Ziel der Arbeit soll sein, die kontroversen Standpunkte der Ökonomen Friedman & Schwartz, Temin und Wicker zu vergleichen und durch weitere historische Daten zu belegen und falsifizieren. Im Mittelpunkt der Ausarbeitung soll die Rolle der Notenbank, der Federal Reserve, stehen und wie sie die Bankenkrise hätte abwenden können.
Um dieser Frage nachzugehen, wird auf Argumente für und gegen die Berechtigung einer Schuldzuweisung eingegangen.
Des Weiteren werden Parallelen zur deutschen Bankenkrise 1931 gezogen. Hierbei sollen Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Situation, sowie dem Handeln der Notenbanken in den jeweiligen Ländern herauskristallisiert werden. Außerdem wird eine mögliche alternative Geldpolitik der Reichsbank genauer vorgestellt.
Zu Beginn der Arbeit wird ein historischer Kontext geschaffen, um später die Standpunkte Friedmans, Wickers, Temins zu erklären. Hierbei wird die Rolle, Schuld und Unschuld, der Notenbank der USA verdeutlicht.
Die Wirksamkeit eines Eingriffs der Geldpolitik zum gegenwärtigen Zeitpunkt wird durch die Studie von Gary Richardson und William Troost aus dem Jahre 2008 beleuchtet. Anschließend wird der Blick auf das deutsche Reich gerichtet, auf die Geldpolitik der Reichsbank. Dieser Blick soll zeigen, wie man dort versuchte, die Bankenkrise abzuwenden und welche Gesichtspunkte sich aus der Krise in den USA wiederfinden ließen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Historischer Kontext
3. Verhalten der Federal Reserve
3.1 Standpunkt Friedman & Schwartz
3.2 Standpunkt Temin
3.3 Standpunkt Wicker
3.4 Studie Richardson Troost
4. Handeln der deutschen Reichsbank
4.1 Ursachen der deutschen Bankenkrise
4.2 Fehler der Reichsbank
5. Fazit
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, die Wirksamkeit geldpolitischer Eingriffe während der Bankenkrise von 1931 zu analysieren, indem kontroverse ökonomische Standpunkte verglichen und die Rolle der Notenbanken in den USA und Deutschland kritisch beleuchtet werden.
- Analyse der Bankenkrise 1931 in den USA und Deutschland
- Vergleich der ökonomischen Theorien von Friedman & Schwartz, Temin und Wicker
- Untersuchung der Rolle der Federal Reserve und der Reichsbank als "Kreditgeber letzter Instanz"
- Evidenzbasierte Bewertung geldpolitischer Maßnahmen anhand der Studie von Richardson und Troost
- Diskussion über das Spannungsfeld zwischen Inflationsangst, Goldstandard und konjunkturbelebenden Eingriffen
Auszug aus dem Buch
3.1 Standpunkt Friedman & Schwartz
Milton Friedman und Anna J. Schwartz stellten die These auf, dass die Weltwirtschaftskrise durch die Geldpolitik überhaupt erst initiiert wurde. Folglich hätte die Kontraktion der Geldmenge die sinkende Nachfrage erklärt und zum Crash geführt. Opponierend führen Ökonomen wie Temin, Wicker und Keynes an, die Weltwirtschaftskrise hätte die Bankenkrise verursacht.
Das Lager um Friedman und Schwartz wurde unter dem Begriff „Monetarismus“ zusammengefasst. Dieser beinhaltete die Schuldzuweisung an die FED. Als zwischen 1930 und 1932 zahlreiche Banken zusammenbrachen, hätte aus Sicht der Monetaristen eine expansive Geldpolitik, also die Ausweitung der Geldmenge, veranlasst durch die FED, einige Banken retten können. Insbesondere die Schließung der einflussreichsten Bank der USA, die „Bank of New York City“, sorgte aus Friedmans und Schwartz`Sicht für die eintretende Panik in der Bevölkerung. Diese drückte sich in Form von steigender Bargeldnachfrage aus, welche durch die Aktivposten der Bankbilanzen nicht mehr ausreichend bedient werden konnten.
