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Das Staatsverständnis Tocquevilles - Am Beispiel seines Werkes 'Über die Demokratie in Amerika'

Título: Das Staatsverständnis Tocquevilles - Am Beispiel seines Werkes 'Über die Demokratie in Amerika'

Trabajo , 2005 , 18 Páginas , Calificación: 2,0

Autor:in: Till Uhrig (Autor)

Historia - General
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Der Ausgangspunkt der Überlegungen Alexis de Tocquevilles und das zentrale Leitmotiv des Buches „Über die Demokratie in Amerika“ ist die prozesshafte Entwicklung zu immer mehr Gleichheit der gesellschaftlichen Bedingungen. Tocqueville beschreibt diese Entwicklung als unwiderstehlich, gottgewollt und allumfassend. Die Abschaffung der Vorherrschaft des Adels ist programmiert, die Demokratie tritt unweigerlich ihren Siegeszug an. Auf ihrem Weg aber zertrümmert sie nicht nur die alte Gesellschaftsordnung, sondern auch das alte Staatswesen. Was aber entsteht stattdessen? In dieser Entwicklung liegen Chancen und Gefahren. Es droht das Abdriften der Gesellschaft in den Despotismus, der Verlust des gesellschaftlichen Zusammenhalts, die Zerstörung des Gemeinwesens. Es besteht aber gleichzeitig die Chance, die Entwicklung hin zu einer gleichen und freien Gesellschaft, zu einem funktionierenden Gemeinwesen, einem auf Volkssouveränität begründeten Staatswesen zu vollziehen. „Eine durchaus neue Welt bedarf einer neuen politischen Wissenschaft.“ In Amerika sieht Tocqueville gleichsam das Versuchslabor der Demokratie. „Ihre Entwicklung verläuft [ in Amerika ] natürlich, und ihre Bewegungen sind frei.“ Im Verlauf seines Werks löst sich Tocqueville jedoch immer mehr von der reinen Analyse der amerikanischen Verhältnisse. Anhand seiner Beobachtungen in den Vereinigten Staaten versucht Tocqueville nicht nur Tendenzen und Entwicklungen abzulesen, die sich auf sein Heimatland Frankreich übertragen ließen und zu seiner Entwicklung zu einem modernen demokratischen Staat beitragen könnten. Er versucht auch, im Sinne dieser neuen politischen Wissenschaft, allgemeingültige Gesetze über die Staatslenkung, die Volkssouveränität und die Ausprägung demokratischer Ordnungen zu formulieren. Aus seiner Kritik an den amerikanischen und europäischen Verhältnissen lässt sich mehr und mehr eine eigene Vorstellung vom Entstehen einer modernen Demokratie und der Form der entstehenden Gesellschaften ablesen. Fast schon prophetisch äußert sich Tocqueville über die Zukunft der „alten Welt“. Was zeichnet jedoch den tocquevillschen Staat aus? Über welche Lenkungsinstrumente verfügt eine Demokratie und wie soll sie sie einsetzen? Diesen Fragen soll die vorliegende Seminararbeit nachgehen.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Gleichheit und Freiheit

2.1 Freiheit

2.2 Gleichheit

3. Die Gefahr des Individualismus

4. Überwindung des Ind. durch freiheitliche Institutionen

4.1 Partizipation und zentralisierte Politik

4.2 Allgemeines Wahlrecht

5. Die Allmacht der Mehrheit

5.1 Die Eindämmung der Allmacht der Mehrheit

6. Die dezentrale Verwaltung als abschwächendes Element

6.1 Die Macht des amerikanischen Beamtentums

6.2 Die Stellung der Jurisdiktion

6.3 Die Geschworenengerichte

7. Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Staatsverständnis von Alexis de Tocqueville unter besonderer Berücksichtigung seines Hauptwerkes „Über die Demokratie in Amerika“. Dabei steht die zentrale Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie Tocqueville das Spannungsverhältnis zwischen Freiheit und Gleichheit analysiert und welche institutionellen Lenkungsinstrumente er identifiziert, um die Risiken demokratischer Systeme, wie etwa den Individualismus oder die Tyrannei der Mehrheit, wirksam zu begrenzen.

