Das Ziel der Untersuchung besteht darin, das Aufkommen von Beratungsdiebstahl in einer besonders betroffenen Branche zu belegen und mögliche Gründe für das Aufkommen von Beratungsdiebstahl herauszufiltern. Dieses Wissen kann anschließend für weitere branchenspezifische Forschungen zur Verfügung gestellt werden, wodurch beispielsweise die genaueren Gründe für das Aufkommen von Beratungsdiebstahl weiter erforscht und langfristig behoben werden könnten, was eine revolutionäre Veränderung des gesamten On- und Offlinehandels zur Folge hätte.
Der Begriff des Beratungsdiebstahls hat in den letzten Jahren an immer größerer Bedeutung gewonnen. Gerade in Themenbereichen, wie Online-Shopping oder Multi-Channeling, konnte Beratungsdiebstahl in vereinzelten Untersuchungen belegt werden. Es existieren jedoch zum aktuellen Zeitpunkt nur sehr wenige dieser empirischen Untersuchungen, weshalb diese Ausarbeitung in erster Linie einen Beitrag zur empirischen Belegbarkeit von Beratungsdiebstahl leisten soll. Durch ein intensives Auseinandersetzen mit Fachliteratur aus dem Bereich der Handelsbetriebslehre wurde deutlich, dass Beratungsdiebstahl offensichtlich am häufigsten zwischen dem stationären Einzelhandel und dem Online-Handel stattfindet.
Daher werden im Verlauf dieser Arbeit, anhand einer selbsterstellten Studie zum Thema "Informations- und Kaufverhalten", einzelne Branchen aufgegriffen, die im Rahmen des Beratungsdiebstahls als besonders relevant erscheinen. Unter Zuhilfenahme dieser selbsterstellten Studie, soll eine von Beratungsdiebstahl besonders betroffene Branche identifiziert werden. Diese Branche wird in der anschließenden empirischen Untersuchung intensiv fokussiert und mit Blick auf mögliche Gründe für das Aufkommen von Beratungsdiebstahl tiefergehend untersucht.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Forschungsfrage und Zielsetzung der Arbeit
1.3 Aufbau der Arbeit
2 Beratungsdiebstahl im deutschen Handel
2.1 Beratungsdiebstahl
2.1.1 Begriffsdefinition
2.1.2 Begriffsabgrenzung
2.1.3 Mögliche Gründe für das Aufkommen von Beratungsdiebstahl
2.2 Voraussetzungen für ein Aufkommen von Beratungsdiebstahl
2.2.1 Begriffsdefinition „stationärer Einzelhandel“
2.2.2 Begriffsdefinition „Onlinehandel“
2.3 Branchenspezifische Ermittlung des Aufkommens von Beratungsdiebstahl
2.3.1 Begriffsdefinition „Bekleidungshandel“
2.4 Hypothesenentwicklung
3 Empirische Forschung
3.1 Forschungsmethodik
3.2 Entwicklung des Gesprächsleitfadens
3.3 Experteninterview
3.3.1 Auswahl und Beschreibung des Experten
3.3.2 Ergebnisse und Hypothesenprüfung
3.3.2.1 Beschreibung des Experteninterviews
3.3.2.2 Prüfung der Hypothese 1
3.3.2.3 Prüfung der Hypothese 2
3.3.2.4 Prüfung der Hypothese 3
3.3.2.5 Prüfung der Hypothese 4
3.3.2.6 Prüfung der Hypothese 5
3.3.2.7 Prüfung der Hypothese 6
3.3.2.8 Prüfung der Hypothese 7
3.3.2.9 Prüfung der Hypothese 8
3.3.2.10 Prüfung der Hypothese 9
3.3.2.11 Prüfung der Hypothese 10
3.3.3 Zusammenfassung der Ergebnisse
3.4 Fokusgruppengespräch
3.4.1 Auswahl und Beschreibung der Teilnehmer
3.4.2 Ergebnisse und Hypothesenprüfung
3.4.2.1 Beschreibung des Fokusgruppengesprächs
3.4.2.2 Prüfung der Hypothese 1
3.4.2.3 Prüfung der Hypothese 2
3.4.2.4 Prüfung der Hypothese 3
3.4.2.5 Prüfung der Hypothese 4
3.4.2.6 Prüfung der Hypothese 5
3.4.2.7 Prüfung der Hypothese 6
3.4.2.8 Prüfung der Hypothese 7
3.4.2.9 Prüfung der Hypothese 8
3.4.2.10 Prüfung der Hypothese 9
3.4.2.11 Prüfung der Hypothese 10
3.4.3 Zusammenfassung der Ergebnisse
4 Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das Phänomen des Beratungsdiebstahls – ein Konsumentenverhalten, bei dem Kunden die Beratungsleistung des stationären Einzelhandels nutzen, um das Produkt anschließend bei einem günstigeren Online-Händler zu erwerben – und analysiert dessen Ausprägungsformen, Einflussfaktoren sowie mögliche branchenspezifische Unterschiede.
- Definition und Abgrenzung von Beratungsdiebstahl im Vergleich zu Informationsdiebstahl.
- Empirische Untersuchung der Relevanz des Beratungsdiebstahls in verschiedenen Handelsbranchen.
- Analyse von Einflussfaktoren wie Preis, Beratungsqualität und Service-Leistungen.
- Entwicklung und Überprüfung von Hypothesen mittels Experteninterviews und Fokusgruppen.
- Erarbeitung von Lösungsstrategien für stationäre Einzelhändler.
