Die Bedeutung von Lust und Wissen und die Rolle der Vernunft für die Erlangung des Guten in Platons "Philebos"


Hausarbeit, 2014
16 Seiten, Note: 1,0
Anonym

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitiiiig

2. Kontextualisierung der Textpassagen

3. Die Prinzipien des Guten

4. Die Anwendung der Prinzipien in der menschlichen Seele

5. Fazit

1. Einleitung

Die Frage nach der Erlangung eines guten und erfullten Lebens stand im Zentrum der antiken Moralphilosophie. So befassten sich auch die Philosophen des alten Griechenland mit ihrer Beantwortung. Einer der bekanntesten Denker jener Zeit, der sich mit diesem Thema befasste, war Platon. Im „Philebos“, einem seiner Spatwerke1, welches als schwer verstandliches Erzeugnis seines Schaffens gilt, thematisiert er das Problem des Guten und den Disput um die Bedingungen zu dessen Erlangung. In diesem Dialog tritt Sokrates wieder als Gesprachsfuhrer auf. Es ist damit das einzige Werk der spateren Schaffensperiode Platons, in welchem er seinen fruheren Lehrer wieder als Wortfuhrer statt als stummen Zeugen in Erscheinung treten lasst.2

Der Philebos behandelt zahlreiche Themen der platonischen Philosophic, doch steht die Frage nach dem guten Leben besonders im Fokus des Autors. Zwar widmete er sich dieser Thematik bereits in fruheren Werken3, eine intensive Behandlung erfahrt sie allerdings erst im Philebos. Dort wird heftig daruber diskutiert, ob nun die Lust oder das Wissen, oder gar etwas Drittes, zum vollkommenen und erfullten Leben fuhrt. Daher habe ich dieses Werk als literarische Grundlage meiner vorliegenden Arbeit gewahlt und werde anhand dieses Textes meine Argumentation aufbauen. Dafur greife ich Platons These, dass nur die Mischung aus Lust und Wissen hinreichend fur das gute Leben ist, heraus und versuche zu klaren, wie sich der Autor diese vorstellt und warum er gerade ihr den Vorrang zur Erlangung des wahrhaft Guten zuweist. Daruber hinaus soil die vorliegende Arbeit eine nahere Betrachtung der Rolle der Vemunft beinhalten und ihr Wirken bei der Hervorbringung des Guten aufzeigen. Im letzten Teil dieser Arbeit wird die Mischung bezuglich ihrer Wirkung im Menschen einer genaueren Betrachtung unterzogen. Die zuvor im dritten Kapitel erlauterten Prinzipien des Guten sollen dabei an der menschlichen Seele angewendet werden und zeigen wie sich ihr Einfluss darin manifestiert.

Zur Bearbeitung der genannten Fragestellungen muss man das Werk zunachst in seiner Gesamtheit betrachten, aufgrund dessen ich im zweiten Kapitel eine Einordnung der von mir benutzten Textpassagen in den Kontext des Dialogs vomehme. Es gibt einige Passagen, die zur Klarung der Thematik besonders aufschlussreich sind, Platons eigene Position widerspiegeln und sich daher fur eine intensivere Betrachtung empfehlen. Deshalb konzentriere ich mich besonders auf die Textabschnitte 20 b- 23 b bzw. 23 b- 27 c und, besonders fur das vierte Kapitel von Bedeutung, die Passage 44 d- 50 e. Diese schienen mir zur Klarung der Problematik in besonderem MaBe inhaltstragend zu sein und bilden daher die Grundlage meiner folgenden Arbeit.

2. Kontextualisierung der verwendeten Textpassagen

Damit man die genannten Textstellen in den Gesamtkontext des Werks einordnen kann, wird dieses Kapitel zunachst die Rahmenbedingungen des Dialogs erklaren und den Inhalt der vorangegangen Passagen in Kurze wiedergeben. Daruber hinaus dient es dazu zu zeigen, warum die von mir gewahlten Textausschnitte fur die Klarung der Fragestellung wichtig sind.

