Unter den steigenden Diskussionen in den Medien bezüglich der Gesundheitsversorgung der Bevölkerung, nimmt die Pflege einen immer höheren Stellenwert ein. Dies wird in vielen gesellschaftlichen Problemen deutlich, die sich in der Bevölkerungsentwicklung der Bundesrepublik Deutschland aufzeigen. Fehlende zukünftige Lösungsansätze für eine zunehmende Veralterung der Gesellschaft und einer fehlenden Fachkraftzahl in der Wirtschaft betreffen den Gesundheitssektor ebenso, wie es auch bodenständige große Wirtschaftsunternehmen betrifft.
In Bezug auf das angestrebte Projekt, soll das Hauptaugenmerk auf die zukünftigen Versorgung im Gesundheitsbereich, mit der Entwicklung kleinerer Krankenhäuser gelegt werden. Schaut man dabei auf die allgemeine politische Stimmung, so zeigt sich einerseits eine bestehende Meinung einer zu hohen Anzahl von Krankenhäusern und schlussfolgernd daraus die Schließung von Einrichtungen. Interessanterweise wandelte sich diese Einstellung in den politischen Zielen der einzelnen Parteien.
Im Koalitionsvertrag der Landtagsvertretung bekundeten die regierenden Fraktionen der Christlich-Sozialen Union und der Freien Wähler ein Interesse an einer qualitativ hochwertigen Krankenhausversorgung und wollen mit entsprechenden Förderungsprogrammen kleine Standorte durch geeignete Nutzungskonzepte erhalten.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Projektgebendes Unternehmen
3 Situationsanalyse
3.1 Altersstruktur in der Inneren Medizin in der Klinik Dorfen
3.2 Qualifikationsmix in der Inneren Medizin in der Klinik Dorfen
4 Ursachenforschung
4.1 Demographischer Wandel
4.2 Fachkräftemangel in der Pflege
5 Vorprojektphase/ Planungsphase
5.1 Projektauftrag
5.1.1 Projektstrukturplan
5.1.2 Projektzieldefinition
5.1.3 SWOT - Analyse
5.1.4 Stakeholder - Analyse
5.1.5 Team - Management/ Projektorganisation
5.1.6 Change - Management
5.1.7 Risiko - Management
5.1.8 Aufwands- und Kosteneinschätzung
6 Realisierungsphase
6.1 Controlling bei der Etablierung des Projektes „Neustrukturierung des Pflegebereichs der Inneren Medizin im Klinikum Dorfen“
6.1.1 Leistungserfassung im Aufnahmezimmer
6.1.2 Leistungserfassung der Internistischen Station
6.1.3 Erhebung der Sturzquote der Inneren Medizin
6.2 Umstrukturierung des Pflegedienstes in der Inneren Medizin
6.2.1 Etablierung eines neuen Versorgungsbereiches – Aufnahmestation
6.2.2 Dezentralisierung im Rahmen der primären Pflege
7 Abschlussphase/ Nachprojektphase
7.1 Beleg der These
7.1.1 Entwicklung der Kennzahl Sturz
7.2 Auswertung der Projektphase im Pflegecontrolling
7.3 Rückmeldung an den Auftraggeber
8 Projektergebnis heute/ Ausblick
9 Persönliches Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht, wie durch eine gezielte pflegerische Umstrukturierung in der Inneren Medizin der Klinik Dorfen die Arbeitsbelastung reduziert, die Qualität der Patientenversorgung gesichert und das Unternehmen als Arbeitgeber attraktiver gestaltet werden kann.
- Optimierung von Versorgungsprozessen durch Einführung von Pflegecontrolling.
- Etablierung eines neuen Versorgungsbereiches zur Effizienzsteigerung.
- Förderung der Mitarbeiter durch Kompetenzentwicklung und Primäre Pflege.
- Analyse und Reduzierung qualitätsrelevanter Kennzahlen wie der Sturzquote.
- Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit am Personalmarkt.
Auszug aus dem Buch
6.2.2 Dezentralisierung im Rahmen der primären Pflege
Um eine Professionalisierung der Pflege in der Klinik Dorfen zu erreichen, war innerhalb der Projektplanung eine Veränderung des Pflegesystems geplant. Das Unternehmen plante in den Jahren 2015 – 2016 eine Einführung des „Primary Nursing“.
Das aus den Vereinigten Staaten von Amerika stammende Pflegeorganisationsmodell, soll die Ausrichtung in der Klinik grundlegend verändern und die Kompetenzen einer Pflegekraft aktiv fördern. Aufgrund eines Scheiterns im Change – Management des Vorhabens, wurde es auf Eis gelegt und nicht weiterverfolgt. In der Durchführung des Projektes sollten diese Vorbereitungen aufgegriffen werden, um die Klinik Dorfen grundlegend auf eine Etablierung des Systems vorzubereiten.
Eine Etablierung dieses Systems, erfordert ein Umdenken in der Verrichtung der Tätigkeiten, die in der Pflege geplant und durchgeführt werden. Durch eine klare Klassifizierung in verschiedene Elemente, soll die Eigenverantwortung einer Pflegekraft gefördert werden. Diese Kernelemente werden dabei in vier verschiedene Anforderungen aufgeteilt.
