Die folgende Arbeit soll aus personalwirtschaftlicher Sicht die Chancen und Risiken der Personalkostenreduktion durch Outsourcing aufzeigen. Den vielfältigen und bedeutenden Chancen stehen angesichts des strategischen Charakters von Outsourcingprozessen auch ernstzunehmende Risiken gegenüber. Je nach Situation, Zielsetzung und Strategie kann Outsourcing sich als außerordentlich nutzbringend, umgekehrt im Extremfall auch als existenzgefährdend erweisen. Outsourcing verlangt daher ein „situatives, prozessgerichtetes strategisches Management auf der Grundlage einer fundierten Beurteilung von Chancen- und Risikopotentialen“ unter kreativer Nutzung vorhandener Gestaltungsspielräume.
Das vorherrschende Motiv für Outsourcing sind Kostensenkungen. Externe Dienstleister erweisen sich unter Kostenaspekten besonders attraktiv, da sie in der Regel über ein überlegendes Erfahrungs- und Prozesswissen verfügen, economics of scale erzielen, Kostenbelastungen für einen Ausgleich von Kapazitätsschwankungen übernehmen und schließlich nur die real erbrachten Leistungen in Rechnung stellen. Doch nicht immer ist mit Outsourcing auch automatisch eine Kostenreduktion verbunden. Viele Unternehmen sehen sich nach einer Auslagerung im negativen Fall mit erhöhten Kosten konfrontiert, die zum einen daraus resultieren, dass Kosten der Eigenerstellung selten exakt mit denen einer Fremderstellung vergleichbar sind. Außerdem sind langfristige Kostenentwicklungen schwer planbar und die Kosten des Outsourcing selbst werden unterschätzt. Inwieweit Outsourcing auch in der betrieblichen Personalarbeit eine potentielle Möglichkeit der Kostenreduktion sein kann, wird Gegenstand der weiteren Ausführungen sein.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Fragestellung und Themeneingrenzung
1.2 Begriffsklärung
1.2.1 Personalkosten als Kosten der betrieblichen Personalarbeit
1.2.2 Outsourcing
1.3 Gang der Arbeit
2. Analyse der Personalkosten durch Outsourcing
2.1 Das Outsourcingpotential der betrieblichen Personalarbeit
2.1.1 Personalaufgaben
2.1.2 Ausgliederungsfähigkeit der Personalaufgabe
2.1.3 Prämissen der externen Vergabe
2.2 Das Kostensenkungspotential der personellen Produktionskosten durch Outsourcing
2.2.1 kostenorientierte Outsourcingmotive
2.2.1.1 Kostensenkungsmotiv
2.2.1.2 Kostenflexibilisierungsmotiv
2.2.1.3 Kostentransparenzmotiv
2.2.2 Die Kostenvergleichsrechnung als Entscheidungshilfeverfahren
2.2.2.1 Charakteristik
2.2.2.2 Ablauf der Kostenvergleichsrechnung
2.2.2.3 Grenzen der exakten Erfassung entscheidungsrelevanter Kosten
2.2.3 Produktionskostenspezifische Outsourcingrisiken
2.3 Das Kostensenkungspotential der personellen Transaktionskosten durch Outsourcing
2.3.1 Determinanten der Transaktionskosten
2.3.1.1 Transaktionspartner
2.3.1.2 Transaktionseigenschaften
2.3.1.3 Bereitstellungsformen
2.3.2 Die Transaktionskostenanalyse als Entscheidungshilfeverfahren
2.3.2.1 Charakteristik
2.3.2.2 Ablauf der Transaktionskostenanalyse
2.3.3 Transaktionskostenspezifische Outsourcingrisiken
2.4 Fallbeispiel Lohn- und Gehaltsabrechnung
3. Schlussbemerkung
Zielsetzung und Themen
Die Arbeit analysiert das Potenzial zur Reduzierung der Personalkosten in der betrieblichen Personalarbeit durch strategisches Outsourcing, indem sie sowohl direkte Produktionskosten als auch indirekte Transaktionskosten untersucht.
- Analyse des Outsourcingpotenzials in der betrieblichen Personalarbeit.
- Untersuchung der Kostensenkungspotenziale bei personellen Produktionskosten.
- Betrachtung der Transaktionskosten als entscheidungsrelevantes Kriterium.
- Einsatz von Entscheidungshilfeverfahren wie Kostenvergleichsrechnung und Transaktionskostenanalyse.
- Praktische Anwendung anhand eines Fallbeispiels zur Lohn- und Gehaltsabrechnung.
