Synthese von Propargylaminen über die Gilbert-Seyferth-Reaktion


Bachelorarbeit, 2013

44 Seiten, Note: 2


Leseprobe

Inhalt

1.Einleitung
1.1Anwendungsbeispiel von Propargylaminen in der Medizin
1.2 Seyferth-Gilbert-Homologisierung
1.3 Bestman-Ohira-Modifikation
1.4 Klick-Chemie

2. Aufgabenstellung

3. Ergebnisse und Diskussion
3.1 Allgemeines zur Auswertung
3.2 Darstellung des Bestman-Ohira-Reagenz
3.2.1 Synthese von Dimethyl-2-oxopropylphosphonat
3.2.2 Synthese von 4-Acetamidobenzenesulfonylazid
3.2.3 Synthese von Dimethyl-1-diazo-2-oxopropylphosphonat (Best-man- Ohira-Reagenz)
3.3 Synthese von N -(tert -Butyloxycarbonyl)-L-Phenylalaninmethylester
3.3.1 Synthese von tert -Butyl (S)-(1-phenylbut-3-in-2-yl)carbamat
3.3.2 Synthese von Methyl (S)-2-azido-3-phenylpropanoat
3.3.3 Synthese von Allyl-(S)-2-(4-((S)-1-((tert -butoxycarbonyl)-amino)-2-phenylethyl)-1,2,3-triazol-1-yl)-3-phenylpropanoat
3.3.4 Synthese von Methyl-(S)-2-(4-((S)-1-((tert -butoxycarbonyl)-amino)-2-phenylethyl)-1,2,3-triazol-1-yl)-3-phenylpropanoat
3.4 Synthese von N -(tert -Butyloxycarbonyl)-L - Leucinmethylester
3.4.1 Synthese von tert -Butyl (S)-(5-methylhex-1-in-3-yl)carbamat
3.4.2 Synthese von Methyl-(S)-2-(4-((S)-1-((tert -butoxycarbonyl)-amino)-3-methylbutyl)-1,2,3-triazol-1-yl)-3-phenylpropanoat
3.5 Synthese von Synthese von N -(tert -Butyloxycarbonyl)-D-Phenyl-alaninmethylester
3.5.1 Synthese von tert -Butyl-(R)-(1-phenylbut-3-in-2-yl)carbamat
3.5.2 Synthese von Allyl-(S)-2-(4-((R)-1-((tert -butoxycarbonyl)-amino)-2-phenylethyl)-1,2,3-triazol-1-yl)-4-methylpentanoat

4. Experimenteller Teil
4.1 Arbeitsverfahren mit luft- und feuchtigkeitsempfindlichen Chemikalien
4.1.2 Lösungsmittel
4.1.3 Analyseverfahren
4.2 Synthesevorschriften
4.2.1 Synthese von Dimethyl-2-oxopropylphosphonat (34)
4.2.2 Synthese von 4-Acetamidobenzenesulfonylazid (36)
4.2.3 Synthese von Dimethyl-1-diazo-2-oxopropylphosphonat (12)
4.2.4Synthese von N -(tert -Butyloxycarbonyl)-L-Phenylalaninmethyl-ester (38)
4.2.5 Synthese von tert -Butyl(S)-(1-phenylbut-3-in-2-yl)carbamat (39)
4.2.6 Methyl(S)-2-azido-3-phenylpropanoat (44)
4.2.7 Allyl(S)-2-(4-((S)-1-((tert-butoxycarbonyl)amino)-2-phenylethyl)-1H-1,2,3-triazol-1-yl)-3-phenylpropanoat (46)
4.2.8 Methyl(S)-2-(4-((S)-1-((tert -butoxycarbonyl)amino)-2-phenylethyl)-1,2,3-triazol-1-yl)-3-phenylpropanoat (47)
4.2.9 N -(tert -Butyloxycarbonyl)-L - Leucinmethylester (42)
4.2.10 Synthese von tert -Butyl(S)-(5-methylhex-1-in-3-yl)carbamat (43)
4.2.11 Methyl(S)-2-(4-((S)-1-((tert -butoxycarbonyl)amino)-3-methyl-butyl)-1,2,3-triazol-1-yl)-3-phenylpropanoat (48)
4.2.12 Synthese von N -(tert -Butyloxycarbonyl)-D-Phenylalaninmethyl-ester (50)
4.2.13 Synthese von tert -Butyl-(R)-(1-phenylbut-3-in-2-yl)carbamat (51)
4.2.14 Allyl(S)-2-(4-((R)-1-((tert -butoxycarbonyl)amino)-2-phenylethyl)-1,2,3-triazol-1-yl)-4-methylpentanoat (53)

