Der Einfluss des Verpackungsdesigns in der Kosmetikindustrie auf die Kundenwahrnehmung und Kaufentscheidung


Diplomarbeit, 2016
50 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 EINLEITUNG
1.1 Problemstellung und Themeneingrenzung
1.2 ZlELSETZUNG
1.3 Definitionen
1.3.1 Verpackung
1.3.2 Verpackungstyp
1.3.3 Verpackungsdesign

2 MARKETINGASPEKT
2.1 Verpackungsdesign als Marketinginstrument
2.2 Verpackungsdesign im Kommunikationsprozess
2.3 Verpackung und Marke

3 PER ZUSAMMENHANG ZWISCHEN VERPACKUNGSDESIGN UND KAUFENTSCHEIDUNG
3.1 Marktforschungsstand im Bereich Konsumentenforschung
3.1.1 RUCKBLICK
3.1.2 GEGENWART - IMPULSIVES KAUFVERHALTEN
3.1.3 DasS-O-R-Modell
3.1.4 Das Bloch-Modell
3.2 GrundlagenderVerpackungsgestaltung
3.2.1 Gestaltungsgedanke
3.2.2 Gestaltungselemente
3.3 GeschlechtsspezifischeUnterschiede
3.3.1 Definition Gender
3.3.2 Limbic Map
3.3.3 Einkaufsverhaltenund Wahrnehmung
3.3.4 GenderDesign
3.3.5 GegenwArtigesBeispielder Marke „Gilette"

4 FAZIT UND AUSBLICK
4.1 Studie Pro Carton
4.2 Verpackungals Werbemittelim Vergleich
4.3 SCHLUSSFOLGERUNG

ANHANG 4Q

LITERATURVERZEICHNIS

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: S-O-R-Modell Quelle: Ufelmann, Andreas: Imageaufbau durch Produktdesign, Hamburg 2010, S.26

Abbildung 2: Das Bloch-Modell zur Erklarung des Einflusses des Verpackungsdesigns auf DIE KAUFENTSCHEIDUNG

Abbildung 3: Farbgestaltung der gleichen Produktlinie

Abbildung 4: Limbic Map

Abbildung 5: Duschgele der Marke "Dove"

Abbildung 6: Entscheidungskriterien fur einen wiederholten Kauf

1 Einleitung

„Es ist nicht alles Gold was glanzt". Jedoch kann dieser auGerliche „Glanz" eines Produktes, das heiGt ein effizientes und ansprechendes Verpackungsdesign, einen Kunden mit all seinen Reizen oft anziehen und gegebenenfalls zur Kaufbereitschaft verleiten.

Heutzutage ist das Angebot an Produkten, die sich stark in Qualitat und Nutzen ahneln und somit grundsatzlich austauschbar sind, nahezu unbegrenzt.

Wir leben in einer Uberflussgesellschaft, in der Konsumenten taglich Entscheidungen zwischen einem enormen Angebot treffen mussen. Demzufolge hat die Verpackung und deren Design im Laufe der Zeit an absatzpolitischer Bedeutung gewonnen und beschreibt neben dem eigentlichen Zweck ihrer Existenz einen bedeutenden Zusatznutzen. Warum entscheiden sich Konsumenten fur ein bestimmtes Produkt, obwohl die groGe Auswahl den Entscheidungsprozess erheblich erschwert? Die Antwort liegt hier weitestgehend bei der Verpackung. In Momenten der Unschlussigkeit, kann diese mit ihren Reizen und Funktionen die entscheidende Uberzeugungsarbeit leisten und die tatsachliche Kaufbereitschaft fur ein Produkt hervorrufen.

