Im Allgemeinen werden Diskursmarker als Gegenstandsbereich der Pragmatik verstanden und zeichnen sich besonders durch ihren prozeduralen Bedeutungsgehalt aus. Elena Landone bezeichnet sie als “los engranajes del discurso, […] ya que procesan su cohesión, coherencia, adecuación y eficacia” (2012: 431). Formal sind Diskursmarker den grammatikalischen Kategorien der Konjunktionen, der Adverbien und Interjektionen zuzuordnen und umfassen auch nominale und verbale appellativischen Formen. Sie sind syntaktisch gering bis nicht integriert und morphologisch invariabel.
Die Kategorisierung der marcadores in eine homogene Gruppe gestaltet sich äußerst schwierig. Zwar sind sich die meisten Forscher darüber einig, dass die Hauptfunktion der Marker darin liegt, unterschiedliche Arten sprachlicher Einheiten miteinander in Verbindung zu setzen, oder – besser gesagt – deren Verbindung klar zu markieren; allerdings handelt es sich doch um sehr komplexe sprachliche Elemente, deren Zusammenfassung in eine neue Wortgruppe bisher nicht in zufriedenstellender Form erreicht werden konnte.
Dementsprechend soll in der vorliegenden Arbeit zunächst diese Schwierigkeit der Kategorisierung genauer erläutert werden, bevor dann zwei mögliche Kategorisierungsvorschläge vorgestellt werden. Dabei wird zunächst auf die Klassifizierung Koch Oesterreichers und anschließend auf die Portolés‘ eingegangen. Abschließend werden die gesammelten Erkenntnisse zusammengefasst, wobei die beiden Kategorisierungsentwürfe einander gegenübergestellt werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Diskursmarker: eine neue Wortklasse?
3. Kategorisierung nach Koch Oesterreicher
3.1. Gliederungssignale
3.2. Turn-taking-Signale
3.3. Kontaktsignale
3.3.1. Sprechersignale
3.3.2. Hörersignale
3.4. Überbrückungsphänomene
3.5. Korrektursignale
3.6. Interjektionen
3.7. Abtönungsphänomene
4. Kategorisierung nach Portolés
4.1. Los estructuradores de la información
4.1.1. Los comentadores
4.1.2. Los ordenadores
4.1.3. Los digresores
4.2. Los conectores
4.2.1. Los conectores aditivos
4.2.2. Los conectores consecutivos
4.2.3. Los conectores contraargumentativos
4.3. Los reformuladores
4.3.1. Los reformuladores explicativos
4.3.2. Los reformuladores rectificativos
4.3.3. Los reformuladores de distanciamiento
4.3.4. Los reformuladores recapitulativos
4.4. Los operadores discursivos
4.4.1. Los operadores de refuerzo argumentativo
4.4.2. Los operadores de concreción
4.4.3. El operador de formulación
4.5. Los marcadores de control de contacto
5. Konklusion
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die theoretischen und praktischen Herausforderungen bei der Kategorisierung von Diskursmarkern im Spanischen. Das primäre Ziel ist es, die Eignung formaler versus funktionaler Kriterien zur Einordnung dieser heterogenen Wortklasse zu analysieren, indem zwei prominente Klassifizierungsansätze – jene von Koch/Oesterreicher und Portolés – gegenübergestellt werden.