5.Zusammenfassung und Ausblick

6.Abkürzungsverzeichnis

7.Literaturverzeichnis

1.Einleitung

1.1 Anwendungsbeispiel von Propargylaminen in der Medizin

Propargylamine werden für die Behandlung von neurodegenerativen Krankheiten eingesetzt. Beispiele hierfür sind Rasagilin und Selegilin (Schema 1), die über ihre Wirkung auf die Mitochondrien neuroprotektive-und neurorettende Eigenschaften zeigen. Bei der Parkinson-Krankheit mangelt es im Gehirn an dem Neurotransmitter (Nervenbotenstoff) Dopamin, ein biogenes Amin aus der Gruppe der Catecholamine, das von dem Enzym Monoaminoxidase B abgebaut wird. Rasagilin ist ein Mittel zur Behandlung der Parkinson-Krankheit und ist ein starker Hemmstoff, der die Wirkung von Monoaminoxidase B gezielt und unumkehrbar außer Kraft setzt. Dadurch kommt es zu einem Anstieg des Dopamin-Gehaltes in der Region des Gehirns, die für die Bewegungsregelung eine wichtige Rolle spielt. Die erhöhte Dopamin-Konzentration und die sich daraus ergebende erhöhte Aktivität des Nervenbotenstoffes Dopamin vermitteln die günstigen Wirkungen von Propagrylaminen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Schema 1: Skelettstrukturen von Rasagilin[[2]] A und Selegilin[[2]] B.

1.2 Seyferth-Gilbert-Homologisierung

Eine der Namensreaktionen in der organischen Chemie, mit der Propargylamine synthetisiert werden können, ist die Seyferth-Gilbert-Reaktion, auch Seyferth-Gilbert-Homologisierung genannt. Diese Reaktion wurde 1971 zuerst von Dietmar Seyferth[[3]] berichtet und wurde 1979 von John C. Gilbert[[4]] erweitert. Dabei werden Aldehyde 1 oder Ketone 1 durch Umsetzung mit Dimethyl(diazomethyl)phosphonat (2) in Gegenwart von Kalium- tert -Butanolat in kettenverlängerte Alkine 3 umgewandelt. Das verwendete Dimethyl(diazomethyl)phosphonat (2) wird Seyferth-Gilbert-Reagenz[[5]] genannt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Schema 2: Allgemeine Seyferth-Gilbert-Reaktion[[10]].

Der von Gilbert[[10]] vorgeschlagene Mechanismus verläuft ähnlich wie die Wittig-Reaktion[[9]]. Die Deprotonierung des Seyferth-Gilbert-Reagenz 2 durch Kalium- tert -Butanolat generiert das Carbanion 4, das die Carbonyl-Gruppe des Ketons bzw. des Aldehyds 1 nukleophil angreift, wodurch das Oxaphosphetan 5 entsteht. Die anschließende Cycloeliminierung von Dimethylphosphat (6) führt zur Bildung des Vinylazo-Intermediats 8 / 7, aus dem nach Abspaltung eines Stickstoff-Moleküls das Vinylcarben 9 entsteht. Die abschließende Umlagerung des Substituenten am Vinylcarben 9 ergibt das Alkin 3 (vgl. Schema 3).

Schema 3: Möglicher Mechanismus der Seyferth-Gilbert-Reaktion[[10]].

Alternativ zum oben genannten Mechanismus kann die Abspaltung des Stickstoff-Moleküls vor der Cycloeleminierung stattfinden. D. h., dass aus dem Oxaphosphetan 5 ein Oxaphosphet 10 entstünde, dass durch die Cycloeleminierung das Alkin 1 ergäbe[[10]].

