Neustrukturierung des pflegerischen Bereiches in der inneren Medizin in der Klinik Dorfen


Bachelorarbeit, 2019

110 Seiten


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Vorwort

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Abkürzungen

1 Einleitung

2 Projektgebendes Unternehmen

3 Situationsanalyse
3.1 Altersstruktur in der Inneren Medizin in der Klinik Dorfen
3.2 Qualifikationsmix in der Inneren Medizin in der Klinik Dorfen

4 Ursachenforschung
4.1 Demographischer Wandel
4.2 Fachkräftemangel in der Pflege

5 Vorprojektphase/ Planungsphase
5.1 Projektauftrag
5.1.1 Projektstrukturplan
5.1.2 Projektzieldefinition
5.1.3 SWOT - Analyse
5.1.4 Stakeholder - Analyse
5.1.5 Team - Management/ Projektorganisation
5.1.6 Change - Management
5.1.7 Risiko - Management
5.1.8 Aufwands- und Kosteneinschätzung

6 Realisierungsphase
6.1 Controlling bei der Etablierung des Projektes „Neustrukturierung des
Pflegebereichs der Inneren Medizin im Klinikum Dorfen“
6.1.1 Leistungserfassung im Aufnahmezimmer
6.1.2 Leistungserfassung der Internistischen Station
6.1.3 Erhebung der Sturzquote der Inneren Medizin
6.2 Umstrukturierung des Pflegedienstes in der Inneren Medizin
6.2.1 Etablierung eines neuen Versorgungsbereiches – Aufnahmestation
6.2.2 Dezentralisierung im Rahmen der primären Pflege

7 Abschlussphase/ Nachprojektphase
7.1 Beleg der These
7.1.1 Entwicklung der Kennzahl Sturz
7.2 Auswertung der Projektphase im Pflegecontrolling
7.3 Rückmeldung an den Auftraggeber

8 Projektergebnis heute/ Ausblick

9 Persönliches Fazit

Quellenverzeichnis

Anhang
Anhang 01:Organigramm Klinikum Landkreis Erding
Anhang 02:Qualifikationsmix Klinik Dorfen Innere Medizin Stand:
Anhang 03:Altersaufbau der Bevölkerung Stand
Anhang 04:Zusammengefasste Geburtenziffer
Anhang 05:anonyme Erfassung des Alters der Angestellten
Anhang 06: demographische Verteilung d. Alters d. Mitarbeiter
Anhang 07: Projektauftrag
Anhang 08: Projektstrukturplan
Anhang 09: SWOT - Analyse
Anhang 10: Stakeholder- Analyse Teil
Anhang 11: Stakeholder- Analyse Teil
Anhang 12: Projektorganisation
Anhang 13: Risikoanalyse
Anhang 14: Risikoanalyse – Eintrittswahrscheinlickeit/ Einfluss auf das Projekt
Anhang 15: Projektrisiken
Anhang 16: Stellenberechnung Minimallösung
Anhang 17: Stellenberechnung Minimallösung
Anhang 18: Leistungserfassung Aufnahmezimmer
Anhang 19: Leistungserfassung Innere Medizin
Anhang 20: Sturzstatistik Dorfen Erdgeschoss
Anhang 21: Gesprächsbogen Entwicklungsgespräch Dorfen Innere Medizin..

Vorwort

„Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat schon verloren.“

(Brecht, 1984)

Dieses Zitat von Bertold Brecht aus dem Jahre 1984 ist eine passende Beschreibung des Zustandes, den der Berufstand der Pflege aktuell durchlebt. Die Situation hat sich in den vergangenen Jahren insoweit verschlechtert, dass die bestehende Sachlage ver- mehrt durch die deutsche Medienlandschaft thematisiert wird.

Bezogen auf das oben genannte Zitat, steht jeder Pflegende vor der Aufgabe den allge- meinen gesellschaftlichen Stand zu verbessern und für eine ausreichende Entlohnung zu kämpfen.

Politische Bestrebungen der Verbesserung der Situation, wie zum Beispiel die Verab- schiedung des Pflegestärkungsgesetz oder auch die Refinanzierung der Stellen im sta- tionären Bereich des Krankenhauses oder die Schaffung von 13 000 neuen Arbeitsplät- zen im Bereich der Altenheime, erhöhen den Druck auf junge Führungskräfte, Strategien zu entwickeln um ein größtmögliches Benefit zu erreichen.

Gerade in der sogenannten „Sandwichposition“ in der Gesundheitsbranche, unterliegen diese oft betriebswirtschaftlichen Grenzen, die eine Entwicklung von neuen Strategien für eine erfolgreiche Umsetzung der Arbeit im Management behindern.

In der folgenden fachlichen Erarbeitung sollen diese Strategien unter dem Thema: „Neu- strukturierung des pflegerischen Bereiches in der inneren Medizin im Klinikum Dorfen“ am Arbeitsplatz des Autors vorgestellt werden.

Erding, der 15.02.2019

Ihr André Sacher

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1 - Verteilung des Alters in der Inneren Medizin in der Klinik Dorfen

Abbildung 2 - Fachkraft – Hilfskraft KLE Dorfen Innere Medizin

Abbildung 3 - Entwicklung der Lebenserwartung in Deutschland

Abbildung 4 - Behandlungsfälle pro Pflegevollkraft

Abbildung 5 - Erhebung der Stürze in der Klinik Dorfen Jahr

Abbildung 6 - Veränderungen der Bereiche im Projekt

Abbildung 7 – Besetzung nach Projekt Innere Medizin

Abbildung 8 - Besetzung nach Projekt Aufnahmestation

Abbildung 9 - Zielvereinbarung Beauftragtenwesen Klinik Dorfen

Abbildung 10 – Sturzquote Klinik Dorfen in den Jahren 2015 -

Abbildung 11 - Klinik Dorfen - Gesamtanzahl Aufnahmen Jahr

Abbildung 12 – Klinik Dorfen - ambulante Patienten Jahr

Abbildung 13 - Klinik Dorfen - Notfallverlegungen Jahr

Abbildung 14 – Klinik Dorfen - kardiologische Funktionsdiagnostik Jahr

Abbildung 15 - Klinik Dorfen - Assistenz bei Punktionen Jahr

Abbildung 16 - Klinik Dorfen Pflegestatistik Version 2 -

Abbildung 17 - Organigramm KLE Erding (Darstellung durch Sonja Panhofer)

Abbildung 18 – Qualifikationsmix Pflege Klinik Dorfen Innere Medizin Stand

Abbildung 19 - demographische Verteilung d. Alters d. Angestellten (Innere Medizin)

Abbildung 20 - Projektstrukturplan

Abbildung 21 - SWOT - Analyse

Abbildung 22 - Stakeholder-Analyse Teil

Abbildung 23 - Stakeholder-Analyse Teil

Abbildung 24 – Projektorganisation

Abbildung 25 - Risikoanalyse

Abbildung 26 - Risikoanalyse – Eintrittswahrscheinlickeit

Abbildung 27 - Stellenberechnung Minimallösung

Abbildung 28 - Stellenberechnung Maximallösung

Abbildung 29 - Leistungserfassung Aufnahmezimmer 2018 – eigene Darstellung

Abbildung 30 -Leistungserfassung Innere Medizin

Abbildung 31 - Sturzstatistik Dorfen Erdgeschoss 2018

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1 -Alterspanne Pflege Innere Medizin

Tabelle 2 - Definierung von Kompetenz - Level in der Klinik Dorfen

Tabelle 3 - Erfassung des Alters der Angestellten in der Inneren Medizin

Tabelle 4 - Projektrisiken

Abkürzungen

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

Unter den steigenden Diskussionen in den Medien bezüglich der Gesundheitsversor- gung der Bevölkerung, nimmt die Pflege einen immer höheren Stellenwert ein.

Dies wird in vielen gesellschaftlichen Problemen deutlich, die sich in der Bevölkerungs- entwicklung der Bundesrepublik Deutschland aufzeigen.

Fehlende zukünftige Lösungsansätze für eine zunehmende Veralterung der Gesellschaft und einer fehlenden Fachkraftzahl in der Wirtschaft betreffen den Gesundheitssektor ebenso, wie es auch bodenständige große Wirtschaftsunternehmen betrifft.

In Bezug auf das angestrebte Projekt, soll das Hauptaugenmerk auf die zukünftigen Ver- sorgung im Gesundheitsbereich, mit der Entwicklung kleinerer Krankenhäuser gelegt werden.

Schaut man dabei auf die allgemeine politische Stimmung, so zeigt sich einerseits eine bestehende Meinung einer zu hohen Anzahl von Krankenhäusern und schlussfolgernd daraus die Schließung von Einrichtungen. Interessanterweise wandelte sich diese Ein- stellung in den politischen Zielen der einzelnen Parteien.

