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Mobile Applikationen als Instrument der Disziplinierung

Titre: Mobile Applikationen als Instrument der Disziplinierung

Dossier / Travail de Séminaire , 2015 , 17 Pages , Note: 1,0

Autor:in: Erika Schuller (Auteur)

Médias / Communication - Recherche et études
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Im Folgenden wird auf die Frage eingegangen, inwiefern mobile Fitness-Applikationen, hierfür exemplarisch "Freeletics", als Instrument der Selbstregulation innerhalb einer Disziplinar- beziehungsweise Kontrollgesellschaft funktionieren unter Bezugnahme des Verhältnisses von Gesundheit und Ästhetik, sowie dem Körper als Signifikant. Unter Berücksichtigung selbstdisziplinierender Techniken, welche sich durch aktuelle Formen von Normativität speisen und ihren Niederschlag, in diesem Fall, in einem neuen Körperbewusstsein finden, soll analysiert werden in wie weit sowohl der Individual- als auch der Kollektivkörper von diesen Einwirkungen betroffen ist. Anhand Foucaults und Deleuzes Theoriegrundlagen sollen sodann Schnittstellen indiziert werden, die diese Verhältnisannahme verifizieren. Während sich die Disziplinargesellschaft durch den Einschluss in verschiedene Institutionen sowie Milieus und die Fokussierung der Disziplinierung auf den lebendigen Körper charakterisiert, der zugleich Subjekt und Objekt sozialer und psychischer Kontroll-techniken ist, kann die Kontrollgesellschaft als eine Erweiterung oder Ergänzung verstanden werden. Hierbei rückt das Individuum ins Zentrum einer flexiblen, modularen Macht, die sich durch ein freiheitliches Erscheinen konstatier, die Disziplinierung, Selbstregulierung und Optimierung jedoch durch die Inklusion in ein kontrollierendes System, dem Individuum selbst überlässt.

Die Relation zu einem diskursivem Verständnis der disziplinierenden Norm, darf hier allerdings nicht außer Acht gelassen werden, da Norm nie ahistorisch oder "entsozialisiert" betrachtet werden darf und immer "[...] die doppelte Fähigkeit zu normalisieren und zu normieren [besitzt]". In diesem Spannungsfeld der Macht bewegen sich nun die digitalen, körperbezogene Anwendungen, die instrumentalisiert zur Regulation und Aufrechterhaltung bestimmter struktureller Zustände eingesetzt werden.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Freeletics

2. Der Körper als Signifikant

3. Geundheit und Ästhetik

4. Norm

5. Disziplinargesellschaft / Kontrollgesellschaft

Schlussfolgerung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, inwiefern mobile Fitness-Applikationen – hier am Beispiel von „Freeletics“ – als Instrumente der Selbstregulation und Disziplinierung innerhalb der modernen Disziplinar- beziehungsweise Kontrollgesellschaft fungieren.

  • Analyse von „Freeletics“ als medientechnisches Instrument zur Körpermodellierung
  • Verhältnis von Gesundheit, Ästhetik und dem Körper als Signifikant
  • Theoretische Einbettung in Foucaults Disziplinargesellschaft und Deleuzes Kontrollgesellschaft
  • Untersuchung von Prozessen der Selbstoptimierung und Quantifizierung des Individuums
  • Bedeutung von Sichtbarkeit und digitaler Überwachung bei mobilen Anwendungen

Auszug aus dem Buch

2. Der Körper als Signifikant

Gerade in Bezug auf einen athletischen Körper ist die Konstruktion des Selbigen unter sozialen und historischen Gesichtspunkten zu reflektieren. Nur unter Betrachtung diskursiver Eigengesetzlichkeiten und kultureller Prozesse ist es mögliche, ein semiotisch System zu verstehen, mit dessen Hilfe dem Körper Attribute zugeordnet werden, die eine Klassifikation in Alter, Temperament, Konstitutionstyp et cetera ermöglichen (vgl. Sarasin 2001, 174). So ist auch das Geschlecht nichts weiter als „[...]performativ inszenierte Bedeutung“ (ebd., 15). Selbst die Wissenschaft, als ein sich auf empirische Grundlagen beziehendes Feld, ist von einer kulturellen Einschreibung nicht exkludiert, was sich auch in der Medizin, als der Wissenschaft vom menschlichen Körper, und ihrem Aktionsfeld äußert. Innerhalb dieses Fachgebietes wird Bedeutung nicht nur rezipiert sondern auch produziert, so dass „[...] der menschliche Körper nie ein »natürliches Objekt«, sondern immer schon bis in die Frage hinein, wo seine Grenzen liegen, eine »beschriebenes« [ist]“ (Sarasin 1998, 421f).

