Der erste Teil der vorliegenden Hausarbeit widmet sich der terminologischen Klärung der Fachbegriffe sexualisierte Gewalt und Prävention. Im Anschluss daran werden verschiedene Formen des präventiven Handelns erläutert. Es wird auf die Thematisierung von sexualisierter Gewalt im Unterricht mithilfe der Präventionsbotschaften eingegangen, auf die Wichtigkeit von Elternarbeit, bis hin zu Fortbildungen und die Einbeziehung externer Mitarbeiter, wie beispielsweise die des Vereins Wildwasser.
Einen weiteren Schwerpunkt dieser Arbeit bilden die verschiedenen Präventionsmedien. Besonders zu betonen ist, dass die Prävention durch Medien ganzheitlich und handelnd betrachtet und durchgeführt werden sollte, um den größtmöglichen Erfolg für Kinder zu gewährleisten. Zunächst werden vier verschiedene Kinderbücher vorgestellt. Diese weisen unterschiedliche Gewichtung der Themenbereiche auf und sind somit von Interesse in diesem Zusammenhang.
Im nächsten Abschnitt werden verschiedene Präventionstheaterstücke erwähnt, wie zum Beispiel "Hau ab du Angst!" vom Musiktheater Springinsfeld oder verschiedene Stücke von Zartbitter e.V. aus Köln. Die Initiative "Trau dich" wird daraufhin näher betrachtet und vorgestellt. Aufgrund des Umfangs der Hausarbeit finden weitere Medien nur eine kurze Erwähnung und stellen somit keinen Anspruch auf Vollständigkeit dar. Im Fazit wird das Ganze noch einmal reflektiert und auf mögliche Grenzen eingegangen.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1 Begriffsklärung
1.1 Sexualisierte Gewalt
1.2 Prävention
2 Präventives Handeln
2.1 Thematisierung von sexualisierter Gewalt im Unterricht mithilfe von Präventionsbotschaften
2.2 Elternarbeit
2.3 Fortbildungen und externe Mitarbeiter
3 Präventionsmedien
3.1 Kinderliteratur
3.1.1 Kinderliteratur am praktischen Beispiel
3.2 Präventionstheater
3.2.1 Initiative „Trau dich“
3.3 Weitere Medien
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht, wie Schulen als Institutionen einen Beitrag zur Prävention von sexualisierter Gewalt leisten können und welche methodischen Medien sich hierfür eignen. Dabei liegt der Fokus auf der Stärkung der kindlichen Resilienz und der Vermittlung zentraler Präventionsbotschaften.
- Grundlegende Begriffsdefinitionen zu sexualisierter Gewalt und Prävention.
- Präventives Handeln im schulischen Kontext und die Bedeutung der Zusammenarbeit mit Eltern.
- Einsatzmöglichkeiten von Kinderliteratur zur spielerischen Thematisierung von Grenzen.
- Analyse von Theaterstücken als interaktive Präventionsmedien (z. B. "Trau dich").
Auszug aus dem Buch
1.1 Sexualisierte Gewalt
Da keine einheitliche Definition von sexualisierter Gewalt vorliegt, kommt es immer wieder zu inhaltlichen Verwirrungen im Diskurs darüber, ausgelöst durch unklare Sprache und schwammige Begrifflichkeiten. Deshalb soll folgende Definition zur Diskussion gestellt werden, da diese als besonders schlüssig empfunden wird und mit welcher im Laufe der vorliegenden Arbeit weitergearbeitet wird.
„Sexueller Missbrauch von Kindern ist jede sexuelle Handlung, die an oder vor einem Kind entweder gegen den Willen des Kindes vorgenommen wird oder der das Kind auf Grund körperlicher, seelischer, geistiger oder sprachlicher Unterlegenheit nicht wissentlich zustimmen kann. Der Täter nutzt seine Macht und Autoritätsposition aus, um seine eigenen Bedürfnisse auf Kosten des Kindes zu befriedigen“ (kein-raum-fuer-missbrauch 2013).
