Die NMR-Spektroskopie ist eine der leistungsfähigsten instrumentellen Analysenmethoden in der Chemie. Sie ist heute unverzichtbar bei der Aufklärung von Molekülstrukturen. Es können kleine Moleküle wie auch recht große - bis zu Proteinen - untersucht werden. Die Bedeutung der Methode ist daran erkennbar, dass für deren Erforschung und Weiterentwicklung viermal der Nobelpreis verliehen worden ist.
Aufgabenstellung: (1) Die Aufnahme eines 1H-NMR-Spektrums eines unbekannten Lösungsmittelgemisches in Chloroform und deren Analyse. Dazu sollten die Signale der Spektren und ihre Integrale Verbindungen zugeordnet werden und somit das unbekannte Lösungsmittelgemisch aus einem Satz verschiedener Lösungsmittel identifiziert werden. (2) Die Aufnahme der FID-Signale (Free Induction Decay) der Probe bei unterschiedlichen Pulslängen. (3) Die Bestimmung der Zentrumsfrequenz des aufgenommen 1H-Spektrums und eines 13C-Spektrums durch die Auswertung eines Inversion-Recovery-Experiments
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Aufgabenstellung
3 Versuchsaufbau
4. Locken
5. Shimmen
6. Auswertung und Darstellung der Ergebnisse
6.1 Spektrenweite
6.2 1H-Spektrum
6.3 1H-Spektrum: Das Verhältnis der beiden Hauptkomponenten
6.4 90°-Pulslänge
6.5 Inversion-Recovery-Experiment
6.6 Relaxationszeit
6.7 Zentrumsfrequenz
6.8 13C-Spektrum
7. Zusammenfassung und Diskussion
8 Literatur
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der praktischen Anwendung der NMR-Spektroskopie zur Charakterisierung eines unbekannten Lösungsmittelgemisches sowie der Bestimmung physikochemischer Kenngrößen wie der 90°-Pulslänge und longitudinaler Relaxationszeiten. Ziel ist es, durch experimentelle Datenaufnahme und deren mathematische Auswertung die Komponenten zu identifizieren und die instrumentellen Parameter zu optimieren.
- Identifizierung von Lösungsmittelkomponenten mittels 1H-NMR-Spektroskopie
- Bestimmung der optimalen 90°-Pulslänge durch Signalintensitätsanalyse
- Ermittlung longitudinaler Relaxationszeiten (T1) durch Inversion-Recovery-Experimente
- Methodische Auswertung von Spektren durch Anpassung an mathematische Funktionen
Auszug aus dem Buch
1. Einleitung
Die NMR-Spektroskopie ist eine der leistungsfähigsten instrumentellen Analysenmethoden in der Chemie. Sie ist heute unverzichtbar bei der Aufklärung von Molekülstrukturen. Es können kleine Moleküle wie auch recht große - bis zu Proteinen - untersucht werden. Die Bedeutung der Methode ist daran erkennbar, dass für deren Erforschung und Weiterentwicklung viermal der Nobelpreis verliehen worden ist[1].
Prinzip
Gewisse Atomkerne verhalten sich wie kleine Stabmagneten. Von besonderem Interesse für die organische Chemie sind die Kerne 1H und 13C. In einem Magnetfeld richten sich solche Atomkerne parallel zum Feld aus. Durch Energiezufuhr (mittels elektromagnetischer Strahlung) lassen sie sich umorientieren, so dass sie nachher entgegengesetzt zum Magnetfeld ausgerichtet sind. Bei dieser Umorientierung wird Energie absorbiert (Resonanzphänomen): Kernmagnetische Resonanz, Nuclear Magnetic Resonance. Diese Energieabsorption ist vergleichbar der Lichtabsorption; während dort ein Elektron auf eine Bahn höherer Energie gehoben wird, wird hier die Energie für die Umorientierung im Magnetfeld benötigt. In den heute verwendeten NMR-Spektrometern liegt die Frequenz der verwendeten Strahlung je nach Magnetfeld bei 60 bis 800 MHz. Die genaue Resonanzfrequenz für einen bestimmten Atomkern innerhalb eines Moleküls hängt von dessen chemischer Umgebung (Molekülstruktur) ab. Die Unterschiede zwischen den Resonanzfrequenzen von verschiedenen Wasserstoffatomen sind sehr gering und liegen im ppm-Bereich (parts per million), betragen also nur Millionstel der absoluten Resonanzfrequenz. Jede Resonanz in einem NMR-Spektrum wird nach drei Gesichtspunkten ausgewertet:
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Grundlagen der NMR-Spektroskopie werden erläutert, insbesondere das Prinzip der Kernresonanz und die Kriterien zur Auswertung von Spektren.