Im Koalitionsvertrag der Landtagsvertretung bekundeten die regierenden Fraktionen der Christlich- Sozialen Union und der Freien Wähler ein Interesse an einer qualitativ hoch- wertigen Krankenhausversorgung und wollen mit entsprechenden Förderungsprogram- men kleine Standorte durch geeignete Nutzungskonzepte erhalten.

Im Bezug der Weiterentwicklung der Pflege in Bayern soll durch ein entsprechendes Pflegefachkräfteprogramm ausgebildete Fachkräfte wieder zurückgeholt werden, sowie ausländische Mitarbeiter der Zugang zum System erleichtert werden. Individuell werden dabei Themen für nicht deutschsprachige Bewerber initiiert, wie günstiger staatlicher Wohnraum oder der Ausbau von jeweiligen Sprachkursen.1

Beleuchten man die Entwicklung der stationären pflegerischen Versorgung im Kranken- haus in den vergangenen zehn Jahren, so zeigt sich eine Verdichtung der Aufgaben einer Fachkraft. Dabei wird durch eine Zunahme der Patientenanzahl, sowie einer immer mehr ausgeprägten Multimorbidität der Pflegeempfänger das Anforderungsprofil einer Pflegekraft immens erhöht. Unzureichende Personaldecken und ein wenig ausgebautes System für Ausfälle durch Krankheit, erhöhen nicht nur den Druck auf den Arbeitnehmer, sondern bremsen auch die Professionalisierung der Pflegenden stark aus.

Außerdem bewirkt die Verschlechterung des Arbeitsumfeldes eine erhöhte Fluktuation der Pflegefachkräfte aus dem gelernten Beruf. Die Institution der „Registered Nurse For- casting“ veröffentliche zu diesem Thema eine Studie, über die Zufriedenheit in ihrem Beruf.

Dabei wurde erforscht, dass von 62. 000 befragten Pflegefachkräften allein in Deutsch- land 36 Prozent vorhaben aus dem Beruf auszusteigen, sowie weitere 30 Prozent den- ken, dass sie vor einem Burnout - Syndrom stehen.

Diese dramatische Entwicklung zeigt auf, dass es in den kommenden Jahren zu einer weiteren Verschärfung der Situation kommen kann, wenn dieser nicht entgegengewirkt wird. Es werden in dieser Sachlage nicht nur Konzepte gebraucht, die einen älteren Ar- beitnehmer Möglichkeiten der Beschäftigung bis zur Rente ermöglichen, sondern auch eine Attraktivitätssteigerung des Berufes zur Verbesserung und dem Ausbau der Ausbil- dungsmöglichkeiten. Das neue Pflegeberufegesetz, mit der geplanten Etablierung im Jahre 2020, soll eine Generalisierung der Pflegeberufe aufzeigen und der unterschiedli- chen Berufszweige führen und die Zahl der erforderlichen Auszubildenden erhöhen.2

Im Rahmen dieser Facharbeit soll dem Leser eine Möglichkeit präsentiert werden, die zukünftigen politischen Entwicklungen so optimal zu nutzen, zur Erreichung der Vermin- derung der bestehenden Problematiken.

Die allgemeine Forschungsfrage beschäftigt sich dabei mit der Fragestellung, ob eine pflegerische Umstrukturierung im eigenen Unternehmen, eine Verbesserung der Situa- tion der Arbeitnehmer bewirkt, sowie das betriebswirtschaftliche Schaffen gesteigert werden kann. Dabei sollen Modelle für ein spezifisches pflegerisches Controlling, Kon- zepte zur Kompetenzerweiterung, aber auch zukünftige Veränderungen des Führungs- verhaltens an neue Zustände aufzeigt werden.

Bezug wird auf das Klinikum Dorfen genommen, in dessen Rahmen der Autor die pfle- gerische Leitung im März des Jahres 2017 übernommen hat und diese in dem im fol-genden vorgestellten Projekt, den Gegebenheiten der Zukunft anpassen möchte.

2 Projektgebendes Unternehmen

Mit einer Anzahl von 1000 Angestellten, ist das Klinikum Landkreis Erding, einer der größten Arbeitgeber im Landkreis. Das Klinikum ist eine Gesundheitseinrichtung der ge- hobenen Grund- und Regelversorgung mit einer Anzahl von 330 Betten und zwölf am- bulanten Plätzen in der ambulanten Schmerztherapie. Das Unternehmen verteilt sich auf zwei Standorte und hat im 20 Kilometer entfernten Dorfen eine weitere Versorgungsein- richtung in Form der Klinik Dorfen.

Neben der stationären Versorgung in Erding, mit verschiedenen speziellen Fachgebie- ten, wie der plastischen und auch einer Gefäßchirurgie, ist der Zweitstandort des Kran- kenhauses als eine Fachklinik für Innere Medizin ausgewiesen.3

Das Klinikum ist seit dem Januar 2019 ein Regiebetrieb des Landkreises Erding und wird durch den amtierenden Landras Herr in der Geschäftsführung als Vorsitzender des Krankenhausauschusses geleitet und löste somit ein Bestehen als Kommunalunternehmen ab.

In der Zuständigkeit der Gesundheitsversorgung der Bevölkerung betreibt es selbststän- dig zwei medizinische Versorgungszentren, mit einem Standort am Krankenhaus und einen im nördlichen Landkreis von Erding.

Im Hinblick auf den organisatorischen Aufbau des Klinikums, wird in der der Abbildung 6 im Anhang das Organigramm des Unternehmens visualisiert. In dem Aufbau im Einli- niensystems werden sieben verschiedenen Unternehmensbereiche der Klinik dargestellt und zugeordnet. Als Stabstellen in direkter Unterstellung des Vorstandes, sind die Ab- teilungen des Qualitätsmanagements, sowie der Unternehmenskommunikation, außer- halb der Direktive des abgebildeten Organigramms.

Die Geschäftsführung werden von der Pflegedirektorin Frau ; durch die ärztliche Direktion, Herr Dr. ; und dem kaufmännischen Direktor, Herr gebildet und als Klinikdirektor des Gesamthauses fungiert Hr. .4

Eine Besonderheit zeigt ein eigenes Tochterunternehmen für die Wirtschafts- und Ver- sorgungsdienste, in einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung mit dem Namen „pro- MED GmbH“. Im Gegensatz zu anderen Kliniken werden hierbei Mitarbeiter am eigenen Haus angestellt und keine Dienstleistungen wie technische Dienste oder Reinigungs- dienste an externe Dienstleister outgesourct. In der vorstellten Projektstudie zu dem Thema „Neustrukturierung des pflegerischen Bereiches in der inneren Medizin an der Klinik Dorfen“ soll die angestrebte Umstrukturierung des Zweitstandorts den Hauptinhalt als Grundlage der Prozessumstrukturierung dienen.

Die Klinik Dorfen versorgt mit einer Anzahl von 60 Betten, aufgeteilt auf fünf verschie- dene Abteilungen, Patienten mit unterschiedlichen internistischen Erkrankungen.

Zur Sicherung des kleineren Standortes sind die vorhandenen stationären Prozesse mit dem angrenzenden medizinischen Versorgungszentrum „MVZ Dorfen“ verknüpft und stellt durch Nutzung von Synergieeffekten eine optimale und breitgefächerte Gesund- heitsversorgung sicher.5 In der Station im Erdgeschoss werden gastroenterologische und kardiologische Erkrankungen mit dem Schwerpunkt der Stoffwechselerkrankungen auf 42 Behandlungsplätzen behandelt. Zu einer Erhöhung der Qualität der Behandlung verfügt die Abteilung über drei Überwachungsplätze, sowie einer eigenen Notaufnahme mit zwei Behandlungsräumen.

Die pflegerische Leitung wird hierbei durch den Autor dieser Projektstudienarbeit, Herrn André Sacher und die medizinische Direktion durch den Chefarzt, Herr Dr. med. , sichergestellt.

Das Obergeschoss der Einrichtung beherbergt die Abteilungen der Hämatologie und Onkologie mit 8 Betten, sowie eine stationäre Schmerztherapie mit 12 Betten in der sta- tionären Ebene und einem Schlaflabor als Funktionsdienst mit einer aktuellen Kapazität von sechs Plätzen zur Untersuchung. Hier wird die pflegerische Leitung durch Frau und die medizinische Direktion durch die beiden Chefärzte, Herr Prof. Dr. med. (Hämatologie und Onkologie) und Frau Prof. Dr. med. (interdisziplinäre Schmerztherapie) sichergestellt. Diese fungiert auch als ärztliche Leitung des Funktionseinrichtung des Schlaflabors.

