In der vorliegenden Seminararbeit wird die Fragestellung erörtert, ob es auch einen Gender Pay Gap in technischen Berufen gibt. Dabei wird von der Hypothese ausgegangen, dass es einen Gehaltsunterschied gibt, der nicht durch die Berufswahl, sondern durch eine geschlechtsspezifische Diskriminierung bedingt ist.
Da als eine der Hauptursachen für die Entgeltdifferenz die unterschiedliche Berufs- und Branchenwahl der Frauen genannt wird, dürfte es diese in technischen Berufen nicht geben. Falls sich Verdienstunterschiede zwischen Männern und Frauen in den MINT-Berufen feststellen lassen, wird versucht, diese mithilfe einer Drittvariablen zu erklären. Dabei wird untersucht, ob Kinder einen Einfluss auf das Gehalt haben.
Um die aufgestellte Fragestellung zu beantworten, wird zunächst die Entwicklung des Gender Pay Gaps in Deutschland in den vergangenen Jahren beschrieben. Zudem werden die Ursachen für die Lohnlücke analysiert sowie die Maßnahmen der Bundesregierung, um dieser entgegenzuwirken.
Der Schwerpunkt des darauffolgenden Kapitels liegt auf dem Gender Pay Gap speziell in den MINT-Berufen. Auf Basis der BIBB/BAuA-Erwerbstätigenbefragung 2012 wird untersucht, ob Gehaltsunterschiede zwischen Frauen und Männern bestehen. Dazu werden zunächst die Datenauswahl und die Auswertungsmethode begründet, um anschließend die Ergebnisse vorzustellen und zu interpretieren. Die für diese Berechnungen benötigte SPSS-Syntax ist im Anhang zu finden.
Die Schlussbetrachtung besteht aus einer abschließenden Beantwortung der Fragestellung und der Herausstellung der zentralen Ergebnisse.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Der Gender Pay Gap: Entwicklung, Ursachen und Maßnahmen
3. Untersuchung zum Gender Pay Gap in MINT-Berufen
3.1. Datenbasis und Methode
3.2. Ergebnisse und Interpretation
4. Schlussbetrachtung
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht, ob in Deutschland ein geschlechtsspezifischer Gehaltsunterschied, der sogenannte Gender Pay Gap, innerhalb technischer Berufsfelder existiert. Dabei wird die Hypothese geprüft, ob die Entgeltdifferenz primär durch Diskriminierung und nicht allein durch die Berufswahl bedingt ist, und es wird der Einfluss von Kindern als mögliche Drittvariable analysiert.
- Entwicklung und Ursachen des Gender Pay Gap in Deutschland
- Maßnahmen der Bundesregierung gegen Lohngerechtigkeitslücken
- Empirische Analyse des Gehaltsunterschieds in MINT-Berufen
- Einfluss von Kindern auf Vollzeitbeschäftigung und Karrierechancen
- Untersuchung von geschlechtsspezifischer Diskriminierung bei der Gehaltsbewertung
Auszug aus dem Buch
1. Einleitung
Die finanzielle Benachteiligung von Frauen im Beruf wird bereits seit vielen Jahren untersucht. Der erst kürzlich in den Medien diskutierte Fall einer BBC-Journalistin, die ihren Job aufgrund einer schlechteren Bezahlung im Vergleich zu ihren männlichen Kollegen kündigte, ließ die Debatte um die Lohngleichheit auch in Deutschland wieder aufflammen. Trotz der fortschreitenden Emanzipation der Frau und der Gleichstellung der Geschlechter vor dem Gesetz (vgl. Art. 3 Abs. 2 GG) bleiben geschlechtsspezifische Verdienstunterschiede, die als Gender Pay Gap bezeichnet werden, bestehen.
