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Menschenrechte und Asiatische Werte

Title: Menschenrechte und Asiatische Werte

Seminar Paper , 2005 , 20 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Marcel Rüttgers (Author)

Politics - Region: South Asia
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Die Thematik dieser Hausarbeit ist die Debatte um die Asiatischen Werte und die Folgen für ein universelles Menschenrechtsverständnis. Die Debatte um die Asiatischen Werte, welche Anfang der 1990er Jahre begann, muss in einem kulturrelativistischen Sinne als Affront gegen ein universelles Menschenrechtsverständnis gesehen werden. Das Ziel der vorliegenden Arbeit ist demnach zum einen die Diskussion der Frage, ob die Asiatischen Werte sich tatsächlich gegen den universellen Geltungsanspruch der Menschenrechte versperren, und zum anderen die Frage nach den politischen Motiven der Asiatische Werte-Debatte.
Die Relevanz der Thematik ergibt sich aus zwei Aspekten: Einerseits wird die Universalität der Menschenrechte immer wieder mit dem Argument kultureller Besonderheiten zurückgewiesen. Die Debatte um die Asiatischen Werte stellt mithin keinen Einzelfall dar. Damit einher geht die Behauptung, dass die Menschenrechte ein spezifisch-europäisches Produkt seien und in anderen kulturellen Zusammenhängen nicht gelten könnten. Beides wird soweit möglich im Rahmen dieser Arbeit zu untersuchen sein. Andererseits sprechen Veröffentlichungen wie Samuel P. Huntingtons „Clash of Civilisations“ dafür, sich mit diesem ‚Kulturstreit’ um die Menschenrechte zu befassen. Hier muss die Frage diskutiert werden, inwiefern der Konflikt um die Universalität der Menschenrechte tatsächlich als Kulturstreit bezeichnet werden kann. Aufgrund des beschränkten Umfangs wird diese Arbeit in Bezug auf die Menschenrechte nur eine Übersicht darstellen können. Des weiteren erhebt die Arbeit keineswegs den Anspruch, die Frage nach der Universalität der Menschenrechte abschließend zu klären. Es soll lediglich ein Überblick auf die Diskussion gegeben werden, der es ermöglicht, die von den Vertretern der Asiatischen Werte vorgebrachten Argumente hinsichtlich ihrer Stichhaltigkeit zu überprüfen.
Im Folgenden wird zunächst ein kurzer Überblick über die Menschenrechte, deren Ursprünge und den Streit um Universalismus und Kulturrelativismus gegeben (Kapitel 2), der einerseits einen besseren Einstieg in die Thematik ermöglichen und andererseits die spätere Bewertung der Menschenrechte als europäisches Produkt erleichtern soll.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Menschenrechte und die Debatte um Universalismus und Kulturrelativismus

2.1 Ursprünge der Menschenrechte

2.2 Menschenrechte: eine Definition

2.3 Universalismus und Kulturrelativismus

3. Universelle Menschenrechte und Asiatische Werte – ein Widerspruch?

3.1 Menschenrechte – ein europäisches Exportprodukt?

3.2 Asiatische Werte

3.2.1 Was sind Asiatische Werte?

3.2.2 Das asiatische Menschenrechtsverständnis in der Theorie

3.2.3 Die Asiatische Menschenrechtscharta

3.2.4 Asiatische Gegenpositionen

4. Asiatische Werte und Menschenrechte – kein Kulturstreit

4.1 Es gibt keine Asiatischen Werte

4.2 Politische Motive

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Debatte um sogenannte „Asiatische Werte“ und deren Auswirkungen auf das universelle Verständnis von Menschenrechten. Ziel ist es zu klären, ob diese Werte einen legitimen Widerspruch zum universellen Geltungsanspruch bilden oder ob sie primär als politisches Instrument zur Absicherung autoritärer Herrschaft dienen.

  • Debatte um Universalismus versus Kulturrelativismus
  • Kritik an der westlichen Prägung der Menschenrechte
  • Analyse des Begriffs und der theoretischen Grundlagen „Asiatischer Werte“
  • Untersuchung der politischen Motive hinter der Asiatisierungsdebatte
  • Gegenpositionen und empirische Realitäten in Asien

Auszug aus dem Buch

3.2.1 Was sind Asiatische Werte?

„Werte [sind] soziale Güter im weitesten Sinne, die von einer menschlichen Gemeinschaft als erhaltens- und schützenswert betrachtet werden“51. Das Konzept der Asiatischen Werte unterstellt, dass es solche sozialen Güter gibt, die im gesamten ost- und südostasiatischen Raum vorzufinden sind. Das Fundament bildet dabei die Tradition des Konfuzianismus52. Zusammenfassend werden folgende Werte als asiatisch deklariert: „Respect for properly constituted authority; society before self; the family as the fount of morality and as a microcosm of the state; respect for education and knowledge as a means for socio-economic renovation; work as a basic virtue; frugality and judicious management of finances; initial sacrifice for enhancing future wellbeing; sense of shame; communitarianism; fidelity among friends; and not the least, moderation in thought and behaviour – the well-known Middle Way of Confucius“53.