Der zentrale Inhalt des Projektes soll eine Umstrukturierung der bestehenden Versor- gungsprozesse in der Inneren Medizin des Projektes sein, um eine zukünftige wirtschaft- liche und fachliche Versorgung der Patienten sicherstellt.

Mit Hilfe der Einführung von Controlling Tools, der Umgestaltung der Versorgungsberei- che und der Optimierung der Personalentwicklung, sowie des Führungsstiles im Rah- men der primären Pflege, soll den zukünftigen Erhalt der Einrichtung sicherstellen

3 Situationsanalyse

Die internistische Station der Klinik Dorfen ist in verschiedene Bereiche aufgeteilt, um eine optimale Versorgung der Patienten zu gewährleisten. Diese wird auf 39 Betten mit zusätzlichen vorhandenen drei Überwachungsbetten und einer eigenen Aufnahmesta- tion mit jeweils zwei Behandlungsräumen, sichergestellt. Die pflegerische Behandlung wird durch 14,5 Vollkraftstellen und zwei Stellen in der Notaufnahme durchgeführt. Durch eine enge Zusammenarbeit mit einem angrenzenden medizinischen Versorgungszent- rum, kann ein großes Spektrum an verschieden Untersuchungen angeboten und eine hohe medizinische Versorgung garantiert werden.

Durch die Nutzung vieler verschiedener Schnittstellen zwischen diesen beiden Unter- nehmen, werden Synergieeffekte genutzt, um eine betriebswirtschaftliche Nutzung bei- der Firmen zu erreichen.

So werden beispielsweise verschiedene Funktionsdienste durch das MVZ dem Haus zur Verfügung gestellt, durch eine gemeinsame Nutzung einer Röntgenabteilung oder der vorhandenen endoskopischen Abteilung.

Verschiedene kardiologische Eingriffe wie etwa Kardioversionen oder auch verschie- dene Arten von Punktionen, werden durch die ärztlichen Angestelltem in der Notauf- nahme durchgeführt, und durch das pflegerische Personal der Station kompensiert. Eine weitere Aufgabe die Mitarbeiter der Station, ist die Reanimationsbereitschaft für Notfälle für das gesamte Gelände des Krankenhauses und des Ärztehauses.

Die beschriebene Vielfältigkeit setzt eine hohe Fachkompetenz der Fachpflegekräften in pflegerischem und medizinischem Grundwissen in der Versorgung der Patienten voraus. Neben einer Grundkenntnis, der Versorgung von Patienten mit einer gastroenterologi- schen und kardiologischen Erkrankung, werden Fähigkeiten aus der Intensivpflege und der Notfallpflege als Aufgabenfeld einer Pflegekraft erwartet.

Im Aufnahmeprozess werden elektive Patienten im Tagdienst zwischen 8.00 Uhr bis 20.00 Uhr durch ein eigenes Team in der Notaufnahme aufgenommen. Neben diesen werden durch den Rettungsdienst Notfälle in das Krankenhaus eingeliefert und nach einer Erstversorgung ins eigene Haus oder auch in den Hauptstandort des Unterneh- mens verlegt. Diese Art der Versorgung ermöglicht die Erweiterung des Einzugsgebietes des Krankenhauses. Problematisch hierbei ist eine unzureichende Besetzung im Nacht- dienst und somit ein Anstieg verschiedener Qualitätskennzahlen der Station, wie zum Beispiel die Anzahl der Stürze.

Die Klinik Dorfen arbeitet in einer engen Zusammenarbeit mit dem Bayrischen Roten Kreuz und ist für diesen ein Notarztstützpunkt für den östlichen Landkreis Erding. Dabei werden auch Rettungseinsätze von den leitenden Oberärzten und Assistenzärzten ab- solviert und erbringt der Facharztausbildung einen Vorteil und somit einen Marketingef- fekt zur Personalgewinnung an diesem kleinen Standort.

Pflegerisch fehlt der Klinik dieser Marketingeffekt, da einem Berufsanfänger ein hoher Grad an Selbstständigkeit und Fachwissen abverlangt wird.

Im nächsten Kapitel dieser Facharbeit, soll die Altersstrukturierung eine große tragende Rolle spielen.

Viele Mitarbeiter der Klinik können dabei auf eine langjährige Betriebszugehörigkeit zu- rückschauen und haben teilweise Dienstjahre bis hin zu zwanzig Jahren. Um eine zu- künftige Mitarbeiterstärke zu erhalten, fehlt dem Arbeitsplatz Grundlagen, um junge Pfle- gekräfte anzuwerben und eine zukünftige hohe Fluktuationsquote zu vermeiden.

Dabei spielen verschiedene persönliche Faktoren, wie die Identifizierung mit dem Ar- beitsplatz, kinderfreundliche Arbeitszeiten aber auch eine ausreichende Personalbildung tragende Grundelemente. Verschiede Kompetenzlevel und eine Ausrichtung nach der Entwicklungsstandes des Mitarbeiters können für das zukünftige Bestehen dieses Stan- dortes eine große Rolle spielen. Eine hohe Arbeitsdichte in der Versorgung der Patienten lässt sich teilweise nur durch eine Aufgabenverteilung nach Fachlichkeit bewerkstelligen und lässt gezwungener Maßen nur eine Arbeit in der Funktionspflege zu.

Im Rahmen eines durchgeführten Projektes im Haus, wurde eine Umwandlung des Pfle- gesystems in die Primäre Pflege versucht und musste aufgrund von internen und exter- nen auftretenden Problemen vorrübergehend stillgelegt werden.

Viele verschiedene Grundideen der Versorgungsform, wie beispielweise Begriffe der Verantwortung, Kontinuität aber auch eine direkte Kommunikation können einen Funda- ment für eine hohe wissenschaftliche pflegerische Arbeit ermöglichen. Die Fähigkeiten der Mitarbeiter werden teilweise unzureichend im Beauftragtenwesen genutzt und zeigt eine ungenügende Nutzung von wertvollen personellen Ressourcen.

Im Januar 2019 wurde aufgrund der Initiative des aktuellen Gesundheitsminister Jens Spahn, Personaluntergrenzen für pflegesensible Bereiche eingeführt und gesetzlich festgelegt. In der ersten Form diese Bemessungsgrenzen findet die pflegerische Ver- sorgung in der Klinik Dorfen keine feste vorgeschriebene Besetzungen, bedarf aber je- doch einer Anpassung an zukünftige Veränderungen.

In Bezug auf dieses brisante Thema sollen im Folgenden die Altersverteilung und der Qualifikationsmix der inneren Medizin näher erläutert werden.

3.1 Altersstruktur in der lnneren Medizin in der Klinik Dorfen

Bei einer genaueren Betrachtung der Situation in der Gesamtbevolkerung, lassen sich die genannten Ursachen auch auf das eigene Unternehmensumfeld beziehen. In der Tabelle, die im Anhang 3 abgebildet ist, wird eine anonyme Erfassung des Alters der Angestellten in der lnneren Medizin in der Klinik Dorfen aufgezeigt. Sie zeigt, dass die Alterspanne der Belegschaft zwischen dem Geburtsjahr 1956 und dem Jahr 1990 liegt und einen Unterschied von 34 Jahren aufzeigt und das Durchschnittsalter der Station ca. 41 Jahre betragt.

Deutlich wird in der Obersicht auch ein relatives hohes Alter der jungsten Mitarbeiterin. Geht man dabei von neuexaminierten Fachpflegekraften in einem Alter von zwanzig Jah­ ren aus, so zeigt das einen fehlerhaften Umgang zur Generierung von Nachwuchskraf­ ten. Dabei ist nicht zu erkennen, ob die besagte Station in der Vergangenheit ein schlechtes Marketing hinsichtlich der Verpflichtung junger Pflegekrafte betrieben hat oder das vorliegende Kompetenzlevel der Station ein zu hohes MaB an Verantwortung aufzeigt.

Betrachtet man die allgemeine Altersverteilung auf die Haufigkeit, entsteht ein Diagramm wie es im Anhang 6 abgebildet ist. Es zeigt eine Ahnlichkeit zu der Alterspyramide der gesamten Bevolkerung in Deutschland und lasst zu dem Schluss kommen, dass die ,so­ziale Krise" auch in dem beschriebenen Unternehmen angekommen ist.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 1 -Aiterspanne Pflege lnnere Medizin

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1 - Verteilung des Alters in der lnneren Medizin in der Klinik Dorfen

Bei der Einteilung in verschiedene Alterspannen, durch die in der vorrangegangenen gezeigten Abbildung, wird eine ungleiche Verteilung der Altersstruktur verdeutlicht.

