Störungsfreies Arbeiten und respektvoller Umgang im Klassenzimmer. Konfliktbewältigung mit jugendlichen Lernern in der Berufsschule


Studienarbeit, 2017
51 Seiten, Note: Sehr gut

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Schilderung einer handgreiflichen Auseinandersetzung unter Schülern und der ergriffenen Maßnahme zur Bewältigung des Konflikts
2.1 Ein Lösungsansatz: Die Dialogrunde
2.2 Analyse der Lösungsstrategie und Reflexion
2.3 Systemische Sichtweisen im Umgang mit Herausforderungen

3 Der Lehrer als Coach
3.1 Förderliches Gesprächsverhalten des Lehrers
3.2 Ich-Botschaften
3.3 Die win–win–Methode (Drew, 2000)

4 Präventives Handeln zur Vorbeugung von Konflikten
4.1 Eine klare Haltung finden
4.2 Die „soziale Fantasie" der Schüler fördern
4.3 Gestaltung des sozialen Klimas und der Lernatmosphäre

5 Konfliktbewältigung im DaF-/DaZ-Unterricht
5.1 Interkulturelle Kompetenzen entwickeln

6 Schlussfolgerungen

7 Literaturnachweis

1 Einleitung

Sind auch Sie als Elternteil oder Lehrperson der Meinung, dass wir Lehrer viel härter im Klassenzimmer durchgreifen und durch klar definierte und konsequent umgesetzte Regeln eine Atmosphäre schaffen sollten, in der ein konfliktfreier Unterricht möglich sein kann?

Ich denke, die meisten Personen würden diese Frage spontan bejahen. Wäre das aber so einfach, würden Schulkonflikte nicht ständig für Schlagzeilen sorgen und weniger Lehrer über Burnout-Erscheinungen und Überlastungsgefühle klagen.

Wenn von Schulkonflikten oder disziplinären Problemen die Rede ist, denken viele Personen im ersten Moment an schwierige Schüler/innen (im Folgenden vereinfacht Schüler genannt), die den Lehrpersonen den Unterrichtsalltag schwer machen und sie an die Grenzen ihrer Kräfte bringen. Oft wird diesen Schülern vorgehalten, sie seien respektlos und hätten nicht begriffen, worum es in der Schule eigentlich geht. Aber worum geht es in der Schule eigentlich? Ist es ein Ort, wo der Leistungsdruck kaum noch Zeit lässt, um bei auftretenden Konflikten ursachenorientiert gemeinsam nach Lösungen suchen zu können? Viele Lehrer/innen (im Folgenden vereinfacht Lehrer genannt) geraten nicht durch „störende Schüler“ in eine Konfliktsituation, sondern durch den Druck, dem sie sich selber aussetzen, wenn sie versuchen, sich durch „nichts in der Welt“ aus der Bahn werfen oder von ihren vorgefertigten Unterrichtsschemen abbringen zu lassen. Solange jedoch in einem Schulgebäude oder Klassenzimmer nicht die Bereitschaft entsteht, sich auf das, was „störend“ erscheint, einzulassen und solange Lehrer nicht den Mut aufbringen, in eine Beziehung zu den Schülern zu treten, die über die Lehrstoffvermittlung hinausgeht, können Konflikte durch Strafmaßnahmen oder Drohungen nur verdrängt, nicht aber wirklich gelöst werden. Viele Lehrer befürchten, dass sie durch ihre persönliche Anteilnahme an konfliktgeladenen Situationen in Auseinandersetzungen involviert werden könnten, sie unter Umständen nicht vorhersehbare Ausmaße annehmen. Manchmal fühlen sie sich auch gewissen Reaktionen, wie verbalen Angriffen oder aggressivem Verhalten nicht gewachsen und versuchen, diese durch Strenge von vornherein zu vermeiden. Dies führt jedoch dazu, dass sich die Lehrpersonen von den Schülern distanzieren und sich auf die reine Lehrstoffvermittlung konzentrieren. Die Angst vor einer direkten Konfrontation mit konfliktgeladenen Situationen und die daraus folgende „Schutzhaltung“ oder „Schutzdistanz“ verhindern die innere Unruhe, die ein Angriff oder eine Beleidigung auslösen können. Sie verhindern aber auch gleichzeitig die Möglichkeit, einer gestörten Beziehung auf den Grund zu gehen. Gerade das, was bewusst nicht angesprochen wird, kann sich anstauen und dann bei irgendeiner Gelegenheit noch stärker zum Ausdruck kommen und somit das angenehme „Aus-dem-Weg-gehen-wollen“ in ein unangenehmes „Der-Realität-ins-Auge-sehen-müssen“ verwandeln.

