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Ernst Cassirer - Mythos und mythisches Denken in der antiken Philosophie bis zu Platons Staatstheorie

Title: Ernst Cassirer - Mythos und mythisches Denken in der antiken Philosophie bis zu Platons Staatstheorie

Term Paper (Advanced seminar) , 2005 , 34 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Magistra Artium Silvia Bielert (Author)

Philosophy - Philosophy of the Ancient World
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Summary Excerpt Details

Die vorliegende Arbeit basiert auf Cassirers letztem Werk "Der Mythus des Staates", das sich mit den kulturhistorischen Voraussetzungen und der Entstehung des Nationalsozialismus auseinander setzt. Das Werk will klären, welche Rolle der Mythos innerhalb der Philosophiegeschichte, speziell in der Geschichte der Staatstheorie, spielt und ob er kontinuierlich dem rationalen Denken, dem Logos, weichen musste. Aus diesem langen Zeitraum habe ich mir die griechische Antike herausgenommen, um an ihr zu erforschen, wie sich das Verhältnis zwischen Mythos und Logos im Laufe von rund 400 Jahren gestaltete.
Für Cassirer bildet der Mythos eine besondere Art des Anschauens und Denkens. So wie der Mensch seine Welt in wissenschaftlichen, sprachlichen und künstlerischen Termini begrifflich erfasst, so fasst er sie auch in mythischen Bildern. Damit sind Mythen nicht nur Interpretationen von Riten, sondern sie sind auch "Ausdruck eines Fühlens", Mythos "ist Gefühl in Bild gewandelt" (Cassirer 2002, 59). Nach Cassirers Verständnis fallen die Mythen damit unter den Begriff der symbolischen Ausdrücke, ebenso wie das Faustballen oder das Stirnrunzeln symbolhafte Ausdrücke eines menschlichen Gefühls von Ärger oder Unverständnis sein können. Der symbolische Ausdruck ist allen kulturellen Aktivitäten gemeinsam, die dem animal symbolicum der "Objektivierung" seiner Sinnenswahrnehmungen im Sinne einer Klassifizierung und der Bildung von Begriffen dienen. Mythos ist die Kunst "seine am tiefsten verwurzelten Instinkte, seine Hoffnungen und seine Furcht" (Cassirer 2002, 65) auszudrücken und zu organisieren. Da die größte menschliche Angst diejenige vor dem Tod ist, drückt auch sie sich vornehmlich im Mythos aus. Und während der antike Stoizismus noch versuchte, den lebenden menschlichen Geist von der Furcht vor dem Tod zu befreien, löst am Ende erst die christliche Offenbarung den Konflikt, indem sie ein Leben nach dem Tod verspricht.

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Inhaltsverzeichnis

I. EINLEITUNG

II. WAS IST MYTHOS?

1. Das mythische Denken

2. Mythos und Ritual

3. Der Mythos in seiner Funktion als symbolischer Ausdruck

III. MYTHOS UND LOGOS IN DER FRÜHEN GRIECHISCHEN PHILOSOPHIE BIS ZU SOKRATES

1. Physiologie und Kosmologie

2. Theologie

3. Anthropologie

a. Die Sophisten

b. Sokrates

IV. PLATONS NEUE ANTHROPOLOGIE UND MYTHOLOGIE

1. Die Πολιτεία

2. Psychologie

3. Mythologie

a. Die angemessene Vorstellung von den Göttern

b. Platons Mythen

V. ZUSAMMENFASSUNG

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht auf Grundlage von Ernst Cassirers Werk "Der Mythus des Staates" das historische Verhältnis zwischen Mythos und Logos in der griechischen Antike. Ziel ist es zu klären, welche Rolle der Mythos innerhalb der Geschichte der politischen Staatstheorie einnimmt und inwieweit er kontinuierlich durch rationales Denken abgelöst wurde oder als notwendiges Element kultureller Existenz fortbesteht.

  • Kulturanthropologische Analyse des Mythos als symbolischer Ausdrucksform
  • Die Entwicklung von der frühen vorsokratischen Naturphilosophie hin zur kritischen Historiographie
  • Das Menschenbild der Sophisten und die sokratische Wende zur Selbsterkenntnis
  • Platons Versuch einer rationalen Staatstheorie unter Einbeziehung mythischer Elemente
  • Die gegenseitige Bedingtheit von rationalem Logos und mythischem Denken

Auszug aus dem Buch

3. Der Mythos in seiner Funktion als symbolischer Ausdruck

Für Cassirer bildet der Mythos eine besondere Art des Anschauens und Denkens. So wie der Mensch seine Welt in wissenschaftlichen, sprachlichen und künstlerischen Termini begrifflich erfasst, so fasst er sie auch in mythischen Bildern. Damit sind Mythen nicht nur Interpretationen von Riten, sondern sie sind auch „Ausdruck eines Fühlens“, Mythos „ist Gefühl in Bild gewandelt“. Nach Cassirers Verständnis fallen die Mythen damit unter den Begriff der symbolischen Ausdrücke, ebenso wie das Faustballen oder das Stirnrunzeln symbolhafte Ausdrücke eines menschlichen Gefühls von Ärger oder Unverständnis sein können. Der symbolische Ausdruck ist allen kulturellen Aktivitäten gemeinsam. Und alle diese Aktivitäten dienen dem animal symbolicum, wie Cassirer den Menschen bezeichnet, der „Objektivierung“ der Sinnenswahrnehmungen im Sinne einer Klassifizierung und der Bildung von Begriffen. Speziell der „mythische Symbolismus führt zur Objektivation von Gefühlen“ und von „sozialer Erfahrung“ schreibt er. Und am Ende werden „unsere Gefühle [...] in Werke umgewandelt“. Mythos ist die Kunst „seine am tiefsten verwurzelten Instinkte, seine Hoffnungen und seine Furcht“ auszudrücken und zu organisieren. Da die größte menschliche Angst die vor dem Tod ist, drückt auch sie sich vornehmlich im Mythos aus.