Mit etwas mehr als der Hälfte der Mitarbeiter, die sich im mittleren Bereich befinden in der Spanne zwischen 31 und 50 Jahren befinden, ist im Gegensatz eine unklare Vertei- lung zwischen der oberen und unteren Altersspanne. Die jüngeren Arbeitnehmer unter 30 Jahren zeigen dabei einen Anteil von 17 % im Gegensatz zu den älteren Mitarbeitern über einem Alter von 51 Jahren die einen Anteil von 31 % ausmachen und ein Ungleich- gewicht der Altersverteilung der besagten Station aufzeigen. Dies hat zur Folge, dass der aktuell in der Pflege vorliegende Personalnotstand die Nachbesetzung von Stellen sehr schwierig gestalten kann, da angestellte Arbeitnehmer in den nächsten zehn Jahren das Rentenalter erreichen werden und ohne eine entsprechende Nachbesetzung einen Stellenschwund von einem Viertel der Belegschaft ausmachen.

Weiterhin erschweren fehlende Modelle zur Beschäftigung älterer Mitarbeiter eine An- stellung bis in das Rentenalter.

Die Pflege weisen in dem geforderten Schwierigkeitsgrad hohe Ansprüche in der physi- schen und psychischen Arbeit auf und können teilweise von ebenfalls schon erkrankten Mitarbeitern, nur unzureichend durchgeführt werden. Dies könnte bewirken, dass die ausreichende Besetzung der vorhanden Stellen sich zukünftig sehr schwierig gestalten könnte und teilweise Bettenschließung bei fehlender Nachbesetzung zur Folge haben könnte.

3.2 Qualifikationsmix in der Inneren Medizin in der Klinik Dorfen

In der Abbildung 6 im Anhang 6 wird die Verteilung der einzelnen Berufsgruppen in pfle- gerischer Verantwortung aufgezeigt.

Es wird dabei erkenntlich, dass das allgemeine Spektrum an Berufsgruppen sehr breit gefächert ist und es damit mit einem relativen hohen Anteil an Hilfskräften, die allge- meine Versorgung der Patienten sichergestellt wird.

Mitarbeiter mit einer dreijährigen pflegerischen Ausbildung in der Alten- und Kranken- pflege, sowie alle Pflegekräfte mit einer spezialisierten Fachweiterbildung, wie zum Bei- spiel mit Intensiv- und Anästhesiespezialisierung oder auch „Stroke Nurse“ werden dabei als Fachkräfte definiert.

Unter Hilfskräfte werden alle Berufsgruppen aufgezählt, die eine unterstützende Tätig- keit auf der Station absolvieren. Darunter zählen Krankenpflegehelfer, Pflegeassisten- ten, Sekretariat und die medizinischen Fachangestellten.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2 - Fachkraft- Hilfskraft KLE Dorfen lnnere Medizin

Mit einer Quote von etwas mehr als 60 Prozent Fachkraften, zu einem Prozentsatz von ca. 40 Prozent an Hilfskraften, zeigt die Abbildung das Verhaltnis zwischen diesen bei­ den verschiedenen Arten der Berufsgruppen.

Eine hohe Rate an helfenden Berufsfeldern senkt dabei die allgemeine Qualifizierungs­ quote der Abteilung, erhoht aber dabei gleichzeitig die betriebswirtschaftlichen Erlose, da die allgemeinen Personalkosten des Unternehmens sinken.

Urn eine hohe Outcome in den jeweiligen Prozessen zu erreichen, werden Tatigkeiten, die einer niedrigeren Qualifikation bedurfen, an Hilfskrafte delegiert, liegen jedoch weiter in der Verantwortung der Fachkraft.

Die beschriebene Quote war bei der lnitiierung des Projektes als niedrig zu bewerten und steigerte sich im Rahmen des Projektes. Nach der EinfUhrung der Personalunter­ grenzen im Fruhjahr des Jahres 2019, wurden keine gesetzlichen Anforderungen an die Anpassung des Qualifikationsmix bestimmt.

Eine weitere Ressource der Anhebung der Fachkraftquote, ware eine Erleichterung der Umschulung medizinischer Fachangestellten zu Pflegekraften. Diese haben ebenfalls eine dreijahrige Berufsausbildung, werden aber im stationaren Bereich als Hilfskraft ent­ lohnt und befahigt. Auf der beschriebenen internistischen Station werden diese im Rah­ men der Notaufnahme als Erstversorgende und als Assistenz eingesetzt. Weiterhin as­ sistieren diese bei Punktionen oder kardiologischen Eingriffen und entlasten die Fachkrafte durch die Ausubung ihrer pflegerischen Tatigkeit am Patient.

4 Ursachenforschung

Um die Situation des Berufstandes der professionellen Pflege zu verdeutlichen, gab es in der vergangenen Zeit viele wissenschaftliche Arbeiten über die Ursachen und die ak- tuelle Lage der Gesundheitsversorgung der Bevölkerung. Zu Veranschaulichung des ak- tuellen Zustandes der Pflege in Deutschland hat die „Vereinigung der bayrischen Wirt- schaft im Monat Juni des Jahre 2017 eine Positionierungsbrief veröffentlicht und zeigt darin die erwartete Entwicklung des Pflegeberufes von der jetzigen Zeit bis in das Jahr 2030.6

Man geht dabei von einer Gesamtzahl zum Stand der Erhebung im Jahre 2012 von ca. 890. 000 Pflegekräften aus, die im Gesundheitsbereich tätig sind. Aufgrund des demo- graphischen Wandels und der damit verbunden Veralterung der Gesellschaft geht man von einem Rückgang der Arbeitnehmer auf 506 000 Erwerbstätigen in Vollzeitstellen aus.

Bezieht man sich dementsprechend auf die Zunahme der Fallzahlen von etwas mehr als 2 Mio. auf 3 Mio. Patienten, so wird deutlich, dass die Anzahl der Fachkräfte im Gegen- satz der Pflegeempfänger abnimmt und somit eine deutliche Arbeitsverdichtung mit sich ziehen wird. Eine adäquate pflegerische, sowie medizinische Versorgung wird unter die- sem Fachkräftemangel nur unzureichend möglich sein und bedarf einer politischer Ge- gensteuerung in Form von Strukturveränderungen und finanziellen Investitionen. Die im erwähnten Positionierungsbrief erstellten Statistiken zeigen außerdem einen erwarten- den Missstand von 405. 000 unbesetzten Stellen im stationären und ambulanten Bereich bis in das Jahr 2030 auf.

Eine fehlende Attraktivität des Berufes, begründet durch eine niedrige Entlohnung, einer fehlenden Professionalisierung und aber auch einer fehlenden Verkammerung des Be- rufstandes werden ohne eine Reaktion der Politik, diese erwartenden Zahlen bestätigen. In den folgenden Kapiteln sollen einige Ursachen für diese Entwicklung näher beleuchtet werden.

Dabei sollen die Themen wie zum Beispiel der Fachkräftemangel und die zunehmende Veralterung der Gesellschaft, am Beispiel der Klinik Dorfen, die zu erwartende Situation verdeutlichen.

4.1 Demographischer Wandel

Der demographischeWandelwird laut der Bundeszentrale fUr politische Bildung definiert als die Bevolkerungsentwicklung, sowie die Veranderungen in der Altersstruktur,der Ge­ burtenzahlen, der Sterbefalle, sowie durch den Anteil der Migration 7 Diese definierte Ver­ anderung zeigt einen starken Einfluss auf den Werdegang des Gesundheitswesens.

In den vergangenen 120 Jahren hat sich die Lebenserwartung der Menschheit deutlich erhoht und kann somit Schwierigkeiten fUr das derzeitige bestehende Sozialsystem brin­ gen. Das Bundesamt fUr Statistik hat hierzu folgende Abbildung veroffentlicht:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3 - Entwicklung der Lebenserwartung in Deutschland8

Die im Jahre 2018 veroffentlichten Werte zeigen eine Erhohung der Lebenserwartung urn ca. 45 Jahre Lebenszeit in den vergangenen 140 Jahren. Aufgrund grol1er wissen­ schaftlicher Entdeckungen in der Medizin kam es zu einer Verringerung der Sterblichkeit der Bevolkerung. Durch diesen Anstieg verbringt die Bevolkerung rein statistisch gese­ hen uber zwanzig Jahre, in denen sie Bezuge des Sozialstaates wahrnehmen und diese durch die jungere Bevolkerungsstruktur, finanziert werden mussen. Die Abbildung im Anhang 1 zeigt die Problematik anhand des Altersaufbaues in Deutschland. Hierbei wird deutlich, dass ein groBer Anteil der Burger sich in einem Lebensalter zwischen 45 und 60 Jahren befinden. Die Pyramide zeigt außerdem geburtenschwache Jahrgänge in der Altersstruktur unter 40 Jahren und verringert sich deshalb an dem besagten Sockel. Durch eine geringere Menge von Arbeitnehmern in einem erwerbsfähigen Alter kommt es zu einer Lücke in der finanziellen Absicherung der Hilfsbedürftigen bzw. der Bevölke- rung im Rentenalter.