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Schema 4: Alternativer Mechanismus[[10]] der Seyferth-Gilbert-Reaktion.

1.3 Bestman-Ohira-Modifikation

Diese Reaktion wurde von Hans Jürgen Bestman[[6]] und Susumu Ohira[[7]] durch die in situ Darstellung von Dimethyl(diazomethyl)phosphonat (2) mittels der Umsetzung von Dimethyl-1-diazo-2-oxopropylphosphonat 12 mit MeOH und K2CO3 modifiziert. Diese Modifikation ermöglicht die Umsetzung von basenlabilen Substraten, wie enolisierbare Aldehyde, die mit Seyferth-Gilbert-Homologisierung eine Aldol-Kondensation eingehen würden. Für die Darstellung von terminalen Alkinen 13 aus Aldehyden 11 liefert sie sehr hohe Ausbeuten nach einfacher Aufarbeitung. Daher Dimethyl-1-diazo-2-oxopropylphosphonat (12) wird als Bestman-Ohira-Reagenz[[10]] bezeichnet.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Schema 5: Beispiel der Darstellung eines Alkins 13 aus der Ausgangsverbindung 11 mittels des in situ Dargestellten Dimethyl(diazomethyl)phosphonats (2), indem Bestman-Ohira-Reagenz 12 mit MeOH und K2CO3 umgesetzt wurde[[10]].

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Schema 6: Mechanismus der Synthese eines terminalen Alkins 13 mittels Bestman-Ohira-Reagenz 12[[16]].

Die Darstellung von terminalen Alkinen aus Estern erfolgt nach Hamilton et al.[[20]] (Schema 7, 18 - 20). Eine breite Palette von funktionellen Gruppen wird unter den gegebenen Reaktionsbedingungen toleriert, wie z. B. konjugierte Doppelbinduungen (Schema 7, 19). Die Alkinylierung von 1-(tert -Butyl)-2-methyl-(2 S,4 R)-4-hydroxypirrolidin-1,2-dicarboxylat (Schema, 21) ist bemerkenswert, da die reduktive Alkinylierung in Gegenwart eines ungeschützten Alkohols erfolgte. Das Verfahren erfordert jedoch ein zusätzliches Äquivalent an DIBAL-H, vermutlich, um zuerst aus der freien Hydroxyl-Gruppe vor dem Reduzieren des Esters ein Aluminium-Alkoxid zu bilden. Wichtig ist auch, dass die Umwandlung dieser und anderer chiraler Substrate zu terminalen Alkinen unter vollständigem Erhalt der stereochemischen Information erfolgt. Diese Umwandlung funktioniert auch mit Weinrebamiden zu terminalen Alkinen in guten Ausbeuten (Schema 7, 22 - 24).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Schema 7: Beispiele von Estern und Weinrebamiden, die durch das Bestman-Ohira-Reagenz in Alkine umgewandelt wurden[[20]] .

1.4 Klick-Chemie

K. B. Sharpless[[23]] führte 2001 zum ersten Mal den Begriff „Klick-Chemie“ ein und definierte sie als chemische Reaktionen, mit denen gute Ausbeuten erhalten und breit angewandt werden können, deren Nebenprodukte gut abgetrennt werden können, die stereospezifisch ablaufen, die einfach in der Durchführung sind und die in umweltfreundlichen Lösungsmitteln ablaufen. Einige Reaktionen wurden gefunden, die diese Voraussetzungen erfüllen: thermodynamisch begünstigte Reaktionen, die selektiv zu einem Produkt führen, z. B. Cycloadditions-Reaktionen wie die Azid-Alkin-Cycloaddition, welche bereits einige der Voraussetzungen erfüllt. Eine zuverlässige und einfache Ein-Topf-Klick-Reaktion für die Homologisierung von verschiedenen Aldehyden mittels Bestman-Ohira-Reagenz, gefolgt von einer Cu-katalysierten Azid-Alkin 1,3-dipolaren Cycloaddition, wurde von D. Luvino et al.[[22]] berichtet (Schema 8). 1,4-disustituierte 1,2,3-Triazole werden dabei in guter bis exzellenter Ausbeute für eine Vielzahl von Aldehyden erhalten, ohne das Alkin, das als Intermediat entsteht, extra isolieren zu müssen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Schema 8: Das katalytische System, eine Ein-Topf-Synthese, ausgehend vom Aldehyd 11, das mittels Bestman-Ohira-Reagenz 12 zum Alkin 13 homologisiert wird und anschließend durch Umsetzung mit dem Azid 25 in einer kupfer(I)-katalysierten Cycloaddition selektiv das 1,4-disubstituierte 1,2,3-Triazol 26 ergibt.[[22]]