In der Übernahme von Verantwortung bezüglich der geplanten pflegerischen Maßnahmen, sollen dabei Pflegefachkräfte selbstständig eine Pflegediagnostik durchführen und diese selbstständig evaluieren. Eine Fachkraft übernimmt dabei die Verantwortung für einen Patienten und erstellt eigenverantwortlich die angemessene Pflegeplanung, gemäß des Genesungsprozesses. Durch eine klare Zuteilung zu Patientengruppen soll eine Kontinuität geschaffen werden, die der professionellen Beziehung zwischen Pflegekraft und Patienten viele Vorteile bringt. Definiert durch eine genaue Zuteilung können diese Vertrauen zueinander aufbauen, weitere Maßnahmen besprechen und haben einen Ansprechpartner auf Station dessen Verantwortung durch eine professionelle Fachkraft übernommen wird. Diese Art der Versorgung wird oft auch in psychiatrischen Einrichtungen gewählt, in der eine Bezugspflege eine größere Rolle spielt, als im somatischen Bereich.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die aktuelle Herausforderung der Gesundheitsversorgung und führt in die Thematik der pflegerischen Umstrukturierung der Klinik Dorfen ein.
2 Projektgebendes Unternehmen: Dieses Kapitel stellt das Klinikum Landkreis Erding sowie den Standort Klinik Dorfen als internistische Fachklinik vor.
3 Situationsanalyse: Es wird die aktuelle Altersstruktur und der Qualifikationsmix der pflegerischen Mitarbeiter in der Inneren Medizin der Klinik Dorfen analysiert.
4 Ursachenforschung: Dieses Kapitel beleuchtet die Hintergründe des Fachkräftemangels sowie die Auswirkungen des demographischen Wandels auf die stationäre Pflege.
5 Vorprojektphase/ Planungsphase: Hier werden die methodischen Vorbereitungen wie Projektstrukturplan, Zieldefinition, Stakeholder- und SWOT-Analyse für das Projekt dargelegt.
6 Realisierungsphase: Dieser Abschnitt beschreibt die praktische Umsetzung des Pflegecontrollings sowie die Umstrukturierung der Versorgungsbereiche und des Pflegedienstes.
7 Abschlussphase/ Nachprojektphase: Die Ergebnisse des Projektes werden evaluiert, die aufgestellten Thesen belegt und ein Fazit zum Projektablauf gezogen.
8 Projektergebnis heute/ Ausblick: Dieses Kapitel analysiert die Nachhaltigkeit der Maßnahmen und gibt einen Ausblick auf künftige strategische Entwicklungen in der Pflege.
9 Persönliches Fazit: Der Autor resümiert seine Erfahrungen aus dem Projektstudium und reflektiert über die Erreichung der Projektziele.
Schlüsselwörter
Pflegemanagement, Innere Medizin, Klinik Dorfen, Umstrukturierung, Pflegecontrolling, Primäre Pflege, Fachkräftemangel, Demographischer Wandel, Patientensicherheit, Kompetenzentwicklung, Personaleinsatzplanung, Sturzprophylaxe, Prozessoptimierung, Gesundheitsversorgung, Mitarbeiterzufriedenheit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Neustrukturierung des pflegerischen Bereichs in der Inneren Medizin der Klinik Dorfen, um den steigenden Anforderungen in der Gesundheitsbranche zu begegnen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf Prozessoptimierung durch Controlling, der Einführung eines patientenorientierten Pflegesystems (Primäre Pflege), Personalentwicklung und der Verbesserung der Arbeitsbedingungen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die Sicherstellung einer qualitativ hochwertigen und wirtschaftlichen Patientenversorgung sowie die Stärkung der Attraktivität der Klinik als Arbeitgeber durch gezielte Strukturveränderungen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor nutzt eine Kombination aus IST-Analyse, Projektmanagement-Instrumenten (wie SWOT, Stakeholder-Analyse), Controlling-Tools zur Leistungserfassung und ein Change-Management-Modell nach Lewin.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die aktuelle Situation, erforscht die Ursachen der Personalprobleme und beschreibt detailliert die Planung und Realisierung der Umstrukturierung in drei Teilbereichen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Pflegemanagement, Primäre Pflege, Pflegecontrolling, Prozessoptimierung, Fachkräftemangel und Mitarbeiterorientierung.
Wie wurde der Erfolg des Projektes gemessen?
Der Erfolg wurde durch die Einführung eines Pflegecontrollings, die Erfassung von Leistungskennzahlen und die Beobachtung der Sturzquote als Qualitätsindikator gemessen.
Warum ist die Dezentralisierung für die Klinik Dorfen wichtig?
Sie soll durch klare Verantwortlichkeiten und kontinuierliche Patientenbetreuung die Professionalität der Pflege steigern und die Mitarbeiter stärker einbinden.
Welchen Einfluss hatte der demographische Wandel auf das Projekt?
Der Wandel führt zu einer alternden Gesellschaft mit höherer Multimorbidität, was den Druck auf die Kapazitäten und die fachliche Qualifikation der Pflegekräfte in der Inneren Medizin massiv erhöht hat.
Was bedeutet "Sandwichposition" in diesem Kontext?
Es beschreibt die Lage der Führungskräfte in der Pflege, die zwischen hohen betriebswirtschaftlichen Anforderungen des Managements und den Bedürfnissen sowie Belastungen des Teams stehen.
- Citar trabajo
- Andre Sacher (Autor), 2019, Neustrukturierung des pflegerischen Bereiches in der inneren Medizin in der Klinik Dorfen, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/470541