Dies kann weitere Probleme mit sich ziehen, die die zukünftige Entwicklung der Pflege maßgeblich beeinflussen und den gesundheitlichen Versorgungsauftrag für die Mitbür- ger erschwert.

Mit der Veralterung der Gesellschaft, kommt es zu einem Anstieg der Pflegebedürftigen und somit einem erhöhten Bedarf an Arbeitnehmern, um die Pflege sicherzustellen. De- mensprechende Statistiken wurden im Vorkapitel vorgestellt und zeigen die Ursache für die entstehende erwartete Soziallücke. Nimmt man nun Bezug auf den Altersverlauf der Angestellten in der Krankenpflege so lässt es auch den Grund für die Entstehung eines Fachkräftemangels des Berufes erkennen. Ein deutlicher schwacher Altersjahrgang be- deutet auch eine verminderte Anzahl von potenziellen Auszubildenden, um die Lücke der erwartenden Patientenzahlen zu füllen. Resultierend daraus lässt es die Wichtigkeit der Attraktivitätssteigerung des Arbeitsgebietes erkennen und zeigt, dass ein deutliches Handlungsfeld auf Verantwortliche zukommen wird und entsprechenden Lösungen be- darf.

Um eine genaue Prognose für die Zukunft zu erstellen, ist ein Blick auf den Verlauf der Geburten essenziell. Der im Anhang 2 aufgezeigte Geburtenverlauf zeigt die Menge der Geburten in den vergangenen ca. 60 Jahren. Auffällig dabei ist eine enge Verbindung mit historischen Ereignissen. Beispielsweise ist eine Abnahme in den neuen Bundeslän- dern nach der Wiedervereinigung und lässt erkennen, dass die Bevölkerung Unsicher- heiten über die weitere Zukunft verspürte.

Erfreulicherweise ist ersichtlich, dass die Anzahl der Geburten sich in einem Positivtrend befinden und eine positive Veränderung für die kommenden Jahren erwartetet werden kann, sollte sich die politische Situation nicht grundlegend verändert.

Zusätzlich erschwert dieser Trend, die vorliegende Problematik des Fachkräftemangels im pflegerischen und soll im folgenden Kapitel aufgezeigt werden.

4.2 Fachkräftemangel in der Pflege

Zu dem Erreichen einer besseren Kostendeckelung in der stationären Versorgung im Krankenhaus kam es im Jahre 2003 zu einer Umstrukturierung der Falldiagnosen in ein DRG – System. Es beinhaltete eine Prozessoptimierung durch das Zusammenlegen von medizinischen Prozeduren, mit einem gleichwertigen ökonomischen Nutzen und sollte bei gleichzeitiger Senkung der allgemeinen Verweildauer der einzelnen Fälle, die Vergütung im Bereich der Finanzierung der Krankenhäuser erhöhen,.9 Unter der Einbe- ziehung verschiedener Kriterien zur Eingruppierung in die verschieden DRG – Fällen, wie zum Beispiel: Nebendiagnosen, Geschlecht, Alter, Aufnahmegewicht, Beatmungs- stunden, Entlassungsgrund und der geplanten Verweildauer, ist es Krankenhausträgern möglich gemacht wurden, durch Berechnungen des Case- Mix und des Case – Mix – Index eine durchschnittliche ökonomische Fallschwere zu berechnen.

Die Einführung dieses Systems ist neben den geburtenschwachen Jahren, eine weitere Ursache für die Entstehung eines Fachkräftemangels in der professionellen Pflege. Grund hierfür ist eine unzureichende Reaktion auf die Entwicklung der Fallzahlen im Gegensatz zu einer Anpassung der vorliegenden Stellensituation. Nach der Einführung von Fallgruppen kamen es wie erwartet zu einer Abnahme der Fälle. Deutlich soll dies in der folgenden gezeigten Abbildung werden10:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 4 - Behandlungsfälle pro Pflegevollkraft

Ab dem Jahr 2005 nahm die Anzahl der Behandlungsfälle wieder stark zu und entwickel- ten sich über das Niveau des Startzeitpunktes. Weiterhin zeigt das Diagramm die Anzahl der Beschäftigten in der Pflege in den Jahren zwischen 2000 bis 2016 auf. Nach dem Beginn der DRG – Eingruppierung wurde erkenntlich, dass die Menge der Pflegekräfte aufgrund der niedrigeren Behandlungsfällen deutlich abnahm.

Um eine Kompensierung der ökonomischen Folgen zu kompensieren kam es durch Um- strukturierungen der Prozesse, zu einem Abbau von Pflegekräften. Diese wurde nur un- zureichend zu den ansteigenden Fallzahlen kompensiert und hat dazu geführt, dass es aktuell immer noch keine Angleichung im Bezug zur Versorgung der einzelnen Fälle gibt. In Hinsicht auf die Belastungskennzahl, die sich aus dem Quotient der Fälle pro Pflege- kraft ergibt, wird deutlich, dass sich in den vergangenen Jahren ein Anstieg um 15 Pro- zent der zu verrichtenden Arbeit entwickelt hat und die allgemeine Zahl der zu versor- genden Klienten über ein Niveau vor der Einführung der Fallgruppen führte.

Im Allgemeinen ist weiterhin festzustellen, dass starre Versorgungsmodelle mit unflexib- len Dienstzeiten dazu geführt haben, dass viele gelernte Fachkräfte ihrer Beschäftigung nicht nachgehen können und dem gelernten Berufsfeld den Rücken kehren mussten. Mit einem hohen Anteil weiblicher Angestellter, ist die Ausfallquote und somit die Besetzung der Stationen sehr schwierig. Junge Mütter und Väter können aufgrund fehlender Mög- lichkeiten der Kinderversorgung erschwert in den Stationsablauf integriert werden. Oft- mals sind hierbei die Dienstzeiten im Krankenhaus nicht vereinbar mit den Arbeitszeiten in der freien Marktwirtschaft und Versuche betriebseigene Kindergärten einzurichten, scheitern an einem weiteren Fachkräftemangel im Bereich der Erzieher. Als Resultat kommt es zu einer Reduktion der Arbeitszeit und einer Flucht junger Eltern in die Teilzeit. Dies zeigt eine große Ressource an Arbeitskräften auf, die aktuell nur unzureichend, von der derzeitigen Bundesregierung genutzt wird.

Im Gegensatz zu den meist jungen Eltern, haben ältere Mitarbeiter oft Probleme ihr Er- werbsleben bis in das Rentenalter zu führen. Der Beruf der Pflege ist mit seinen charak- terlichen Eigenschaften, wie schwerer körperlicher, sowie psychischer Arbeit oft nicht bis ins hohe Alter durchführbar und zwingt viele Fachkräfte verfrüht in den Ruhestand zu wechseln. Ein hoher Entwicklungsfaktor liegt dabei in der Schaffung von geeigneten Ar- beitsplätzen, die durch spezielle Konzepte angepasst an die Arbeitskraft ein langes Ar- beitsleben bis in das Rentenalter ermöglichen. Angesichts des angespannten Quer- schnitts der allgemeinen beruflichen Pflegenden, haben viele den Sprung in andere Berufsfelder getätigt, um der steigenden Belastung zu entfliehen.

Aktuell geht man Berechnungen des Bundesamtes für Statistik zufolge von einer Anzahl von 3900 Vollzeitstellen auf bettenführenden Stationen aus, ohne die Berücksichtigung des Personalmangels im Operationstechnischen Bereich.

Die Folge dieses aufgezeigten Mangels ist ein Anstieg der qualitätsrelevanten Kennzah- len, wie zum Beispiel die Entstehung von Dekubiti, der Rate von Stürzen aber auch einer erhöhten Mortalitätsrate.

Hingegen des auch bestehenden Fachkräftemangel in anderen Berufsgruppen, ist die Bedeutung im Gesundheitssystem als hoch einzuschätzen. Ohne eine ausreichende Gesundheitsversorgung der Erwerbstätigen der Bundesrepublik kommt es zu einem An- stieg der Krankheitsquote der Arbeitnehmer und nimmt Einfluss auf die Volkswirtschaft, sowie dem allgemeinen Wirtschaftsstandort in Deutschland.

Dies zeigt auf, dass ohne ein Einwirken politischer Instanzen ein Absinken des Brutto- sozialproduktes droht und die erfolgreiche Weiterführung des Sozialstaates in Gefahr scheint.