„Marken mussen sich als Personlichkeiten mit Eigenschaften und Eigenheiten prasentieren und diese Personlichkeit bis ins kleinste Packaging-Detail stimmig und durchgangig vermitteln."1

Vor allem in der schimmernden und wettbewerbsfahigen Welt der Kosmetik- und Beautyprodukte, werden Konsumenten von Reizen nahezu uberflutet und die Wahl fallt schwerer als je zuvor. Ob von Mann oder Frau, Produkte und ihre Verpackungen werden, wenn auch auf unterschiedliche Art und Weise, wahrgenommen und losen verschiedenste Emotionen aus.

1.1 Problemstellung und Themeneingrenzung

Sich von der Konkurrenz abzuheben, ist fur Unternehmen heutzutage immer schwieriger und verlangt die Verfolgung von effektiven Strategien. Das steigende Angebot an ahnlichen Produkten, erschwert Unternehmen sich von der Masse abzugrenzen. Weiterhin erschwert das hohe Angebot den Entscheidungsprozess von Konsumenten. Das Investieren in Neuprodukte, neue Strategien und das Durchsetzten von Alleinstellungsmerkmalen ist fur die Unternehmen mit hohem Aufwand und Kosten verbunden. Im Zuge der Bedeutsamkeit von Verpackung- und Produktdesign als Werbemittel mussen Unternehmen in diesem Bereich neue Anreize schaffen und Strategien kreieren, die Ihnen einen Vorteil der Konkurrenz gegenuber verschaffen konnen.

Um die werbliche Bedeutsamkeit des Verpackungsdesigns zu analysieren, wird vorerst geklart, was dieser Themenbereich beinhaltet und Grundlagen beschrieben, auf die im Verlauf der Arbeit aufgebaut wird. Wichtig ist es weiterhin, die Bedeutsamkeit der Verpackung in Bezug auf das Marketing und Markenimage eines Unternehmens zu verdeutlichen. Ein Ruckblick uber Forschungen der Konsumentenforschung und ein Einblick in den derzeitigen Forschungsstand in diesem Bereich sollen verdeutlichen, dass die Gestaltung von Produktverpackung einen uberlegten Prozess darstellt, der mit Effektivitat und Uberlegung ausgebaut werden muss.

Modelle und Aussagen von Experten stellen folglich die Grundlage heutiger Verpackungsstrategien dar.

Vertieft wird bei der Interpretation und Analyse der Wahrnehmung und Kaufentscheidung, auf Kosmetik-und Beautyprodukte eingegangen, woran sich vor allem auch geschlechterspezifische Unterschiede erkennen lassen. Beispiele aktueller Verpackungsdesign und Strategien sollen die gegenwartige Verfolgung von Verpackungsstrategien und die Uberlegungen der Unternehmen dahinter wiederspiegeln.

1.2 Zielsetzung

Ziel ist es, die Vorteile der Verfolgung einer effizienten Strategie in Bezug auf das Verpackungsdesign darzustellen. Dabei soll die Bedeutsamkeit des Verpackungsdesigns fur die Kaufentscheidung verdeutlicht dargestellt werden. Die Erkenntnisse des Zusammenhangs zwischen Verpackungsdesign und Kaufentscheidung individueller Konsumenten, gilt es klar darzustellen und Differenzen und Notwendigkeiten anschaulich zu interpretieren.

Resultierend daraus konnen Neugestaltungen vorgenommen und die Erreichung einer bestimmten Zielgruppe optimiert werden.

