kommunikation solch einen Einfluss auf die Rezipienten? Pavla Schäfer stellte in ihrer Dissertation „Das Potenzial der Vertrauensförderung“ nun nicht die Frage, ob sprachliche Kommunikation Vertrauen beeinflussen kann, sondern wie sie das tut. Diese Hausarbeit greift die Kernfrage von Schäfer auf, um die Frage nach dem Wirken von visueller Kommunikation hinsichtlich Vertrauen am Beispiel des Airbnb-Onlineauftritts beantworten zu können.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Begriffsdefinitionen und -abgrenzungen
2.1 Grafische Elemente
2.2 Fotografische Elemente
2.3 Vektorgrafische Elemente
2.4 Typografische Elemente
2.5 Inhaltselemente
2.6 Layout
3. Theoretischer Hintergrund
3.1 Das Vertrauensmodell nach Schäfer (2013)
3.2 Pragmatische Stilanalyse nach Sandig und Stolt (1984)
4. Adaption der Pragmatischen Stilanalyse
4.1 Makrostilistische Ebene der visuellen Kommunikation
4.1.1 Textdesign
4.1.2 Textsorte
4.1.3 Themen
4.2 Mikrostilistische Ebene der visuellen Kommunikation
4.2.1 Aktanten
4.2.2 Attribute
4.2.3 Autoritätstopos
4.2.4 Leerstellen
4.2.5 Metaphern
4.2.6 Referenz auf Länder
4.2.7 Referenz auf die Zielgruppe
4.2.8 Schlüsselwörter
4.2.9 Selbstreferenz
4.2.10 Sprachliche Korrektheit
4.2.11 Sprechhandlungen
4.2.12 Stilistische Auffälligkeiten
4.2.13 Vagheitsindikatoren
4.2.14 Verben und Funktionsverbgefüge
4.2.15 Zahlentopos
4.2.16 Zeittopos
5. Anwendungsbeispiel: die Onlinekommunikation von Airbnb
5.1 Makrostilistische Applikation der visuellen Stilanalyse
5.1.1 Textdesign
5.1.2 Kommunikationssorte
5.1.3 Themen
5.2 Mikrostilistische Applikation der visuellen Stilanalyse
5.2.1 Attributsauszeichnung
5.2.2 Autoritätstopos
5.2.3 Visuelle Leerstellen
5.2.4 Sinnbilder
5.2.5 Referenz auf Länder
5.2.6 Referenz auf die Zielgruppe
5.2.7 Schlüsselelemente
5.2.8 Selbstreferenz
5.2.9 Korrektheit
5.2.10 Auszeichnung von Sprechhandlungen/visuelle Handlungen
5.2.11 Stilistische Auffälligkeiten
5.2.12 Vagheitsindikatoren
5.2.13 Auszeichnung von Verben und Funktionsverbgefüge
5.2.14 Zahlen- und Zeittopos
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht, wie das Unternehmen Airbnb mittels visueller Onlinekommunikation Vertrauen bei seinen Nutzern aufbaut. Dabei wird analysiert, inwieweit sprachwissenschaftliche Methoden der pragmatischen Stilanalyse auf visuelle Gestaltungselemente übertragen werden können, um Strategien der Vertrauensförderung zu identifizieren.
- Übertragung der pragmatischen Stilanalyse auf visuelle Kommunikation
- Analyse der Vertrauensförderung durch Design auf der Plattform Airbnb
- Untersuchung von Makro- und Mikrostilistischen Gestaltungselementen
- Bewertung von visuellen Mitteln wie Sinnbildern, Layout und Bildsprache
- Identifikation der Intentionen des Produzenten bei der Gestaltung des Onlineauftritts
Auszug aus dem Buch
4.2.1 Aktanten
Das Genus verbi kommuniziert nach Schäfer (2013, S. 99) „Aktivität bzw. Passivität der jeweiligen Akteure. Es kann auf die gedankliche Konzeptualisierung von Beziehungen zwischen Akteuren hinweisen“. Es ist schwierig, eine Unterscheidung zwischen Aktivität und Passivität in der visuellen Kommunikation auszumachen, auch wenn dies durchaus vorstellbar ist. Das subjektive Empfinden von Bildeindrücken kann beim Rezipienten stark zwischen aktiver und passiver Bildsprache schwanken. Dadurch lässt sich nicht allgemein bestimmen, wie sich eine bestimmte Bildsprache auf das Rollenverständnis aller Rezipienten auswirkt. Dieses Kriterium ist bei visueller Kommunikation aus methodischer Sicht somit nicht direkt anwendbar.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz visueller Kommunikation für das Vertrauen in Onlineplattformen ein und definiert das Ziel, die Methodik der pragmatischen Stilanalyse für visuelle Elemente am Beispiel von Airbnb zu adaptieren.
