Konfliktfeld Beruf und Familie. Über die Auswirkungen der Arbeitszeitmodelle Teilzeit und Telearbeit


Hausarbeit, 2019

26 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Hauptteil
2.1 Work-Life-Balance – Definition und Vorteile
2.2 Arbeitszeitmodelle
2.2.1 Die Bedeutung von Teilzeit
2.2.2 Die Bedeutung von Telearbeit
2.2.3 Die Bedeutung der einschichtigen starren Arbeitszeit
2.3 Vereinbarkeit zwischen Familie und Beruf – geschlechterspezifische Probleme
2.4 Teilzeitarbeit – Gründe der Inanspruchnahme und Risiken
2.5 Telearbeit - Gründe der Inanspruchnahme und Risiken
2.6 Telearbeit und Teilzeit im Vergleich

3. Fazit

Literarturverzeichnis

Anhang

1. Einleitung

„Trotz Bildungsrevolution und Frauenbewegung findet auch zu Beginn des neuen Jahrhunderts noch immer eine Hierarchisierung der Lebensbereiche statt. Zwar haben sich geschlechtsbezogene Zuweisungen auf die Lebensbereiche und Arbeitszusammenhänge gelockert, doch stellen egalitäre Beziehungsmuster die Ausnahme dar. Nach wie vor sind es überwiegend Frauen, die nach der Familiengründung ihre Erwerbsarbeit reduzieren bzw. unterbrechen, um die Versorgung der Kinder zu übernehmen, während Männer ihre Erwerbsorientierung eher noch verstärken.“ (Jürgens 2003: 253)

Das obenstehende Zitat stammt von Kerstin Jürgens aus dem Jahre 2003 und sagt aus, dass nach wie vor traditionelle Rollenverteilungen nach der Familiengründung vorherrschen. Eine aktuellere Statistik der OECD aus dem Jahre 2014 zeigt, wie lange Frauen beziehungsweise Männer am Tag durchschnittlich mit Haushaltaufgaben verbringen. Die Statistik ergibt, dass Frauen im Schnitt 164 Minuten in Deutschland mit Haushaltsaufgaben verbringen. Männer hingegen nur rund 90 Minuten. (Siehe Anhang Abbildung 1) Auch diese Statistik gibt einen Aufschluss darüber, dass die klassischen Rollenverteilungen weiterhin stark verbreitet sind. Aus dem Zitat von Jürgens geht außerdem hervor, dass aufgrund der vorliegenden klassischen Rollenverteilungen überwiegend Frauen ihre Erwerbsarbeit bei der Familiengründung reduzieren oder unterbrechen, während Männer diese eher noch verstärken. Aus diesem Sachverhalt heraus ergibt sich die Frage, welche Konflikte sich sowohl auf der beruflichen als auch auf der familiären Ebene für Männer und Frauen ergeben.

Ziel dieser Hausarbeit ist es herauszufinden, worin diese Konflikte bestehen. Des Weiteren soll herausgearbeitet werden inwiefern die Arbeitszeitmodelle Teilzeit und Telearbeit dazu beitragen können diese Konflikte zu lösen. Letztendlich soll folgende Frage beantwortet werden: Inwiefern stellen Arbeitszeitmodelle, wie die der Teilzeit und Telearbeit eine Verbesserung der Work-Life-Balance in Bezug auf die Vereinbarkeit zwischen Berufs- und Familienleben dar?

Zur Beantwortung dieser Frage wird zunächst zum Verständnis der Begriff „Work-Life-Balance“ definiert und gezeigt, worin die Vorteile bei diesem Konzept liegen. In Kapitel 2.2 werden zum Überblick die Arbeitszeitmodelle Teilzeit und Telearbeit definiert. Diesen beiden Arbeitszeitmodellen steht das klassische einschichtige und starre Modell gegenüber. Damit die wesentlichen Unterschiede zu den Modellen der Telearbeit und Teilzeit erkannt werden, wird das klassische Modell ebenfalls in Kapitel 2.2 erklärt. Um tiefer in das Phänomen einzusteigen wird in Kapitel 2.3 erläutert worin die geschlechtsspezifischen Konflikte bestehen, wenn versucht wird die Familien- und Erwerbswelt in Einklang zu bringen. In Kapitel 2.4 und 2.5 werden die wesentlichen Gründe und Risiken der Inanspruchnahme von Telearbeit und Teilzeit dargestellt. Diese Kapitel wurden gewählt, damit anhand der Gründe und Risiken im darauffolgenden Kapitel (2.6) analysiert werden kann, inwiefern diese Arbeitszeitmodelle zu einer Lösung der genannten Konflikte aus Kapitel 2.3 beitragen können. Darüber hinaus soll in Kapitel 2.6 kurz erläutert werden, inwiefern die Arbeitszeitmodelle der Telearbeit und Teilzeit mit den genannten Vorteilen der Work-Life-Balance in Kapitel 2.1 übereinstimmen. Im Fazit werden die Erkenntnisse zusammengefasst und versucht die Forschungsfrage zu beantworten. Angeschlossen wird das Fazit mit dem Ausblick auf noch offene Forschungsfragen zum Themenfeld.