1.3 Definitionen

1.3.1 Verpackung

Unter einer Verpackung versteht man eine Art Umhullung eines Gegenstandes bzw. Produktes, die verschiedene Funktionen darlegt. Die Umhullung kann teilweise oder ganzheitlich sein, ist fest mit dem Produkt verbunden und kann meistens leicht entfernt werden. Zweck der Verpackung ist der Schutz des Inhalts und der Umwelt und diese beschreibt weiterhin eine Lager-, Transport-, Verkaufs- und Werbefunktion.2 Laut Koppelmann spielen im Zusammenhang mit der Definition von Verpackungen auch die Begriffe „Packung", „Packgut", „Packmittel" und „Packstoff eine Rolle. Die Packung beschreibt eine gefullte Verpackung, wahrend das Packgut das tatsachlich eingepackte Gut bzw. Produkt beschreibt. Weiterhin wird das Packmittel (z.B ein Karton) als Gegenstand beschrieben, der sich mit jeweiligen Packhilfsm itteln (z.B Befestigungsmaterial) zu einer Verpackung zusammensetzt. Der Packstoff ist definiert als Werkstoff aus dem Packmittel und Packhilfsmittel bestehen.3 Man unterscheidet weiterhin zwischen der Primarverpackung, die unmittelbare Produkthulle beschreibt, und der Sekundarverpackung, die eine zusatzliche Verpackungshulle darstellt.4

1.3.2 Verpackungstyp

Je nach Art und Zweck der Verpackung, werden grundsatzlich drei Typen von Verpackungen beschrieben. Die „Transportverpackung" dient als Schutzfunktion des Produktes und soll weiterhin den Transport von Produkten optimieren. Bei der „Umverpackung" handelt es sich um eine zusatzliche Umhullung, wie zum Beispiel eine Faltschachtel, die jedoch weder hygiene-noch schutzbedingt notwendig ist. Der dritte Typ von Verpackungen ist die „Verkaufsverpackung". Diese werden als Verkaufstreiber beschrieben, mit dem Ziel die Aufmerksamkeit des Endverbrauchers zu erregen und wahrgenommen zu werden.5

1.3.3 Verpackungsdesign

Die Gestaltung einer Verpackung in Bezug auf Farbe, Material und Form beschreibt grundlegend das Verpackungsdesign. Jedoch geht es bei der Kreation von Verpackungen nicht nur um das Aussehen dieser, vielmehr muss das Design sowohl asthetischen, als auch funktionalen Aspekten gerecht werden. Es dient nicht nur als Schutz vor Beschadigung des Produktes, sondern vor allem auch als Informationsgeber uber Eigenschaften des Inhalts und zur Abhebung von Konkurrenzprodukten.

Die Verkaufsfunktion des Verpackungsdesigns hangt eng mit dem Ziel der Verkaufsforderung von Produkten zusammen.6

Nach Witte wird unter Verpackungsdesign „die Gestaltung all jener Operatoren, die das Wahrnehmen der Verpackung ermoglichen" verstanden.7

2 Marketingaspekt

Der Leitgedanke des Marketing beschreibt die Entwicklung von Produkten und Dienstleistungen in Bezug auf die Bedurfnisbefriedigung von Individuen und Gruppen. Im tieferen Sinne wird hier die Beziehung und Kommunikation der Wechselbeziehung zwischen Anbieter und Nachfrager beschrieben. Die Mittel bzw. Instrumente, von denen ein Unternehmen zur Vermarktung von Produkten Gebrauch macht, werden als Marketinginstrumente definiert.8

Eine Zusammensetzung von Marketingvariablen, von der ein Unternehmen fur die Erreichung einer bestimmten Zielgruppe bewusst Gebrauch macht, wird Marketing-Mix genannt. Somit beschreibt der Marketing-Mix den Gebrauch und das angepasste Einsetzten von Marketinginstrumenten, um die Absatzforderung eines oder mehrerer Produkte zu veranlassen.9

2.1 Verpackungsdesign als Marketinginstrument

Die Marketinginstrumente lassen sich grundsatzlich in die vier Untereinheiten Produkt-, Distribution-, Preis-, und Kommunikationspolitik unterteilen.

Die Verpackung eines Produktes und deren Design werden hauptsachlich der Produktpolitik zugeordnet, die sich hinsichtlich des Marketings weitestgehend mit der Verwirklichung von Gestaltungsaspekten der Produkte beschaftigt.10 Kotler ordnet das ..Packaging" als funftes Element neben den vier Hauptelementen „Produkt", „Preis", „Platzierung" und .Promotion" im Marketing-Mix ein11 und verdeutlicht somit die Bedeutsamkeit der Verpackung.