Diese Kupfer(I)-katalysierte Azid-Alkin-Cycloaddition erlaubt Umsetzungen über einen großen Temperatur- und pH-Bereich (4-12) und toleriert eine große Bandbreite an funktionellen Gruppen. Reine Endprodukte können durch einfache Filtration erhalten werden. Säulenchromatographische Isolierung und Umkristallisation sind meistens nicht notwendig. Ein vermuteter Mechanismus ist die Koordination von Kupfer(I) an das Alkin 13, die zur Bildung des Kupferalkins 27 führt. Das Azid 25 bindet zunächst mit seiner polaren Position 1 an das Kupfer, wodurch die Spezies 28 entsteht. Anschließend folgt die Bildung eines ungewöhnlichen, sechsgliedrigen Kupfer(III)-Metallazyklus 29. Eine

Ringverengung zum Triazolyl-Kupfer-Derivat 30 und anschließende Protonolyse ergibt das 1,2,3-Triazol 26 und schließt den katalytischen Zyklus[[28]].

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Schema 9: Der von F. Himo vorgeschlagene Mechanismus für die kupfer(I)-katalysierte Azid-Alkin-Cycloaddition[[28]].

2. Aufgabenstellung

Der Bedarf an kostengünstiger Herstellung in der organischen Synthese ist vor allem im industriellen Maßstab von großer Bedeutung, daher ist die Entwicklung neuer wirtschaftlicherer Methoden einer der Hauptziele der heutigen chemischen Forschung. Das Bestman-Ohira-Reagenz (Dimethyl-1-diazo-2-oxopropylphosphonat), mit dem eine Vielzahl von Aldehyden direkt in terminale Alkine umwandelt werden können, kann unter milden Bedingungen dargestellt werden und nach einfacher Aufarbeitung meist ohne weitere Purifikation weiter umgesetzt werden. Ziel dieser Arbeit ist deshalb die Darstellung von unterschiedlichen Propargylaminen aus Aminosäureestern wie L-Pheny-lalaninmethylester-Hydrochlorid (37), L-Leucinmethylester-Hydrochlorid (41) und D-Pheny-lalaninmethylester-Hydrochlorid (49), mittels Bestman-Ohira-Reagenz 12. Hierzu wird zuerst Dimethyl-2-oxopropylphosphonat (34) mittels Arbuzov-Reaktion[[17]] aus Chloroaceton (31) und Trimethylphosphit synthetisiert. Die Arbuzov-Reaktion verläuft nach dem SN[2]-Mechanismus, bei dem zunächst die Chloridgruppe des Chloroacetons (31) durch die bessere Austrittsgruppe Iodid ersetzt wird. Durch den nucleophilen Angriff des dreiwertigen Phosphors am Iodidoaceton (32) entsteht zunächst das instabile quartäre Phosphoniumsalz 33. Der nucleophile Angriff des Gegenions an eine Methoxygruppe wandelt dieses unter Abspaltung des Methylchlorids in das stabilere fünfwertige Dimethyl-2-oxopropylphosphonat (34) um (Schema 10).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Schema 10: Mechanismus der Arbuzov-Reaktion[[17]].