Die zu beantwortende Forschungsfrage wurde hauptsächlich aus dem Grund der noch immer vorliegenden traditionellen Rollenverteilungen bei der Familiengründung gewählt. Auch im weiteren Verlauf der Hausarbeit wird anhand von diversen Statistiken die traditionelle Rollenverteilung ersichtlich. Diese Hausarbeit soll aus diesem Grund auch einen Aufschluss darüber bringen, ob Frauen trotz der sich ergebenen Konflikte zufrieden mit der beruflichen Situation bei der Familiengründung sind.

2. Hauptteil

2.1 Work-Life-Balance – Definition und Vorteile

In diesem Kapitel wird zunächst der Begriff „Work-Life-Balance“ definiert und die wesentlichen Vorteile von diesem Konzept erläutert.

Seit Anfang der neunziger Jahre ist Work-Life-Balance ein wichtiges Thema in der deutschen Wirtschaft. Der Begriff stammt aus dem englischen und steht für Arbeit (work), Leben (life) und Gleichgewicht (balance). Allgemein wird unter Work-Life-Balance verstanden, dass das Berufs- und Privatleben intelligent miteinander verbunden wird und dass ein angemessener Gleichgewichtszustand zwischen Privat- und Berufsleben stattfindet.

Die Definition kann eng oder weit gefasst werden. Während eine enge Definition nur die Familienfreundlichkeit für Mütter und Väter meint, schließt eine weite Definition sowohl die Vereinbarkeit der Pflege der Eltern oder Angehörigen als auch die Vereinbarkeit von Privatleben und Beruf für Singles und Paare ohne Kinder mit ein. (Vgl. Gross 2012: 147)

Hierbei bleibt die Frage offen, wer genau von einer Work-Life-Balance profitiert. Nach Gross sind dies die einzelnen MitarbeiterInnen und auch die Unternehmen. Für immer mehr Menschen ist es ein großes Anliegen ihre privaten Interessen und familiären Anforderungen mit der Arbeitswelt in Einklang zu bringen. So bringt die Work-Life-Balance für die einzelnen Personen folgende Vorteile mit sich. BerufsanfängerInnen müssen sich keine langfristigen Gedanken machen, wohin ihre Perspektive führt. Junge Paare können sich Kinderwünsche leichter erfüllen, denn sie müssen nicht außerordentlich hohe Einkommensbußen in Kauf nehmen. Außerdem können Personen, die direkt im Berufsleben stehen, bequemer ihre Weiterbildung planen. Zur Work-Life-Balance gehört jedoch auch, dass die Möglichkeit besteht, dass dem Privatleben ein größeres Gewicht über Teilzeitarbeit oder Reduktion der Arbeitsstunden gegeben wird. Dies funktioniert allerdings nur bei dafür offenen und flexiblen Unternehmen.

Auch für Unternehmen kann die Work-Life-Balance einige Vorteile mit sich bringen. Viele Unternehmen haben erkannt, dass sie mehr MitarbeiterInnen durch verschiedene Instrumente der Work-Life-Balance für sich gewinnen können. Die genauen Work-Life-Balance-Instrumente können in verschiedene Maßnahmengruppen unterteilt werden. Die erste Maßnahme bildet die der Flexibilisierung der Arbeitszeit, wie beispielsweise Angebote für Telearbeit oder Gleitzeitmodelle. Eine weitere Maßnahme ist die der Freiheit nach eigenem Ermessen seine Arbeitszeit im Lebenslauf zu verteilen, wie beispielsweise Arbeitspausen. Des Weiteren gibt es die Maßnahme der ergebnisorientierten Leistungserbringung. Diese orientiert sich daran, dass nach einer bestimmten Zeit eine Aufgabe erfüllt wird ohne dass eine Anwesenheitspflicht am Arbeitsplatz besteht.