In den letzten Jahren wurde immer wieder über die zunehmende Aggressivität und gleichzeitig absteigende Tendenz der Lernmotivation der Schüler geklagt und darüber, dass viele Lehrer dem Schülerverhalten nicht mehr gewachsen sind. Oft werden als Ursachen die Heterogenität der heutigen Klassen und die abnehmende Unterstützung durch Eltern oder Erziehungsberechtigte erwähnt. Besonders in Klassen mit einer hohen Quote von Schülern mit Migrationshintergrund wird die Kommunikationsbereitschaft oft auch durch fehlende Sprachkenntnisse beeinträchtigt. Diese Folgeerscheinungen des sozialen Wandlungsprozesses der letzten Jahrzehnte spiegelt sich in vielfältiger Weise im Schulalltag wieder: immer häufiger hört man von Mobbing, Streitereien oder Gewaltakten in und außerhalb der Schule, manchmal sogar von Amokläufen oder Suizidversuchen. Da die Ursachen, Auslöser und sozialen Hintergründe für diese Verhaltensweisen sehr unterschiedlicher Art sein können und eine Schilderung aller möglichen Fälle zu große Ausmaße annehmen würde, möchte ich mich in der folgenden Ausarbeitung auf Konflikte innerhalb der Klassengemeinschaft beschränken, wo einzelne Schüler gegen geltende Regeln und Vorschriften verstoßen und damit die Rahmenbedingungen schulischen Lernens gefährden. Mittlerweile beteuern viele Lehrer, dass solche Disziplinkonflikte zu einem kontinuierlichen Belastungsfaktor im Schulalltag geworden sind, der nicht nur sie als Lehrer erschöpft, sondern auch lernwillige Schüler zunehmend frustriert. Folgende Äußerung drückt meines Erachtens das Empfinden vieler Lehrer treffend aus:

„Am Disziplinproblem entscheidet sich, wie viel Leistung unsere Schüler bringen, welche Methoden im Unterricht eingesetzt werden und wie demokratisch es in den Klassenzimmern zugeht. Disziplin ist kein Wert an sich. Aber Disziplinlosigkeiten können alles entwerten, was pädagogisch als sinnvoll und richtig erkannt wurde.“ 1

Wie oft hat man als Lehrer das Gefühl, dass das, was so gut laufen könnte, von dem Fehlverhalten einiger Schüler zerstört wird? Aber selbst, wenn man bereit ist, zusammen mit den Schülern gewisse Problematiken anzusprechen, steht man als Lehrer nicht selten vor der Frage nach geeigneten Methoden oder Handlungsansätzen, um den richtigen Zugang zu den Schülern, und besonders zu den „Störenfrieden“, zu finden. Wie können wir als Lehrer mit Schülerkonflikten richtig umgehen, und was können wir tun, um einen konstruktiven Beitrag zu einem besseren Lernklima zu leisten und den Schülern zu helfen, im Umgang mit anderen bessere soziale Kompetenzen zu entwickeln?

Auf diese und andere Fragen möchte ich, ausgehend von einer konkreten Konfliktsituation in einer Berufsschulklasse, versuchen, Antworten und Lösungsansätze zu finden, die in unterschiedlichen Situationen anwendbar und schülerorientiert ausgerichtet sind. Ich möchte dabei sowohl Möglichkeiten aufzeichnen, wie sich die Lehrperson auf Schülerkonflikte einlassen kann, als auch auf präventive Maßnahmen zu sprechen kommen. Am Ende soll es aber nicht allein um Methoden gehen, sondern um uns Menschen im Schulalltag: um uns Lehrer und um die Schüler, denen wir durch unser Vorbild dazu verhelfen möchten, sich im Klassenverband und später im Leben als reife und beziehungsfähige Personen verhalten zu können. Mir ist bewusst, dass sich die hier aufgeführten Ratschläge und Tipps nicht als Patentrezepte einsetzen lassen, wünsche mir aber, dass sie dem ein oder anderen als Denkanstöße und Ermutigung dienen können.

2 Schilderung einer handgreiflichen Auseinandersetzung unter Schülern und der ergriffenen Maßnahme zur Bewältigung des Konflikts