Heutzutage werden ca. 60% der Kaufentscheidungen spontan vor Ort getroffen. Dies unterstreicht weiterhin die enorme Bedeutsamkeit der Verpackung. Eine effektiv gestaltete Verpackung, das heiGt ein optimales und ansprechendes Verpackungsdesign, bestatigt die Kaufemotion die bei der Wahrnehmung durch den Konsumenten entsteht.12 Linxweiler bezeichnet die Verpackung als „Hauptdarsteller" des gesamten Markenauftritts. Als Darsteller in grundsatzlichen Werbemitteln, am POS (Point of Sale) oder im erweiterten Umfeld des Konsumenten, steht die Verpackung prinzipiell immer im Zentrum der Wahrnehmung.13 Aus diesen Grunden gilt es dem Design von Produktverpackungen besondere Aufmerksamkeit zu schenken und eine effiziente Umsetzung der Gestaltung mit Betracht auf alle wichtigen Aspekte zu verwirklichen.

„Die teuerste Imagewerbug bleibt vergebens, wenn bei einem hochwertig angepriesenen Produkt in der „Hand" ein billiger Eindruck entsteht."14

2.2 Verpackungsdesign im Kommunikationsprozess

Nach Meffert beschriebt der Begriff „Kommunikation", einen Informationsaustausch zwischen Sender und Empfanger. Dam it eine einwandfreie Verstandigung der beiden Parteien gewahrleistet ist, muss die gleiche Codierung genutzt werden. Darunter versteht zum Beispiel das gleiche Verstandnis eines Begriffs. Durch einen Ruckkopplungsprozess ausgehend vom Empfanger, kann auf die jeweilige Nachricht reagiert werden.15 Ein werbendes Unternehmen sendet also Informationen, die vom Empfanger interpretiert werden und aus denen eine Reaktion erfolgt. Ruckkoppelnd wird diese Reaktion als Information an den Sender zuruckgesendet.16

Das Ziel der Kommunikation in Betracht der Wirtschaft, ist zweifelslos den Konsumenten zu beeinflussen. Da direkte Kommunikation zwischen Unternehmen und Konsument oft nicht angewandt wird, werden Informationen auf indirektem Wege vermittelt. Die Kommunikation durch ein Medium, wie zum Beispiel der Verpackung oder eines Plakats wird angewandt. So kann ein bestimmtes Medium durch das Zusammenspiel von gestalterischen Elementen bestimmte Informationen vermitteln und somit Einflussnahme auf die Verhaltensweisen von Konsumenten haben. Die MaGnahmen der Kommunikation zwischen Unternehmen und Konsument werden eingesetzt, um die Kaufentscheidung des Konsumenten zu beeinflussen.17 Auf die gestalterischen Elemente zur Beeinflussung des Konsumenten, wird im spateren Verlauf detailliert eingegangen.

Zu einer Storung der Kommunikation zwischen den Beteiligten kann es durch die Verwendung unterschiedlicher „Codes" kommen. In diesem Zusammenhang wird von Storquellen gesprochen, wie zum Beispiel eine Konkurrenzverpackung die ebenfalls die Verhaltensweise des Konsumenten beeinflusst. Es gibt nicht nur einen, sondern eine Vielzahl an Sendern, die auf den Konsumenten einwirken wollen, bzw. dem Konsumenten Botschaften vermitteln wollen.18

Die Beziehung zwischen Unternehmen und Konsument besteht also aus einem konsequenten Kommunikationsprozess, mit dem Zweck den Konsum der eigenen Produkte durchzusetzen.19