Zu diesem Thema wurde bereits erforscht, welchen Einfluss die berufliche Geschlechtersegregation auf dem Arbeitsmarkt auf den Gender Pay Gap hat. Frauen sind häufig in niedriger entlohnten Berufsbranchen tätig, wodurch die Entgeltlücke teilweise erklärt werden kann. Es wurde ebenfalls herausgefunden, dass Ehe und Kinder für männliche Angestellte einen signifikant positiven Effekt auf das Gehalt haben und dieser für weibliche Angestellte jedoch kaum messbar ist. Der Gender Pay Gap speziell in Führungspositionen sowie im Finanzdienstleistungs- und im Gesundheitssektor wurde ebenso untersucht. Gehaltsunterschiede zwischen Frauen und Männern in MINT-Berufen wurden bislang nicht erforscht. In der vorliegenden Seminararbeit wird daher die Fragestellung erörtert, ob es auch einen Gender Pay Gap in technischen Berufen gibt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik der geschlechtsspezifischen Verdienstunterschiede ein, erläutert den aktuellen Forschungsstand und definiert die Fragestellung sowie die Hypothese der Arbeit.
2. Der Gender Pay Gap: Entwicklung, Ursachen und Maßnahmen: Hier wird der aktuelle Stand des Gender Pay Gaps in Deutschland beleuchtet, die Ursachen für die Lohnlücke analysiert und die politischen Maßnahmen der Bundesregierung vorgestellt.
3. Untersuchung zum Gender Pay Gap in MINT-Berufen: Dieses Hauptkapitel erläutert die Datengrundlage und Methodik der empirischen Untersuchung und präsentiert die Analyseergebnisse hinsichtlich Gehaltsunterschieden in technischen Berufen.
4. Schlussbetrachtung: Das Kapitel fasst die zentralen Erkenntnisse der Arbeit zusammen, beantwortet die Forschungsfrage und diskutiert die gesellschaftliche Relevanz der Ergebnisse.
Schlüsselwörter
Gender Pay Gap, MINT-Berufe, Gehaltsunterschiede, Lohngerechtigkeit, Geschlechtersegregation, Diskriminierung, Erwerbstätigenbefragung, Vollzeitbeschäftigung, Entgeltlücke, Arbeitsmarkt, Drittvariablen, Rollenstereotype, Karrierechancen, Lohntransparenz, Berufswahl.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die geschlechtsspezifischen Lohnunterschiede, den sogenannten Gender Pay Gap, speziell innerhalb technischer Berufe (MINT-Berufe) in Deutschland.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die zentralen Themen sind die Entwicklung der Lohnlücke, die geschlechtsspezifische Segregation auf dem Arbeitsmarkt, staatliche Maßnahmen zur Förderung der Lohngerechtigkeit und der Einfluss von familiären Faktoren auf die Karriere.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die Forschungsfrage lautet, ob es einen nachweisbaren Gender Pay Gap in technischen Berufen gibt und ob dieser durch geschlechtsspezifische Diskriminierung erklärbar ist.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine empirische Analyse auf Basis der BIBB/BAuA-Erwerbstätigenbefragung von 2012, unter Verwendung von SPSS zur statistischen Auswertung und Korrelationsanalyse.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst die allgemeinen Hintergründe zum Gender Pay Gap dargestellt, gefolgt von einer detaillierten Untersuchung technischer Berufe und einer Korrelationsanalyse zum Einfluss von Kindern auf das Gehalt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich am besten mit den Begriffen Gender Pay Gap, MINT-Berufe, Lohngerechtigkeit, Diskriminierung und Arbeitsmarktsegregation beschreiben.
Wie unterscheidet sich der Gender Pay Gap in MINT-Berufen von anderen Branchen?
Der Gender Pay Gap ist in technischen Berufen zwar vorhanden (3,86 %), fällt jedoch deutlich geringer aus als in nicht technischen Berufen, wo er im untersuchten Datensatz bei 17,91 % lag.
Haben Kinder einen signifikanten Einfluss auf den Gender Pay Gap in technischen Berufen?
Die Analyse zeigt nur einen geringfügigen Zusammenhang zwischen Kindern und Stundenlohn. Dennoch beeinflussen Kinder die Karrieremöglichkeiten indirekt stark, da Frauen mit Kindern in MINT-Berufen seltener in Vollzeit arbeiten als Männer.
Was ist das Hauptergebnis zur Hypothese der Diskriminierung?
Die Hypothese, dass Diskriminierung vorliegt, wird durch die Daten gestützt, da die Gehaltsdifferenz auch in technischen Berufen besteht und nicht allein durch unterschiedliche Berufs- oder Branchenwahl erklärt werden kann.
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- Anonym (Autor), 2018, Gender Pay Gap in MINT-Berufen. Gehaltsunterschiede zwischen Frauen und Männern in technischen Berufen, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/470179