Ziel dieser Arbeit ist es zu analysieren, wie die Erziehungspartnerschaft in Konzeptionen von Einrichtungen für frühkindliche Erziehung implementiert wird. Vor allem wird untersucht, welchen Stellenwert das Thema in den Konzeptionen einnimmt und welche Aspekte die Verfasser für wichtig erachten. Denn oft wird das Thema Erziehungspartnerschaft in Konzeptionen nur als Randthema erwähnt. Laut Baumeister und Gieser ist aber Erziehungspartnerschaft in der Weiterbildungslandschaft für Frühpädagogik ein sehr wichtiges Arbeitsfeld. So stellt sich die Frage, ob es nicht sinnvoll wäre, dieses Thema bereits bei der Konzeptionsentwicklung mehr auszudifferenzieren.
Im ersten - theoretischen - Teil werden die wichtigsten thematischen Begriffe erklärt. Des Weiteren ist hier von Bedeutung, wie der Gesetzgeber die Erziehungspartnerschaft versteht und welche Vorgaben er als unabdingbar erachtet. Ferner werden die verschiedenen Formen der Erziehungspartnerschaft näher erläutert und deren Ziele zusammengetragen. Letztendlich ist es fraglich, was von den genannten Aspekten auch in eine Konzeption gehört.
Im zweiten Teil der Forschungsarbeit wird die empirische Untersuchung dargestellt. Hierzu werden fünf verschiedene Konzeptionen aus hessischen Einrichtungen für frühkindliche Erziehung anhand der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring untersucht. Zunächst wird der Gegenstand der Erhebung beschrieben und deren Ziele vorgestellt. Die Ergebnisse werden sodann zusammengetragen und ausgewertet. Das abschließende Fazit erörtert noch offene Fragen und liefert einen Ausblick zu dieser Thematik.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Theoretische Grundlagen
2.1. Zentrale Begriffe
2.1.1. Konzeption
2.1.2. Frühpädagogische Einrichtungen
2.1.3. Erziehungspartnerschaft
2.2. Gesetzliche Rahmenbedingungen
2.2.1. §§ 22, 22a, SGB VIII (Kinder- und Jugendhilfegesetz, KJHG), §27 HKJGB
2.2.2. Der hessische Bildungs- und Erziehungsplan (BEP)
2.3. Aufbau und Ziele einer Konzeption
2.4. Ziele und förderliche Aspekte der Erziehungspartnerschaft
2.5. Formen der Erziehungspartnerschaft
3. Empirischer Teil
3.1. Gegenstand und Ziele der Forschung
3.2. Gütekriterien
3.3. Auswahl der Daten und der Einrichtungen
3.4. Methodologie der Dokumentenanalyse
3.5. Auswertungsverfahren mit der qualitativen Inhaltsanalyse nach Philipp Mayring
3.6. Darstellung und Auswertung der Ergebnisse
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Forschungsarbeit analysiert, inwieweit das Konzept der Erziehungspartnerschaft in den schriftlichen Konzeptionen ausgewählter hessischer frühpädagogischer Einrichtungen implementiert ist und welchen Stellenwert diese Thematik im konzeptionellen Rahmen einnimmt.
- Bedeutung der Erziehungspartnerschaft im frühpädagogischen Kontext
- Analyse gesetzlicher Vorgaben und Bildungspläne
- Qualitative Inhaltsanalyse von Konzeptionen hessischer Kindertagesstätten
- Untersuchung von Zielsetzungen, Formen und Haltungen in der Zusammenarbeit mit Eltern
- Vergleich zwischen theoretischem Anspruch und tatsächlicher konzeptioneller Umsetzung
Auszug aus dem Buch
2.1.1. Konzeption
Als 1991 das Kinder- und Jugendhilfegesetz (KJHG) verabschiedet wurde, erarbeiteten sich die meisten frühpädagogischen Einrichtungen sich zunächst eine Konzeption als pädagogische Handlungsgrundlage. Da vor allem im allgemeinen Sprachgebrauch zwischen den Begriffen Konzeption und Konzept nicht stets eindeutig differenziert wird, ist es wichtig, im Folgenden die Unterscheide aufzuzeigen. So hat das Wort „Konzeption“ laut Duden folgende Bedeutung:
1. (bildungssprachlich) einer Lehre, einem Programm, [künstlerischen] Werk zugrunde liegende Anschauung, Leitidee; geistiger Entwurf
2. (Medizin) Empfängnis (o.S.)
und weiter wird ausgeführt, ein Konzept ist ein
1. skizzenhafter, stichwortartiger Entwurf, Rohfassung eines Textes, einer Rede o. Ä.
