Politikvermittlung in den Medien


Vordiplomarbeit, 2005

26 Seiten, Note: 2,6


Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Politikvermittlung durch Medien
2.1 Politikvermittlung durch Zeitungen
2.2 Politikvermittlung durch Fernsehen
2.3 Das Internet als neue Form der politischen Information

3. Auswirkungen der Mediatisierung von Politik
3.1 Von der Parteiendemokratie zur Mediendemokratie
3.2 Die Ambivalenz von Politik und Medien

4. Medialer Wandel und Politikvermittlung.
4.1 Medien als Informations- und Unterhaltungsmedien
4.2 Medienkompetenz als Voraussetzung für Politikvermittlung

5. Schlussbetrachtung

6. Literaturverzeichnis

Erklärung

1. Einleitung

Diese Arbeit soll den Zusammenhang von Politik und Öffentlichkeit in der mediatisierten Gesellschaft darstellen und vor allem den Aspekt der Ambivalenz von Politikvermittlung durch die Medien näher beleuchten. So soll zu Beginn grundlegend auf die Medientypen Zeitungen, Fernsehen und Internet und ihre Rolle in der Herstellung von politischer Öffentlichkeit eingegangen werden um herauszustellen, welche vielfältigen Formen der Politikvermittlung bestehen und wo Unterschiede in der Reichweite und Qualität zwischen den verschiedenen Medientypen und auch innerhalb der Medientypen zu erkennen sind.

Darauffolgend soll herausgearbeitet werden welche Auswirkungen die mediale Politikvermittlung auf die Politik hat und welche Folgen daraus für die Parteiendemokratie erwachsen. Hier soll auch diskutiert werden inwieweit der Begriff der Mediendemokratie für das dargestellte Phänomen herangezogen werden kann. Des Weiteren soll hier die Ambivalenz und gegenseitige Beeinflussung von Politik und medialer Politikvermittlung aufgegriffen werden, die durch die Pluralisierung der Medienangebote und, wie gezeigt werden wird, damit einhergehende geringere Beeinflussung der Medien durch die politischen Akteure, an Stärke gewinnt.

Wie der mediale Wandel in der Vermittlung politischer Gegenstände zu bewerten ist behandelt der folgende Gliederungspunkt. Die Vermischung von Informations- und Unterhaltungscharakter der Medien und die daraus eventuell resultierende Skandalisierung und Boulevardisierung von Politik soll hier ebenso thematisiert werden wie die Frage ob Politik in den Medien überhaupt angemessen vermittelt werden kann. Dies ist vor allem unter dem Gesichtspunkt zu hinterfragen, dass bestimmte Bevölkerungsgruppen, wie beispielsweise Jugendliche, nur sehr geringes Interesse an informationsorientierten Medien zeigen und sich somit die Politikvermittlung weitestgehend entziehen.

Die Bedeutsamkeit von Medienkompetenz bei der medialen Politikvermittlung soll hier abschließend herausgestellt werden um aufzuzeigen, dass Politikvermittlung durch die Medien, auch in Hinblick auf die Selektivität der erreichten Bevölkerungsschichten, nur dann funktionieren kann, wenn der Mediennutzer aus den vielfältig angebotenen Medien diejenigen herausfiltern kann, die ihm die bestmögliche Informationsbasis bieten kann – wenn er also eine ausreichende Medienkompetenz aufzuweisen hat.

Zum Ende hin sollen in der Schlussbetrachtung die Probleme, die für die mediale Politikvermittlung erkannt wurden aggregiert werden, um zusammenfassend aufzuzeigen, welche Mängel vor allem in Bezug auf die Reichweite der medialen Politikvermittlung bestehen.