Auszug aus dem Buch
2.1.1 Begriffsdefinition
Vorweg sollte erwähnt werden, dass sich der Begriff Beratungsdiebstahl oder auch Beratungsklau in der Praxis geprägt hat und ein bestimmtes Informations- und darauffolgendes Kaufverhalten von Kaufinteressenten bzw. Kunden beschreibt. Beratungsdiebstahl als Begrifflichkeit findet sich aus diesem Grund äußerst selten in der Fachliteratur. Die Begriffe Beratungsdiebstahl und Beratungsklau sind jedoch gleichzusetzen.
Laut der KMU Forschung Austria (vgl. 2007, S. 105) wird der Begriff Beratungsdiebstahl als ein Informationsverhalten von Internet-Käufern, bei dem sich die Käufer vor dem Kauf im Internet im stationären Einzelhandel Informationen einholen und sich beraten lassen, definiert. Durch Müller-Hagedorn / Wierich (vgl. 2002, S. 109) lässt sich ergänzen, dass der Einzelhandel, der seine Kunden mittels Verkaufspersonal berät, oftmals keinen Verkauf als Abschluss des Verkaufsgespräches erzielt. Neben der Nichterfüllung der Kundenerwartungen ist einer der Hauptgründe für das Ausbleiben des Verkaufsabschlusses, dass der Nachfrager sich ausschließlich informieren möchte, um den eigentlichen Kauf zu einem späteren Zeitpunkt über einen anderen Vertriebskanal zu tätigen. In der Praxis wird dieses Verhalten als Beratungsdiebstahl oder auch Beratungsklau bezeichnet.
Auch Willenbrock (vgl. 2003, S. 58) weist darauf hin, dass die Fachhändler mit erfahrenem Verkaufspersonal und kompetenter Kaufberatung derzeit auf ein immer größer werdendes Problem stoßen. Vermehrt nutzen Kunden den Service der persönlichen Beratung im stationären Handel, tätigen den Kauf letztlich jedoch über einen anderen Distributionskanal. Da sich hier die persönliche Beratung nicht im Preis inkludieren muss, kann das gewünschte Produkt günstiger angeboten werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Problemstellung des Beratungsdiebstahls ein, leitet die Forschungsfrage ab und erläutert den Aufbau der Untersuchung.
2 Beratungsdiebstahl im deutschen Handel: Hier werden theoretische Grundlagen definiert, Begriffsabgrenzungen vorgenommen und erste Hypothesen für die empirische Analyse entwickelt.
3 Empirische Forschung: Dieses Kapitel umfasst die methodische Entwicklung sowie die Durchführung und Auswertung von Experteninterviews und Fokusgruppengesprächen zur Prüfung der aufgestellten Hypothesen.
4 Schlussbetrachtung: Die Arbeit schließt mit einer zusammenfassenden Interpretation der Ergebnisse und diskutiert potenzielle Lösungsansätze für den stationären Einzelhandel.
Schlüsselwörter
Beratungsdiebstahl, Beratungsklau, stationärer Einzelhandel, Online-Handel, Konsumentenverhalten, Kaufentscheidung, Servicequalität, Beratungsqualität, Preissensibilität, Informationsbeschaffung, Multichannel-Strategie, Handelsbetriebslehre, Kundenbindung, empirische Forschung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Phänomen des "Beratungsdiebstahls", bei dem Kunden Dienstleistungen des stationären Einzelhandels in Anspruch nehmen, den Kauf dann jedoch aufgrund günstigerer Preise im Online-Handel abschließen.
Welche Themenfelder stehen im Zentrum?
Zentrale Themen sind die Herausforderungen des stationären Handels durch die Digitalisierung, das Kaufverhalten von Konsumenten und die Bedeutung von Beratungsqualität sowie Serviceleistungen.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die Untersuchung zielt darauf ab, zu identifizieren, welche Branchen von Beratungsdiebstahl besonders betroffen sind und welche Faktoren – jenseits der bloßen Preisdifferenz – dieses Verhalten auslösen.
Welche wissenschaftlichen Methoden wurden verwendet?
Der Autor nutzt einen Mix aus Literaturrecherche, einer eigenen Umfragestudie unter Konsumenten sowie qualitativen Methoden in Form von Experteninterviews und Fokusgruppengesprächen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung des Begriffs, eine empirische Phase zur Hypothesenprüfung und eine detaillierte Auswertung der geführten Experten- und Fokusgruppengespräche.
Welche Keywords charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Beratungsdiebstahl, stationärer Einzelhandel, Online-Shopping, Servicequalität, Beratungsintensität und Konsumentenverhalten.
Warum wurde der Bekleidungshandel anfangs als Fokus gewählt?
Aufgrund einer Vorab-Studie wurde der Bekleidungshandel als am stärksten betroffen identifiziert, wenngleich sich im weiteren Verlauf der empirischen Untersuchung zeigte, dass komplexe und hochpreisige Produkte in anderen Branchen eine noch wichtigere Rolle spielen.
Welches Ergebnis liefern die Experten- und Fokusgruppengespräche?
Es zeigt sich, dass nicht primär der Preis, sondern die erlebte Beratungsqualität und der erwartete Nachkauf-Service entscheidende Faktoren sind, die beeinflussen, ob ein Kunde im Laden kauft oder online ausweicht.
- Citation du texte
- Matthias Müller (Auteur), 2017, Beratungsdiebstahl. Betroffene Branchen und wesentliche Einflussfaktoren, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/468613