Das Thema der vorliegenden Arbeit bringt zwei Gegenstände ans Licht: Es geht um Literatur und Gesellschaft. Beide bleiben eng miteinander verbunden. In diesem Zusammenhang analysiere ich, wie die Literatur die Politik vorzeigt. Darüber hinaus erkläre ich, wie sich die Politik von einem Zeitraum zu einem anderen verändert, wenn die Gesellschaft dynamisch bleibt. Konkreter gesagt, befasst sich meine Analyse mit jener Politik, die Europa am Anfang des 20. Jahrhunderts erlebt hat: es geht um Totalitarismus. Es wird also literarisch dargestellt, wie der Autoritarismus, den Boden zum Totalitarismus vorbereitet hat. Ich untersuche die Art und Weise, wie die Literatur als geistige Produktion durch eigene Stilmittel den Autoritarismus der Donaumonarchie und den Totalitarismus des Dritten Reiches verarbeitet. Ich hebe hervor, dass diese jeweiligen erwähnten Staaten in verschiedenen Zeiträumen existiert haben. Die Romane von zwei deutschsprachigen Schriftstellern werden mir helfen, ihre jeweiligen politischen Systeme zu untersuchen. Diese Kunstwerke sind Robert Musils Die Verwirrungen des Zöglings Törleß1(1906) und Ödön von Horváth Jugend ohne Gott2 (1937). Deshalb lautet mein Thema Vom Autoritarismus zum Totalitarismus: eine Untersuchung zur politischen Kontinuität in Musils Die Verwirrungen des Zöglings Törleß und Horváths Jugend ohne Gott.
Inhaltsverzeichnis
1 Zum Thema
2 Problematik
3 Zu den Hypothesen
4 Forschungsstand
5 Erkenntnisinteresse und Ziel der Analyse
KAPITEL I: THEORETISCHES
I ZUR METHODE
1 Zur Produktionsästhetik und zur Strukturanalyse
1.1 Zur Produktionsästhetik
1.1.1 Der literarische Text : Ein Produkt seiner Epoche
1.1.2 Zugang zur produktionsästhetischen Analyse
1.1.3 Text und Kontext
1.1.4 Der sozialgeschichtliche Kontext
1.1.5 Zwischenfazit
2 Zur Strukturanalyse
2.1 Der literarische Text: Eine Struktur
2.2 Kategorien der Strukturanalyse
2.2.1 Zur Handlung: Geschehen und Geschichte
2.2.2 Figuren, Erzählbericht und Personenrede
2.2.3 Autor, Erzähler und Erzählsituation
2.2.4 Personenkonstellation, Haupt-und Nebenfigur
2.2.5 Zeit und Raum
2.2.6 Zur Kompositionsstruktur des Textes
2.2.7 Wort im Kontext, Stilmittel und Tempusgebrauch
II – ZU DEN BEGRIFFEN UND KONTEXTEN
1 Zu den Begriffen
1.1 Zum Begriff Antizipation
1.2 Zum Begriff Literarisierung
1.3 Der Totalitarismus: Ein modernes Phänomen
2 Zu den Kontexten
2.1 Das 20.Jahrhundert:Vom Verfall der Doppelmonarchie zur Gründung des Dritten Reiches
2.2 Zur Österreichisch-Ungarischen Monarchie
2.2.1 Zu den Ursprüngen der Doppelmonarchie
2.3 Das Dritte Reich
2.3.1 Die Innenpolitik von Hitler
2.3.2 Die Hitlerjugend
2.4 Hitlers Außenpolitik
2.4.1 In Europa
2.4.2 In Afrika
3 Zwischenfazit
KAPITEL II
MUSILS DIE VERWIRRUNGEN DES ZÖGLINGS TÖRLESS: ZUM ERSCHEINEN DES TOTALITARISMUS IN EINER AUTORITÄREN GESELLSCHAFT
Zwischeneinführung
1 Robert Musil: Biographie und Werk
2 Inhaltsangabe von Die Verwirrungen des Zöglings Törleß
3 Zur produktionsästhetischen Analyse des Romans
3.1 Das Leben der Schüler im Internat
3.2 Die Beziehungen zwischen den Zöglingen
3.3 Zur Machtorganisation im Internat
3.3.1 Die Herrschenden: Reiting und Beineberg
3.3.2 Zur Krise des modernen Subjekts und zur Selbstfindung
3.3.2.2 Die Funktion der Internatsbehörden bei der Schulbildung
3.4 Die Züge des Totalitarismus im Autoritarismus
3.4.1 Zur Vergewaltigung des Einzelnen durch das System
3.4.2 Die Zufügung der Gesellschaft an dieser Rigidität
3.5 Zwischenfazit
KAPITEL III
ZUR LITERARISIERUNG VON DEM TOTALITARISMUS IN HORVÁTHS JUGEND OHNE GOTT
Zwischeneinführung
1 Horváth: Leben und Werk
2 Inhaltswiedergabe von Jugend ohne Gott
3 Zur Strukturanalyse des Romans
3.1. Zur Handlung: Geschichte und Geschehen
3.2 Figuren, Erzählerbericht und Personenrede
3.3 Autor, Erzähler, Erzählsituation, Erzählerbericht und Erzählhaltung
3.3.2 Erzählerbericht und Erzählhaltung
3.4 Personenrede
3.5 Zeit, Raum, Tempora und Wort im Kontext
3.6 Zwischenfazit
KAPITEL IV
1 DIE LITERATUR: EINE VISIONÄRE KUNST
1.1 Zur literarischen Aufarbeitung des Übergangs vom Autoritarismus zum Totalitarismus: Eine politische Kontinuität
1.2 Zu den Faktoren der Literarisierung einer politisch gewalttätigen Kontinuität
1.2.1 Zu den biographischen Faktoren
1.2.2 Zu den soziopolitischen Faktoren
1.2.3 Zu den künstlerischen Faktoren
1.3 Zur Kritik an gewalttätigen Systemen
1.4 Versuch einer Bestimmung des Begriffs Literatur anhand der Ergebnisse
SCHLUSSWORT
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die politische Kontinuität vom Autoritarismus zum Totalitarismus im deutschsprachigen Raum während der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Literatur gesellschaftliche Entwicklungen visionär vorwegnehmen und verarbeiten kann, indem sie die Mängel autoritärer und totalitärer Systeme in den Romanen "Die Verwirrungen des Zöglings Törleß" von Robert Musil und "Jugend ohne Gott" von Ödön von Horváth kritisch beleuchtet.
