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Die Rezeption des Arbeiterwiderstandes nach 1945

Titre: Die Rezeption des Arbeiterwiderstandes nach 1945

Dossier / Travail de Séminaire , 2005 , 19 Pages , Note: 1,7

Autor:in: Till Uhrig (Auteur)

Histoire de l'Allemagne - Après-guerre, La Guerre froide
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Résumé Extrait Résumé des informations

1. Einleitung

Die Rezeptionsgeschichte des Widerstandes gegen den Nationalsozialismus ist eine Geschichte der Politisierung und Instrumentalisierung historischen Gedenkens. Hin und her pendelnd zwischen dem Stigma des Vaterlandsverrats und mystisch verklärter Heldenverehrung, zwischen Missachtung und höchster Medienpräsenz, war die Erinnerung an den Widerstand zahlreichen Deutungs- und Bedeutungswandlungen unterworfen. Wie kaum ein anderes Feld der Zeitgeschichte war die Widerstandsforschung immer wieder politischer Einflussnahme und Vereinahmung durch konkurrierende Interessengruppen ausgesetzt. Nicht zu unrecht spricht Peter Steinbach in diesem Zusammenhang von „Geschichtspolitik“. Die Idee des Widerstandes als solche und in viel größerem Maße die Tatsache der Existenz eines „anderen Deutschland“ in Opposition gegen das NS-Regime boten sowohl Angriffs- als auch Projektionsfläche für einige der großen gesellschaftlichen und politischen Debatten der Nachkriegszeit.

In der vorliegenden Arbeit soll der Fokus vor allem auf Problemstellungen und Auseinandersetzung bei der Frage um die Würdigung des Arbeiterwiderstandes gelegt werden. Dabei wird der Begriff „Arbeiterwiderstand“ als politisch links motivierter Widerstand aus dem Umfeld der Arbeiterparteien SPD und KPD, sowie der Gewerkschaften verstanden.

Es soll untersucht werden, wieso dem Arbeiterwiderstand vergleichsweise lange Zeit eine angemessene Würdigung versagt blieb und welche Ereignisse und Entwicklungen zur publizistischen und historiographischen „Entdeckung“ des Arbeiterwiderstandes Ende der sechziger Jahre führten. Einer Übersicht über die Stationen des Erinnerns folgt ein Problematisierungsteil, der sich näher mit den Eigenheiten des Arbeiterwiderstands - wie etwa dem Problem des Exils - und deren Bedeutung für die bundesdeutsche Nachkriegsgesellschaft beschäftigt. Außerdem soll eine gesamtdeutsche Perspektive eröffnet werden, indem der Einfluss der Systemkonkurrenz zwischen den beiden deutschen Staaten auf die Widerstandsrezeption untersucht wird.

Obwohl in den letzten Jahren eine Fülle von Literatur zum Thema Widerstand erschienen ist, so ist die Zahl der Veröffentlichungen zur Rezeptionsgeschichte doch begrenzt geblieben. Speziell zur Rezeptionsgeschichte des Arbeiterwiderstandes ist meist nur in Aufsatzform publiziert worden. Dennoch kann die Literatur ihm Rahmen dieser Arbeit als ausreichend gelten. [...]

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Stationen des Erinnerns

2.1 Der Remer-Prozess

2.2 Der Arbeiteraufstand des 17. Juni 1953

2.3 Widerstandsdefinitionen der Jurisdiktion

3. Problemstellung und Hindernisse in der Frage der Würdigung des linken Widerstandes

3.1 Systemkonkurrenz

3.1.1 SBZ / DDR

3.1.2 BRD

3.2 Das Problem des Exils

3.3 Taktieren der politischen Linken

4. Wem gehört der Widerstand? – Die sechziger Jahre

4.1 Generationenkonflikt

4.2 Notstandsgesetzgebung und Studentenproteste

5. Veränderte Wahrnehmung und „Entdeckung“ des linken Widerstandes

5.1 Studienkreis zur Erforschung und Vermittlung / Frankfurter Konferenz

5.2 Offizielles Gedenken

6. Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit analysiert die Rezeptionsgeschichte des Arbeiterwiderstandes in der Bundesrepublik Deutschland nach 1945 und untersucht, warum diesem Teil des Widerstands gegen den Nationalsozialismus lange Zeit eine angemessene Würdigung versagt blieb.

  • Die Instrumentalisierung des Widerstandsgedenkens durch die deutsche „Geschichtspolitik“.
  • Die Bedeutung der Systemkonkurrenz und des Kalten Krieges für die Wahrnehmung von Widerstand.
  • Die Herausforderungen bei der Integration des Exilwiderstandes in die bundesdeutsche Identität.
  • Der Wandel im Widerstandsbewusstsein durch Generationenkonflikte und die 1968er-Bewegung.
  • Die Rolle wissenschaftlicher Initiativen, wie des Studienkreises zur Erforschung und Vermittlung der Geschichte des deutschen Widerstandes, bei der „Entdeckung“ des Arbeiterwiderstandes.

Auszug aus dem Buch

3.1.1 SBZ / DDR

Der Antifaschismus war das wesentliche Leitmotiv zur Identitätsstiftung in SBZ und DDR. In dem man die Gruppen des kommunistischen Widerstands, wie etwa die „Rote Kappelle“ als Fortsetzung des sozialistischen Klassenkampfes betrachtete, wurde eine Kontinuität hergestellt, in die man auch die neue politische Führung um Kader wie Walter Ulbricht passend einreihen konnte. Die DDR-Führung beanspruchte, „Vollstrecker des Vermächtnisses antifaschistischer Widerstands Kämpfer zu sein.“ Gezielt wurden Angehörige des kommunistischen Moskauer Exils in den Neuaufbau einbezogen, um sowjetische „Herrschafts- und Teilungsansprüche durchzusetzen und bürgerliche Kräfte zurückzudrängen“. Der Widerstandskampf gegen den Nationalsozialismus wurde stark überzeichnet und als von Moskau koordiniert und von kommunistischen Exilanten geführt dargestellt. Während Namen wie Julius Leber und Wilhelm Leuschner in der DDR als Identifikationsfiguren dienten, waren die großen Namen des 20. Juli, wie etwa der Stauffenbergs, als national-konservativ und bürgerlich- aristokratisch verpönt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung umreißt die politisch geprägte Rezeptionsgeschichte des Widerstands gegen den Nationalsozialismus und definiert den Untersuchungsgegenstand des Arbeiterwiderstandes.