Nach Schema11 wird für die Darstellung von B. O. Reagenz 12 aus Dimethyl-2-oxopropylphosphonat (34) das Diazo-Transfer-Reagenz 4-Acetamidobenzolsulfonylazid (36) eingesetzt, das aus 4-Acetamidobenzolsulfonylchlorid (35) und NaN3 durch Phasen-Transfer-katalyse-Reaktion entsteht. Dieses überträgt eine Diazo-Gruppe auf die α-CH-acide Position des Dimethyl-2-oxopropylphosphonats (34).

Nach dem von Starks[[19]] vorgeschlagenen Mechanismus für die Phasentransfer-Katalyse-Reaktion wird vorausgesetzt, dass N3-lipophiler als Cl-ist. Das Katalysator-Kation Bu4N+ wandert mit dem Anion N3-von der wässrigen in die organische Phase (DCM). Dort reagiert das entstandene schwach solvatisierte Ionenpaar schnell mit 4-Acetamido-benzolsulfonylchlorid (35). Bu4N+ kehrt mit Cl-in die wässrige Phase zurück, wo Bu4N+ ein neues N3-anlagern kann. Vor der Darstellung von Propargylaminen aus den Aminosäureestern, was mit Hilfe von B. O. Reagenz 12 geschieht, müssen die Aminogruppen dieser Säureestern durch eine Boc-Gruppe geschützt werden.

Hierzu wird der kostengünstige heterogene Katalysator Amberlyst-15 wegen seiner Ungefährlichkeit, kommerziellen Verfügbarkeit und des einfachen Entfernens aus dem Reaktionsgemisch - z. B. Mittels einfacher Filtration - eingesetzt. N -(tert-Butyloxycarbonyl)-L-phenylalaninmethylester-Hydrochlorid (38), D-phenylalaninmethylester-Hydrochlorid (49) und N -(tert-Butyloxycarbonyl)-L-leucinmethylester-Hydrochlorid (42) werden mittels dem Reagenz 12 unter milden Bedingungen enantioselektiv zu den jeweiligen Propargylaminen tert -Butyl(S)-(1-phenylbut-3-in-2-yl)carbamat (39), tert -Butyl(S)-(5-methylhex-1-in-3-yl)-carbamat (43), tert -Butyl(R)-(1-phenylbut-3-in-2-yl)carbamat (51) (Schema 11) reduziert. Abschließend sollen die Enantiomere des jeweiligen Produktes in Diastereomere umgewandelt werden, um sie [1]H-NMR-spektroskopisch zu untersuchen. Dazu werden die erhaltenen Propargylamine mittels Cycloaddition in einer Kupfer(I)-katalysierten Azid-Alkin-Cycloaddition zu den jeweiligen korrespondierenden Triazolen umgesetzt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Schema 11: Durchgeführte Syntheseroute zur Darstellung von Propargylaminen 39 und 43. 3-Ergebnisse und Diskussion

3. Ergebnisse und Diskussion

3.1 Allgemeines zur Auswertung

Die durch Bestman und Ohira modifizierte Gilbert-Seyferth-Syntheseroute zur Darstellung der Propargylamine aus L-Phenylalaninmethylester-Hydrochlorid (37), D-Phenylalanin-methylester-Hydrochlorid (49) und L-Leucinmethylester-Hydrochlorid (41), wird in diesem Kapitel behandelt. Diese schließt neben der genauen Beschreibung der durchgeführten Synthesen eine umfassende Diskussion der spektroskopischen Daten ein, um die jeweiligen Produkte zu bestätigen. Zusätzlich werden aufgetretene Probleme und ergriffene Maßnahmen zur Verbesserung der jeweiligen Synthesen erläutert. Die aufgelisteten einzelnen Syntheseschritte beziehen sich auf den experimentellen Teil.

3.2 Darstellung des Bestman-Ohira-Reagenz

3.2.1 Synthese von Dimethyl-2-oxopropylphosphonat

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Schema 12: Darstellung von Dimethyl-2-oxopropylphosphonat (34) mittels Arbuzov-Reaktion[[17]].