Lee Kuan Yew (ehemaliger Premierminister Singapurs) und Mohamad Mahatir (ehemaliger Regierungschef in Malaysia) gehörten zu den Meinungsführern bei der Debatte um die Asiatischen Werte. Sie bescheinigten dem Westen und seinem individualistischen Menschenrechtsverständnis Dekadenz und eine Erosion der Werte und somit die Zerstörung wichtiger Bedingungen gemeinschaftlichen Zusammenlebens54. Gleichzeitig bezeichneten sie die Asiatischen Werte als ursächlich für den wirtschaftlichen Erfolg Asiens55. Auf Lee und seine Rolle in der Asiatische Werte-Debatte wird später noch einzugehen sein.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Debatte um „Asiatische Werte“ ein und stellt die Forschungsfrage, ob diese tatsächlich gegen universelle Menschenrechte stehen oder politisch instrumentalisiert werden.

2. Menschenrechte und die Debatte um Universalismus und Kulturrelativismus: Dieses Kapitel erörtert die ideengeschichtlichen Wurzeln der Menschenrechte sowie den theoretischen Konflikt zwischen universellen Geltungsansprüchen und kulturrelativistischen Einwänden.

3. Universelle Menschenrechte und Asiatische Werte – ein Widerspruch?: Hier werden die Hauptargumente der Asiatischen Werte-Debatte analysiert, einschließlich der Hinterfragung der Menschenrechte als „europäisches Produkt“ sowie der inhaltlichen Ausprägung asiatischer Menschenrechtskonzepte.

4. Asiatische Werte und Menschenrechte – kein Kulturstreit: Das Kapitel argumentiert, dass es keine homogenen asiatischen Werte gibt und deckt die politischen Motive auf, die hinter der Berufung auf diese Werte zur Rechtfertigung autoritärer Machtstrukturen stehen.

5. Fazit: Die Arbeit schließt mit der Feststellung, dass die Debatte um Asiatische Werte eher politisch als kulturell motiviert ist und die universelle Geltung der Menschenrechte nicht durch kulturelle Besonderheiten relativiert werden darf.

Schlüsselwörter

Menschenrechte, Asiatische Werte, Universalismus, Kulturrelativismus, Konfuzianismus, politische Instrumentalisierung, Autoritarismus, Menschenrechtscharta, ASEAN, westliche Werte, kulturelle Identität, internationale Beziehungen, Demokratie, Partizipation, Souveränität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Hausarbeit untersucht die kritische Auseinandersetzung zwischen dem westlichen, universellen Menschenrechtsverständnis und der Strömung der sogenannten „Asiatischen Werte“.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Themen umfassen die Geschichte der Menschenrechte, die philosophische Debatte um Universalismus gegenüber Kulturrelativismus und die politische Konstruktion asiatischer Identitäten.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, zu prüfen, ob asiatische Werte einen legitimen Gegensatz zu Menschenrechten darstellen oder ob sie als Rechtfertigung für autoritäre Herrschaftsformen dienen.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit basiert auf einer politikwissenschaftlichen Analyse von Literatur und politischen Diskursen, um die Stichhaltigkeit der Argumente beider Seiten zu bewerten.

Was steht im Hauptteil im Fokus?

Der Hauptteil analysiert, ob Menschenrechte ein reines Exportprodukt des Westens sind und welche politischen Motive asiatische Politiker verfolgen, wenn sie westliche Standards ablehnen.

Welche Keywords prägen die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Universalismus, Kulturrelativismus, Asiatische Werte, Konfuzianismus, politische Instrumentalisierung und Menschenrechte.

Welche Rolle spielt der Konfuzianismus in der Debatte?

Der Konfuzianismus wird von Befürwortern der „Asiatischen Werte“ als philosophisches Fundament genutzt, um dem Individualismus des Westens eine kollektivistische, ordnungsorientierte Alternative entgegenzusetzen.

Was ist das Ergebnis bezüglich der politischen Motive?

Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass die Berufung auf kulturelle Werte oft ein „Feigenblatt“ ist, um innerstaatliche, autoritäre Herrschaftsstrukturen gegen internationale Kritik zu schützen.

Wie bewertet der Autor den Begriff der „Asiatischen Werte“?

Der Autor stuft das Konzept als einen Mythos ein, da es empirisch nicht haltbar ist und innerhalb Asiens keine einheitliche, monolithische Position zu diesem Thema existiert.

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Details

Title
Menschenrechte und Asiatische Werte
College
University of Trier
Course
Einführung in die internationalen Beziehungen: Völkerrecht und Weltordnung
Grade
2,3
Author
Marcel Rüttgers (Author)
Publication Year
2005
Pages
20
Catalog Number
V46967
ISBN (eBook)
9783638440400
Language
German
Tags
Menschenrechte Asiatische Werte Einführung Beziehungen Völkerrecht Weltordnung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Marcel Rüttgers (Author), 2005, Menschenrechte und Asiatische Werte, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/46967
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