- Grundlagen der Diskursmarkerforschung im Spanischen
- Kategorisierungsansatz nach Koch und Oesterreicher (funktional)
- Kategorisierungsansatz nach Portolés (funktional/pragmatisch)
- Vergleich der Polyfunktionalität und Kategorisierungsgrenzen
- Diskussion der Eignung für eine grammatische Klassifizierung
Auszug aus dem Buch
3.1. Gliederungssignale
Zunächst stellen Koch Oesterreicher die Funktionsdimension der sogenannten Gliederungssignale vor. Zu diesen werden all jene Elemente gezählt, die verwendet werden, um den Aufbau eines mündlichen Diskurses zu markieren. Sie zeigen also an, wie sich eine Äußerung inhaltlich in die sie umgebenden Redesegmente einfügt. (vgl. Koch Oesterreicher 2011: 43)
Dabei können Diskursmarker den Rezipienten vor allem im Bereich der kommunikativen Distanz entlasten, indem sie etwa die Struktur einer Argumentationskette anzeigen. Das ist gerade im Distanzdiskurs von Bedeutung, da dessen hohe Planbarkeit meist mit einer erhöhten Informationsdichte sowie einer sprachlichen und inhaltlichen Komplexität einhergeht. Beim Nähesprechen hingegen sind die sehr präzisen Marker wie etwa primero, además und en conclusión meist nicht notwendig. Es werden hierbei zwar auch solche Gliederungssignale genutzt, die den Beginn oder das Ende eines Diskursabschnittes anzeigen, allerdings wird im fortlaufenden Text in der Regel nicht markiert, welcher Abschnitt nun beginnt. Typisch für den Nähediskurs im Spanischen sind also beispielsweise die Gliederungssignale “entonces, y, luego, ahora [und] pues” (43). (vgl. 43)
Innerhalb des Phänomenbereichs der Gliederungssignale unterscheiden Koch Oesterreicher weiter zwischen den folgenden drei Hauptfunktionen: Den Anfangssignalen in dialogischen Diskursen, zu denen sie etwa “y, pero, pues, sí, bueno, oye, mira [und] sabes” (47) zählen; den Schlusssignalen in dialogischen Diskursen wie “no, verdad, eh, sabes” (47) und den Anfangssignalen in erzählenden Diskursen (z.B. “y, entonces, luego” (47)).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in die Terminologie von Diskursmarkern und die Problematik ihrer heterogenen Einordnung.
2. Diskursmarker: eine neue Wortklasse?: Diskussion der Frage, ob Diskursmarker aufgrund ihrer spezifischen formalen Eigenschaften eine eigenständige Wortklasse bilden können.
3. Kategorisierung nach Koch Oesterreicher: Vorstellung der funktionalen Einteilung von Diskursmarkern in sieben spezifische Funktionsdimensionen wie Gliederung, Turn-taking und Kontakt.
4. Kategorisierung nach Portolés: Erläuterung der funktionalen Typologie von Portolés, die auf die pragmatische Bedeutung der Marker in fünf Hauptklassen fokussiert.
5. Konklusion: Synthese der Ergebnisse, die eine formale Klassifizierung als problematisch erweist und die funktionale Einordnung als den zielführenderen Ansatz hervorhebt.
Schlüsselwörter
Diskursmarker, Spanisch, Pragmatik, Koch Oesterreicher, Portolés, Kategorisierung, Gliederungssignale, Turn-taking, Kontaktsignale, Reformulierung, Konnektoren, Grammatikalisierung, Nähe-Distanz-Hypothese, funktionale Linguistik, Sprachwissenschaft.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Einordnung von Diskursmarkern im Spanischen in linguistische Kategorisierungssysteme.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentral sind die funktionale Pragmatik, die Herausforderung der Wortklassifizierung und der Vergleich zwischen formalen und funktionalen Ansätzen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die Funktionsweise von Diskursmarkern anhand der Modelle von Koch/Oesterreicher und Portolés kritisch zu analysieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine deskriptiv-analytische Methode angewandt, die auf dem Vergleich bestehender theoretischer Kategorisierungsmodelle basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Vorstellung und kritische Beleuchtung der sieben funktionalen Kategorien von Koch/Oesterreicher und der fünf pragmatischen Klassen von Portolés.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Diskursmarker, Pragmatik, Sprachwissenschaft, Kategorisierung und funktionale Klassen.
Was ist der wesentliche Unterschied zwischen den Ansätzen von Koch/Oesterreicher und Portolés?
Während Koch/Oesterreicher die Polyfunktionalität betonen und Diskursmarker in sieben Funktionsbereichen einordnen, versucht Portolés jedem Marker eine spezifische, einheitliche Bedeutung in einem fünfstufigen System zuzuweisen.
Welches Fazit zieht die Autorin bezüglich der Klassifizierbarkeit?
Das Fazit lautet, dass eine formale grammatische Kategorisierung aufgrund der Heterogenität der Marker nicht zielführend ist und auch funktionale Modelle die Komplexität der Polyfunktionalität nur teilweise befriedigend abbilden können.
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- Ronja Thiede (Autor), 2018, Diskursmarker im Spanischen und ihre Kategorisierung nach Koch/Oesterreicher und Portolés, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/469958