2. Politikvermittlung durch Medien

2.1 Politikvermittlung durch Zeitungen

Als das wohl älteste und somit traditionsreichste Massenmedium, das sich der Politikvermittlung verschrieb, sind die Printmedien und hier vor allem die Zeitungen zu nennen. Hier soll nun aber lediglich auf den Zeitraum nach 1945 eingegangen werden, so dass die Politikvermittlung in den gedruckten Medien vor diesem Zeitpunkt keine Beachtung finden wird. Den Printmedien ist zu eigen, dass sie lediglich über geschriebene und gedruckte Sprache – und nur unterstützt von Fotografien – als Mittel der (Politik-) vermittlung verfügt. Der Unterschied zu den visuellen Medien liegt zum einen darin, dass die Rezeption der zu vermittelnden Inhalte vom Leser sowohl zeitlich als auch inhaltlich relativ frei bestimmt werden kann. So sind Lesegeschwindigkeit und inhaltliche Selektion vom Adressaten frei beeinflussbar und er unterliegt nicht, wie bei audiovisuellen Medien der vorgegebenen Reihenfolge der Informationen und vor allem auch nicht der Geschwindigkeit der Vermittlung von Inhalten. So ist durch den Speichercharakter auch ein späteres Nachlesen oder Auffrischen von Informationen relativ problemlos, was von audiovisuellen Medien eher nicht behauptet werden kann.[1]

Doch auch die Selektionsfreiheit im Bereich der Printmedien ist nicht allumfassend, da sowohl durch die Größe von Überschriften und Artikeln als auch durch die Platzierung auf der Titelseite oder an anderen aufmerksamkeitserregenden Stellen eine gewisse Brisanz und Aktualität vermittelt wird, die der Rezipient meist aufgreift. So können also auch in Printmedien durch die Gestalter von Zeitungen Akzente gesetzt werden, die oben genannte Freiheiten einschränken.[2]

An dieser Stelle ist noch darauf hinzuweisen, dass jegliche Berichterstattung auch von der politischen Ausrichtung der Zeitung beziehungsweise des jeweiligen Journalisten geprägt ist. So sind Kritik und Zustimmung an Vorschlägen bestimmter politischer Gruppierungen in verschiedenen Printmedien unterschiedlich stark ausgeprägt. Um diese politisch geprägte Färbung des Journalismus zu erkennen und als Rezipient damit verantwortungsvoll umzugehen, ist eine gewisse Art von Medienkompetenz von Nöten, die den einzelnen Adressaten davor bewahrt, das „zielgerichtete Hoch- oder Herunterspielen von Nachrichten“[3] auszumachen und selbst zu bewerten. Auf diesen Themenkomplex soll in einem späteren Gliederungspunkt allerdings näher eingegangen werden.

Des weiteren ist anzumerken, dass die Printmedien aufgrund ihres periodischen, also täglich bzw. wöchentlichen, Erscheinens nicht als Erstberichterstatter auftreten, da aktuelle Ereignisse viel schneller durch audiovisuelle Medien aufgegriffen werden können. So ist es diesen beispielsweise möglich im Falle von politischen Entscheidungen live vor Ort zu berichten, während Printmedien diese Entscheidungen erst in der nächsten Ausgabe, also meist erst am nächsten Vormittag, mitteilen können. Allerdings ergibt sich hieraus, dass Printmedien durch die längere Vorlaufzeit nicht nur über die aktuelle Entscheidung, sondern auch über dafür verantwortliche Ursachen als auch damit verbundene Folgen berichten können. Den Printmedien kommt daher auch aufgrund der oben genannten selbstbestimmten Lesegeschwindigkeit eher die Rolle des Hintergrundberichterstatters zu, welche audiovisuelle Medien allein schon wegen der Komplexität der politischen Zusammenhänge eher unzureichend wahrnehmen können.[4]

Weiterhin ist in Bezug auf die thematische Ausrichtung der gedruckten Politikvermittlung anzumerken, dass hier vor allem konfliktträchtige Politikfelder und Spannungsverhältnisse der nationalen Politik einen großen Stellenwert einnehmen, wohingegen internationale Meldungen nur hervorgehoben werden, wenn sich Verbindungen zur nationalen Politik zeigen oder das Thema von großer internationaler Brisanz ist.[5] Politische Meldungen aus dem Ausland beschäftigen sich meist lediglich mit Regierungspolitik, weniger mit der oppositionellen Ausrichtung in Bezug auf die Politik der Regierung. Die Debatte von Regierungs- als auch Oppositionspolitik nimmt allerdings in der nationalen Berichterstattung ein sehr viel höheres Maß ein.[6] Doch muss hier hinzugefügt werden, dass dies ein medienübergreifendes Phänomen darstellt.