Ich unterrichte an einer Berufsschule in Südtirol, in der sich zu Beginn eines der vergangenen Schuljahre eine Streiterei unter Schülern aus einer ersten Klasse (reine Jungenklasse, 15 Schüler zwischen 14 und 17 Jahren) zugetragen hat. Zu dem damaligen Zeitpunkt war die Klassengemeinschaft noch nicht gut zusammengewachsen, weil die Schüler aus unterschiedlichen Herkunftsschulen kamen. Nachdem die unterrichtende Lehrerin nach der letzten Stunde vor der Mittagspause die Klasse verschlossen hatte, begannen einige Schüler auf dem Weg zur Schulmensa einen anderen Schüler mit Migrationshintergrund zu hänseln, weil er zum wiederholten Mal seine Arbeitskleidung für den Praxisunterricht am Nachmittag vergessen hatte. Welche Äußerungen genau gefallen waren, hat anschließend niemand eindeutig wiedergeben können, Fakt ist jedoch, dass nach einer gewissen Zeit der Schüler mit Migrationshintergrund um sich geschlagen hat und besonders auf einen Schüler (Klassensprecher) losgegangen ist, der später behauptete, er habe die Streiterei nur schlichten wollen. Die genannte Lehrerin konnte diesen Vorfall aus Entfernung beobachten und mit Hilfe eines weiteren hinzueilenden Lehrers die beiden auseinander bringen. Bis dahin hatten sich aber schon einige andere mit eingemischt und es waren auch andere Schüler in die Schlägerei verwickelt gewesen. Das Geschehen wurde sogleich der Klassenlehrerin gemeldet, die daraufhin mit den beiden „Hauptakteuren“ Gespräche führte, die aber keine eindeutigen Erklärungen von Seiten der Schüler hervorbrachten, sondern eher widersprüchlicher Art waren. So beschloss die Klassenlehrerin, in der Doppelstunde des darauf folgenden Tages mit der Klasse gemeinsam den Vorfall zu besprechen und genau zu analysieren. Sie wählte dazu die Methode der „Dialogrunde“, bei der ich anwesend sein konnte und die ich nun näher beschreiben möchte.

2.1 Ein Lösungsansatz: Die Dialogrunde

In der sogenannten „Dialogrunde“ werden die Schulbänke beiseite geräumt, und die Schüler sitzen in einem großen Kreis. In der Mitte des Kreises liegt ein kleiner Ball, den sich die Schüler nehmen können, um zu reden und ihn danach wieder in die Mitte zurückzurollen (nicht zu werfen). Der Grund dafür ist, dass alles langsam verlaufen soll, damit man in der Zwischenzeit überlegen und reflektieren kann, d.h. nicht emotionsgeladen und vorschnell antwortet. Außerdem besteht die Regel, dass immer nur eine Person reden darf, immer nur die, die den Ball hat.

Bevor die Runde startet, teilt die Lehrperson jedem Schüler ein blaues, ein gelbes und ein grünes Blatt aus. Auf das blaue Blatt soll jeder Schüler schreiben, was seines Erachtens schlecht in der Klassengemeinschaft läuft, auf das gelbe die positiven Aspekte (den Ist-Zustand aus der Sicht eines jeden Schülers) und erst später (am Ende der Diskussion) auf das grüne Blatt, was er selbst bereit ist zu tun, um die Situation im Klassenverband zu verbessern, ohne zu bewerten oder zu verurteilen.

Im nächsten Schritt fragt die Lehrperson die Schüler, mit welchen Aspekten sie die Diskussion beginnen möchten, mit den positiven oder mit den negativen. Dabei sollen sie nacheinander den Ball nehmen, ihre Wahl nennen und auch begründen. Nach einigen Wortmeldungen fällt die Wahl auf die negativen Aspekte.

Nun weist die Lehrperson darauf hin, dass diejenigen Schüler, die nicht gleich den Ball zum Sprechen nehmen, sich kommentarlos das Gesagte anhören und erst danach aufstehen, um sich den Ball zu holen und ihren Beitrag zu leisten.

Erste Phase: IDENTIFIZIEREN (Wo liegt das Problem?)

Bei dem anschließenden ruhigen Ablauf (weil diese neue Methode normalerweise noch etwas ungewohnt für die Schüler ist) werden verschiedene negative Aspekte der Klassengemeinschaft genannt, wie zum Beispiel:

-Manche lassen ihre Wut an anderen aus.
-Wenn einer nervt, nerven alle.
-Manche verpetzen.
-Manche nennen mich „Staller“ oder sagen andere schlechte Wörter.
-Wenn zwei streiten, mischen sich die anderen ein.
-Es gibt immer „einen“ oder den „anderen“, der Ärger haben möchte.
-Man streitet oft wegen „Unsinn“.
-Normalerweise ist die Klasse friedlich. Man streitet immer wegen einer Person.
-Viele nerven mich wegen meines Namens.
· Nur bestimmte Personen suchen Ärger. Andere mischen sich ein und schauen nicht auf den eigenen Kram.
-„Jemand“ lässt seine Wut an anderen aus.

Bei der Betrachtung der Äußerungen fallen zwei Aspekte besonders auf: Es gibt Probleme, aber es sind kleine (aus der Mücke einen Elefanten machen). Das Wort „Ärger“ (Ärger wollen/Ärger suchen) kommt mehrmals vor.

Zweite Phase: INTERPRETIEREN (Wie ist das Problem/der Konflikt entstanden?)