2 Aufgabenstellung: Definition der Ziele, wie die Identifizierung eines unbekannten Gemisches und die Bestimmung von Puls- sowie Relaxationsparametern.
3 Versuchsaufbau: Auflistung der gerätespezifischen Einstellungen für die durchgeführten 1H-NMR-Messungen und Puls-Experimente.
4. Locken: Beschreibung der Methode zur Stabilisierung des Feld-Frequenz-Verhältnisses mittels eines Deuterium-Signals.
5. Shimmen: Erläuterung zur Optimierung der räumlichen Homogenität des Magnetfeldes durch Shim-Spulen.
6. Auswertung und Darstellung der Ergebnisse: Detaillierte Berechnung der Spektrenweiten und Analyse der verschiedenen NMR-Messreihen.
6.1 Spektrenweite: Umrechnung der Spektrenbreite von Hertz in ppm unter Berücksichtigung der Pulsfrequenz.
6.2 1H-Spektrum: Identifizierung der Gemischkomponenten Aceton und Cyclohexan sowie Detektion von Toluol-Verunreinigungen.
6.3 1H-Spektrum: Das Verhältnis der beiden Hauptkomponenten: Bestimmung des quantitativen Mengenverhältnisses der identifizierten Lösungsmittel.
6.4 90°-Pulslänge: Ermittlung der optimalen Pulslänge durch Fourier-Transformation und Anpassung an eine Sinusfunktion.
6.5 Inversion-Recovery-Experiment: Theoretische Herleitung der Relaxationsprozesse anhand der Bloch-Gleichungen.
6.6 Relaxationszeit: Experimentelle Bestimmung der Relaxationszeiten durch Auswertung von Inversion-Recovery-Messdaten.
6.7 Zentrumsfrequenz: Berechnung der Mittenfrequenz des Spektrums relativ zum TMS-Standard.
6.8 13C-Spektrum: Analyse der 13C-Signale zur Bestimmung der Zentrumsfrequenz und Abschätzung der Magnetfeldstärke.
7. Zusammenfassung und Diskussion: Synthese der Ergebnisse und Vergleich mit Literaturwerten.
8 Literatur: Verzeichnis der verwendeten Quellen und Dokumentationen.
Schlüsselwörter
NMR-Spektroskopie, 1H-NMR, 13C-NMR, Lösungsmittelgemisch, Inversion-Recovery-Experiment, Relaxationszeit, 90°-Puls, chemische Verschiebung, Fourier-Transformation, Lock-Signal, Shimmen, Spektrenauswertung, Magnetfeld, Resonanzfrequenz, Signalintensität
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit dokumentiert die Durchführung eines physikalisch-chemischen Praktikumsversuchs zur NMR-Spektroskopie an einem unbekannten Lösungsmittelgemisch.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Themen umfassen die Probenanalyse, die Kalibrierung von Spektrometern, sowie die Bestimmung physikalischer Parameter wie Relaxationszeiten und Pulslängen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Hauptziel ist die Identifizierung der Komponenten eines unbekannten Lösungsmittelgemisches und die experimentelle Bestimmung der spezifischen Hardware-Parameter des NMR-Geräts.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird die hochauflösende NMR-Spektroskopie angewandt, kombiniert mit Inversion-Recovery-Experimenten zur Ermittlung von Relaxationsdaten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil widmet sich der systematischen Auswertung von Spektren, der mathematischen Anpassung von Daten an Sinus- und Exponentialfunktionen sowie der Fehlerbetrachtung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
NMR-Spektroskopie, Relaxationszeit, 90°-Puls, Probenidentifikation, physikalische Chemie.
Wie wurde das Verhältnis der Komponenten im Gemisch bestimmt?
Das Mengenverhältnis wurde über die Integration der jeweiligen 1H-Signale bei 2,16 ppm (Aceton) und 1,42 ppm (Cyclohexan) berechnet.
Welchen Einfluss hat das Shimmen auf das Messergebnis?
Das Shimmen optimiert die räumliche Homogenität des Magnetfeldes, was die Schärfe der Signale verbessert und das Signal-Rausch-Verhältnis erhöht.
Warum wird ein Inversion-Recovery-Experiment durchgeführt?
Dieses Experiment dient dazu, die longitudinale Relaxationszeit (T1) der Atomkerne in der Probe präzise zu messen.
Was bedeutet der Nulldurchgang in den Relaxationsmessungen?
Der Nulldurchgang der Magnetisierung (MZ = 0) markiert einen charakteristischen Punkt in der Relaxationskurve, der zur Berechnung der Relaxationszeit T1 herangezogen wird.
- Quote paper
- Sadik Mejid (Author), Markus Fetzer (Author), 2015, NMR-Spektroskopie. Eine Versuchsdurchführung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/475223