Geht man nun auf die unterschiedlichen Typen von Printmedien ein, so zeigen sich sowohl inhaltlich als auch intellektuell-qualitativ große Unterschiede. Hier soll im Folgenden nur auf Überregionale, Regionale und Straßenverkaufs- beziehungsweise Boulevardzeitungen näher eingegangen werden, da diese im weiteren Verlauf dieser Arbeit noch von Bedeutung sein werden.

Wilke stellt heraus, dass die überregionalen Zeitungen in Deutschland das gesamte politische Spektrum von links nach rechts abdecken, was wiederum auf die oben schon angesprochene politische Färbung von Medien hinweist. Wilke zufolge bietet dieser Zeitungstyp die größte Qualität an politischer Berichterstattung, was schon durch die von ihm verwendete Bezeichnung „Überregionale Qualitätszeitungen“[7] herausgestellt wird. Dieses Segment der Printmedien nimmt aber nur etwa drei Prozent der Gesamtauflage ein, erreicht aber vor allem überdurchschnittlich gebildete und somit zumeist auch einflussreichere Leser.[8]

Bei den regionalen Tageszeitungen, welche das deutsche Pressewesen dominieren, steht der lokale Bezug im Mittelpunkt, obwohl überregionale politische Nachrichten meist die ersten Seiten einnehmen, wodurch ihnen eine besondere Stellung zugeschrieben wird. Diese Zeitungen, welche etwa drei Viertel des deutschen Zeitungsmarktes ausmachen, verstehen sich selbst meist als überparteilich und unabhängig, was allerdings nicht bedeutet, dass eine politische Grundhaltung der Journalisten bei der Nachrichtenauswahl nicht vorhanden wäre. Eine so starke politische Ausrichtung, wie sie für die überregionalen Zeitungen oben noch attestiert wurde, ist hier allerdings nicht auszumachen.[9] Zur Verbreitung der regionalen Tageszeitungen ist zu sagen, dass die Hälfte der Bundesbürger regelmäßig eine solche liest. Allerdings zieht der Lokalteil dieser Zeitungen mehr Interesse auf sich, als beispielsweise in- oder ausländische politische Meldungen. Ein weiteres Problem stellt das fehlende Interesse Jugendlicher an diesem Medium dar, worauf im Laufe dieser Arbeit noch Bezug genommen wird.[10]

[...]


[1] vgl.: Wilke, Jürgen 1998: Politikvermittlung durch Printmedien. In: Sarcinelli, Ulrich (Hrsg.): Politikvermittlung und Demokratie in der Mediengesellschaft. Ist: Bundeszentrale für politische Bildung. Schriftenreihe. Band 352. Bonn 1998, S. 149f.

[2] vgl. ebd.: S.150

[3] ebd.: S.152f.

[4] vgl. ebd.: S.150f.

[5] vgl. auch: Delhaes, Thomas: Politik und Medien. Zur Interaktionsdynamik zweier sozialer Systeme. Ist: Studien zur Kommunikationswissenschaft. Wiesbaden 2002, S.88

[6] vgl. Wilke 1998: S. 151f.

[7] ebd.: S.154

[8] vgl. ebd.: S.154f. und 160

[9] vgl. ebd.: S.156

[10] vgl. ebd.: S.159ff.

Ende der Leseprobe aus 26 Seiten

Details

Titel
Politikvermittlung in den Medien
Hochschule
Carl von Ossietzky Universität Oldenburg  (Institut für Politikwissenschaften)
Note
2,6
Autor
Jahr
2005
Seiten
26
Katalognummer
V46998
ISBN (eBook)
9783638440592
Dateigröße
415 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Politikvermittlung, Medien
Arbeit zitieren
Florian Winkler (Autor), 2005, Politikvermittlung in den Medien, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/46998

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