Durch diese Maßnahmen profitieren Unternehmen vor allem durch zufriedenere MitarbeiterInnen, wodurch diese motovierter und leistungsfähiger werden. (Vgl. ebd.: 149 f.)

2.2 Arbeitszeitmodelle

Im vorherigen Kapitel wurde bereits beschrieben, dass das Angebot verschiedener Arbeitszeitmodelle zu den Maßnahmen der Work-Life-Balance gehört. In diesem Kapitel wird die Bedeutung von den Arbeitszeitmodellen Teilzeit und Telearbeit erklärt, da im weiteren Verlauf diese beiden Begriffe immer wieder auftauchen werden. Es werden diese beiden Arbeitszeitmodelle gewählt, da diese sich hinsichtlich der Flexibilitätsanforderungen zwischen Unternehmen und Mitarbeiter unterscheiden. Während Teilzeitarbeitsverhältnisse eher mit den Flexibilitätsanforderungen der Mitarbeiter einhergehen, geht die Telearbeit eher mit der Flexibilität der Unternehmen einher (vgl. BAuA 2017: 25). In Deutschland treten Arbeitszeitformen in einer beachtlichen Vielfalt auf. So bietet sich eine Unterscheidung des klassischen Arbeitszeitmodells und die der Modelle, die eine Arbeitszeitgestaltung zulassen, wie Telearbeit und Teilzeit an (vgl. Bormann 2013: 79). Aus diesem Grund wird in Kapitel 2.2.3 neben den Arbeitszeitmodellen der Telearbeit und Teilzeit auch das klassische einschichtige und starre Arbeitszeitmodell erklärt.

2.2.1 Die Bedeutung von Teilzeit

Mit Teilzeit ist jedes Arbeitsverhältnis zu verstehen, bei dem die Arbeitszeit geringer ist als die betrieblich festgelegte. Hierbei können dies sowohl Arbeitszeiten sein, die zwischen 10 und 20 Stunden pro Woche liegen oder Zeiten, die sich einer Vollzeitstelle annähern. Teilzeitarbeitsverhältnisse bieten viele Möglichkeiten für alle Beteiligte. Es kann beispielsweise eine ungleichmäßige Verteilung der Arbeitszeit über das ganze Jahr hinweg gewählt werden. Andererseits kann die Teilzeit mit einer gleichbleibenden Anzahl der Stunden pro Woche ausgeübt werden. Insgesamt können je nach angestrebten Flexibilisierungsanforderungen, verschiedene Verteilzeiträume der Arbeitszeit gewählt werden. Die Verteilzeiträume können den Tag, die Woche, den Monat oder die gesamte Lebensarbeitszeit betreffen. Daraus resultiert, dass Teilzeit in Verbindung mit vielen Arbeitszeitmodellen gebracht werden kann, die eine Arbeitszeitverkürzung beinhalten. Auffällig ist, dass Frauen häufiger als Männer in Teilzeitverhältnissen arbeiten. So arbeiten sieben Prozent der Männer und 42 Prozent der Frauen unter 35 Stunden pro Woche. Warum die Häufigkeit der Teilzeitarbeitsverhältnisse eher bei den Frauen liegt, wird in Kapitel 2.3 erläutert. (Vgl. BAuA 2017: 26)

2.2.2 Die Bedeutung von Telearbeit

Es kann zwischen zwei Formen der Telearbeit unterschieden werden: Die ständige Teleheimarbeit oder die alternierende Telearbeit. Letzteres bietet den beschäftigten Personen an ihre Arbeit teilweise daheim und teilweise im Büro zu erledigen. Wie lange genau im Büro beziehungsweise zu Hause gearbeitet wird, wird zwischen den ArbeitgeberInnen und ArbeitnehmerInnen vereinbart. Jedoch gibt es auch Unternehmen, die selbst diese zeitliche Gestaltung vollständig den ArbeitnehmerInnen überlassen. Bei der ständigen Teleheimarbeit arbeiten die beschäftigten Personen vollständig von zu Hause. Zu erfüllende Aufgaben bekommen sie per Email oder Fax zugeschickt. Die fertig bearbeiteten Aufgaben gehen ebenfalls per Email oder Fax an die ArbeitgeberInnen zurück.