Die Darstellung des Phosphonats 34 ist nach Noyori et al. [[17]] durchgeführt worden. Hierzu wurde nach der allgemeinen Arbuzov-Reaktion jeweils ein Äquivalent Chloroaceton (31), Kaliumiodid und Trimethylphosphit in eine Mischung aus Aceton-Acetonitril gegeben und über Nacht bei rt gerührt. Die anschließende Vakuumdestillation lieferte das gewünschte Produkt Dimethyl-2-oxopropylphosphonat (34), jedoch nur in einer Ausbeute von 40%. Zur Optimierung der Ausbeute wurde mit einem größeren Ansatz (18mmol) gearbeitet, das Trimethylphosphit wurde innerhalb von 10 min. zugetropft und bei der Filtration wurde mit Aceton nachgewaschen. Durch diese Maßnahmen konnte die Ausbeute auf 72 % gesteigert werden.

Dass die Darstellung des Phosphonats 34 erfolgreich war, bestätigen die [1]H-NMR-spektroskopischen Daten. Das Singulett bei 2.33ppm kann den Protonen der Methylgruppe zugeordnet werden. Das Integral entspricht 3 Protonen. Ein Dublett bei 3.07ppm entspricht den Protonen der Methylengruppe. Die Aufspaltung kommt durch die Spin-Spin-Kopplung zum benachbarten [31]P-Atom zustande. Die Kopplungskonstante beträgt [2] J H,P=22.8Hz. Das Integral entspricht 2 Protonen. Ein Dublett bei 3.75ppm der Protonen der beiden Methoxygruppen ist vom oben genannten Dublett dadurch zu unterscheiden, dass es erstens wegen desI-Effektes der Sauerstoffatome stärker tieffeldverschoben ist und zweitens mit [3] J H,P=11.23Hz eine kleinere Kopplungskonstante aufweist. Das Integral entspricht 6 Protonen und bestätigt somit die Zuordnung. Alle erwarteten Signale sind sichtbar und stehen im richtigen Integralverhältnis zueinander, daher wird die Synthese als erfolgreich angesehen.

3.2.2 Synthese von 4-Acetamidobenzenesulfonylazid

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Schema 13: Darstellung des 4-Acetamidobenzensulfonylazids (36) durch das quarternäre Ammonium TBAC als Phasentransferkatalysator.

Nach Baum et al[[12]]. wurde die Darstellung von 4-Acetamidobenzensulfonylazid (36) in einer Phasentransfer-Katalyse-Reaktion durchgeführt. Dazu wurde 4-Acetamidobenzen-sulfonylchlorid (35) gelöst in DCM und der Phasentransferkatalysator Tetrabutyl-ammoniumchlorid (TBAC) vorgelegt, das in Wasser gelöste NaN3 zugetropft und die Reaktionsmischung über Nacht bei rt gerührt. Das Azid 36 konnte als farblosen Feststoff in hoher Reinheit in einer Ausbeute von 90% gewonnen werden.

Die [1]H-NMR-spektroskopischen Daten verifizieren eine erfolgreiche Synthese: ein Singulett bei 2.25 ppm für die Protonen der Acetylgruppe. Das Integral entspricht drei Protonen, ein Dublett bei 7.77 ppm für die beiden aromatischen Protonen, die ortho zur Acetamidgruppe stehen. Die Kopplungskonstante beträgt [3] J = 8.85 Hz und stimmt somit mit der des Literaturwerts[[10]] fast überein. Das Dublett bei 7.91 ppm wird ebenfalls den beiden aromatischen Protonen zugerechnet, die ortho zur Sulfonylazidgruppe stehen. Ihre relativ zum anderen Dublett stärkere Tieffeldverschiebung beruht auf dem relativ zur Acetamidgruppe stärkeren negativen Effekt, der diese benachbarten aromatischen Protonen im Magnetfeld entschirmt. Ihre Kopplungskonstante [3] J =8.87 Hz stimmt ebenfalls mit dem Literaturwert[[10]] fast überein. Das Integral der beiden oben genannten Dubletts entspricht wie erwartet 2 Protonen. Das Singulett bei 7.43 ppm gehört zum mobilen Proton am Stickstoffatom der Amidgruppe. Der Grund für ihre geringe Intensität liegt in der Tatsache, dass die Protonen einer Aminogruppe (ebenso wie in einer Hydroxygruppe) sehr schnell intermolekular austauschen. Das heißt, dass die Verweildauer eines Protons am Stickstoff-Atom so kurz ist, dass ein Kopplungspartner den Spinzustand dieses NH-Protons nicht eindeutig erkennen kann und nur den Durchschnittswert reflektiert. Alle erwarteten Signale sind sichtbar und stehen im richtigen Integralverhältnis zueinander, was auf eine gelungene Synthese hindeutet. Als zusätzliche Bestätigung des Vorhandenseins des Azids 36 wurde ein Massenspektrum aufgenommen. Im Spektrum ist ein Signal bei m/z = 242.30 u mit einer Intensität von 145 zu sehen, das dem Quasimolekülion [M+2H][2]+ zugehört, eins bei m/z=503.00 u mit einer Intensität von 4.5·10[5], dem [2M+Na]+.

