Etwas mehr als die Hälfte (51,3 %) der Kinder in Oberösterreich, die einen Kindergarten besuchen, nehmen ihr Mittagessen in einer Kinderbetreuungseinrichtung ein. Darüber hinaus hat die tägliche Dauer des Aufenthaltes der Kinder in den Kinderbetreuungseinrichtungen in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Deshalb wird auch die Verpflegung der Kinder in den Einrichtungen bedeutender. Ähnlich ist die aktuelle Situation in Deutschland. Hier nahmen im Jahr 2000 etwa eine Millionen Kinder ihr Mittagessen in den Kinderbetreuungseinrichtungen zu sich, im Jahr 2014 waren es bereits zwei Millionen (68 % der Kinder).
Die Betreuungseinrichtungen übernehmen demnach häufiger Aufgaben, die früher traditionell von der Familie übernommen wurden. Es entsteht eine Erziehungspartnerschaft zwischen dem Kindergarten und den Eltern. Neben den Eltern werden somit die Erzieherinnen/Erzieher zu wichtigen Bezugspersonen im Alltag und übernehmen eine Vorbildfunktion.
Der Kindergarten stellt einen wichtigen Baustein in der Gesundheitsförderung für die Familienjüngsten dar. Bedeutend ist zudem, dass nahezu alle Kinder mit der Gesundheitsförderung in Kindergärten in Österreich erreicht werden, da seit 2010 ein verpflichtendes und kostenfreies Kindergartenjahr besteht
Die Kinderbetreuungseinrichtungen orientieren sich in allen Bereichen – auch in der Gesundheitsförderung – am sogenannten „bundesländerübergreifenden BildungsRahmenPlan für elementare Bildungseinrichtungen“ in Österreich 2009. Er bezeichnet den Kindergarten als zentralen Bildungsort, in dem eine Basis für ein „gesundes Leben“ geschaffen und neue Erfahrungen durch den Einsatz aller Sinne gemacht werden sollen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung und Literaturübersicht
1.1 Die aktuelle Situation in Kinderbetreuungseinrichtungen
1.2 Übergewicht und Adipositas bei Kindern
1.3 Das Konzept des DGE-Qualitätsstandards
1.4 Das Projekt „Gesunde Gemeinde“ Oberösterreich
1.5 Das Projekt „Gesunder Kindergarten“ Oberösterreich
1.6 Die Auszeichnung „Gesunde Küche“
2 Fragestellung und Zielsetzung
3 Methoden und Material
3.1 Die qualitative Inhaltsanalyse nach Mayring
3.2 Das qualitative Interview
3.3 Die teilnehmende Beobachtung
4 Ergebnisse
5 Diskussion
6 Schlussfolgerung
7 Zusammenfassung
Summary
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die praktische Umsetzung des Projekts „Gesunder Kindergarten“ am Beispiel des Kindergartens X in Linz. Ziel ist es, zu analysieren, inwieweit diese Maßnahmen mit den aktuellen Empfehlungen des DGE-Qualitätsstandards für die Verpflegung in Tageseinrichtungen für Kinder übereinstimmen, um eine fundierte Bewertung der ernährungsphysiologischen und pädagogischen Qualität vorzunehmen.
- Analyse der Verpflegungssituation und Speiseplangestaltung
- Bewertung von Raumgestaltung und Atmosphäre während der Mahlzeiten
- Untersuchung des Konzepts der Gesundheitsförderung und Primärprävention
- Rolle der Erziehungspartnerschaft zwischen Eltern und Kindergarten
- Qualitative Auswertung durch Interviews und teilnehmende Beobachtung
Auszug aus dem Buch
3.2 Das qualitative Interview
In der qualitativen Forschung gewinnt das qualitative Interview zunehmend an Bedeutung, da einerseits fundierte Methoden zur Auswertung existieren und andererseits das Interview mit einer Person meist problemloser zu verwirklichen ist, als Zugang zum sozialen Feld – z.B. durch eine teilnehmende Beobachtung – zu erlangen (Lamnek 2010).