In Bezug auf die Entwicklung der vorhandenen Arbeitsplätze, wird es aufgrund eines Anstiegs der Bevölkerungszahlen in den nächsten Jahren einen steigenden Bedarf an Pflegekräften geben. Um diesen zu decken ist es nötig Anreize zu schaffen, das Berufs- bild in einen besseren Ruf zu rücken. Durch eine Anhebung der Entlohnung für Pflege- kräfte und eine Unterstützung der Akademisierung des Berufes sind politische Wege, die drohende gesellschaftliche Lücke zu verhindern.

In den vergangenen Kapiteln wurde eine Vielzahl von Problematiken der beruflichen Pflege und der stationären Versorgung im Krankenhaus aufgezeigt.

Die Facharbeit zum Thema: „Neustrukturierung des pflegerischen Bereiches in der inne- ren Medizin im Klinikum Dorfen“ soll diese als Grundlage der Forschungsfrage gelten und im Rahmen eines Projektes eine Basis für ein zukünftiges Bestehen der Klinik Dor- fen entstehen lassen. Veränderungen können meistens in kleinen Schritten bewirkt wer- den und sollen ihren Anfang im eigenen Unternehmen im Rahmen des im folgenden Kapitel beschrieben werden.

5 Vorprojektphase/ Planungsphase

Die Vorprojektphase des Projektes dient der Informationssammlung, Recherche, sowie der Formulierung der Forschungsfrage in der bevorstehenden wissenschaftlichen Arbeit. Ein Unternehmen baut sich aus verschiedenen Strukturen auf, die sich aus den ver- schiedensten Prozessen und Schnittstellen zusammensetzen.

In Hinsicht auf die Strukturierung der einzelnen Abteilung in einem Krankenhaus, treffen verschiedenste Berufsgruppen bei der Versorgung der Patienten aufeinander.

Um eine optimale Bedürfnisbefriedigung dieser Fraktionen sicher zu stellen, bedarf es einer optimalen Anpassung der gemeinsam geleisteten Arbeitsergebnisse und deren rei- bungslosen Ablauf.

In Bezug auf eine Ideenfindung zu einer Durchführung eines Projektes im Rahmen des absolvierten Bachelorstudienganges, soll dabei der pflegerische Aufbau der inneren Me- dizin in der Klinik Dorfen eine Hauptrolle spielen. Als die größte Berufsgruppe in der stationären Versorgung, bezieht sich das Vorhaben auf ein Entgegenwirken der steigen- den Anforderungen der Pflegekräfte.

Zunehmende Bedürfnisse in den kommenden Jahren, zeigen hierbei einen klaren Zwang zur Handlung, um zukünftige Engpässe und Qualitätseinbußen zu vermeiden.

Im folgenden Kapitel werden die einzelnen Schritte der Vorprojektphase näher erläutert und zeigen die allgemeinen Vorbereitungen zur Realisierung der eigenen Projektidee und deren Verwirklichung.

Ein Projektstrukturplan soll dem Planenden helfen, einzelnen Arbeitspakete, sowie Ar- beitsschritte zu clustern und entsprechend die gegebenen Strukturen und Ressourcen, eine Aufgabenverteilung bewerkstelligen zu können. Durch eine zusätzliche Visualisie- rung der einzelnen Aufgaben, wird wieder zusätzlich eine Transparenz zwischen allen Beteiligten hergestellt und gibt jedem Beteiligten Einblick in den erfolgten Arbeitsablauf im Projektverlauf.

Eine weitere Ebene der Vorprojektplanung, ist die Erstellung einer Stakeholder-Analyse. Mit Hilfe des Instruments werden die Erwartung, der Einfluss und auch wieder die Risi- ken der internen, sowie externen Interessengruppen visualisiert. Es zeigt ebenso dem Unternehmen, ob bei einer Strukturveränderung positive oder negative Einflüsse auf die Wirtschaftlichkeit zu erwarten ist.

Bei der Erstellung einer SWOT – Analyse werden vier verschiedene Eigenschaften, der Stärken, der Schwächen, der Chancen und der Risiken erhoben und beschreiben dabei die die erwartenden Charakteristiken, die ein Projekt auf die Prozesse bewirken.

Im Rahmen eines durchgeführten Teammanagements gewinnt der Projektleiter, mit der Hilfe des Auftraggebers, entsprechende Teammitglieder für das geplante Vorhaben hinzu.

Diese werden von der Leitung entsprechend ihrer Qualifikation und ihrer Eignung als Projektmitglied berufen und für entsprechende Arbeiten freigestellt.

Durch eine entsprechende Auswahl sollen vorhandene Stärken dem Projekt zu einem Erfolg verhelfen.

Da das Hauptziel des Planes eine Veränderung der bestehenden Strukturen beinhaltet, ist das Changemanagement ein hilfreiches Instrument, um ein entsprechendes Vorha- ben umzusetzen. Die Grundlage bezieht sich dabei auf das Drei-Phasen-Modell nach Lewin11, dass die drei verschiedenen Stadien: „Unfreezing“, „Moving“ und „Freezing“, die ein Unternehmen und dessen Arbeitnehmer im Laufe einer Umstrukturierung absolviert, beschreibt.

Am Anfang eines Wandels steht das „Unfreezing“ und beschreibt das Aufbrechen von vorhanden Prozessen und Gewohnheiten, um Mitarbeiter dementsprechend auf einen anstehenden Wandel vorzubereiten und offen für Erneuerungen zu sein.

In der Phase des „Moving“ werden dann die passenden Veränderungsprozesse durch- geführt, also das Projekt etabliert.

Im „Freezing“ sollen dann die entsprechen Prozesse nach der Umstrukturierung wieder „eingefroren“ werden, und in den normalen Unternehmensalltag überfließen.

Im Rahmen des Risikomanagements sollen bevorstehende möglichen Gefahren erkannt werden und durch Anpassungen in ihrer Durchführung verhindert werden. Diese Ein- schätzung ermöglicht dem Auftraggeber sowie dem durchführenden Projektleiter ebenso eine Transparenz bezüglich personeller oder auch finanzieller Risiken.

Am Ende der Vorprojektphase, erstellt der Projektleiter eine Aufwands- und Risikoein- schätzung, bezüglich der zu erwartenden finanziellen und personellen Belastungen. Eine Definierung von angestrebten Projektzielen ermöglicht die Übersicht über den er- wartenden Zielerreichungsgrades und helfen eine Messbarkeit der Durchführung herz- zustellen. Im folgenden Kapitel sollen die einzelnen Abschnitte der Vorprojektphase ein-zeln erläutert und erörtert werden und somit ein Projektplan beschrieben werden.

5.1 Projektauftrag

Das in dieser Facharbeit beschriebene Vorhaben, soll seinen Hauptfokus auf die aktu- elle, sowie zukünftige Entwicklung der internistischen Station in der Klinik Dorfen, haben. Dabei sollen verschiedene Teilprozesse und Strukturen der stationären Arbeit in der Pflege verändert werden, um deren Abläufe soweit zu erneuern, dass diese der erhöhten Arbeitsbelastung angemessen sind.

Im Projekt „Neustrukturierung des pflegerischen Bereiches in der inneren Medizin im Klinikum Dorfen“ sollen dabei drei verschiedene Bereiche der pflegerischen Versorgung bearbeitet werden. In den Jahren 2013 bis 2016 versuchte der Pflegedienst das beste- hende Pflegesystem von der Bereichspflege in das System der Primären Pflege zu ent- wickeln. Im Verlauf zeigte sich mehrere Probleme bei der Umsetzung, so dass dieses Vorhaben auf Eis gelegt wurde. Im Rahmen des Projektes soll versucht werden, die vor- liegenden Ressourcen soweit zu nutzen, um eine Einführung in den nächsten Jahren zu ermöglichen. Ansatzpunkte sind dabei die Dezentralisierung der Aufgabenverteilung auf der Station, sowie eine Veränderung des Führungsstils

Ein wichtiger Bestandteil dabei ist weiterhin ein Ausbau der Personalentwicklung mit ei- ner Definierung und Etablierung von Kompetenzmodellen zur Verbesserung der Fach- kompetenz der Pflegekräfte. Neben qualitätsrelevanten Ergebnissen soll eine Erhebung der täglichen Leistungserfassung in den beiden Versorgungsbereichen der Notauf- nahme und der internistischen Station, eine Grundlage für zukünftige Stellenverhandlun- gen sein. Wichtige Erhebungen ist außerdem die monatliche Erfassung der Sturzquote im Bezug zu der Fallzahl der Station. Neben der möglichen Evaluierung aus den gewon- nenen Indizes und einer genaueren Maßnahmenplanung zur Verhinderung von Stürzen, kann diese auch als ein Indikator für den Zielerreichungsgrades des Projektes genutzt werden. Der Hauptfokus des dritten Bestandteiles ist die Umstrukturierung der Versor- gungsbereiche, im Hinblick einer Verdichtung von Fällen mit einer intensiven pflegeri- schen Versorgung im Rahmen der Pflege bei Überwachung, sowie der Notfallversor- gung in der Notaufnahme.