Über dieses deskriptive Moment, in welchem ein semiotisch-materiallese System mit körperlicher Bedeutung verknüpft wird, ist das Subjekt in der Lage sich des eigenen Körpers bewusste zu werden, durch die Abgrenzung des eigenen Imagos im Verhältnis zu dem der Anderen. „[...] [E]s sind erst die symbolisierenden Praktiken der Benennung, die diese imaginäre Identifikation und Entfremdung stabilisieren, das heißt als sozial verbindlich für das Subjekt akzeptabel machen und damit als gesellschaftliche Wirklichkeit situieren“ (Sarasin 2001, 174). Besonders deutlich wird dieses kulturell verortete Bewusstsein des Sich-Körperlich-Fühlens durch den Vergleich von spezifischer Gebrauchsweisen des Leibes mittels „Körpertechniken“, die von Gesellschaftskreis zu Gesellschaftskreis differieren, wobei körperinhärente Funktionen wie Gehen oder Schwimmen, ebenfalls als immanente Teile eines Diskurses gelesen und niemals als „natürlich“ angesehen werden müssen (vgl. Mauss; zit. nach Sarasin 2001, 14f).

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung führt in das Spannungsfeld von Körpergeschichte, Digitalisierung und Medientheorie ein und definiert die Untersuchung von Freeletics als Instrument der Selbstregulation.

1. Freeletics: Dieses Kapitel beschreibt das Konzept, die Funktionsweise und das Belohnungssystem der Applikation als Ausgangspunkt für die medienwissenschaftliche Analyse.

2. Der Körper als Signifikant: Hier wird die diskursive und kulturelle Konstruktion des Körpers unter Einbezug von Machttheorien und Körpertechniken theoretisch beleuchtet.

3. Geundheit und Ästhetik: Das Kapitel analysiert, wie gesellschaftliche Normen und Ideale der Schlankheit und Fitness Gesundheit als Zielsetzung definieren und diskriminierende Mechanismen erzeugen.

4. Norm: Hier erfolgt eine theoretische Auseinandersetzung mit dem Begriff der Norm, die zwischen Normalisierung und Disziplinierung durch Vergleichs- und Bewertungsmodelle differenziert.

5. Disziplinargesellschaft / Kontrollgesellschaft: Das Kapitel verortet mobile Applikationen in den Machtstrukturen nach Foucault und Deleuze und untersucht, wie digitale Selbstoptimierung als neue Form der Kontrolle funktioniert.

Schlussfolgerung: Die Schlussfolgerung resümiert, dass mobile Fitness-Apps hybride Schnittstellen zwischen Disziplinar- und Kontrollgesellschaft bilden, die neue Formen der Sichtbarkeit und Selbstkontrolle hervorbringen.

Schlüsselwörter

Freeletics, Körpermodellierung, Selbstdisziplinierung, Kontrollgesellschaft, Disziplinargesellschaft, Körperbewusstsein, Quantified-Self, Machtdispositive, Normalisierung, digitale Überwachung, Fitness-App, Biopolitik, Selbstregulation, Leistungsgesellschaft, Körperdiskurs

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie mobile Fitness-Applikationen das Verhalten von Individuen durch digitale Instrumente der Selbstregulation und körpernormierende Mechanismen beeinflussen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themen sind der Körper als soziales und diskursives Konstrukt, die Einflüsse von Fitness-Idealen auf das Individuum sowie die Veränderung von Machtstrukturen durch digitale Technologien.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Arbeit geht der Frage nach, inwiefern mobile Fitness-Applikationen als Instrumente der Selbstregulation innerhalb einer Disziplinar- oder Kontrollgesellschaft fungieren.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Die Analyse stützt sich auf eine medienwissenschaftliche Untersuchung unter Einbeziehung diskursanalytischer Theoriegrundlagen, insbesondere unter Bezugnahme auf Michel Foucault und Gilles Deleuze.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der detaillierten Vorstellung von Freeletics, der theoretischen Herleitung des Körpers als Signifikant, der Verknüpfung von Gesundheit und Ästhetik mit gesellschaftlichen Normen sowie der Einordnung dieser Prozesse in moderne Machtsysteme.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?

Zu den prägenden Schlüsselwörtern gehören Selbstdisziplinierung, Kontrollgesellschaft, Körpermodellierung, Disziplinarmacht und digitale Sichtbarkeit.

Welche spezifische Rolle spielt die „Leaderboard“-Funktion bei Freeletics?

Das Leaderboard dient als Komparationsmechanismus, der die Leistung des Individuums quantifizierbar und vergleichbar macht, wodurch der soziale Druck zur Selbstoptimierung durch ständige Rangfolgen erhöht wird.

Warum wird Freeletics als „hybride Form“ der Kontrolle bezeichnet?

Die Anwendung lässt sich nicht eindeutig nur der Disziplinargesellschaft oder der Kontrollgesellschaft zuordnen, sondern überschneidet beide Formen, indem sie institutionelle Strukturen durch digitale, modulare Selbstkontrolle ersetzt.

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Résumé des informations

Titre
Mobile Applikationen als Instrument der Disziplinierung
Université
Braunschweig Academy of fine arts  (Institut für Medienforschung)
Cours
Medientheorie
Note
1,0
Auteur
Erika Schuller (Auteur)
Année de publication
2015
Pages
17
N° de catalogue
V470103
ISBN (ebook)
9783668979604
ISBN (Livre)
9783668979611
Langue
allemand
mots-clé
Disziplinierung Foucault Deleuze Kontrolle Kontrollgesellschaft Disziplinargesellschaft App Mobile Applikationen Freeletics
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Erika Schuller (Auteur), 2015, Mobile Applikationen als Instrument der Disziplinierung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/470103
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Extrait de  17  pages
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