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Vertrauen in der Telearbeit

Title: Vertrauen in der Telearbeit

Term Paper , 2003 , 39 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Paulina Schneider (Author)

Business economics - Business Management, Corporate Governance
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Im Zeitalter der Globalisierung müssen sich Unternehmen, Manager und Mitarbeiter neuen Herausforderungen stellen. Mit der Globalisierung stehen nicht nur Unternehmenskonzepte auf dem Prüfstand, es müssen sich auch die traditionellen Arbeitsformen einem Wandel unterziehen. Gerade Form und Ablauf von Arbeitsprozessen unterliegen ständiger Kontrolle und Verbesserung. Als bisher beispielloses Konzept innerhalb der Arbeitsorganisation hat sich die Telearbeit entwickelt. Mit dem Konzept der Telearbeit sollen Arbeitstätigkeiten im Bereich von Computer- und Dienstleistungsarbeitsplätzen außerhalb der Unternehmung durchgeführt werden.

Anlass zur Idee der Telearbeit gab die Einsicht, dass es meist kostengünstiger ist, die Information mittels geeigneter technologischer Infrastruktur zwischen Mitarbeiter und der Organisation auszutauschen, als dass der Arbeitnehmer ständig zwischen Wohn- und Arbeitsstätte hin und her pendelt. „Mit Hilfe der Telearbeit wird der Mensch nicht mehr zu seiner Tätigkeit transportiert, sondern die Arbeit zum Menschen.“ Dies stellt für Telearbeiter und Unternehmung gleichermaßen Chancen dar. Es wird dem Telearbeiter beispielsweise in der alternierenden Telearbeit ermöglicht, sich seinen Arbeitsplatz zu Hause einzurichten. Dadurch kann er Beruf und Familie besser in Einklang bringen. Dieses Konzept stellt weiterhin die Kostenvorteile in Aussicht, die entstehen, indem der Telearbeiter Pendel- und Zeitkosten einspart. Die Unternehmung wiederum kann Kosten in den Bereichen von Büro- bzw. Mietkosten sparen.

Dieses Konzept der Arbeitsorganisation lässt Kostenvorteile erwarten und ist daher unter betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten zu befürworten. Dennoch birgt das Konzept der Telearbeit ein grundlegendes Problem. Wie sollen Arbeitsabläufe, die ehemals in der Unternehmung unter Kontrolle und Koordination durchgeführt wurden, künftig eigenständig vom Telearbeiter erbracht werden?

Da der Telearbeiter nicht mehr in den Betriebsstätten arbeitet, kann er auch nicht mehr von dem Vorgesetzten beim Arbeitsprozess beobachtet werden. Dies wird gerade von vielen Vorgesetzten als negativ empfunden, die noch alte Führungsmuster verfolgen, welche auf beobachtbarem Kontrollieren beruhen.

Da der Telearbeiter Arbeitsabläufe meist jedoch selbständig gestaltet soll, ist diese Form der Kontrolle nicht mehr durchzuführen. In diesem Zusammenhang rückt der Begriff Vertrauen immer mehr in den Mittelpunkt der Betrachtung.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 VERTRAUEN