- Analyse des Übergangs von autoritären Strukturen der Donaumonarchie zum totalitären Dritten Reich.
- Untersuchung der Rolle des Schriftstellers als Seismograph gesellschaftlicher Krisen.
- Einsatz von produktionsästhetischen und strukturalistischen Analysemethoden.
- Darstellung der systemischen Unterdrückung des Individuums und der Zerstörung von Menschenrechten.
- Reflexion über die gesellschaftliche Funktion und Macht von Literatur.
Auszug aus dem Buch
3.3 Zur Machtorganisation im Internat
Die Untersuchung zu den Beziehungen zwischen den Schülern hilft, richtig zu verstehen, wie die Macht in diesem Internat gestaltet ist. Was noch erstaunt, ist die Tatsache, dass die Schulbehörde davor im Hintergrund bleibt: Sie verschwindet vor dieser Struktur der Macht. Die Schüler scheinen frei, eigenes Schicksal in Hand zu gestalten. Wie wird also die Macht in diesem Konvikt organisiert?
Im Institut wird die Macht so gestaltet, dass es eine Dichotomie gibt, und zwar Herrschende und Beherrschte. Ein Beobachter kommt auch vor.
Zusammenfassung der Kapitel
KAPITEL I: THEORETISCHES: In diesem Kapitel werden die theoretischen Grundlagen der Untersuchung, insbesondere die produktionsästhetischen Ansätze und die Strukturanalyse, dargelegt und deren Anwendung auf die gewählten Romane begründet.
KAPITEL II: Dieses Kapitel widmet sich der Analyse von Robert Musils "Die Verwirrungen des Zöglings Törleß", wobei insbesondere der Zusammenhang zwischen dem internatischen Leben und der autoritären Gesellschaft der Donaumonarchie untersucht wird.
KAPITEL III: Hier wird Horváths Roman "Jugend ohne Gott" strukturell analysiert, um aufzuzeigen, wie das Werk die totalitäre Gesellschaft des Dritten Reiches literarisch verarbeitet.
KAPITEL IV: Das letzte Kapitel reflektiert über die Rolle der Literatur als visionäre Kunstform, die politische Kontinuitäten und gewalttätige Systeme kritisch hinterfragt und den Übergang vom Autoritarismus zum Totalitarismus spiegelt.
Schlüsselwörter
Autoritarismus, Totalitarismus, Literaturwissenschaft, Musil, Horváth, Produktionsästhetik, Strukturanalyse, Politische Kontinuität, Jahrhundertwende, Machtverhältnis, Nationalsozialismus, Menschenrechte, Gesellschaftskritik, Individuum, Internatserziehung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der vorliegenden Arbeit?
Die Arbeit analysiert die politische Kontinuität zwischen den autoritären Systemen der Donaumonarchie und dem totalitären Nationalsozialismus anhand von zwei bedeutenden deutschsprachigen Romanen des 20. Jahrhunderts.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Schwerpunkte liegen auf der Machtorganisation in Bildungsinstitutionen, der Unterdrückung des Individuums durch staatliche Ideologien und der kritischen Auseinandersetzung mit gewalttätigen politischen Systemen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die Forschungsfrage zielt darauf ab, zu ergründen, wie Literatur als Medium dient, gesellschaftliche Krisen und politische Umschwünge visionär vorwegzunehmen und ästhetisch zu verarbeiten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor kombiniert die produktionsästhetische Analyse mit einer strukturalistischen Textanalyse, um sowohl den historischen Kontext als auch die interne Struktur der literarischen Werke umfassend zu deuten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse von Robert Musils Internatsroman hinsichtlich autoritärer Züge und die Untersuchung von Horváths Werk unter dem Aspekt der totalitären Durchdringung der Gesellschaft im Dritten Reich.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Totalitarismus, Autoritarismus, Literarisierung, Machtverhältnis, Individuum und Gesellschaftskritik.
Inwiefern beeinflusst das Internat als Schauplatz die Thesen des Autors?
Das Internat fungiert als "kleiner Staat" oder Labor, in dem Machtstrukturen und die Unterdrückung der Individualität in extremis abgebildet werden können, was die Parallelen zur nationalsozialistischen Diktatur verdeutlicht.
Welche Schlussfolgerung zieht der Autor zur Rolle der Literatur?
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass Literatur eine unentbehrliche gesellschaftliche Funktion innehat, da sie künftige Phänomene vorwegnehmen kann und somit ein kritisches Korrektiv gegenüber totalitären Bestrebungen bildet.
- Citation du texte
- Ngoa Belibi (Auteur), 2018, Vom Autoritarismus zum Totalitarismus, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/471591