2.3 Verpackung und Marke

Die Verpackung und die Marke eines Produktes stehen in einem engen Zusammenhang. Durch den direkten Kontakt mit der Verpackung, konnen Werte wie Qualitat, Zweck und Zugehorigkeit unmittelbar kommuniziert werden. Sehr bedeutend sind unter anderem der Wiedererkennungswert einer Verpackung und die Darbietung des Markenimages, welche durch die verschiedenen Elemente der Verpackungsgestaltung ubermittelt werden konnen. Marken zeichnen sich durch das Streben nach Einzigartigkeit und Besonderheit aus, die mit Hilfe des Verpackungsdesigns realisiert werden konnen. Ein eindrucksvolles und unverwechselbares Verpackungsdesign reizt den Konsumenten, kann uberzeugen und hilft bei der Orientierung des Konsumenten. Weiterhin konnen die verschiedenen Produkte einer Produktlinie durch ein solches Verpackungsdesign direkt zugeordnet werden und auGerdem von dem vermittelten Image der Marke profitieren. Eine effiziente Designstrategie beinhaltet somit den Einbezug des Markenimages.20 „In einer Zeit in der die Markenvielfalt am Markt beinahe unuberschaubar geworden ist und der Konsument taglich mit neuen Produkten konfrontiert wird, ist es wichtiger denn je, Marken klar und eindeutig zu positionieren.21

Im Laufe der Zeit sind die Bedeutung der Verpackung in diesem Zusammenhang und somit auch die Anforderung an die Verpackung, deutlich gestiegen. Das harmonische und stilvolle Zusammenspiel der Elemente der Verpackungsgestaltung spielt im Bereich des Marketings eine immer starkere und wichtigere Rolle.22 Im spateren Verlauf der Arbeit wird deshalb detailliert auf die Elemente der Verpackungsgestaltung eingegangen.

3 Der Zusammenhang zwischen Verpackungsdesign und Kaufentscheidung

3.1 Marktforschungsstand im Bereich Konsumentenforschung

3.1.1 Ruckblick

Im Bereich des Marketing spielt die Konsumentenforschung eine bedeutende Rolle, da Erkenntnisse in diesem Bereich und das auf diesen Erkenntnissen aufbauende Entwickeln von Strategien zu entscheidenden Wettbewerbsvorteilen von Unternehmen fuhren kann. Im Mittelpunkt dieses Forschungsbereichs stehen die Verhaltensweisen von Konsumenten unter Beeinflussung von unterschiedlichen Faktoren und Einwirkungen.23

Bereits um das Jahr 1920 konnten in den USA erste Ansatze im Bereich der Konsumentenforschung verzeichnet werden. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde dieser Themenbereich jedoch erstmals verstarkt durchgesetzt und festgehalten. Lincoln Clark verfasste dazu „The Life Cycle and Consumer Behaviour" im Jahre 1955, wahrend Gerald Zaltman im Jahre 1965 mit seinem Buch ..Marketing. Contributions from the Behavioural Science" weitere Ansatze festhielt. Zunachst wurde davon ausgegangen, dass Konsumentenentscheidungen rational getroffen werden, wahrend wir heute jedoch wissen, dass diese groGtenteils aus emotionalen Reaktionen entstehen.24 Durch die industrielle Ausweitung, den ansteigenden Wettbewerb, steigendes Angebot und somit auch die Notwendigkeit die Nachfrage zu erhohen, wurden die Bereiche Marktforschung und die Marktsegmentierung zu unverzichtbaren Elementen. Um das Jahr 1970 wurden in diesem Zusammenhang erste Werke zur Konsumentenforschung veroffentlicht und vor allem durch das Werk „Konsumentenverhalten" von Werner Kroebel-Riel 1973 gepragt.25 Als einer der Ersten seiner Zeit, unterteilt Kroebl-Riel das Verhalten am Markt in individuelle (psychologische) und soziale (soziologische) Aspekte. Die individuellen Aspekte unterteilt er in drei wesentliche Variablen:

- „motivationale Variable, insbesondere Motive, Einstellungen;
- kognitive Variable, insbesondere Wahrnehmung, Gedachtnis, Denken;
- Lernen."26

Jede dieser drei Variablen umfassen weiterhin eine Anzahl einzelner Variablen, die aufeinander wirken. Das Erfassen von beobachtbaren Verhaltensweisen und der fur die Verhaltensmuster verantwortlichen sozialen Eigenschaften eines Individuums, beschreiben den sozialen Aspekt der Konsumentenforschung nach Kroebl-Riel.