Die Kernaussagen der blauen Blätter zeigen, dass viele gut miteinander auskommen, nur einige nerven. Wenn zwei streiten (jemand streitet), mischen sich andere ein. Es wird wegen des Namens genervt: Das deutet auf wenig Wertschätzung hin.

Nun fragt die Lehrperson: „Wie geht es euch jetzt? Jetzt, wo die Luft raus ist?“

Das Ergebnis nach einigen Wortmeldungen lautet: „Alle“ zeigen mit dem Finger auf andere, aber nicht auf sich selbst.

Die Lehrperson fordert nun jeden Einzelnen der Klasse auf nachzudenken, ob er vielleicht derjenige ist, der „Ärger“ verursacht. Fühlt er sich angesprochen? Was heißt „Ärger wollen“? Bedeutet das, er provoziert andere? Oder gibt es da eventuell auch Missverständnisse?

Alle sind nun aufgefordert nachzudenken: Hat das mit mir zu tun? Oder hat das auch mit der Gruppe zu tun? Dabei soll anschließend das Wort „man“ vermieden und die Klassenkameraden sollen mit Namen angesprochen werden, z.B. handelt es sich um Schüler A., der „Staller“ genannt wird.

Die Lehrperson fragt: „Habt ihr schon mal darüber nachgedacht, was das bei dem anderen auslöst? Ihr könnt nun dazu Stellung beziehen.“

Schüler S.: „Der Name einer Person ist heilig. Das ist seine Identität. Manche nennen mich ‚Rucksack‘, aber das ist nicht mein Name.“

Lehrperson: „Was für den einen Spaß ist, kann den anderen tief verletzen.“

Es wird Zeit für Entschuldigungen gegeben. Der Ball liegt in der Mitte.

Ein Schüler steht auf und entschuldigt sich. Schüler S. bedankt sich.

Schüler P. (steht auf): „Ja, ich habe ihn „Staller“ genannt, weil die anderen es auch tun.“

Lehrperson: „Vermeide, ihn zu sagen und sprich ihn persönlich an.“

Schüler P.: „Ich habe zu dir „Staller“ gesagt. Es tut mir leid.“

Fazit: Alle haben S. und A. so genannt und es tut allen leid.

Am Ende beschließen die Schüler gemeinsam, es nicht mehr zu tun.

Nun geht die Diskussion zum nächsten Thema über: „Streber“.

Schüler V.: „Wenn ich austrete und dann zurückkomme, ist meine Griffelschachtel verschmiert und der Tisch verrückt.“

Schüler M: „Wenn jemand lernt, wird er „Streber“ genannt.“

Schüler B.: „Wäre gern auch Streber, aber schaffe es nicht.“

Lehrperson: „Jemandem einen schlechten Namen zu geben bedeutet, ihn zu verletzen, ihn zu beschmutzen und zu erniedrigen, aber das ist vielen nicht bewusst.“

Ein anderer Fokus der blauen Zettel liegt auf dem Thema „Streiten“: Wenn gestritten wird, mischen sich andere ein, oder wenn zwei streiten, werden sie schnell handgreiflich. Die anderen wollen schlichten, nicht mitstreiten. Sie wollen die Klassengemeinschaft zusammenhalten.

Lehrperson : „Die, die das geschrieben haben, haben sie es auch so empfunden?“ (eingreifen, um zu schlichten). Frage an zwei Schüler : „Was versteht ihr unter streiten? Was passiert da?“

Frage an B.: „Was ist Streiten für dich?“ (Die Schüler, die antworten, nehmen jeweils den Ball)

Schüler B.:Wenn mich jemand ‚Scheiß Albaner‘ nennt, kommt Wut in mir hoch.“

Schüler F.: „Wenn mich jemand beleidigt, dann schlage ich ihn zusammen. Andere regeln das mit Worten. Ich kann das nicht, kann meine Aggressivität nicht kontrollieren.“

Lehrperson: „B. ist sehr offen, auch F.“ Frage an die Klasse: „Wer von euch könnte so etwas zugeben?“

Schüler F. erklärt: „Wenn mich jemand nervt, muss ich auf ihn losgehen.“

Lehrperson: „Fühlst du dich dann wohl?“

Schüler F. (denkt nach): „Nein“

Lehrperson: „Denkt ihr, dass euch die Klasse dabei helfen kann?“

Schüler F.: „Wie denn? Wenn ich aggressiv bin, kommen immer einige hinzu und ich denke, sie wollen auch schlagen, aber vielleicht ist das ein Missverständnis. Die andere Person will vielleicht helfen oder schlichten.“

Schüler F. entschuldigt sich bei J.: „Ich dachte, dass du streiten wolltest, dabei wolltest du ja schlichten.“