Zusammenfassung der Kapitel

I. EINLEITUNG: Darstellung der biografischen Hintergründe von Ernst Cassirer und Erläuterung der methodischen Vorgehensweise bei der Untersuchung des Verhältnisses von Mythos und Logos in der griechischen Antike.

II. WAS IST MYTHOS?: Analyse des mythischen Denkens als symbolische Ausdrucksform, die als notwendig für die menschliche Kultur und die Organisation von Instinkten und Ängsten angesehen wird.

III. MYTHOS UND LOGOS IN DER FRÜHEN GRIECHISCHEN PHILOSOPHIE BIS ZU SOKRATES: Untersuchung des Übergangs von mythischen Weltdeutungen hin zu rationalen Ansätzen in der frühen Naturphilosophie, Historiographie und Anthropologie.

IV. PLATONS NEUE ANTHROPOLOGIE UND MYTHOLOGIE: Darstellung von Platons idealer Staatstheorie, seiner psychologischen Konzepte und der strategischen Nutzung mythischer Erzählungen zur Erziehung und Legitimierung.

V. ZUSAMMENFASSUNG: Synthese der Ergebnisse, die das Verhältnis von Mythos und Logos als gegenseitige Durchdringung im menschlichen Geist neu bewertet.

Schlüsselwörter

Mythos, Logos, Ernst Cassirer, Griechische Antike, Staatstheorie, Symbolischer Ausdruck, Platon, Sokrates, Sophisten, Philosophiegeschichte, Naturphilosophie, Selbsterkenntnis, Kulturanthropologie, Rationalität, Ideengeschichte

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen mythischem und rationalem Denken (Mythos und Logos) in der griechischen Philosophiegeschichte, basierend auf Ernst Cassirers Werk "Der Mythus des Staates".

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zu den Kernbereichen gehören das mythische Denken als symbolische Kulturleistung, die Entwicklung der griechischen Naturphilosophie, die politische Philosophie der Sophisten sowie Platons idealer Staat.

Welches primäre Ziel verfolgt die Autorin?

Ziel ist es zu ergründen, ob der Mythos in der Geschichte der Staatstheorie zwangsläufig vom rationalen Logos verdrängt wurde oder ob beide Formen als essentielle Bestandteile menschlichen Denkens koexistieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Arbeit folgt einem geisteswissenschaftlich-interpretativen Ansatz, der Cassirers kulturphilosophische Theorie auf antike Quellentexte (u.a. Vorsokratiker, Thukydides, Platon) anwendet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit schwerpunktmäßig behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Untersuchung des Mythos-Begriffs, der vorsokratischen Rationalisierung von Natur und Theologie, der sophistischen Anthropologie und einer detaillierten Analyse von Platons politischer Philosophie und Mythen.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren den Kern der Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Mythos, Logos, symbolischer Ausdruck, Gerechtigkeit, Selbsterkenntnis, Utopie, Staatsverfassung und Rationalisierung.

Wie bewertet die Autorin das Verhältnis von Mythos und Logos bei Platon?

Die Autorin stellt fest, dass Platon zwar den Logos zur Konstruktion eines rationalen Staates nutzt, aber dennoch auf Mythen zurückgreift, um metaphysische Einsichten bildhaft und erzieherisch zu vermitteln.

Warum ist das Daimonion des Sokrates für die Argumentation relevant?

Das Daimonion dient als Beispiel für den Versuch, eine vermittelnde Instanz zwischen göttlichem Wirken und menschlicher Vernunft zu schaffen, die sowohl die Tradition achtet als auch den Weg zur individuellen Wahrheit ebnet.

Welche Schlussfolgerung zieht die Autorin über den "Mythos vom Logos"?

Die Autorin schlägt den Topos "Der Mythos des Logos und der Logos des Mythos" vor, um zu verdeutlichen, dass reiner Logos ohne mythische Basis kaum denkbar ist, da der Mensch auf bildliche Ausdrucksformen für komplexe Sachverhalte angewiesen bleibt.

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Details

Title
Ernst Cassirer - Mythos und mythisches Denken in der antiken Philosophie bis zu Platons Staatstheorie
College
Johannes Gutenberg University Mainz  (Philosophisches Seminar)
Course
Ernst Cassirers politische Philosophie anhand seines Werks 'Der Mythos des Staates'
Grade
1,0
Author
Magistra Artium Silvia Bielert (Author)
Publication Year
2005
Pages
34
Catalog Number
V47039
ISBN (eBook)
9783638440868
ISBN (Book)
9783638659185
Language
German
Tags
Ernst Cassirer Mythos Denken Philosophie Platons Staatstheorie Ernst Cassirers Philosophie Werks Mythos Staates“
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Magistra Artium Silvia Bielert (Author), 2005, Ernst Cassirer - Mythos und mythisches Denken in der antiken Philosophie bis zu Platons Staatstheorie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/47039
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