  • Die prozesshafte Entwicklung zur gesellschaftlichen Gleichheit und deren ambivalente Folgen für die Freiheit.
  • Die Gefahr des Individualismus und die Notwendigkeit politischer Partizipation zur Stärkung des Gemeinwesens.
  • Die Allmacht der Mehrheit als demokratisches Risiko und die Rolle von Institutionen als Gegengewicht.
  • Die Bedeutung von Dezentralisierung, Jurisdiktion und Geschworenengerichten zur Stabilisierung demokratischer Ordnungen.

Auszug aus dem Buch

3. Die Gefahr des Individualismus

Für den Aristokraten Tocqueville boten Ständegesellschaft und Klassenzugehörigkeit zwar keine Freiheit, aber soziale Wärme und Identifikation. In einer Art Schicksalsgemeinschaft waren die Bürger emotional verbunden, das soziale Gefüge fester, das „Band menschlicher Gefühlsverbindungen“ straffer. Mit der Auflösung der Ständegesellschaft droht eine „atomisierte Massengesellschaft“, in der die sozialen Bindungen immer mehr abnehmen. Diese Bindungslosigkeit bewirkt das allmähliche Austreten des Bürgers aus der Gesellschaft, die Teilhabe des Bürgers an den Problemen des Allgemeinwohls beginnt schnell zu schwinden.

„Je stärker die gesellschaftlichen Bedingungen sich einander angleichen, desto größer wird die Zahl der Individuen, die zwar nicht mehr reich und mächtig genug sind, um einen größeren Einfluss auf das Schicksal ihrer Mitbürger ausüben zu können, die aber hinreichend Bildung und Güter erworben oder behalten haben, um sich selbst zu genügen.“ Für die Bürger einer Demokratie besteht also die Gefahr, mit zunehmendem Besitz in den Individualismus abzudriften. Individualismus jedoch ist die Vorstufe zum Egoismus, der alle menschlichen Tugenden, also auch das staatsbürgerliche Verantwortungsbewusstsein angreift. Die Tugendhaftigkeit der Bürger ist eine jener menschlichen Eigenschaften, die für Tocquevilles Staatsverständnis von großer Bedeutung sind, denn die emotionale und politische Isolation der Menschen bietet dem Despotismus Nahrung. „Ein Despot verzeiht seinen Untertanen leicht, dass sie ihn nicht lieben, wenn sie einander nur nicht gegenseitig lieben. Er bittet sie nicht um Unterstützung in der Staatsführung; es genügt ihm, wenn sie nicht danach trachten, selbst den Staat zu leiten.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die zentrale Problemstellung von Tocquevilles Werk ein, insbesondere die Ambivalenz der fortschreitenden gesellschaftlichen Gleichheit.

2. Gleichheit und Freiheit: Das Kapitel erläutert die beiden Grundbegriffe bei Tocqueville und beschreibt deren Spannungsverhältnis als das Kardinalproblem moderner Demokratien.

3. Die Gefahr des Individualismus: Hier wird analysiert, wie die Auflösung ständischer Bindungen zu einer atomisierten Gesellschaft führt, in der sich Bürger aus dem Gemeinwesen zurückziehen.

4. Überwindung des Ind. durch freiheitliche Institutionen: Dieses Kapitel untersucht Gegenmittel gegen den Individualismus, insbesondere durch Partizipation und dezentrale Verwaltungsformen.

5. Die Allmacht der Mehrheit: Der Autor beschreibt das Risiko, dass der Mehrheitswille in eine Tyrannei umschlagen kann, die auch demokratische Institutionen unterwandert.