Auszug aus dem Buch
2.2.1.1 Kostensenkungsmotiv
Die Kostensenkung wird in der Literatur häufig als vorrangiges Outsourcingmotiv dargestellt. Eine Möglichkeit zur Kostensenkung besteht, wenn ein externer Dienstleister die Personalaufgaben kostengünstiger erfüllen kann und bereit ist, die Kostenvorteile zumindest in Teilen an das auslagernde Unternehmen weiterzugeben. Das Kostensenkungspotential in den Produktionskosten gegenüber der internen Erstellung wird zwischen 10 – 20 % und mehr eingeschätzt. Folgende Gründe können für eine kostengünstigere Erstellung von Leistungen sprechen:
Volumenabhängige Kostendegression
Kostendegression aufgrund von Erfahrungskurveneffekten
Wettbewerbsdruck
Branchenarbitrage
Berücksichtigung von Opportunitätskosten.
Volumenabhängige Kostendegression besagt, dass die Kosten je Leistungseinheit mit steigender Betriebsgröße sinken. Gelingt es einem externen Anbieter, genügend gleichartige Produkte oder Leistungen auf sich zu vereinigen und somit eine Senkung der Kosten je Leistungseinheit zu realisieren, kann er - selbst bei gleicher Kostenstruktur wie das auslagernde Unternehmen – Personalleistungen kostengünstiger erstellen, als ein Unternehmen, das nur eine geringe Leistungsmenge erstellt. Voraussetzung für eine ausreichend große Nachfrage und damit mögliche Kostendegression ist die Bündelung relativ standardisierter Leistungen, was bei der Personalarbeit der Fall sein kann, bspw. bei der Abwicklung von Gehaltsabrechnungen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Definiert die Problemstellung der Personalkostenreduktion durch Outsourcing und grenzt den Untersuchungsgegenstand ein.
2. Analyse der Personalkosten durch Outsourcing: Untersucht das Outsourcingpotenzial sowie Kostensenkungsmöglichkeiten bei Produktions- und Transaktionskosten inklusive Risikobewertung.
3. Schlussbemerkung: Fasst die Ergebnisse zusammen und betont die wachsende strategische Bedeutung des Outsourcings für die Effizienz der betrieblichen Personalarbeit.
Schlüsselwörter
Outsourcing, Personalkosten, Personalarbeit, Kostensenkung, Produktionskosten, Transaktionskosten, Outsourcingpotenzial, Kostenvergleichsrechnung, Transaktionskostenanalyse, Eigenfertigung, Fremdbezug, Personalverwaltung, Personalcontrolling, Kostentransparenz, Make-or-Buy.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das Potenzial, Personalkosten in der betrieblichen Personalarbeit durch die strategische Auslagerung (Outsourcing) von Funktionen zu senken.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit konzentriert sich auf die Analyse des Outsourcingpotenzials, die Identifikation von Kostensenkungsmotiven bei Produktionskosten und die Bewertung von Transaktionskosten als Entscheidungsgrundlage.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Analyse der Chancen und Risiken einer Personalkostenreduktion durch Outsourcing unter Verwendung personalwirtschaftlicher Entscheidungshilfeverfahren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es werden betriebswirtschaftliche Analysetools wie die Kostenvergleichsrechnung und die Transaktionskostenanalyse angewandt, um die Vorteilhaftigkeit zwischen Eigenerstellung und Fremdbezug zu prüfen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden das Outsourcingpotenzial bestimmt, kostenorientierte Motive erörtert sowie Transaktionskosten als indirekte Personalkosten analysiert und anhand eines Fallbeispiels zur Lohn- und Gehaltsabrechnung veranschaulicht.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Outsourcing, Personalkosten, Kostensenkung, Transaktionskosten, Kostenvergleichsrechnung und das Konzept der Kernkompetenzen.
Warum ist die Kostenvergleichsrechnung für Outsourcing-Entscheidungen wichtig?
Sie ermöglicht eine systematische Erfassung und Bewertung entscheidungsrelevanter Kosten zwischen Eigenfertigung und Fremdbezug, um eine rationale Basis für Auslagerungsentscheidungen zu schaffen.
Welche Rolle spielt die Transaktionskostenanalyse im Kontext der Arbeit?
Sie dient als ergänzendes Instrument, um nicht nur direkte Produktionskosten, sondern auch die Kosten für Information, Überwachung und Vertragsgestaltung bei verschiedenen Bereitstellungsformen vergleichbar zu machen.
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- Elke Mache (Author), 2002, Chancen und Risiken der Personalkostenreduktion durch Outsourcing, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/4761