Schüler J.: „Ich hab‘ auch in der Grundschule immer gestritten und manchmal geschlagen, aber in der Mittelschule habe ich dann gelernt, vor der Wut nachzudenken.“

Schüler F.: „Ja, aber viele haben dieses Vorurteil, dass Ausländer gleich zuschlagen und nicht mit Worten das Problem lösen.“

Lehrperson: „Fakt ist: Schlagen ist strafbar. Das sage ich euch als Klasse: Ihr sollt verstehen, dass die zwei hier ‚ihre Hosen runterlassen‘. Viele haben gestern ihren eigenen ‚Senf‘ dazu gegeben und sich provozierend geäußert. Alle sollen sich nun mal in die Situation von F. versetzen, jeder Einzelne. F. hat schon genug mit sich selbst zu tun, wenn dann noch jemand nervt, kommt das Glas zum Überlaufen. Könnt ihr das verstehen?“

Schüler V.: „Ich war auch so und habe gleich geschlagen. Jetzt bin ich erwachsener und denke nach.“

Dritte Phase: INTERAGIEREN (Was kann ich zur Lösung beitragen?)

Lehrperson: „Bevor wir nun die gelben Zettel lesen, nehmt bitte die grünen und schreibt jetzt, was ihr selber tun würdet, um die Situation zu verbessern. Ihr könnt auch Namen nennen.“

Hier einige Äußerungen:

-Ich versuche, wenn jemand meinen Spitznamen nennt, das nicht so ernst zu nehmen.

-Ich wünsche mir mehr Respekt und Geduld.

-Ich wünsche mir, dass keiner aus der Klassengemeinschaft ausgeschlossen wird.

-Ich bin bereit, wenn ich etwas Falsches gemacht habe, mich zu entschuldigen.

-Ich wünsche mir, dass Konflikte friedlich gelöst werden. Ich werde mich nicht mehr einmischen.

-Ich bin bereit, nicht mehr zu beleidigen.

Lehrperson: „Versucht, statt ‚ich wünsche mir‘ ‚ich bemühe mich‘ zu schreiben.“

Fazit: Alle wünschen sich eine gute Klassengemeinschaft.

Lehrperson: „Wenn wieder mal ein Spitzname fällt, könnt ihr euch ja erinnern: ‚du hast versprochen, dass…‘.“

Dann wird die Diskussion leider durch die Schulglocke unterbrochen. Die gelben Kärtchen werden noch schnell an der Pinnwand aufgehängt und man spürt eindeutig in der Klasse, dass eigentlich die positiven Aspekte überwiegen und den Schülern auch viel wichtiger sind als die Streitereien.

Diese kurze Schilderung hat deutlich gemacht, dass das gemeinsame Arbeiten im Schulalltag viel schöner sein kann, wenn alle Beteiligten etwas sorgsamer und kompetenter miteinander umgehen. Dass viele Schüler aber offensichtlich wenig Interesse dafür zeigen, liegt meistens nicht an Boshaftigkeit oder Desinteresse an einer harmonischen Klassengemeinschaft, sondern vielmehr an der Tatsache, dass sie nie oder selten die Möglichkeit hatten, dies in einer Gruppe zu üben. Die Fähigkeit, eigene Emotionen wahrzunehmen, die Bedürfnisse anderer zu erkennen und die Spannungen, die eventuell zwischen beiden auftreten, bewältigen zu können, entsteht nicht von allein, sondern kann im Schulalltag nur durch das unterstützende Eingreifen der Lehrperson gefördert werden. Lehrer, die über längere Zeit mit einer Klasse arbeiten, haben die Möglichkeit, durch relativ einfach durchführbare Methoden, auf die ich im Folgenden noch zu sprechen komme, die „soziale Fantasie“ der Schüler anzuregen, die ihnen auch im außerschulischen Alltag als wertvolles Handlungsmuster dienen kann. „ Unter sozialer Fantasie verstehen wir die Fähigkeit, eigene und fremde Gefühle und Bedürfnisse zu benennen und zu akzeptieren und, darauf aufbauend, Alternativen für das eigene Verhalten zu entwickeln und zu erproben.2

In dem geschilderten Unterrichtsbeispiel konnte dies durch die Dialogrunde geschehen, wobei unter „Runde“3 eine besondere Form des strukturierten Gesprächs zu verstehen ist, bei dem alle Teilnehmer Gelegenheit bekommen, sich nacheinander in einem zeitlich begrenzten Rahmen zu einem festgelegten Thema oder zu einer Frage zu äußern, dabei für sich selbst zu sprechen (Ich-Botschaften), niemanden abzuwerten und Lösungsvorschläge einzubringen.