2. Begriffsdefinitionen und -abgrenzungen: In diesem Kapitel werden grundlegende visuelle Gestaltungselemente wie grafische, fotografische, vektorgrafische und typografische Komponenten definiert, um eine Basis für die weitere Analyse zu schaffen.
3. Theoretischer Hintergrund: Es werden die theoretischen Grundlagen des Vertrauensmodells nach Schäfer sowie die Prinzipien der pragmatischen Stilanalyse nach Sandig und Stolt dargelegt, die als methodisches Fundament dienen.
4. Adaption der Pragmatischen Stilanalyse: Das Kapitel widmet sich der systematischen Übertragung der verbalen Stilanalyse-Kriterien auf visuelle Kommunikationsmittel, unterteilt in eine Makro- und eine Mikrostilistische Ebene.
5. Anwendungsbeispiel: die Onlinekommunikation von Airbnb: Hier findet die praktische Anwendung der entwickelten Kategorien auf den Onlineauftritt von Airbnb statt, wobei spezifische Designentscheidungen im Hinblick auf ihre vertrauensbildende Wirkung untersucht werden.
6. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und stellt fest, dass die visuelle Stilanalyse als sinnvolle Ergänzung zu verbalen Analyse-Methoden dient, um die Strategien von Online-Plattformen zur Vertrauensförderung besser zu verstehen.
Schlüsselwörter
Airbnb, Visuelle Kommunikation, Vertrauensförderung, Pragmatische Stilanalyse, Onlineauftritt, Webdesign, Vertrauensmodell, Bildsprache, Stilanalyse, Unternehmenskommunikation, Digitales Design, User Experience, Semantik, Kommunikationstheorie, Systemisches Vertrauen
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Rolle der visuellen Kommunikation bei der Förderung von Vertrauen in der Online-Unternehmenskommunikation am Beispiel des Anbieters Airbnb.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Vertrauensforschung, das Design von Webseiten, die Übertragbarkeit linguistischer Methoden auf grafische Elemente und die Stilanalyse von Onlineauftritten.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es zu untersuchen, ob und wie grafische vertrauensfördernde Mittel mittels einer adaptierten pragmatischen Stilanalyse erfasst und bewertet werden können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine adaptierte Form der pragmatischen Stilanalyse nach Sandig und Stolt (1984), basierend auf dem theoretischen Rahmen von Schäfer (2013), angewendet.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung der Analysekriterien für visuelle Kommunikation und deren anschließende praktische Anwendung auf die Webseite von Airbnb.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie visuelle Kommunikation, Vertrauensförderung, Airbnb, Stilanalyse und Online-Plattformen charakterisieren.
Warum spielt das "systemische Vertrauen" eine so große Rolle für Airbnb?
Da Airbnb eine große, profitorientierte Organisation ist und durch die onlinebasierte Kommunikation nur selten echte interpersonale Situationen entstehen, ist das Vertrauen in die Institution (systemisches Vertrauen) entscheidend.
Welche Rolle spielen die "Schlüsselelemente" auf der Startseite?
Schlüsselelemente wie Videos oder Suchfunktionen lenken die Aufmerksamkeit des Nutzers gezielt, verhindern "falsches" Abschweifen und vermitteln dem Nutzer das Gefühl, sicher und zielgerichtet auf der Plattform zu navigieren.
Warum lässt sich das Kriterium "Aktanten" schwer auf visuelle Kommunikation übertragen?
Da das subjektive Empfinden von Bildeindrücken – ob diese als aktiv oder passiv wahrgenommen werden – stark zwischen verschiedenen Rezipienten variieren kann, ist eine allgemeine methodische Anwendung schwierig.
- Citar trabajo
- Christian Meradji (Autor), 2016, Wie fördert das Unternehmen Airbnb mittels visueller Onlinekommunikation Vertrauen?, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/468201