3.2.3 Synthese von Dimethyl-1-diazo-2-oxopropylphosphonat (Best-man- Ohira-Reagenz)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Schema 14: Darstellung von Bestman-Ohira-Reagenz 12 [[10]] .

Nach den Vorgaben von Callant P.[[14]a] und Dirat O.[[14]b] wurde unter Anwendung der Schlenktechnik Dimethyl-2-oxopropylphosphonat (34) in Toluol auf 0°C gekühlt und NaH in Portionen zugegeben, wodurch eine gelbe, hoch viskose Lösung entstand, die das Rühren mit dem Kernmagnetrührer erschwerte. Hier wäre ein KPG-Rührer (Kerngezogenes Präzisions-Glasgerät) für die optimale Durchmischung der Reaktionslösung besser geeignet. Nach Ende der Gasentwicklung (H2), die durch die Deprotonierung des Phosphonats 34 durch NaH entstand, wurde das Diazotransferreagenz 4-Acetamidobenzensulfonylazid (36), gelöst in THF, langsam zugetropft, wodurch das Rühren der gelben viskosen Lösung einfacher wurde. Zur vollständigen Umsetzung wurde die Reaktionsmischung 16 h bei rt gerührt. Bestman-Ohira-Reagenz wurde als gelbliches Öl in guter Reinheit in einer Ausbeute von 73 % gewonnen.

Im Gegensatz zum Azids 36 sind im [1]H-NMR-Spektrum von 12 noch Verunreinigungen, darunter auch nicht umgesetztes Dimethyl-2-oxopropylphosphonat (34), zu erkennen. Dies könnte auf das nicht optimale Rühren nach Zugabe von NaH zurückzuführen sein, weswegen die Reaktion an optimaler Ausbeute eingebüßt haben kann. Jedoch bestätigen die Signale eindeutig das Vorliegen des Produktes 12. Ein Singulett bei 2.27 ppm wird der Methylgruppe zugeordnet, ein Dublett bei 3.84 ppm den Protonen der beiden Methoxygruppen. Die Kopplungskonstante von [3] J =11.90 Hz stimmt mit dem Literaturwert von 11.90 Hz nach Callant P.[[14]a] und Dirat O.[[14]b] überein. Die Inegralverhältnisse betragen: 3:6. Alle erwarteten Signale sind gut erkennbar und stehen im passenden Integralverhältnis zueinander und deuten trotz einiger Verunreinigungen auf eine gelungene Synthese.

[...]

Ende der Leseprobe aus 44 Seiten

Details

Titel
Synthese von Propargylaminen über die Gilbert-Seyferth-Reaktion
Hochschule
Universität Bielefeld  (Institut für organische Chemie)
Note
2
Autor
Jahr
2013
Seiten
44
Katalognummer
V475209
ISBN (eBook)
9783668967595
ISBN (Buch)
9783668967601
Sprache
Deutsch
Schlagworte
synthese, propargylaminen, gilbert-seyferth-reaktion
Arbeit zitieren
Sadik Mejid (Autor), 2013, Synthese von Propargylaminen über die Gilbert-Seyferth-Reaktion, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/475209

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