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Die "friedliche Revolution" in der DDR. Die Wirkung eines Diskurses auf das kollektive Bewusstsein der Deutschen in den Wendejahren 1989/90

Titel: Die "friedliche Revolution" in der DDR. Die Wirkung eines Diskurses auf das kollektive Bewusstsein der Deutschen in den Wendejahren 1989/90

Examensarbeit , 2009 , 137 Seiten

Autor:in: Oliver Paus (Autor:in)

Geschichte Deutschlands - Neuere Geschichte
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Medien schreiben im wahrsten Sinne des Wortes Geschichte. Der Diskurs um die "friedliche Revolution" ist stark angereichert mit Begriffen, durch die die Ereignisse im Herbst 1989 und im Frühjahr 1990 interpretiert und auf den Punkt gebracht werden sollen. Es sind Begriffe, die im Gedächtnis haften bleiben.

Die Art und Weise, wie über die "friedliche Revolution" in den Jahren 1989 und 1990 berichtet wurde, welche Interpretationen mit ihr einhergehen und welche Wirkung wiederum Bericht und mediale Bewertung auf das kollektive Bewusstsein der Deutschen hatten, wird im Rahmen dieser historischen Diskursanalyse untersucht.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theoretischer Grundlagen

2.1 Die historische Diskursanalyse als Demaskierung von Sagbarkeitsfeldern

2.2 Begriffsdefinitionen

3. Vorgehensweise: Die „friedliche Revolution“ im Licht historischer Diskursanalyse

3.1 Gegenstand der Arbeit

3.2 Thematische Fragestellungen

3.3 Untersuchungsschritte

4. Der Diskurs um die „friedliche Revolution“ in den westdeutschen Printmedien

4.1 „Am Leben bleiben“: Der Systemdefizitdiskurs

4.1.1 Die DDR wird als totalitärer Unrechtsstaat entlarvt

4.1.2 Widersprüche, Gegensätze und Menschenrechtsverletzungen prägten die DDR-Gesellschaft

4.2 „Die DDR läuft aus“: Der Flüchtlingsdiskurs

4.2.1 Unzufriedenheit und Perspektivlosigkeit als Ursache für die Ausreisewelle

4.2.2 Die DDR-Flüchtlinge und das „gelobte Land“ Bundesrepublik

4.3 „Das Volk siegt“: Der Revolutionsdiskurs

4.3.1 Das produzierte Bild: Volk versus Herrscher

4.3.2 Zugeständnisse und Ankündigung von Reformen: Die SED kämpft um die Macht

4.3.3 Die alte SED in neuem Gewand: Stimmungsmache gegen die SED-PDS

4.4 „Wege zur deutschen Einheit“: Der Wiedervereinigungsdiskurs

4.4.1 Wiedervereinigung als einzige Möglichkeit: Der Sozialismus ist gescheitert

4.4.2 Das Thema „Wiedervereinigung“ bestimmt den westdeutschen Diskurs

5. Der Diskurs um die „friedliche Revolution“ in den ostdeutschen Printmedien

5.1 „Denken – streiten – handeln!“: Der Reformdiskurs

5.1.1 Trotz aller Probleme: Am Sozialismus wird festgehalten

5.2 „Chronik einer ’sanften’ Revolution“: Der Revolutionsdiskurs

5.2.1 „Revolutionäre Erneuerung“ des Sozialismus

5.3 „Deutschland, einig Vaterland“: Der Adaptionsdiskurs

5.3.1 Die Angst vor der kapitalistischen Bundesrepublik

5.3.2 Auf der Suche nach einer eigenen „DDR“-Identität

6. Die Wahrnehmung der „friedlichen Revolution“ in der Bundesrepublik: Ein Diskurs drängt auf die deutsche Einheit

6.1 Vergleiche mit der Französischen Revolution: Revolution als Befreiung von Despotismus und „Ancien Régime“

6.2 Die Revolution als Einsicht: System-Überlegenheit und deutsche Einheit

7. Die Wahrnehmung der „friedlichen Revolution“ in der DDR: Gewonnenes Selbstbewusstsein und verlorene Identität

7.1 Zwischen Reformprozess und Vereinigungswünschen: Die Kontroverse zwischen den Intellektuellen und dem Volk auf der Straße