2.2 Analyse der Lösungsstrategie und Reflexion

Im Folgenden möchte ich nun den gewählten Lösungsansatz und seine Auswirkungen auf die Klassensituation reflektieren und die ergriffene Maßnahme im sozial-pädagogischen Kontext analysieren. Warum konnte durch diese Methode eine gute Diskussion stattfinden, in der viele Schüler bereit waren, von ihren Schwächen und Fehlern offen zu sprechen und den Vorsatz zu fassen, sich um ein besseres Zusammenleben im Klassenverband zu bemühen? Ein ausschlaggebendes Kriterium war sicherlich das Verhalten der Klassenlehrerin, die nicht gleich nach dem „Sündenbock“ gesucht, sondern sich um eine neutrale und wertschätzende Atmosphäre bemüht hat, in der jeder Schüler seine Sichtweise ohne Scheu vor einer negativen Bewertung darlegen konnte. Wie einer der lösungsorientierten Grundsätze für die Arbeit in der Schule nach Marianne und Kaspar Baeschlin ausdrückt, besteht eine der Aufgaben der Lehrperson darin, mit den Schülern Situationen zu gestalten, in denen sie sich als kompetent und erfolgreich erleben, was ihnen Schritt für Schritt eine positive Sicht von sich selbst und ihrer Zukunft ermöglicht4.

In dem geschilderten Fall hatten die Schüler die Möglichkeit, über aggressive Verhaltensweisen oder verbale Verletzungen zu sprechen und diese zu begründen, aber sie wurden sich selbst darüber bewusst, dass sie mit diesen Verhaltensweisen im Grunde nicht glücklich waren. Durch das neutrale Nachfragen der Lehrperson, das vorurteilsfrei und wertschätzend war, konnten einige Schüler feststellen, dass hinter einer stereotypen Vorstellung („…viele haben dieses Vorurteil, dass Ausländer gleich zuschlagen und nicht mit Worten das Problem lösen.“) neue Perspektiven lagen und andere, dass das, was für sie harmloses Hänseln war, manche verletzen konnte. Sie fühlten sich jetzt nicht mehr in ihrer Aggressivität oder Provokation erfolgreich, sondern in dem gemeinsamen Versuch, daran nach und nach etwas zu verändern. Die positive Sicht, die sich daraus entwickelte, war vor allem deshalb möglich, weil die Schüler für ihr Fehlverhalten nicht gedemütigt oder als „Problemverursacher“ abgestempelt worden waren.

Kein Mensch handelt aus Bosheit destruktiv. Jeder macht von sich aus gesehen das Bestmögliche, er handelt so, weil er im Moment nicht anders handeln kann, weil ihm nichts Besseres einfällt. Jedes Verhalten ist immer ein Lösungsversuch, manchmal mit negativen Auswirkungen.5

Wenn wir als Lehrer aus dieser Perspektive unsere Schüler sehen, ihnen sorgfältig zuhören und ihnen das Gefühl vermitteln, dass wir sie ernst nehmen, erwecken wir ihr Interesse für neue Wege. Wie in dem geschilderten Fall ersichtlich war, dienten die Fragen der Lehrerin nicht nur dazu, Informationen zu erhalten, sondern sie haben bei den Schülern konstruktive Denkprozesse ausgelöst und ihre Selbstreflektion gefördert.

Weitere denkbare Fragen hätten zum Beispiel sein können:

-Welche Ideen hast du, die dich der Lösung des Problems näher bringen könnten?
-Was wäre deiner Meinung nach ein weiterer sinnvoller Schritt in die richtige Richtung?
-Welche deiner Fähigkeiten könnte dir helfen, um einen kleinen Schritt weiter zu kommen? Usw.

Oft wird Schülern nicht zugetraut, sich im Umgang mit Disziplinkonflikten ideenreich und kompetent einzubringen und einen konstruktiven Beitrag zur Lösung des Problems zu leisten. Aber wenn die alleinige Zuständigkeit der Lehrperson zugeschrieben oder an den Klassenrat oder die Schulleitung weiterdelegiert wird, verlieren die eigentlichen Akteure den Bezug zu den vorgefallenen Ereignissen. Eine gemeinsame Beobachtung und Analyse der Geschehnisse hingegen hilft den Schülern, sich über gewisse Aspekte, Ursachen oder Folgen ihres Verhaltens bewusst zu werden und ihre Einstellung dazu zu ändern. Diese gemeinsame Beobachtung muss nicht unbedingt, wie im geschilderten Fall, mit der ganzen Klasse erfolgen, sondern kann sich auch zwischen einzelnen Schülern und dem betroffenen Lehrer abspielen. Wichtig ist bei dieser Art von Gesprächsführung, den Schülern ein greifbares und lohnendes Ziel vor Augen zu stellen und in der darauf folgenden Zeit Erfolge sichtbar zu machen und bereits Erreichtes zu würdigen. Manchmal können auch Fragebögen hilfreich sein, in denen jeder Schüler versucht, seine eigene Zielsetzung und Verhaltensweise klar zu definieren, z.B. mit Hilfe folgender Fragen:

Was ist dein Ziel, was möchtest du erreichen?