1.1 Wert des Vertrauens für die menschliche Gesellschaft

1.2 Vertrauen in sozialen Systemen

1.3 Vertrauen in zwischenmenschlichen Beziehungen

1.4 Vertrauensbeziehungen in (Klein-)Gruppen

1.5 Vertrauen zur Erlangung von komparativen Wettbewerbsvorteilen

1.6 Vertrauen zur Motivation, Führung und Zeilerreichung von Organisationen

1.7 Vertrauensspezifische Konzeption / Konfiguration / Implementierung elektronischer Netzwerke

2 TELEARBEIT

2.1 Zum Begriff der Telearbeit

2.2 Formen der Telearbeit

2.2.1 Isolierte / Alternierende Telearbeit

2.2.2 Satellitenbüro

2.2.3 Nachbarschaftsbüro

2.2.4 Mobile Telearbeit

2.2.5 Mischformen der Telearbeit

3 DIE DETERMINANTE VERTRAUEN IN DER TELEARBEIT

3.1 Funktionen des Vertrauens

3.1.1 Reduktion der Handlungskomplexität

3.1.2 Kommunikations- und Kooperationswirkungen

3.1.2.1 Vertrauen und Kommunikation

3.1.2.2 Vertrauen und Kooperation

3.2 Akzeptanz der Telearbeit

3.2.1 Akzeptanz der Telearbeit aus der Sicht des Telearbeiters

3.2.2 Akzeptanz der Telearbeit aus der Sicht des Unternehmens

3.2.3 Akzeptanz der Telearbeit aus der Sicht der Mitarbeiter

3.3 Vertrauen als Management-Aufgabe in Organisationen

3.4 Vertrauen und interkulturelles Management im Blickwinkel der Telearbeit

3.5 Kontrolle, Vertrauen und Produktivität im Führungsprozess der Telearbeit

3.5.1 Rational-Choice-Theorie

3.5.2 Kontrolle

3.5.3 Vertrauen

3.5.4 Vertrauen und Produktivität

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung von Vertrauen als zentrale Determinante innerhalb der Telearbeit. Die Forschungsfrage fokussiert dabei darauf, inwieweit Vertrauen das traditionelle, auf direkter Kontrolle basierende Führungssystem ersetzen kann und welche Auswirkungen dies auf die Effektivität und Produktivität der Telearbeit hat.

  • Grundlagen des Vertrauensbegriffs in verschiedenen wissenschaftlichen Kontexten
  • Systematisierung der verschiedenen Formen der Telearbeit
  • Analyse der Vertrauensfunktion zur Reduktion von Handlungskomplexität
  • Untersuchung des Zusammenhangs zwischen Vertrauen, Kommunikation und Kooperation
  • Evaluation der Akzeptanzfaktoren für Telearbeit bei verschiedenen Stakeholdern
  • Bedeutung von Vertrauen für Produktivität und Führungsprozesse

Auszug aus dem Buch

3.1.1 Reduktion der Handlungskomplexität

Betrachtet man das heutige soziale Leben, wird schnell die Komplexität von Handlungen deutlich. Der Mensch ist zu jedem Zeitpunkt der Konfrontation ausgesetzt, persönliche Zeitpläne mit den Zeitplänen von anderen zu koordinieren, und zusätzlich mit unerwarteten Ereignissen fertig zu werden. Objektiv lässt sich dieses Problem nicht lösen, da es unmöglich erscheint, einen Plan zu entwickeln, der alle Eventualitäten berücksichtigen würde. Luhmann beschreibt diese Situation wie folgt: „Die Welt ist zu unkontrollierbarer Komplexität auseinander gezogen, so daß andere Menschen zu jedem beliebigen Zeitpunkt sehr verschiedene Handlungen frei wählen können.“ Dennoch gilt: „Ich aber muß hier und jetzt handeln.“ Um dies gewährleisten zu können braucht der Mensch Möglichkeiten zur Reduktion dieser Komplexität. Luhmann fasst dies wie folgt zusammen: „Auf der Grundlage sozial erweiterter Komplexität kann und muß der Mensch wirksamere Formen der Reduktion von Komplexität entwickeln.“

Rationale Planung, basierend auf rationaler Einschätzung, ist eine dieser Möglichkeiten. Durch Sammeln und Auswerten von Informationen können Zukunftsszenarien mit subjektiven Wahrscheinlichkeiten ermittelt werden. Die zukünftigen Erwartungen mit der kleinsten Wahrscheinlichkeit werden von der weiteren Betrachtung ausgeklammert.

Kritik lässt sich an mehreren Punkten anbringen. Erstens, ungeachtet der Unterstellung einer deterministischen Welt, „wächst die Komplexität der zu bewertenden Situation mit der Vielzahl an Szenarien und dem Ausmaß ihrer kausalen Vernetzung untereinander“; zweitens, erlaubt der Faktor Zeit keine vollständige Auswertung aller Szenarien; und drittens, selbst die Annahme einer vollkommenen Deterministik weist Schwächen auf. Zunächst konstruiert der Mensch Aufgrund seiner kognitiven Beschränkung „sich seine eigene Welt, die mit der Realität nicht übereinstimmen muß“. Folglich ist der Mensch „nur begrenzt in der Lage, rational zu handeln“. Zusätzlich lassen sich Szenarien, die durch das Verhalten anderer Akteure beeinflusst werden, durch die fehlende Transparenz bezüglich deren Verhalten, nicht ermitteln.