Es kann also gesagt werden, dass Telearbeit bedeutet, dass das Zuhause der MitarbeiterInnen zur Außenstelle des Unternehmens wird. Dank moderner Kommunikationsmedien kann sowohl Arbeitszeit als auch Arbeitsort der MitarbeiterInnen flexibel gewählt werden. Unter Berücksichtigung des vertraglichen vereinbarten Arbeitszeitvolumens, der Ziele und Termine, können die beschäftigten Personen ihre Arbeitszeit frei wählen. Demnach dient Telearbeit dazu, dass private und berufliche Aufgaben leichter vereinbart werden können. Vorausgesetzt für die Ausübung von Telearbeit ist eine moderne Hardware, wie etwa ein PC. Diese ist erforderlich, weil eine entsprechende Software den Kontakt zu vorgesetzten Personen und KollegInnen ermöglichen soll. Auch eine schnelle Internetverbindung ist unverzichtbar. (Vgl. ebd.: 49f.)

2.2.3 Die Bedeutung der einschichtigen starren Arbeitszeit

In der Vergangenheit wurde mit dem Begriff der Arbeitszeit eng das Verständnis einer 40 Stunden Woche verknüpft (vgl. Bormann 2013: 73). Die einschichtige starre Arbeitszeit kommt diesem Verständnis sehr nahe. In diesem Modell verbringen ArbeitnehmerInnen eine vertraglich vereinbarte Stundendauer pro Woche an ihrer Arbeitsstelle. Das Arbeitszeitverhältnis wird als starr bezeichnet, weil es eine Variation von Beginn und Ende der täglichen Arbeit nicht zulässt. Wie lang an sich die Dauer der Wochenstunden ist, variiert jedoch von Branche zu Branche und von Bundesland zu Bundesland. So beträgt die Wochenstundenanzahl von hessischen LandesbeamtInnen 42 Stunden und die von angestellten Personen im öffentlichen Dienst 38,5 Stunden. Bis heute ist diese Form die dominierende in der Arbeitszeitgestaltung. (Vgl. ebd.: 80)

2.3 Vereinbarkeit zwischen Familie und Beruf – geschlechterspezifische Probleme

In diesem Kapitel soll dargestellt werden, welche Konflikte bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf auftreten. Dabei wird das Augenmerk darauf gerichtet, wodurch diese sich geschlechterspezifisch unterscheiden. Hierfür wird zuerst dargestellt, wie sich die Beschäftigungsquoten hinsichtlich der Arbeitszeitverhältnisse zwischen Männern und Frauen unterscheiden. Daraufhin wird gezeigt, wodurch diese Unterschiede zustande kommen und welche Probleme sich sowohl für den Mann als auch für die Frau ergeben.

Im IAB-Kurzbericht aus dem Jahr 2015 werden die Beschäftigungsquoten in Deutschland von Männern und Frauen zwischen den Jahren 1991 und 2015 verglichen. Im Jahr 2015 lag die Beschäftigungsquote bei 38,2 Millionen, was einen Zuwachs von 3 Millionen beschäftigten Personen verglichen zum Jahr 1991 entspricht. Dieser Zuwachs kommt alleine durch den Anstieg der Erwerbstätigkeit von Frauen zustande, die um 21 Prozent zugenommen hat. Männer hingegen verzeichneten, verglichen zum Jahr 1991, im Jahr 2014 einen Rückgang um 1,3 Prozentpunkte. Dieser lässt sich damit begründen, dass es zwischen den Jahren 1991 und 2005 einen strukturell bedingten Rückgang der Vollzeitbeschäftigungen gab. Allerdings steigt seitdem die Vollzeitarbeit bei Männern wieder an. Frauen hatten in dieser Zeit bei der Vollzeitarbeit auch Verluste zu verzeichnen. Diese gingen allerdings mit einem Anstieg der Teilzeitarbeit einher. Im Jahre 2014 waren mit 11 Millionen doppelt so viele Frauen teilzeitbeschäftigt wie im Jahr 1991.