Der Dialog beginnt mitten im Gesprach, welches Sokrates auf der einen sowie Philebos und Protarchos auf der anderen Seite bestreiten. Der Leser bekommt dadurch den Eindruck, dass der im Text dargestellten Auseinandersetzung bereits eine Debatte vorausgegangen sein muss. Dies ermoglicht es dem Autor die beiden Positionen der Handlungstrager ohne lange Vorrede einzufuhren.4

Die Diskussion wird durch die Frage entfacht, ob nun Freude und Lust oder Denken, Vernunft und Wissen fur das Erreichen eines guten Lebens5 ausschlaggebend sind. Die Gegner des Sokrates sind der Auffassung, dass die Lust das hochste Gut und jede lustvolle Erfahrung prinzipiell gut ist. Sie vertreten also beide zunachst eine hedonistische Sicht, wobei sich Protarchos im weiteren Verlauf des Gesprachs als kompromissbereit erweist, wohingegen Philebos strikt vom Sieg der Lust uberzeugt ist und von dieser Meinung auch nicht abrucken will.6 Demgegenuber steht Sokrates, welcher Vernunft, Einsicht und Erkenntnis fur die Erlangung des guten Lebens als wesentlich nutzlicher erachtet. Im Gegensatz zu Philebos, welcher dem Wissen keine Beachtung schenkt, argumentiert er vorsichtiger und schlieBt die Lust nicht kategorisch aus. Daruber hinaus lasst er die Moglichkeit von einem dritten, der Lust und dem Wissen moglicherweise sogar uberlegenen Zustand offen.7 Bereits zu Beginn des Dialogs vollzieht sich ein Rollenwechsel. Philebos, der offenbar kein Interesse an einer Diskussion hat und ohnehin vom Primat der Lust uberzeugt ist, sieht von einer aktiven Gesprachsteilnahme ab und zieht sich zu Gunsten von Protarchos zuruck. Dieser wird nun zum Verteidiger des Hedonismus und zum Widersacher der sokratischen Position.8

Sokrates behauptet zunachst, dass die Lust kein einheitlicher Begriff sei, sondern verschiedene Arten in sich fasse. Der Lustbegriff fungiert lediglich als Oberbegriff, in welchem verschiedene Freuden beziehungsweise Freude bringende Erfahrungen subsumiert werden. Seine Ansicht spiegelt die platonische Auffassung wieder, wonach Lust in vielerlei Gestalt auftritt9 und somit eine Klassifizierung der Arten von Freude und ihre moralische Wertung ermoglicht.10 Platon formuliert im Philebos eine zusammenhangende Theorie uber das Wesen von Lust und ihrer Klassen. Diese Vielfalt lasst er Sokrates durch entsprechende Beispiele11 untermauem (12 d- 13 b).12

Protarchos lasst sich davon allein jedoch nicht uberzeugen. Er gibt zwar verschiedene Formen des Lustfuhlens zu, behauptet aber, dass die dabei empfundene Freude immer die gleiche sei. Diese Weigerung ist verstandlich, denn wurde er unterschiedliche Arten der Lust zugeben, wirft dies unweigerlich die Frage nach deren verschiedenartiger moralischer Wertigkeit auf. Dieses Zugestandnis zur Position des Sokrates wurde die selbst vertretene Einheit der Lust in Frage stellen und eine Schwachung der eigenen Stellung nach sich ziehen.13

An dieser Stelle droht die Diskussion an der sturen Konfrontation der Argumente in einer Sackgasse zu enden. Einer solchen Entwicklung wirkt Sokrates entgegen, indem er teilweise auf Protarchos eingeht und auch das Wissen einer naheren Prufung14 unterziehen will. Er betont, dass es ihm um eine unparteiische Begutachtung geht, die allein zur Forderung der Wahrheit dient (14 b 7). Unter diesen Bedingungen ist es nun auch dem Verteidiger der hedonistischen Sache moglich das Gesprach fortzufuhren. Zunachst mag dieses Vorgehen die Gleichbehandlung beider Konfliktpartner gewahrleisten, doch wird bei naherer Betrachtung deutlich, dass es sich hierbei durchaus um einen Teilerfolg des Sokrates handelt. Denn bei der vorubergehenden Einigkeit handelt es sich um eine „Verstandigung zu den Bedingungen des Sokrates“15, welchem es dadurch gelungen ist den Disput in die von ihm gewunschten Kanale zu leiten.16