Weiterhin erweist sich die Trennung von individuellen und sozialen Aspekten jedoch wenig vorteilhaft, da die durch die Variablen erklarte Personlichkeit durch die sozialen Beziehungen eines Individuums gepragt wird. Besonders fordernd wird deshalb empfunden, die Forschung der Verhaltensweisen durch eine gemischte „Sozialpsychologie" zu analysieren.27

Diese Theorie gilt als Basis fur viele spater folgende Forschungswerke. Holbrook fuhrte des weiteren die Begriffe „kognitive" und „affektive" Reaktion in Bezug auf asthetische Anreize ein und analysierte weiterhin den Einfluss von Geschlecht, Alter und der Einstellung gegenuber eines Designs. Zusatzlich wurden in diesem Zusammenhang soziale und kulturelle Aspekte analysiert28

3.1.2 Gegenwart - Impulsives Kaufverhalten

Die moderne Konsumentenforschung wendet sich also ab vom Rationalprinzip (Mensch als Homo economicus) und beschaftigt sich mit der Deutung von tatsachlich menschlichen Verhaltensweisen und Entscheidungen auf Basis der Verhaltenswissenschaften, Psychologie und Soziologie, sowie Feststellungen im Bereich der Biologie und Gehirnforschung. Im Bereich der Marktforschung beschaftigt sich die Konsumentenforschung sowohl mit sichtbaren auGeren Verhaltensweisen, als auch mit den nicht sichtbaren inneren Vorgangen eines Menschen beim Wahrnehmen von wirtschaftlichen Gutern, bei der Kaufentscheidung und dem Konsum.29

[...]


1 Aumann, Manfred & Hausel, Hans-Georg, Verpacken sie limbisch!, 2008, S.3

2 Vgl. Schroder, Henry: Verpackungsdesign: Packaging Als Instrument Der Unternehmenskommunikation, Hamburg 2010, S.7

3 Vgl. Koppelmann, Udo: Grundlagen der Verpackungsgestaltung: ein Beitrag zur marketingorientierten Produktforschung, Herne/Berlin 1971, S.22 ff.

4 Vgl. Stewart, Bill: Verpackungsdesign, Munchen 2008, S.5

5 Vgl. Schroder, Henry: Verpackungsdesign, Hamburg 2010, S.7

6 Vgl. Schroder, Henry: Verpackungsdesign, Hamburg 2010, S.8

7 Fuchs, Marcus: Verpackungsgestaltung bei Markenerweiterungen: Der Einfluss auf die Akzeptanz der Konsumenten, Wiesbaden 2004, S.166

8 Vgl. Koppelmann, Udo: Produktmarketing. Entscheidungsgrundlagen fur Produktmanager, Berlin 1997, S.34

9 Vgl. Kotler, Philip & Armstrong, Gary: Marketing. Eine Einfuhrung., Wien 1997, S.67

10 Vgl. Seeger, Harald: Verpackungsdesign: Packaging Als Instrument der Unternehmenskommunikation, Munchen 2009, S.255

11 Vgl. Kotler, Philip & Armstrong, Gary: Marketing. Eine Einfuhrung., Wien 1997, S.355

12 Vgl. Gaiser, Brigitte; Linxweiler, Richard & Brucker, Vincent: Praxisorientierte Markenfuhrung: Neue Strategien, innovative Instrumente und aktuelle Fallstudien, Wiesbaden 2015. S.419