Wie bereits in Kapitel 3.1 festgestellt wurde, zählt zur Teilzeit jede Beschäftigungsform, bei der das Pensum an Arbeitsstunden geringer ist als die der betrieblichen Regelarbeitszeit. Aus diesem Grund muss beachtet werden, dass Teilzeit eine sehr heterogene Beschäftigungsform darstellt. Der IAB-Bericht zählt zum einen die regulär teilzeitbeschäftigten Personen dazu, die sozialversicherungspflichtig sind, aber auch die sogenannten MinijobberInnen, deren Einkommen auf 450 Euro monatlich begrenzt ist, sowie Ein-Euro-JobberInnen. Hier lassen sich weitere geschlechtsspezifische Unterschiede erkennen: Frauen befinden sich mit 67 Prozent überwiegend in der regulären Teilzeitarbeit, während Männer mit 53 Prozent größtenteils geringfügig beschäftigt sind. Dieser Unterschied lässt sich damit begründen, dass sich Männer hauptsächlich vor oder nach dem Erwerbsleben zur Teilzeitbeschäftigung entscheiden, etwa während der Zeit als SchülerIn, als StudentIn oder aber als RentnerIn. Bei Frauen nimmt der Anteil der Teilzeitbeschäftigten in allen Altersgruppen großen Raum an. Insbesondere in der Zeit der Familiengründung. (Siehe Anhang Abbildung 3) Erkennbar ist hier, dass sich auch die Gründe des Anstiegs für Teilzeitarbeit sehr stark geschlechterspezifisch differenzieren. Männer begeben sich in Teilzeitverhältnisse, weil entweder keine Vollzeitstelle zu finden ist oder weil sie neben Ausbildung beziehungsweise Studium einen Zuverdienst erlangen wollen. Bei Frauen sind die häufigsten Motive für eine Teilzeitbeschäftigung die der Betreuung von Kindern oder pflegebedürftigen Personen. (Vgl. Wanger 2015: 1 ff.)

Dass bei Frauen hauptsächlich die familiäre Situation entscheidet, ob sie sich in Teilzeit begeben und bei Männern die Familiengründung diese Entscheidung kaum beeinflusst, zeigt wiederum, dass nach wie vor in Familienhaushalten traditionelle Strukturen der Arbeitsteilung wiederzufinden sind (vgl. ebd.: 6). Hinzu kommt, dass Teilzeitbeschäftigungen Nachteile bergen, insbesondere wenn es sich dabei um längerfristige Phasen handelt. So ist bei Frauen bei der Familiengründung häufig ein Ende der Vollzeiterwerbsbiographie zu sehen. Während vollzeitbeschäftigte Personen mit der Zeit immer höhere Löhne verzeichnen können, müssen teilzeitbeschäftigte Personen Einbußen hinsichtlich der Löhne hinnehmen. Auch die Chance des Aufstiegs von Frauen in Führungspositionen wird durch die lange Teilzeitphase gemildert. Zwar zeigen Statistiken, dass Frauen in den letzten Jahren ihre Beteiligung in Führungspositionen ausbauen konnten, aber dieser Anteil arbeitet meistens in Vollzeitbeschäftigung. Hinzu kommt, dass sich die Phase der Familiengründung gerade bei hochqualifizierten mit der entscheidenden beruflichen Entwicklung zeitlich überschneidet. (Vgl. ebd.: 4f.)

[...]

Ende der Leseprobe aus 26 Seiten

Details

Titel
Konfliktfeld Beruf und Familie. Über die Auswirkungen der Arbeitszeitmodelle Teilzeit und Telearbeit
Hochschule
Philipps-Universität Marburg
Veranstaltung
Modul: Arbeit und Geschlecht; Seminar: Arbeitszeitflexibilisierung und Work-Life-Balance
Note
1,7
Autor
Jahr
2019
Seiten
26
Katalognummer
V469438
ISBN (eBook)
9783668941373
ISBN (Buch)
9783668941380
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Arbeit, Geschlecht, Arbeitszeit, Arbeitszeitflexibilisierung, Work Life Balance, Teilzeit, Telearbeit, Arbeitszeitmodelle, Familie, Beruf, Einklang, starre Arbeitszeit, Faruenbewegung, Bildungsrevolution, Beziehungsmuster, Familiengründung, Kinder, Erziehung, Vorteile, Nachteile
Arbeit zitieren
Jan-Peter Schütz (Autor), 2019, Konfliktfeld Beruf und Familie. Über die Auswirkungen der Arbeitszeitmodelle Teilzeit und Telearbeit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/469438

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