Das leitfadengestützte Interview ist die gewählte Methode, um zum einen Informationen über das Projekt „Gesunder Kindergarten“ von einer Person zu erlangen, die sich bereits mehrere Jahre mit dem Projekt beschäftigt hat und dieses in ihrem Kindergarten umsetzt. Zum anderen interessiert die subjektive Bewertung des Projektes durch die Interviewte.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung und Literaturübersicht: Dieses Kapitel erläutert die zunehmende Bedeutung der Mittagsverpflegung in Kindergärten aufgrund gesellschaftlicher Veränderungen und definiert die ernährungsphysiologischen Grundlagen sowie Konzepte zur Gesundheitsförderung.
2 Fragestellung und Zielsetzung: Hier wird die zentrale Forschungsfrage formuliert, die das Kernstück der Untersuchung bildet: Die Übereinstimmung der Praxis eines „Gesunden Kindergartens“ mit den DGE-Qualitätsstandards.
3 Methoden und Material: Das Kapitel beschreibt den Einsatz qualitativer Sozialforschung, konkret die Inhaltsanalyse nach Mayring, leitfadengestützte Interviews und die teilnehmende Beobachtung als Instrumente zur Datenerhebung.
4 Ergebnisse: Die Erhebungsergebnisse präsentieren die strukturellen Gegebenheiten des Kindergartens X, die Organisation der Verpflegung und die Rolle der verschiedenen Akteure im Projekt.
5 Diskussion: In diesem Abschnitt werden die Ergebnisse kritisch den DGE-Empfehlungen gegenübergestellt, wobei Aspekte wie Speiseplangestaltung, Menüzyklus und die räumliche Organisation bewertet werden.
6 Schlussfolgerung: Das Fazit zieht ein Resümee zur Vorbildwirkung des Kindergartens X und leitet Empfehlungen für eine weitere Optimierung im Kontext der Gesundheitsförderung ab.
7 Zusammenfassung: Eine komprimierte Darstellung der Arbeit, die sowohl die methodische Vorgehensweise als auch die zentralen Erkenntnisse zur Umsetzung des „Gesunden Kindergartens“ zusammenfasst.
Schlüsselwörter
Gesunder Kindergarten, Primärprävention, DGE-Qualitätsstandard, Kinderernährung, Verpflegung in Tageseinrichtungen, Gesundheitsförderung, Qualitative Inhaltsanalyse, Setting-Ansatz, Ernährungsbildung, Esskultur, Erziehungspartnerschaft, Mittagsverpflegung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie das österreichische Projekt „Gesunder Kindergarten“ in der Praxis eines konkreten Kindergartens umgesetzt wird.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit konzentriert sich auf die Bereiche Verpflegungsqualität, Raumgestaltung, Atmosphäre beim Essen und die Nachhaltigkeit der Ernährungserziehung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Hauptziel ist die Bewertung, inwieweit die Umsetzung der Projektkriterien mit den wissenschaftlich fundierten Empfehlungen des DGE-Qualitätsstandards konform geht.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin nutzt qualitative Forschungsmethoden, insbesondere das leitfadengestützte Interview mit der Kindergartenleitung und die teilnehmende Beobachtung der Essenssituation.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine fundierte Literaturrecherche, die methodische Beschreibung der Datenerhebung sowie die detaillierte Darstellung und Diskussion der Ergebnisse aus dem Kindergarten X.
Welche Rolle spielt die Elternarbeit in diesem Konzept?
Die Erziehungspartnerschaft zwischen Eltern und Kindergarten wird als essenziell hervorgehoben, um Ernährungswissen zu vermitteln und das „Gesunde Kindergarten“-Konzept gemeinsam zu stützen.
Wie bewertet der Kindergarten X die Bedeutung von „Empowerment“ bei der Mittagsverpflegung?
Die Leitung betont, dass die Kinder durch das eigenständige Decken, Abräumen und Bedienen in ihrer Selbstwirksamkeit gestärkt werden, was als wichtiger Teil des Bildungsauftrags gesehen wird.
Welche Rolle spielen die „Bioküche“-Lieferungen für den Kindergarten?
Durch die Belieferung mit hochwertigen Bioprodukten und die Einhaltung spezifischer Kriterien konnte die Akzeptanz bei den Kindern gesteigert werden, da diese nach Aussagen der Leitung nun deutlich mehr essen als bei vorherigen Anbietern.
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- Anonym (Autor), 2017, Das Projekt gesunder Kindergarten anhand eines Praxisbeispiels, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/468692