7.2 Die unterschiedliche Bedeutungsperspektive: „Wende“ oder „friedliche Revolution“?

7.2.1 War die „friedliche Revolution“ überhaupt eine Revolution?

7.2.2 Die Bedeutung des Revolutionsbegriffs

7.2.3 „Friedliche Revolution“ und Identität: Ein Problem, das bis heute wirkt

8. Fazit: Die Wirkung des Diskurses auf das kollektive Bewusstsein der Deutschen in den Wendejahren 1989/90

Zielsetzung & Themen

Ziel der Arbeit ist es, zu analysieren, wie die politisch-gesellschaftlichen Umbrüche in der DDR in den Jahren 1989/90 medial in Ost- und Westdeutschland konstruiert wurden, wer diese als „friedliche Revolution“ bezeichnete und welche identitätsstiftenden Bedeutungskonstruktionen hinter dieser Bezeichnung stehen.

  • Diskursvergleich zwischen westdeutschen und ostdeutschen Printmedien
  • Bedeutung der Begrifflichkeiten „Wende“, „friedliche Revolution“ und „Wiedervereinigung“
  • Rolle der Massenmedien als Akteure in der kollektiven Bewusstseinsbildung
  • Untersuchung von Machtstrukturen und dem Diskurs über den Sozialismus
  • Analyse der Wahrnehmungsdifferenzen zwischen DDR-Intellektuellen und dem Volk auf der Straße

Auszug aus dem Buch

4.1.1 Die DDR wird als totalitärer Unrechtsstaat entlarvt

Die Aussage von George Bush, der die Berliner Mauer bei seinem Deutschland-Besuch Ende Mai 1989 „als Monument des Scheiterns des Kommunismus“ bezeichnet, wird auf der Titelseite der FAZ abgedruckt. Für den amerikanischen Präsidenten ist der „kalte Krieg mit dem Ende der Teilung Europas“ beendet. Er strebe „die Selbstbestimmung für ganz Deutschland an“.

Die Platzierung auf der ersten Seite zeugt von der Wichtigkeit dieser Aussage für die Menschen in der Bundesrepublik, die das Ziel eines gesamtdeutschen Staates nicht aus den Augen verloren haben. Die „Hoffnungen des Westens“ würden durch den neuen politischen Kurs des russischen Präsidenten Michail Gorbatschow weiter beflügelt: „Glasnost möge ein russisches Wort sein, Offenheit jedoch sei ein westliches Konzept.“

In der Bundesrepublik hat sich bereits kurz nach dem Krieg ein Diskurs über die DDR etabliert, der mit dem typischen Vokabular des Kalten Krieges immer wieder grundsätzlich den Anspruch der alten „Sowjetzone“ in Frage stellte, ein zweiter deutscher Staat zu sein und – in bewusster Absetzung von dem als postfaschistisch angesehenen „Westdeutschland“ – in ihrer sozialistischen Gesellschaftsordnung den besten demokratischen Traditionen aus der deutschen Nationalgeschichte zum Durchbruch verholfen zu haben. Im Bezug auf die politische Führung des selbsternannten „Arbeiter- und Bauernstaates“ trug dieser Diskurs in der Regel durchgängig polemische Züge.

Im Jahre 1989 widmen der SPIEGEL wie auch die FAZ – um nur zwei Meinungsführer zu nennen – den aktuellen gesellschaftspolitischen Konflikten in der DDR gesteigerte Aufmerksamkeit. Sie betreiben selbst eine aufwendige Recherche und bieten Dissidenten unterschiedlicher Provenienz in ihren Blättern Raum zur Selbstdarstellung.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die historische Wahrnehmung der Ereignisse von 1989/90 und hinterfragt die Bezeichnung „friedliche Revolution“ sowie deren Bedeutungskonstruktion.

2. Theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel führt in die historische Diskursanalyse als Methode ein und definiert zentrale Begriffe zur Untersuchung von Macht und Sprache in Gesellschaften.

3. Vorgehensweise: Die „friedliche Revolution“ im Licht historischer Diskursanalyse: Hier wird der Untersuchungsgegenstand festgelegt, die Medienauswahl begründet und das methodische Vorgehen für die Analyse der Printmedien dargelegt.