6. Die dezentrale Verwaltung als abschwächendes Element: Hier werden Mechanismen wie das amerikanische Beamtentum, die Jurisdiktion und das Geschworenengericht als korrigierende Elemente analysiert.

7. Schlussbetrachtung: Die Arbeit resümiert, dass Tocquevilles Staatslehre eine Synthese aus konservativen und liberalen Elementen darstellt und die Demokratie als eine ständige Aufgabe der Austarierung begreift.

Schlüsselwörter

Alexis de Tocqueville, Demokratie in Amerika, Freiheit, Gleichheit, Individualismus, Volkssouveränität, Dezentralisierung, Partizipation, Mehrheitsherrschaft, Politische Institutionen, Staatsverständnis, Juristengeist, Geschworenengericht, Bürgertugend, Politische Wissenschaft

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit primär?

Die Arbeit analysiert das Staatsverständnis von Alexis de Tocqueville basierend auf seinem Werk „Über die Demokratie in Amerika“ und untersucht, wie ein demokratisches Gemeinwesen Freiheit und Gleichheit in Einklang bringen kann.

Welches sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zu den Schwerpunkten gehören das Spannungsverhältnis zwischen Freiheit und Gleichheit, die Gefahren des Individualismus, das Problem der Mehrheitsherrschaft sowie die Rolle spezifischer Institutionen zur Sicherung der Freiheit.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Tocqueville die Herausforderungen der Demokratie beurteilt und welche Mechanismen er vorschlägt, um Stabilität und Freiheit in modernen, sich nivellierenden Gesellschaften zu bewahren.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Es handelt sich um eine geisteswissenschaftliche Analyse, die primär auf der Interpretation von Tocquevilles Hauptwerk sowie auf der Einbeziehung der einschlägigen fachwissenschaftlichen Literatur beruht.

Was bildet den inhaltlichen Schwerpunkt des Hauptteils?

Der Hauptteil konzentriert sich auf die institutionellen Lenkungsinstrumente wie die lokale Selbstverwaltung, das allgemeine Wahlrecht, die Macht der Jurisdiktion und die Bedeutung der Geschworenen für die politische Erziehung der Bürger.

Welche Schlagworte charakterisieren diese Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Freiheit, Gleichheit, Individualismus, Partizipation, Volkssouveränität sowie die Sicherung demokratischer Institutionen gegen Despotismus und Mehrheitstyrannei.

Wie bewertet Tocqueville die „Allmacht der Mehrheit“?

Er sieht darin eine erhebliche Gefahr für die Minderheiten und die geistige Freiheit, da eine konsolidierte Mehrheit drohende Grenzen um das gesellschaftliche Denken ziehen kann.

Warum spielt die Jurisdiktion für Tocqueville eine so wichtige Rolle?

Tocqueville sieht in den Juristen ein konservatives Gegengewicht zu den unbeständigen Neigungen der Demokratie, das durch die Macht der Richter zur Verfassungsprüfung die Willkürherrschaft der Mehrheit begrenzen kann.

Final del extracto de 18 páginas  - subir

Detalles

Título
Das Staatsverständnis Tocquevilles - Am Beispiel seines Werkes 'Über die Demokratie in Amerika'
Universidad
University Karlsruhe (TH)  (Institut für Geschichte)
Curso
HS Theorien und Methoden der Geschichtswissenschaft
Calificación
2,0
Autor
Till Uhrig (Autor)
Año de publicación
2005
Páginas
18
No. de catálogo
V47263
ISBN (Ebook)
9783638442510
Idioma
Alemán
Etiqueta
Staatsverständnis Tocquevilles Beispiel Werkes Demokratie Amerika Theorien Methoden Geschichtswissenschaft
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Till Uhrig (Autor), 2005, Das Staatsverständnis Tocquevilles - Am Beispiel seines Werkes 'Über die Demokratie in Amerika', Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/47263
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