______________________________________

Welches Verhalten zeigst du, wenn du dein Ziel erreicht hast (etwas, was dir jetzt noch nicht gelingt)? Was tust du dann anders? _____________________________

Welches Verhalten zeigst du dann nicht mehr? _____________________________

An welchem Verhalten von dir merken andere (Mitschüler, Lehrer, Eltern), dass du dein Ziel erreicht hast? ________________________________________________

Wie werden andere dann reagieren, wenn sie bemerken, dass du dein Ziel erreicht hast? ______________________________________________________________

Hast du irgendwelche Schwierigkeiten bemerkt? ____________________________

Dieser Fragebogen, der dem Schüler hilft, über die Veränderungen seines Verhaltens zu reflektieren und sich des Fortschritts bewusst zu werden, kann je nach Situation durch weitere Fragen ergänzt oder durch andere Fragen ersetzt werden.

Wenn Schüler in die Konfliktbewältigung mit einbezogen werden, signalisiert ihnen dies, dass auch sie für das Gelingen einer Maßnahme verantwortlich sind. Durch ihre aktive Beteiligung wird ihnen zum einen das Bewusstsein des eigenen Fehlverhaltens ermöglicht und zum anderen ihr Vertrauen in sich selbst, zu den Mitschülern und zum Lehrer gestärkt, während sie auf ständige Ermahnungen und Strafen nur mit Ablehnung reagieren, weil sie diese in den meisten Fällen als Angriff auf die eigene Person interpretieren.

Da ich mir vorstellen kann, dass einige der hier erkannten Prinzipien für eine positive gemeinsame Konfliktbewältigung im Unterricht auch auf andere Probleme im Klassenverband übertragbar sind, möchte ich sie wie folgt zusammenfassen:

-Nach klasseninternen Lösungen suchen
-Klassensituation gemeinsam analysieren
-Den Schülern eine aktive Rolle zutrauen
-rziehung immer als Beziehung begreifen
-Niemanden in die Verliererrolle drängen
-Auf langfristige Lösungen hinarbeiten

Nur so kann der Schüler das Gefühl haben: „Meine Stimme zählt – auch dann oder gerade dann, wenn ich etwas ausgefressen habe.“6

2.3 Systemische Sichtweisen im Umgang mit Herausforderungen

Während ich in meiner bisherigen Analyse des Fallbeispiels hauptsächlich schülerorientiert vorgegangen bin, möchte ich im Folgenden näher auf das Verhalten der Lehrperson in einer Konfliktsituation eingehen.

Im heutigen Schulalltag werden für Schüler mit Disziplinproblemen oft Begriffe wie „ verhaltensauffällig, erziehungsschwierig, unangemessen, usw. “ verwendet. Diese Betrachtungsweise hängt aber stark von den Erfahrungen eines jeden Lehrers ab oder davon, wie er einen Schüler persönlich einstuft. Da diese Sichtweise von Lehrer zu Lehrer sehr unterschiedlich sein kann, wird oft verallgemeinert von „ Schülern mit besonderen Bedürfnissen “ gesprochen. Im ersten Moment fragen sich Lehrer in der Regel nach dem „Wozu“ dieser Verhaltensweisen. Laut Rainer Dreikurs7 verfolgt jedes störende Verhalten zumindest eines von fünf möglichen Zielen:

1. Entschuldigung bzw. Vertuschung eigener Mängel
2. Erregung von Aufmerksamkeit
3. Vermeidung von Unterlegenheit und Gewinnung von Überlegenheit
4. Vergeltung bzw. Rache
5. Gewinnung von Liebe

Mittlerweile werden viele Verhaltensweisen der Schüler auch wissenschaftlich begründet (Frage nach dem „Warum“), so dass man sich als Lehrer hin und hergerissen fühlt, weil man oft nicht weiß, wann man eine „ auffällige “ oder „ unangemessene “ Verhaltensweise verurteilen oder wann man sie entschuldigen soll oder kann. Wie dem auch sei: Es handelt sich fast immer um schwierige Situationen, in denen die Lehrkräfte herausgefordert werden, anders zu handeln als sie gewohnt sind und darüber hinaus oft um Situationen, auf die kein erlerntes pädagogisches Rezept zu passen scheint. Aber wenn wir hier die Pädagogik und unseren Erziehungsauftrag als Lehrer mit einbeziehen, stellt sich die Frage, was die eigentliche Aufgabe der Pädagogik ist.