2. Stationen des Erinnerns: Dieses Kapitel betrachtet die Rehabilitation des 20. Juli 1944 anhand des Remer-Prozesses, des 17. Juni 1953 und juristischer Widerstandsdefinitionen.

3. Problemstellung und Hindernisse in der Frage der Würdigung des linken Widerstandes: Hier werden die ideologischen und politischen Barrieren, insbesondere die Systemkonkurrenz und das Problem des Exils, analysiert.

4. Wem gehört der Widerstand? – Die sechziger Jahre: Dieses Kapitel behandelt den Bedeutungswandel des Widerstandsbegriffs vor dem Hintergrund des Generationenkonflikts und der aufkommenden Studentenproteste.

5. Veränderte Wahrnehmung und „Entdeckung“ des linken Widerstandes: Der Fokus liegt auf der wissenschaftlichen Neuorientierung durch den Studienkreis zur Erforschung und Vermittlung der Geschichte des deutschen Widerstandes und auf dem offiziellen Gedenken.

6. Schlussbetrachtung: Das Fazit stellt fest, dass der Arbeiterwiderstand trotz seiner quantitativen Größe im kollektiven Gedächtnis der Bundesrepublik lange unterrepräsentiert blieb.

Schlüsselwörter

Arbeiterwiderstand, 20. Juli 1944, Widerstand gegen den Nationalsozialismus, Geschichtspolitik, Erinnerungskultur, Systemkonkurrenz, DDR, Exilwiderstand, Remer-Prozess, Studienkreis, 1968er-Bewegung, Antifaschismus, Bundesrepublik Deutschland, Politische Identität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie der Widerstand gegen den Nationalsozialismus – spezifisch der Arbeiterwiderstand – in der Bundesrepublik Deutschland nach 1945 wahrgenommen, politisch instrumentalisiert und schließlich historiographisch „entdeckt“ wurde.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Felder umfassen die Rolle der „Geschichtspolitik“, den Einfluss der deutsch-deutschen Systemkonkurrenz, die Schwierigkeiten im Umgang mit dem Exil und die Transformation des Widerstandsbewusstseins in den 1960er Jahren.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist zu ergründen, warum der Arbeiterwiderstand trotz seiner Bedeutung über einen langen Zeitraum hinweg keine angemessene Würdigung erfuhr und welche Faktoren zu seiner publizistischen und historiographischen Aufarbeitung führten.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Arbeit?

Die Arbeit basiert auf einer zeithistorischen Analyse von Quellen, Literatur und politischen Gedenkdiskursen der Nachkriegszeit, wobei sie exemplarisch die Bedeutung einzelner Ereignisse für den gesellschaftlichen Diskurs aufzeigt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil behandelt die Stationen des Erinnerns an den 20. Juli, die Hindernisse bei der Würdigung des linken Widerstandes durch die Spaltung Deutschlands, den Einfluss des Exil-Problems sowie die inhaltliche Wende durch die Generation der 1960er Jahre.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Arbeiterwiderstand, Erinnerungskultur, Systemkonkurrenz, Exilwiderstand, Geschichtspolitik und Identitätsstiftung charakterisiert.

Welche Rolle spielte der „Remer-Prozess“ für die Wahrnehmung des Widerstands?

Der Remer-Prozess von 1952 war eine wichtige juristische Weichenstellung, die durch die Anwendung des Paragrafen der „Nothilfe“ die Mitverschworenen des 20. Juli zwar rehabilitierte, aber noch keine vollständige gesellschaftliche Anerkennung bewirkte.

Warum blieb der Arbeiterwiderstand laut der Arbeit so lange unterrepräsentiert?

Dies lag primär an den politischen Umständen der Nachkriegszeit: Die konservative Fixierung auf den 20. Juli als national-konservatives Gründungssymbol sowie die Vorbehalte gegenüber linken und kommunistischen Gruppierungen im Kontext des Kalten Krieges verhinderten eine breitere Anerkennung.

Inwiefern beeinflusste die 1968er-Bewegung das Widerstandsgedenken?

Durch den Generationenkonflikt und die Infragestellung der Elterngeneration wurde der Widerstandsbegriff politisiert und inhaltlich geöffnet, was dazu führte, dass auch bisher ausgeklammerte Formen des Widerstands, wie der Arbeiterwiderstand, in den Fokus der Forschung rückten.

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Résumé des informations

Titre
Die Rezeption des Arbeiterwiderstandes nach 1945
Université
University Karlsruhe (TH)  (Institut für Geschichte)
Cours
HS Widerstand aus der Arbeiterschaft
Note
1,7
Auteur
Till Uhrig (Auteur)
Année de publication
2005
Pages
19
N° de catalogue
V47264
ISBN (ebook)
9783638442527
Langue
allemand
mots-clé
Rezeption Arbeiterwiderstandes Widerstand Arbeiterschaft
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Till Uhrig (Auteur), 2005, Die Rezeption des Arbeiterwiderstandes nach 1945, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/47264
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Extrait de  19  pages
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