Dann tut Sokrates etwas, das zunachst verbluffen mag. Er behauptet, dass ihm im Traum ein Gott erschienen sei, welcher ihn darauf aufmerksam machte, dass weder Lust noch Wissen hinreichend fur das Gute sei. Diese gottliche Einflussnahme erlaubt es dem Autor an dieser Stelle des Dialogs (20 b- 23 b) die These von etwas Drittem, Lust und Wissen moglicherweise Uberlegenem, einzufuhren. Da die intervention von hoherer Seite gerechtfertigt“17 ist, kann Platon die Behauptung in das Gesprach einfuhren ohne weiter auf deren Voraussetzungen eingehen zu mussen. Da Protarchos diesem Vorgehen nicht widerspricht, darf es im weiteren Disput verwendet werden.18 In Folge dieser Uberlegung schlagt Sokrates zunachst eine genauere Untersuchung des Guten vor. Dafur legt er mit Zustimmung des Protarchos drei Kriterien fest. Das Gute muss zum einen vollkommen sein. Zum anderen muss es fur sich genugen sowie jedem erstrebenswert erscheinen, der es kennt19. Anhand dieser MaBstabe soil nun getestet werden, ob sowohl Lust als auch Wissen fur sich genommen gut sein kann. Sokrates will diese Kriterien nun auf Protarchos anwenden. Fur diesen ist ein HochstmaB an Lust das oberste Ziel des Strebens und frei von jeglichem Mangel. Ihm bedarf es weder nach Erinnerung noch dem Verstandnis der empfundenen Freude. Er erachtet ein Leben, das der Lust front als vollkommen: ,,Ich wurde doch alles haben, solange ich in Freuden lebe.“ (21 b).20

Daraufhin auBert Sokrates seine Bedenken wider der Aussage des Protarchos. Er stellt fest, dass der Mensch ohne Wissen und Uberlegung gar nicht in der Lage sei uberhaupt zu erkennen, ob er sich freut. Weder wurde er sich vergangener Luste erinnern noch befahigt sein kommende Freuden vorauszusehen. Dies ware ein Leben auf primitivster Stufe und fur den Menschen weder wahlens- noch erstrebenswert21. Auf dieses sokratische Argument weiB der Verteidiger des Hedonismus keine Antwort und verharrt in Sprachlosigkeit. SchlieBlich ist er gezwungen die zuvor vertretene hedonistische Position aufzugeben22. Sokrates sieht dadurch dennoch nicht das Wissen als alleinigen Weg zum guten Leben bestatigt. Er raumt ein, dass auch dieses dafur nicht die einzige Bedingung sein kann. Vielmehr gibt er einer Mischung aus Lust und Wissen den Vorrang.23

Die Einigung auf ein gemischtes Leben stellt ein wichtiges Zwischenergebnis des Dialogs dar. Die Gesprachspartner haben festgestellt, dass weder Lust noch Wissen hinreichend zur Erlangung des Guten sind. Sie sind vielmehr zu der Erkenntnis gelangt, dass nur eine Mischung beider Komponenten wahlenswert ist. Die Beurteilung der richtigen Mischung erfordert allerdings eine genaue Analyse ihrer Bestandteile, wodurch ein sachgerechtes Urteil ermoglicht werden soil.24 Dieser richtigen Mischung und den Prinzipien ihrer Zusammensetzung zum Hervorbringen des Guten widmet sich der Dialogteil 23 b- 27 c, wodurch diesem eine zentrale Rolle im Philebos zukommt. Eine Erlauterung der genannten Passage werde ich im nachsten Kapitel vornehmen.

3. Die Prinzipien des Guten

Zum Verstandnis der in diesem Abschnitt behandelten Thematik ist es zunachst erforderlich ein wenig in die platonische Ontologie25 einzutauchen26. Platon setzt neben der Materie noch die Existenz einer Ideenwelt voraus. Danach haben alle Dinge, die in der materiellen Welt existieren, ihre Gestalt nach den Ideen. Sie sind also die Vorbilder fur die Dinge in der Sinneswelt. Die Ideen gehoren dabei ebenso zur Klasse des Seienden. Sie sind ewig und unveranderlich und damit als einziges wirklich seiend27. Diese sind nur dem Denken, unter Einsatz der Vernunft zuganglich, wahrend die materiellen Objekte28 sinnlich wahmehmbar und steter Veranderung unterworfen sind. Neben der Materie und den Ideen unterscheidet Platon noch eine dritte Klasse. Diese stellt das „worin etwas wird“ dar und umfasst alle werdenden Dinge mit wechselnden Erscheinungsformen. Daruber hinaus nimmt er die Existenz einer ubergeordneten Vernunft, eines Schopfers an, welchen er als „Demiurg“ bezeichnet. Diesem schreibt er weltgestaltende Wirkung zu29. Diese uberlegene Vernunft will stets das Gute schaffen und ordnet dafur die Materie nach MaBgabe der Ideen.30 Die Idee des Guten besitzt einen besonderen Status. Sie ist alien anderen uberlegen. Das Gute ist das hochste Prinzip31. Es fasst jede Idee und alle sinnlich wahrnehmbaren Dinge in sich zusammen und verkorpert damit die Einheit im Sinne einer vernunftgemaBen Ordnung.

[...]