4. Der Diskurs um die „friedliche Revolution“ in den westdeutschen Printmedien: Dieses Kapitel analysiert die westdeutsche mediale Berichterstattung, die durch Themen wie Systemdefizite, Flucht und den Wunsch nach Wiedervereinigung geprägt war.

5. Der Diskurs um die „friedliche Revolution“ in den ostdeutschen Printmedien: Hier liegt der Fokus auf der ostdeutschen Perspektive, die sich stärker um Reformprozesse, Sozialismuskritik und die Suche nach einer eigenen DDR-Identität drehte.

6. Die Wahrnehmung der „friedlichen Revolution“ in der Bundesrepublik: Ein Diskurs drängt auf die deutsche Einheit: Die Analyse zeigt auf, wie der westdeutsche Diskurs durch den Vergleich mit der Französischen Revolution eine forcierte deutsche Einheit legitimierte.

7. Die Wahrnehmung der „friedlichen Revolution“ in der DDR: Gewonnenes Selbstbewusstsein und verlorene Identität: Dieses Kapitel beleuchtet die Kontroverse zwischen ostdeutschen Intellektuellen und der Bevölkerung hinsichtlich des Verständnisses von Revolution und Einheit.

8. Fazit: Die Wirkung des Diskurses auf das kollektive Bewusstsein der Deutschen in den Wendejahren 1989/90: Das Fazit fasst zusammen, wie der Mediendiskurs das Bewusstsein der Deutschen beeinflusste und zu einer (Selbst-)Aufgabe der DDR-Identität führte.

Schlüsselwörter

Friedliche Revolution, DDR, Wiedervereinigung, Diskursanalyse, Systemdefizit, Sozialismus, Massenmedien, deutsche Einheit, Identität, Mauerfall, Systemvergleich, politische Umbrüche, kollektives Gedächtnis.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die mediale Konstruktion der „friedlichen Revolution“ 1989/90 in ost- und westdeutschen Printmedien und deren Einfluss auf das kollektive Bewusstsein der Deutschen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentral sind der Systemvergleich zwischen DDR und Bundesrepublik, der Prozess der Wiedervereinigung, die Rolle der Intellektuellen sowie die Bedeutung des Revolutionsbegriffs.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es zu ergründen, warum und von wem die politischen Umbrüche als „friedliche Revolution“ wahrgenommen wurden und welche Bedeutungskonstruktionen hinter diesem Begriff stehen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird die historische Diskursanalyse angewendet, um verborgene Denkstrukturen, Machtverhältnisse und die Konstitution von Wirklichkeit in der Berichterstattung zu demaskieren.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert diskursiv, wie westdeutsche Medien Systemmängel und Flucht thematisierten, während ostdeutsche Medien zunächst versuchten, den Sozialismus durch Reformen zu retten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Friedliche Revolution, DDR, Wiedervereinigung, Diskursanalyse, Identität und kollektives Gedächtnis charakterisieren.

Welche Rolle spielt die Kirche in der „friedlichen Revolution“ laut dieser Arbeit?

Die Arbeit hebt hervor, dass die Kirche im Diskurs als „trojanisches Pferd“ und einzige verbliebene Institution mit eigener Öffentlichkeit fungierte, in der sich oppositionelle Strömungen formieren konnten.

Wie wird das Scheitern des DDR-Sozialismus im westdeutschen Diskurs erklärt?

Westdeutsche Medien konstruierten durch einen Systemdefizitdiskurs das Bild der DDR als totalitären Unrechtsstaat und als notwendiges Scheitern, um die Überlegenheit der westlichen Demokratie zu legitimieren.

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Details

Titel
Die "friedliche Revolution" in der DDR. Die Wirkung eines Diskurses auf das kollektive Bewusstsein der Deutschen in den Wendejahren 1989/90
Autor
Oliver Paus (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2009
Seiten
137
Katalognummer
V470775
ISBN (eBook)
9783668950337
ISBN (Buch)
9783668950344
Sprache
Deutsch
Schlagworte
1989 1990 Deutschland Friedliche Revolution Diskursanalyse Wiedervereinigung DDR Kollektives Bewusstsein Konstruktivismus Wochenpost Sonntag Deutsche Einheit
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Oliver Paus (Autor:in), 2009, Die "friedliche Revolution" in der DDR. Die Wirkung eines Diskurses auf das kollektive Bewusstsein der Deutschen in den Wendejahren 1989/90, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/470775
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