In dieser Definition wird deutlich, dass ein Kind niemals Schuld trägt, egal, ob es sich körperlich wehrt oder es aufgrund verschiedener Unfähigkeiten nichts tun kann. Hervorzuheben ist, dass die Täter (aber auch Täterinnen!) Macht- und Autoritätspositionen ausnutzen, weshalb der Terminus sexuell irreführend ist. Nicht nur die Organisation kein-raum-fuer-missbrauch verwendet den Ausdruck des sexuellen Missbrauchs, auch in der Literatur ist er oft zu lesen. Sogar das deutsche Grundgesetz bedient sich des Begriffs des sexuellen Missbrauchs, der nach §§174-184 StGB eine Straftat darstellt. In der Hausarbeit wird der Begriff der sexualisierten Gewalt verwendet, da dieser Terminus das Thema exakter beim Namen nennt. Die anderen, noch gebräuchlicheren Ausdrücke sind ungenau und wecken falsche Assoziationen.
Bei dem Begriff sexueller Gewalt tritt die Schwierigkeit auf, dass sexuell das zugehörige Eigenschaftswort zu Sexualität ist. Dieses ist positiv konnotiert und widerspricht der ausgeübten Macht der Täter. Bei dem Terminus sexualisierte Gewalt liegt der Schwerpunkt auf Gewalt, da diese in erster Linie vom Täter dem Opfer gegenüber ausgeübt wird, was auf unterschiedliche Art und Weise passieren kann: „Gewalttätigkeiten und Grenzüberschreitungen können physisch sein (schlagen), psychisch (demütigen) oder emotional (Manipulation). Wird eine der drei Varianten der Grenzüberschreitungen mit scheinbarer Sexualität aufgeladen, handelt es sich um sexualisierte Gewalt“ (Huckele 2014, S.205f).
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Beschreibt den gesellschaftlichen Bewusstseinswandel bezüglich sexualisierter Gewalt seit 2010 und unterstreicht die Verantwortung der Schule für den Schutz von Kindern.
1 Begriffsklärung: Erläutert die Notwendigkeit einer präzisen Begriffsdefinition von sexualisierter Gewalt und differenziert zwischen Primär-, Sekundär- und Tertiärprävention.
2 Präventives Handeln: Beleuchtet Ansätze zur Thematisierung im Unterricht, die Wichtigkeit der Elternarbeit sowie die Rolle von Fortbildungen für Lehrkräfte.
3 Präventionsmedien: Analysiert den Einsatz von Medien wie Kinderliteratur, Theaterstücken und weiteren Materialien zur ganzheitlichen und aktiven Präventionsarbeit.
Schlüsselwörter
Sexualisierte Gewalt, Prävention, Schule, Primärprävention, Kinderschutz, Präventionsbotschaften, Elternarbeit, Kinderliteratur, Präventionstheater, Selbstbewusstsein, Grenzziehung, Intervention, Machtmissbrauch, Aufklärung, Erziehungshaltung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Möglichkeiten der schulischen Primärprävention zum Schutz von Kindern vor sexualisierter Gewalt unter besonderer Berücksichtigung geeigneter Medien.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die terminologische Abgrenzung von Gewaltformen, die Umsetzung präventiver Strategien im Unterricht, die Einbindung der Eltern sowie die kritische Auswahl und Nutzung von Präventionsmedien.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist es aufzuzeigen, wie Lehrer durch ein gestärktes Selbstbewusstsein der Schüler und den reflektierten Einsatz von Medien sexualisierte Gewalt vorbeugen können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Hausarbeit, die auf einer umfassenden Literaturanalyse und der Auswertung pädagogischer Konzepte sowie Bildungsplänen basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Begriffsklärung, die Darstellung von Präventionsmöglichkeiten im pädagogischen Alltag (Elternarbeit/Fortbildung) und eine detaillierte Auseinandersetzung mit verschiedenen Medien wie Kinderbüchern und Theaterstücken.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen sexualisierte Gewalt, Prävention, Kinderschutz, Präventionsbotschaften, Selbstbewusstsein und pädagogische Verantwortung.
Welche Bedeutung haben "Präventionsbotschaften" in der Arbeit?
Sie fungieren als zentrale Leitlinien, mit denen Kinder lernen, eigene Grenzen wahrzunehmen, "Nein" zu sagen und sich bei Geheimnissen oder unangenehmen Gefühlen Hilfe zu holen.
Warum wird im Buch der Begriff "sexualisierte Gewalt" dem "sexuellen Missbrauch" vorgezogen?
Die Autorin argumentiert, dass "sexueller Missbrauch" durch das positiv konnotierte Wort "sexuell" irreführend ist, während "sexualisierte Gewalt" den Fokus korrekt auf die machtmissbräuchliche Gewalt ausübt.
- Citation du texte
- Kathleen Victoria Craig (Auteur), 2018, Sexualisierte Gewalt. Prävention in der Grundschule, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/469842