2. klar umrissener Plan, Programm für ein Vorhaben
3. Idee, Ideal; aus der Wahrnehmung abstrahierte Vorstellung (o.S.)
Hier zeigt sich der erste Unterschied zwischen den beiden Begriffen. Ein Konzept ist eine undifferenzierte Planbeschreibung, eine anfängliche Skizze, die viel Raum für Interpretationen (aber auch Missverständnisse) lässt. So ist ein Konzept ein Umriss einer Idee, welche jedoch nicht ausreichend Transparenz und Tiefenverständnis für eine Lösung ermöglicht. Im Gegensatz dazu wird eine Konzeption als eine grundlegende Leitidee, ein konkretes Vorgehensprogramm oder als ein inhaltlicher Ablaufplan beschrieben. Außerdem werden von „Duden-Online“ weitere ähnliche Begriffspaarungen vorgeschlagen, die den gleichen Charakter aufweisen, wie: Argument und Argumentation oder Produkt und Produktion. Besonders an diesen Beispielen wird die Endgültigkeit oder aber der Prozess in der Wortgestaltung deutlich. Somit weist die Konzeption ihren Prozesscharakter auf und deutet darauf hin, dass diese sich fortlaufend weiterentwickeln (kann).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Bedeutung der Erziehungspartnerschaft für die kindliche Entwicklung und definiert das Ziel der Arbeit, deren Implementierung in frühpädagogischen Konzeptionen zu untersuchen.
2. Theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel erläutert zentrale Begriffe, gesetzliche Rahmenbedingungen wie das SGB VIII und den hessischen Bildungs- und Erziehungsplan (BEP) sowie die verschiedenen Formen der Erziehungspartnerschaft.
3. Empirischer Teil: Der empirische Teil beschreibt die methodische Vorgehensweise, die Auswahl der Kindertagesstätten und die qualitative Inhaltsanalyse nach Mayring zur Auswertung der vorliegenden Konzeptionen.
4. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Untersuchung zusammen, vergleicht sie mit dem aktuellen Forschungsstand und gibt Anregungen für die pädagogische Praxis sowie zukünftige Forschungsarbeiten.
Schlüsselwörter
Erziehungspartnerschaft, Konzeption, frühpädagogische Einrichtungen, Elternarbeit, qualitative Inhaltsanalyse, Kindertagesstätte, Bildungs- und Erziehungsplan, Elternbeirat, Partizipation, pädagogische Haltung, Zusammenarbeit, Qualitätssicherung, Dokumentenanalyse, Hessen, Familienbildung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Bedeutung und Umsetzung des Konzepts der Erziehungspartnerschaft in den schriftlichen Konzeptionen von fünf ausgewählten hessischen Kindertageseinrichtungen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die theoretische Fundierung der Erziehungspartnerschaft, deren rechtliche Verankerung sowie die empirische Analyse, wie pädagogische Fachkräfte dieses Thema in ihren Konzeptionen gewichten und ausgestalten.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, den aktuellen wissenschaftlichen Forschungsstand zur Erziehungspartnerschaft mit der realen, schriftlich fixierten Praxis in den Konzeptionen frühpädagogischer Einrichtungen zu vergleichen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin nutzt die Methode der Dokumentenanalyse in Verbindung mit einer strukturierten qualitativen Inhaltsanalyse nach Philipp Mayring, um die Konzeptionen systematisch auszuwerten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, die Begriffsdefinitionen und gesetzliche Vorgaben liefern, sowie einen empirischen Teil, der die Kategorien der Analyse und die Ergebnisse der Untersuchung darstellt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit fokussiert sich maßgeblich auf Begriffe wie Erziehungspartnerschaft, Konzeptionsentwicklung, Elternarbeit, Partizipation und pädagogische Qualität.
Wie unterscheidet die Autorin zwischen "Konzept" und "Konzeption"?
Die Autorin stellt heraus, dass ein "Konzept" eher eine skizzenhafte, unvollständige Planung ist, während eine "Konzeption" einen prozessorientierten, verbindlichen und inhaltlich ausgereiften Rahmen darstellt.
Warum wird der Elternbeirat als besonders relevante Kategorie gewertet?
In allen untersuchten Konzeptionen wurde der Elternbeirat als zentrales Element der Mitbestimmung aufgeführt, was laut der Autorin darauf hindeutet, dass die Zusammenarbeit mit Eltern oft primär über dieses Gremium definiert wird.
- Arbeit zitieren
- Jolita Urbutyte (Autor:in), 2019, Erziehungspartnerschaft eine Untersuchung von Konzeptionen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/470086