Zusammenfassung der Kapitel

1 VERTRAUEN: Dieses Kapitel erläutert den komplexen Vertrauensbegriff aus verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen und beleuchtet dessen Wert für Gesellschaft, soziale Systeme, Organisationen und elektronische Netzwerke.

2 TELEARBEIT: Hier wird der Begriff der Telearbeit definiert und eine Systematik der verschiedenen Ausprägungsformen, von isolierter Telearbeit bis hin zu mobilen und gemischten Ansätzen, dargestellt.

3 DIE DETERMINANTE VERTRAUEN IN DER TELEARBEIT: Das Hauptkapitel untersucht die Funktion von Vertrauen als Ersatz für direkte Kontrolle, analysiert die Akzeptanz von Telearbeit aus Sicht verschiedener Akteure und beleuchtet den Zusammenhang zwischen Vertrauen, Führungsstilen und Produktivität.

Schlüsselwörter

Telearbeit, Vertrauen, Kontrolle, Organisation, Führung, Kommunikation, Kooperation, Handlungskomplexität, Rational-Choice-Theorie, Produktivität, Akzeptanz, Management, interkulturelles Management, soziale Systeme, Arbeitsorganisation

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die zentrale Rolle des Vertrauens innerhalb der modernen Organisationsform der Telearbeit und wie dieses den Übergang von kontrollbasierten zu vertrauensbasierten Führungsstrukturen ermöglicht.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen die theoretischen Grundlagen von Vertrauen, die Formen der Telearbeit, deren Akzeptanzfaktoren sowie die Auswirkungen von Vertrauen auf Kommunikation, Kooperation und Produktivität.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es zu untersuchen, in welchem Ausmaß Vertrauen die Telearbeit determiniert und ob es als effektive Alternative zur persönlichen Kontrolle des Mitarbeiters durch den Vorgesetzten fungieren kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse und Literaturstudie, in der verschiedene soziologische und organisationstheoretische Konzepte (wie die von Luhmann, Coleman oder Deutsch) auf den Kontext der Telearbeit übertragen werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Funktionen von Vertrauen bei der Komplexitätsreduktion, die Auswirkungen auf die Kooperationsbereitschaft, die Akzeptanzbedingungen aus Sicht von Telearbeitern und Unternehmen sowie die Bedeutung von Vertrauen im Führungsprozess.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Telearbeit, Vertrauen, Kontrolle, Organisationsmanagement, Kommunikation, Kooperation und Effektivität.

Warum ist direkte Kontrolle bei Telearbeit problematisch?

Da der Telearbeiter nicht mehr in der betrieblichen Zentrale präsent ist, entfallen die klassischen Möglichkeiten der Verhaltensbeobachtung, was eine objektivere, ergebnisorientierte Führung notwendig macht.

Welche Rolle spielt die Rational-Choice-Theorie in diesem Kontext?

Sie dient als theoretische Folie, um zu verstehen, warum Akteure trotz der Gefahr des Vertrauensbruchs kooperieren, und verdeutlicht, dass Vertrauen dort notwendig wird, wo die Motive anderer Akteure nicht voll einsehbar sind.

Wie beeinflusst Vertrauen die Arbeitsleistung?

Vertrauen fördert eine höhere Arbeitsmotivation und Eigenverantwortung, da der Mitarbeiter Handlungsfreiräume erhält und sich als Unternehmer im Unternehmen begreifen kann, was die Arbeitseffizienz steigert.

Excerpt out of 39 pages  - scroll top

Details

Title
Vertrauen in der Telearbeit
College
University of Wuppertal
Course
Projekt
Grade
1,3
Author
Paulina Schneider (Author)
Publication Year
2003
Pages
39
Catalog Number
V46918
ISBN (eBook)
9783638439978
Language
German
Tags
Vertrauen Telearbeit Projekt
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Paulina Schneider (Author), 2003, Vertrauen in der Telearbeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/46918
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