1 Vermutlich nach 360 v. Chr. und vor 347 v. Chr. entstanden.

2 Erler, M., s.v. Philebos, Kleines Werklexikon. Platon, Kroner Taschenbuch 502 (2007), 76-79.

3 Das Verhaltnis von Lust und Wissen wird bereits in den Dialogen Gorgias, Protagoras und Politeia thematisiert.

4 Frede, D., Philebos. Ubersetzung und Kommentar, Gottingen 1997, S. 98.

5 Der platonische Sokrates nimmt allerdings keine Definition des glucklichen bzw. guten Lebens (eudaimonia) vor. Er scheint ein allgemeines Verstandnis des Begriffs vorauszusetzen.

6 Vgl. Frede, D., Philebos, S. 99-102.

7 Vgl. Frede, D., Philebos, S. 101 f.

8 Vgl. Frede, D., Philebos, S. 102.

9 Durch das Aufzeigen der Verschiedenheit von Lust, will Sokrates moglicherweise zeigen, dass das Empfinden von Freude noch kein hinreichendes Merkmal fur die Gutheit einer Handlung ist.

10 Lohr, G., Das Problem des Einen und Vielen in Platons „Philebos“, Gottingen 1990 (Hypomnemata 93) S. Ilf.

11 Sokrates versucht die Ditferenzierung der Arten durch die Analogie mit Farben und Formen zu verdeutlichen.

12 Vgl. Frede, D., Philebos, S. 104-106.

13 Vgl. Frede, D., Philebos, S. 107 f.

14 Im Philebos werden allerdings nur die Arten der Lust betrachtet, was wohl als Positionierung Platons zu Gunsten des Wissens gedeutet werden kann.

15 Vgl. Lohr, G., Das Problem des Einen und Vielen, S. 21.

16 Vgl. Lohr, G., Das Problem des Einen und Vielen, S.21f.

17 Vgl. Frede, D., Philebos, S. 169.

18 Vgl. Frede, D., Philebos, S. 169-173.

19 Ob Platon mit dieser Formulierung bereits voraus greift und das Wissen als Vorbedingung zum Erreichen des Guten charakterisiert, ist umstritten. Vielleicht konnte man diesen Ausdruck zunachst lediglich als Bedingung werten, wonachjedem theoretisch zu Erkenntnis fahigem Individuum das Gute erstrebenswert erscheint.

20 Vgl. Frede, D., Philebos, S. 175 f.

21 Ein Menschenleben, welches aus der blohen Aneinanderreihung geistig unreflektierter Lusterfahrungen beruht, kann wohl kaum als solches bezeichnet werden.

22 Dieser einzig wirkliche elenchos des Sokrates im Philebos fuhrt zur Kapitulation des Protarchos, da er die Lust dem Verstand nicht langer vorziehen kann.

23 Vgl. Frede, D., Philebos, S. 176-180.

24 Vgl. Lohr, G., Das Problem des Einen und Vielen, S. 196.

25 Die Ontologie beschaftigt sich mit der Frage was seiend ist und was das Seiende ist. Sie nimmt u.a. eine Einteilung des Seienden vor und versucht die Strukturen der Wirklichkeit zu enthullen.

26 Die folgende, kurze Abhandlung erhebt keinen Anspruch auf Vollstandigkeit. Sie soil lediglich einem rudimentaren Einblick in Platons Ontologie dienen.

27 Sie sind nicht dem Werden im Sinne einer Zustandsanderung unterworfen.

28 Sinnlich wahmehmbare Dinge mussen nicht zwingend nur materielle Objekte darstellen, sondem sie konnen auch Ereignisse und Handlungen sein.

29 Die Interpretation dieser vemunftbegabten Schopfergestalt ist schwierig, da Platon in seinen Ausfuhrungen oft vage und wenig explizit ist.

30 Horn, Ch. u.a. (Hrsg.), Platon- Handbuch. Leben- Werk- Wirkung, Stuttgart 2009, S. 131-136.

31 Die Idee des Guten ist schwer zu fassen. Es ist umstritten, ob sie selbst eine Idee ist oder gar ein daruber hinaus gehendes, ubergeordnetes Prinzip des Seienden. Ich interpretiere sie als hochste der Ideen und werde sie entsprechend benennen.

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Die Bedeutung von Lust und Wissen und die Rolle der Vernunft für die Erlangung des Guten in Platons "Philebos"
Note
1,0
Jahr
2014
Seiten
16
Katalognummer
V471456
ISBN (eBook)
9783668953055
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Philosophie, Platon, Antike, Griechenland, Lust, Wissen, Vernunft, das Gute, Philebos
Arbeit zitieren
Anonym, 2014, Die Bedeutung von Lust und Wissen und die Rolle der Vernunft für die Erlangung des Guten in Platons "Philebos", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/471456

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