Die Schließung der „Bank of New York“ City sorgte für eine ausgelöste Kettenreaktion, unter der weitere Banken litten. Entscheidend bei der Frage, ob Banken von der FED gerettet werden sollten, ist die Differenzierung zwischen Illiquidität und Insolvenz. Nach Friedman & Schwartz handelte es sich bei der Schließung der „Bank of New York City“ lediglich um Liquiditätsprobleme und nicht um eine Insolvenz. Somit hätte die Schließung durch kurzfristige Unterstützung der Zentralbank, mithilfe der Bereitstellung von Liquidität, verhindert werden können.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Problematik der Bankenkrise 1931 ein und definiert das Ziel, die Rolle der Notenbanken im Umgang mit Finanzkrisen zu hinterfragen.
2. Historischer Kontext: Dieses Kapitel erläutert die wirtschaftliche Ausgangslage in den USA vor 1929, charakterisiert durch Spekulation und eine nachfolgende Deflationsspirale, die das Vertrauen in Banken nachhaltig zerstörte.
3. Verhalten der Federal Reserve: Das Kapitel analysiert verschiedene ökonomische Theorien zur Krisenentstehung und untersucht anhand der Studie von Richardson und Troost, wie unterschiedlich die Federal Reserve Distrikte auf die Krise reagierten.
4. Handeln der deutschen Reichsbank: Hier werden die Ursachen der deutschen Bankenkrise untersucht, insbesondere die Belastung durch Auslandsverschuldung und Reparationen, sowie die restriktive Politik der Reichsbank.
5. Fazit: Das Fazit stellt fest, dass die Krise nicht monokausal erklärbar ist, betont aber die Bedeutung einer aktiven Geldpolitik in Zeiten von Liquiditätsschocks.
Schlüsselwörter
Bankenkrise 1931, Federal Reserve, Reichsbank, Monetarismus, Geldpolitik, Deflation, Bank Runs, Kreditgeber letzter Instanz, Goldstandard, Richardson und Troost, Weltwirtschaftskrise, Liquidität, Inflation, Konjunktur, Bankfeiertage.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Bankenkrise von 1931 und untersucht, inwieweit die damalige Geldpolitik der Zentralbanken in den USA und Deutschland zur Bewältigung oder Verschärfung der Krise beigetragen hat.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Themen sind das Handeln der Federal Reserve im Vergleich zur deutschen Reichsbank, die Rolle von "Bank Runs", der Goldstandard und die Auswirkungen expansiver versus restriktiver geldpolitischer Maßnahmen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist es, die kontroversen Ansichten führender Ökonomen zur Bankenkrise 1931 zu vergleichen und zu prüfen, ob die Notenbanken durch alternative Geldpolitik die Krise hätten abwenden oder mildern können.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Die Arbeit nutzt eine Literaturanalyse der ökonomischen Theoriebildung sowie einen historischen Vergleich der Geldpolitik, unter Einbeziehung einer Fallstudie (Richardson & Troost) zu verschiedenen Federal-Reserve-Bezirken.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden die Theorien von Friedman & Schwartz, Temin und Wicker diskutiert, die US-amerikanische Situation mit der Studie von Richardson & Troost analysiert und die spezifischen Probleme der deutschen Reichsbank, wie Devisenknappheit und Reparationslasten, aufgearbeitet.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Bankenkrise, Federal Reserve, Monetarismus, Liquidität und Geldmenge charakterisiert.
Warum unterscheidet sich die deutsche Situation von der in den USA?
Deutschland war im Gegensatz zu den USA durch Reparationszahlungen, eine hohe Auslandsverschuldung und die bittere Erfahrung der Hyperinflation geprägt, was den Handlungsspielraum der Reichsbank massiv einschränkte.
Welche Erkenntnisse liefert der Vergleich der FED-Bezirke Atlanta und St. Louis?
Der Vergleich zeigt, dass eine expansive Politik (Atlanta) in der Lage war, Liquiditätsprobleme von Banken abzufedern, während eine restriktive Politik (St. Louis) die Krise durch Bankenschließungen verschärfte.
Wurde die Krise in Deutschland durch die Reichsbank falsch gehandhabt?
Die Arbeit legt dar, dass die Reichsbank aufgrund der Maxime des Goldstandards restriktiv agierte, was die wirtschaftliche Lage verschlechterte; ob alternative Maßnahmen jedoch in der damaligen politischen Situation durchsetzbar gewesen wären, bleibt offen.
- Citar trabajo
- Moritz Gölz (Autor), 2018, Empirische Evidenz für die Wirksamkeit eines Eingriffs der Geldpolitik 1931, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/468389