13 Vgl. Linxweiler, Richard: Marken-Design: Marken entwickeln, Markenstrategien umsetzen, 2013, S.215

14 Mulner, Christian: Gut verpackt, ist halb verkauft, http://www.42gramm.com/fileadmin/user upload/Bilder/Markenartikel/06 verpackungsde sign.pdf, 2015, 20.05.2016, S.1

15 Vgl. Frena, Karmen: Externe Kommunikation von Diversity Aktivitaten uber Microblogs, Hamburg 2015, S.54

16 Vgl. Schweiger, Gunther & Schrattenecker, Gertraud: Werbung. Eine Einfuhrung. Stuttgart 2005, S.12

17 Vgl. Schweiger, Gunther & Schrattenecker, Gertraud: Werbung. Eine Einfuhrung. Stuttgart 2005, S.10-11

18 Vgl. Schweiger. Gunther & Schrattenecker, Gertraud: Werbung. Eine Einfuhrung., Stuttgart 2005, S.13

19 Vgl. Adjouri, Nicholas: Die Marke als Botschafter: Markenidentitat bestimmen und entwickeln, Wiesbaden 2002, S.74

20 Vgl. Schoiswohl, Martin: Unique packaging proposition: Verpackungsdesign als Marketinginstrument, Linz 2004, S. 16 ff.

21 Buxbaum, Erich: Markenpositionierung - Der Weg zu starken Marken, Wien 2002, S.33

22 Vgl. Behaeghel, Julien: Die Verpackung als Medium. Brand Packing., Zurich/Munchen 1991, S.20

23 Vgl. Kroeber-Riel, Werner & Groppel-Klein, Andrea: Konsumentenverhalten, Munchen 2013, S.3

24 Vgl. Ufelmann, Andreas: Imageaufbau durch Produktdesign: Eine empirische Studie am Beispiel Automobildesign,Hamburg 2010, S.22

25 Vgl. Kroeber-Riel, Werner & Groppel-Klein, Andrea: Konsumentenverhalten, Munchen 2013, S.3

26 Kroeber-Riel, Werner: Konsumentenverhalten und Marketing: Arbeitspapiere des Instituts fur Konsum- und Verhaltensforschung an der Universitat des Saarlandes, Opladen 1973, S.9

27 Vgl. Kroeber-Riel, Werner: Konsumentenverhalten und Marketing, Opladen 1973, S.13

28 Vgl. Ufelmann, Andreas: Imageaufbau durch Produktdesign, Hamburg 2010, S.23

29 Vgl. Kroeber-Riel, Werner & Groppel-Klein, Andrea: Konsumentenverhalten, Munchen 2013, S.4

Ende der Leseprobe aus 50 Seiten

Details

Titel
Der Einfluss des Verpackungsdesigns in der Kosmetikindustrie auf die Kundenwahrnehmung und Kaufentscheidung
Hochschule
International Business School Lippstadt
Note
1,7
Autor
Jahr
2016
Seiten
50
Katalognummer
V468725
ISBN (eBook)
9783668933231
ISBN (Buch)
9783668933248
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
"Eine umfassende und starke Arbeit in Bezug auf die Zielsetzungen der Ausarbeitung. Tolle Praxisbeispiele und besonders nachvollziehbarer Gedankengang. Zusammenfassend eine sehr gute und besonders prädestinierte Diplomarbeit."
Schlagworte
Diplomarbeit, Verpackunsgdesign, Marketing, Kudenwahrnehmung, Kaufentscheidung, Werbung, Marketingstrategie, Verpackung, KOmmunikationsformen, KOmmunikation, Unternehmenskommunikation
Arbeit zitieren
Rebecca Grill (Autor), 2016, Der Einfluss des Verpackungsdesigns in der Kosmetikindustrie auf die Kundenwahrnehmung und Kaufentscheidung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/468725

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