Aus den beschriebenen Themen lassen sich folgende Forschungsfragen formulieren:

„Wie lässt sich die pflegerische Versorgung in der Klinik Dorfen in Zukunft sicherstellen?“

„Ist ein Bestehen am Personalmarkt erfolgreich, wenn pflegerische Maßnahmen um- strukturiert werden?“

„Wirken sich Strukturveränderungen positiv auf qualitätsrelevante Kennzahlen“

Im Anhang 7 und 8 wird der genehmigte Projektantrag aufgezeigt und soll in den folgen- den Punkten näher erläutert werden.

5.1.1 Projektstrukturplan

Als eine Grundlage der Durchführung eines Projektes, hilft die Erstellung eines Projekt- strukturplanes.

Dieser soll der Visualisierung der einzelnen Teilprojekte dienen und zeigt weitere Ar- beitspakete für alle Beteiligten auf12 und soll dem Projektleiter eine Orientierungshilfe im Ablauf sein.

Im Anhang befindet sich der Strukturablaufplan, des in dieser Facharbeit beschrieben Projektes, mit dem Hauptinhalt, der Umstrukturierung der Pflege in der Klinik Dorfen. Dabei wird eine Aufteilung des Hauptprojektes in drei verschiedene Teilbereichen dar- gestellt. Diese bilden somit die die Teilprojekte in dem genannten Vorhaben.

Zur weiteren Untergliederung der einzelnen Arbeitspakete, übersteht jedem Teilab- schnitt einer Einordnung und soll so eine Clusterung der Pakete ermöglichen.

Wie in der Abbildung erkennbar, sind die dementsprechenden Maßnahmenpakete jeder einzelnen beschrieben Eigenschaft zugeordnet. Jedes einzelne Gebiet gliedert die un- terschiedlichen Bereiche der pflegerischen Versorgung auf und ermöglicht eine Katego- risierung der einzelnen Arbeitspakete.

Der erste Unterpunkt des Projektes setzt sich mit der Einführung eines Pflegecontrollings auseinander. Eine Teilaufgabe ist dabei die Erfassung der Stürze auf der Station in der Abhängigkeit von den Fallzahlen. Die einzelnen Arbeitspakete haben dabei den Hauptin- halt der Erstellung eines geeignetem Controllinginstrumentes, sowie eine Erfassung der Sturzquoten in den vergangenen Jahren.

Der Hintergedanke bei dieser Art der Erhebung soll ein Indikator dafür sein, ob die Neu- strukturierung im pflegerischen Bereich einen Einfluss auf die beschriebene Kennzahl aufzeigt. Ein weiterer Bestandteil des Themengebietes ist die Einführung einer Aufwand- serfassung in den beiden Bereichen der internistischen Station.

Dafür soll eine Übersicht erstellt werden, die es ermöglicht, die einzelnen Leistungen zu erfassen und so anhand von Indizes eine Möglichkeit der tatsächlich geleisteten Arbeit der Station abbilden zu können. Diese sollen in Rahmen einer Testphase auf die Hand- habbarkeit und dem tatsächlichen Zugewinn für die Führungsaufgaben erforscht werden und eine Grundlage bilden für zukünftige Stellenberechnungen für die Klinik Dorfen und der betriebswirtschaftlichen Weiterführung. Es soll aber auch ein Indiz dafür sein, inwie- weit eine Umstrukturierung der vorhandenen Prozesse nötig ist.

Ein weiterer Punkt ist die Umstrukturierung der pflegerischen Bereiche auf der Station. Mit der aktuellen Besetzung werden auf der Station zwei Bereiche mit unterschiedlichen Aufgabenprofilen geführt und der Bereich der Notaufnahme durch eine eigene Kosten- stelle mit einem eigenen Einsatzteam besetzt. Die aktuelle Stellenanzahl lässt nur eine Betreuung der Aufnahme in Tagesgeschäft in der Zeit zwischen 8.00 Uhr und 20.00 Uhr zu, in der restlichen Zeit wird diese von den Mitarbeitern der Station übernommen.

Die Idee ist dabei die Zusammenlegung der Notaufnahme mit den Überwachungsbetten, und eine Stellenbesetzung zu schaffen, deren Fachkompetenz eine adäquate Überwa- chung erfüllt.

Die Grundlage der erhobenen Kennzahlen und eine Analyse des IST – Zustands sollen die Rahmenbedingungen für das Vorhaben bilden. Anhand von Stellenberechnungen soll ein Ziel definiert werden, dass es als Fernziel ermöglicht, eine qualitative Patienten- versorgung zu gestalten. Essenziell ist dabei eine Anpassung der Prozesse für die Etab- lierung eines neuen Bereiches.

Eine weitere Teilaufgabe bildet die Dezentralisierung des Stationsteam in der Hinsicht der Einführung der Primären Pflege. Die jeweiligen Arbeitspakete bildet eine Optimie- rung des Beauftragtenwesen, welches Anhand des Expertenwissens der Mitarbeiter optimal genutzt werden soll. Dabei soll auch mehr Verantwortung an die Angestellten übergeben und eine aktive Mitgestaltung der Strukturen ausführbar gemacht werden. Mit der Bildung einer dezentralen Gruppe soll dabei die allgemeine Erwartungs- und Meinungshaltung des Teams einen großen Einfluss auf die Durchführung des Projek- tes haben. Weiterhin sollen die Kernelemente in der Verantwortung für pflegerische Entscheidungen, in der Kontinuität, in der direkten Kommunikation sowie die Umset- zung der Grundidee, das der Pflegeplanende zugleich der Pflegedurchführende ist, die Arbeit der Pflegenden professionalisieren und diese weiter zu entwickeln.13

In der Weiterführung der Idee soll ein Konzept der Kompetenzerweiterung der Mitarbei- ter im Rahmen der Weiterentwicklung von Instrumenten, wie die Durchführung von Pfle- gevisiten und auch Kompetenzgesprächen. Es soll dabei auch das Konzept der Einar- beitung auf Station überdenken und einen langsamen Aufbau der verschiedenen Kompetenzformen ermöglichen.

5.1.2 Projektzieldefinition

Für eine ausreichende Beantwortung der gestellten Forschungsfrage, ist eine Projekt- zieldefinition ein geeignetes Instrument, um die Erfolge von einzelnen Arbeitspaketen quantitativ und qualitativ darzustellen.

Projektziele sollten gemeinsam mit den aktiven Teilnehmern abgestimmt werden und können durch aktive Anspruchsgruppen beeinflusst werden.

Neben der Definierung der allgemeinen Ziele und Erfolge die ein Vorhaben betreffen, werden durch eine Projektzieldefinition messbar und ermöglichen eine Kontrolle der Teil- ziele im Bezug zum Gesamtvorhaben.

Anhand der Forschungsfrage ergeben sich für das vorgestellte Projekt mehrere Ab- schnitte zum Erreichen des Gesamterfolges.

Ein erster Teilerfolg soll eine Messung der Leistungen des Pflegedienstes sein, um ne- ben der qualitativen Eindrücke der Mitarbeiter, eine betriebswirtschaftliche Grundlage für künftige Strukturen zu schaffen. Ein angestrebtes Ziel ist hierbei die Etablierung eines Systems, dass nutzbar und alltagstauglich für die täglichen Anwendung ist, und eine Akzeptanz im gesamten Team schafft. Neben der Handhabbarkeit des Instruments, ist das Verständnis bezüglich der Vorteile der Erhebung essenziell. Somit kann zusammen- fassend, die Einführung eines Controllings fürs pflegerische Leistungen, als ein erstes Teilziel erhoben werden.

Ein weiterer Erfolg betrifft den Kompetenzaufbau der Mitarbeiter in der Pflege und des- sen Auswirkung auf die vorhandenen Prozesse. Durch die Etablierung und die Definie- rung von Kompetenzlevel, wird die allgemeine Fachlichkeit des Personals messbar und kann aktiv durch angepasste Führungsmethoden aufgebaut werden. Definiert man dies in einem Projektziel, so soll dieser Status den Erfolg und die Weiterentwicklung des Pfle- gepersonals aufzeigen.

Der dritte Zielerreichungsgrad bezieht sich auf die Umstrukturierung der Versorgung der Patienten. Dieser teilt sich auf in die Veränderung der Prozesse auf Station sowie das Erreichen einer patientenorientierten Pflege im Rahmen der Etablierung der Primären Pflege als ein Modell, dass die Professionalität der Mitarbeiter steigert.