„Sie, die Pädagogik, will bekanntlich erziehen, und das kann sie nur dann, wenn sie sich zuallererst um Verständnis bemüht, Schuld und Unschuld erst einmal beiseite lässt und statt dessen nach möglichen Ursachen und Absichten ganz bestimmter Verhaltensweisen fragt, mit anderen Worten: Entzifferungsarbeit leistet.“8

Das heißt, um der Ursache einer Störung auf den Grund gehen zu können, muss der Lehrer zuerst versuchen, die klasseninternen und –externen Zusammenhänge und Auslöser zu verstehen (auch in für ihn befremdlichen Situationen), was ihm nur gelingen kann, wenn er eine Beziehung zu den Schülern aufbaut und sie in den Lösungsprozess mit einbezieht. Diese systemische Betrachtungsweise geht davon aus, dass eine Einzelperson immer Teil des ganzen Systems ist, in dem sie sich aufhält (hier: Klassengemeinschaft). Wie das geschilderte Fallbeispiel zeigt, übernimmt der Lehrer bei der Gesprächsführung die wichtige Aufgabe, eine Atmosphäre zu schaffen, in der sich jeder Schüler als gleichwertige Komponente fühlen und einbringen kann. Wenn dann eine einzelne Person bereit ist, sich zu verändern, wirkt sich das auf das ganze System, sprich auf die ganze Klasse, aus. So konnte die „Dialogrunde“ in unserem Beispiel dazu beitragen, dass einige Schüler ihr Verhalten überdacht haben und zu Veränderungen bereit waren, die dann in den folgenden Wochen und Monaten immer positiver spürbar wurden. Eine einfache „Schuldzuweisung“ von Seiten des Lehrers, eventuell auch noch verbunden mit Strafmaßnahmen, hätte sicherlich weniger Zeit in Anspruch genommen, aber mit genauso großer Sicherheit nicht zum gegenseitigen Verständnis und damit zu keiner Veränderung geführt.

[...]


1 Jonas Lanig: Gegen Chaos und Disziplinschwierigkeiten. Eigenverantwortung in der Klasse fördern. Mülheim a.d.R. 2004, S. 7

2 Faller/Kerntke/Wackmann: Konflikte selber lösen. Trainingshandbuch für Mediation und Konfliktmanagement in Schule und Jugendarbeit, S. 23

3 vgl. Faller/Kerntke/Wackmann, op. cit., S. 21

4 vgl. Baeschlin (2000):. Einfach, aber nicht leicht. Leitfaden für lösungsorientiertes Arbeiten in sozialpädagogischen Organisationen. Winterthur: ZLB

5 Baeschlin: op. cit., S.16

6 Vgl. Jonas Lanig: Gegen Chaos und Disziplinschwierigkeiten. Eigenverantwortung in der Klasse fördern. Mülheim a.d.R. 2004, S. 22-23

7 Vgl. Dreikurs/Grunwald/Pepper (1995): Lehrer und Schüler lösen Disziplinprobleme. Weinheim und Basel: Beltz Verlag, S. 36-50

8 Winkel, Rainer: Der gestörte Unterricht. Diagnostische und therapeutische Möglichkeiten. Baltmannsweiler: Schneider Verlag Hohengehren, S. 28

Ende der Leseprobe aus 51 Seiten

Details

Titel
Störungsfreies Arbeiten und respektvoller Umgang im Klassenzimmer. Konfliktbewältigung mit jugendlichen Lernern in der Berufsschule
Hochschule
Leopold-Franzens-Universität Innsbruck
Veranstaltung
Universitätslehrgang Deutsch als Fremdsprache / Deutsch als Zweitsprache
Note
Sehr gut
Autor
Jahr
2017
Seiten
51
Katalognummer
V471044
ISBN (eBook)
9783668936638
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Beurteilung der Arbeit: Die Verbindung von konkreten Konfliktsituationen in einer Klasse, die hier sehr anschaulich geschilderte Maßnahme der Dialogrunde zur aktuellen Konfliktbewältigung und deren Analyse, weitere lösungsorientierte Ansätze zur Konfliktprävention, die Rolle von Lehrkräften als Coach - und all dies eingebettet in einen interkulturellen Kontext und fachlich fundiertem Hintergrundwissen zu Lerntheorien und ressourcenorientierter Pädagogik machen die vorliegende Arbeit zu einer sehr gelungenen.
Schlagworte
Die Lehrerinnen- und Lehrerrolle, Konfliktbewältigung, Disziplin im Klassenzimmer, Umgang mit Herausforderungen, Der Lehrer als Couch, Vorbeugung von Konflikten, Interkulturelle Kompetenzen
Arbeit zitieren
Dagmar Astrid Stehn (Autor), 2017, Störungsfreies Arbeiten und respektvoller Umgang im Klassenzimmer. Konfliktbewältigung mit jugendlichen Lernern in der Berufsschule, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/471044

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