Ein wichtiges Ziel ist hierbei die Erhöhung der Patientensicherheit, sowie die eine grö- ßere Zufriedenheit der Mitarbeiter in der Klinik Dorfen. Um eine Erfassung der positiven und negativen Profile des angestrebten Vorhabens zu erreichen, ist die SWOT- Analyse ein geeignetes Instrument zur Visualisierung und soll im nächsten Kapitel erörtert wer- den.

5.1.3 SWOT - Analyse

Eine SWOT – Analyse beschriebt eine Stärken-Schwächen-Chancen-Risiken-Analyse im Bezug der Positionierung des umgebenden Marktes des vorgestellten Vorhabens.14

Sie soll dem Auftraggeber aufzeigen, ob eine Durchführung einer Erneuerung einen po- sitiven Benefit für das Unternehmen erbringt unter der Berücksichtigung der vorhande- nen Schwächen und Risiken.

Im Folgenden soll auf die einzelnen Felder der Aufgliederung näher eingegangen wer- den und als Grundlage dienen zukünftige Entscheidungsfindungen zu erleichtern.

In der Abbildung im Anhang wird die SWOT – Analyse des Projektes der Umstrukturie- rung der internistischen Station aufgezeigt.

Bezüglich vorhandener Stärken erbringt eine Realisierung des Vorhabens positive Ef- fekte für das Personal der Abteilung. Durch einen geplanten Ausbau der Fachkompetenz der Mitarbeiter kommt es zu einer Steigerung der Professionalität der Pflegekräfte und somit zu einer Verbesserung der Qualitätsstruktur in der Versorgung von Patienten. Eine genaue Erhebung der Arbeitsabläufe, sowie der der Arbeitsdichte soll ungenutzte Ressourcen aufzeigen und Synergieeffekte für den stationären Bereichen verdeutlichen. Durch eine Umstrukturierung sollen auch Möglichkeiten geschaffen werden, durch Ver- änderungen in der Dienstplanstruktur Kurzdienste einzuführen, die einen Abbau von Überstunden erbringen sollen und so zu einer Verminderung von finanziellen Rücklagen führen soll.

Eine weitere Stärke des Projektes, sind die geringen Kosten der Umsetzung des Projek- tes. Durch ein kleines, am ehesten in der Beratungsfunktion eingesetzten Projektteams und der Nutzung des eigenen Stationsteams für die Durchführung der einzelnen Teilauf- gaben, sollte es zu einem geringen betriebswirtschaftlichen Einfluss des Vorhabens kommen.

Eine lange zu erwartende Laufzeit der Umstrukturierung verdeutlicht eine Schwäche des Projektes. Veränderungen bedeuten auch ein Umdenken, sowie psychologische Verän- derungen aller Beteiligten. Dabei kann eine zu hohe Geschwindigkeit der Einführung dazu führen, dass die allgemeine Stimmung der Teilnehmer sinkt. Veränderungen be- deuten eine Zeit des Umdenkens und sollte allen Beteiligten, die Möglichkeit der Umset-zung geben, ohne einen negativen Druck auszuüben. Grundlage hierfür ist Zustimmung der Unternehmensführung, benötigte Stellen für den Erfolg aufzubauen. Ohne die Be- reitschaft der Auftraggeber finanzielle Ressourcen in Form von Arbeitskraft zur Verfü- gung zu stellen, kann es zu einer Demotivierung der Mitarbeiter bezüglich Veränderun- gen kommen.

Hingegen der Schwächen des Projektes, gibt es in der Durchführung der Erneuerungen auch unterschiedliche Chancen für das Unternehmen. Als einer der größten Erfolgsaus- sichten, ist dabei die Erhöhung des Marktwertes der Klinik Dorfen.

Aufgrund des allgemeinen Fachkräftemangel in der Pflege in Deutschland, ist es essen- ziell am Arbeitsmarkt attraktiv zu bleiben. Ein großer Teil kann dabei durch den Betrieb einer eigene Krankenpflegeschule abgefangen werden, reicht aber nicht aus, entstan- dene Lücken genügend zu kompensieren. Gerade eine Anstellung in kleinen Einrichtun- gen, erscheint vielen Berufsanfängern eher wenig abwechslungsreich und zieht viele in größere Universitätskliniken.

Ohne die Ausbildung und die Einarbeitung junger Pflegekräfte, würde das zukünftige Bestehen des Berufszweiges nicht zukunftsfähig sein. Eine ausgewogene Altersstruktur, sowie eine Anpassung an die Bedürfnisse der Mitarbeiter in geeigneten Dienstmodellen, sowie einer ausgewogenen Teamstruktur und der Unterstützung der Weiterentwicklung sollte steigende Fluktuationszahlen und somit auch die Mitarbeiterzufriedenheit steigern. Neben den Chancen, die eine Realisierung mit sich zieht, bestehen bei der Durchführung einige Risiken.

Eine Umstrukturierung kann nur durch die Akzeptanz der Mitarbeiter für Veränderungen bewerkstelligt werden. Im Hinblick auf die Altersstruktur der Belegschaft, fällt ein hohes durchschnittliches Alter auf. Viele der Mitarbeiter haben schon viele Jahre in der Klinik Dorfen verbracht und haben somit Erfolge und auch Misserfolge mitgehen müssen. Durch diese Erfahrung ist die allgemeine Meinungsfindung hinsichtlich Erneuerungen eher negativ zu sehen und lässt viele an negative Aspekte der vergangenen Jahre erin- nern. Neuentwicklungen in Bewegung zu setzten, heißt auch einen Vertrauensvorschuss durch das eigene Team zu erhalten und setzt eine Projektleitung unter hohen Druck diese Erwartungen zu erfüllen. Gerade im Bezug auf Neuanstellungen sehen viele die aktuelle Situation und erwarten keine großen Sprünge im Bezug auf die Rekrutierung von neuem Personal. Ohne einen ausreichenden Ausbau des Stellenplanes, kann eine vollständige Umsetzung der Projektidee nicht umgesetzt werden. Hinzukommend müs- sen Ausfälle in Bezug auf Schwangerschaft, Krankheit und auch Kündigungen bei der Planung mit einbezogen werden, um den allgemeinen Betrieb aufrecht zu erhalten. Da- bei setzt die Sicherstellung der Versorgung die höchste Priorität und lässt den Erfolg eines Projektes in den Hintergrund treten.

[...]


1 https://www.csu.de/.../Koalitionsvertrag Gesamtfassung_final_2018-11-02.pdf

2 https://bayerischer-landespflegerat.de/wp-content/uploads/160405_Vortrag_Hefer.pdf

3 http://www.klinikum-erding.de/de/unser-krankenhaus.html

4 http://www.klinikum-erding.de/de/krankenhausleitung.html

5 http://www.klinikum-erding.de/de/pflege-dorfen.html

6 https://www.vbw-bayern.de/vbw/Aktionsfelder/Standort/Soziale-Sicherung/Positionspapier-Pflege-nachhaltig- gestalten.jsp

7 Duden Wlrtschaft von A bls Z: Grundlagenwlssen fOr Schule und Studium,Beruf und Alltag.6.Aufl. Mannheim: Bibliographisches lnstitut 2016. Lizenzausgabe Bonn: Bundeszentrale fur politische Bildung 2016

8 https:/Jwww.destatis.de/DEIZahlenFakten/GesellschaftStaaUBevoelkerungl Grafik/Sterbefaellelebenserwar- tuna Lebenserw Deutschl.ong? blob=ooster

9 https://www.gkv-spitzenverband.de/krankenversicherung/krankenhaeuser/drg_system/fragen_und_antwor-ten_drg/fragen_und_antworten_drg.jsp

10 Statistisches Bundesamt (Destatis), Grundlagen der Krankenhäuser, Fachserie 12 Reihe 6.1.1, für 2016: Desta- tis-Pressemitteilung, eigene Darstellung

11 Vgl. Schreyögg/Noss (1995), S. 175 in: Die Betriebswirtschaft, 55 (2), S. 169-185

12 Projektmanagement: Ein systemorientierter Ansatz zur Planung und Steuerung; Harold Kerzner; 2.Auflage 2008; S.403 ff.

13 https://www.dbfk.de/de/expertengruppen/netzwerk-primary-nursing/index.php

14 https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/swot-analyse-52664/version-275782

Ende der Leseprobe aus 110 Seiten

Details

Titel
Neustrukturierung des pflegerischen Bereiches in der inneren Medizin in der Klinik Dorfen
Hochschule
Steinbeis-Hochschule Berlin
Autor
Jahr
2019
Seiten
110
Katalognummer
V470541
ISBN (eBook)
9783668976726
ISBN (Buch)
9783668976733
Sprache
Deutsch
Schlagworte
neustrukturierung, bereiches, medizin, klinik, dorfen
Arbeit zitieren
Andre Sacher (Autor), 2019, Neustrukturierung des pflegerischen Bereiches in der inneren Medizin in der Klinik Dorfen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/470541

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