Crowdinvesting als Anlageform für Privatinvestoren. Lohnt sich ein Crowdinvestment für private Kapitalgeber?


Fachbuch, 2019
73 Seiten

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Ausgangslage und Problemstellung
1.2 Ziel der Arbeit
1.3 Aufbau der Arbeit

2 Assetdefinition und Abgrenzung
2.1 Definition eines Assets
2.2 Crowdfunding
2.3 Crowdsourcing
2.4 Crowdinvesting

3 Crowdinvesting in der Praxis
3.1 Kapitalsuchende
3.2 Plattformen

4 Prozess des Crowdinvestings
4.1 Auswahl des Start-Ups
4.2 Vorbereitung
4.3 Unternehmensbewertung
4.4 Finanzierungsrunde
4.5 Mittelverwendung
4.6 Exit

5 Rechtliche und Steuerliche Aspekte
5.1 Kleinanlegerschutzgesetz
5.2 Steuerliche Behandlung

6 Analyse aus Sicht der Kapitalgeber
6.1 Darstellung der Kapitalgeber
6.2 Motive
6.3 Renditeanforderung
6.4 Behavioral Finance im Bezug auf Crowdinvesting
6.5 Handlungskatalog für Crowdinvestinganleger

7 Auswertung der Rentabilität von Crowdinvestments
7.1 Methodische Vorgehensweise
7.2 Darstellung der Ergebnisse
7.3 Interpretation der Ergebnisse

8 Fazit und Ausblick

Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Befreiungstatbestände

Abbildung 2: Kapitalmarktanomalien

Abbildung 3: Gewinne und Verluste sowie Branchenverteilung der Start-Ups

Abbildung 4: Renditen der erfolgreichen Start-Up Investmentrunden

Abbildung 5: Volumen und Status Crowdinvesting Immobilien

1 Einleitung

1.1 Ausgangslage und Problemstellung

Eine adäquate Diversifikation ist eine der wichtigsten Vorrausetzungen in der Kapitalanlage. Große Unternehmen beschäftigen ganze Abteilungen mit der Asset allocation in unterschiedlichen Anlageklassen, um das vorhandene Vermögen sicher, liquide und rentabel anzulegen.1 Diese drei Anlageziele werden insbesondere im magischen Dreieck der Vermögensanlage beschrieben und stehen im ständigen Zielkonflikt zueinander.2 Neben der Kapitalanlage in die klassischen Assetklassen wie den festverzinslichen Wertpapieren, Immobilien oder Aktien, gibt es auch oftmals Spezialisten die z.B. für Private Equitiy Investitionen zuständig sind. Anders als bei den erstgenannten Assets, besitzt das Private Equity eine besonders starke Ausprägung des Rentabilitätskriteriums. Während Unternehmen aufgrund ihrer hohen Anlagesummen und Verbindungen in die Finanzwelt keine Probleme haben, in nicht börsennotierte (junge) Unternehmen zu investieren, blieb den Privatanlegern dieser Markt jedoch bis vor kurzem noch verschlossen.3

Viele innovative und erfolgsversprechende Ideen scheitern bereits an der Umsetzung aufgrund ungenügend finanzieller Mittel. Die meisten Banken schließen wegen ihrer hohen Risikoaversion die Early-Stage Finanzierung eines Unternehmens grundsätzlich aus, da diese oftmals keine werthaltigen Sicherheiten bieten können. Venture-Capital-Gesellschaften wie Earlybird hingegen, erhalten weit mehr Finanzierungsanfragen als sie prüfen können. Dies führt dazu, dass die meisten Start-Ups ausselektiert werden und nur einige wenige die erforderliche Unterstützung erhalten.4

Crowdinvesting schließt diese Finanzierungslücke und bietet Privatanlegern in Deutschland nun seit 2011 die Möglichkeit, zusammen mit anderen privaten Investoren in ein Start-Up, nicht börsennotierte Wachstumsunternehmen oder in ein Immobilienprojekt zu investieren und gemeinsam an den Erfolgen oder auch Misserfolgen zu partizipieren.5 Durch die Neuerungen des Web 2.0 sinken die Trans­aktionskosten einzelner Zahlungsströme, wodurch eine effiziente und kostengünstige Finanzierung durch tausende Mikroinvestoren ermöglicht wird.6

Das Investitionsvolumen im Crowdinvesting nahm von 1,4 Millionen Euro im Jahr 2011 auf kumulierte 390 Millionen Euro im Jahr 2017 zu.7 Auf Plattformen wie Seedmatch oder Companisto investieren teilweise über 80.000 registrierte Mitglieder in neue Projekte als Alternativanlage zu den klassischen Assets.

Doch ist die Investition in ein Unternehmen oder eine Projektgesellschaft, welche über eine Online-Plattform nach Kapitalgebern sucht, tatsächlich eine rentable Beimischung für das diversifizierte Portfolio eines Kleinanlegers oder doch in den meisten Fällen mit Verlusten verbunden? Diese Frage begründet auch die Motivation des Autors sich mit dem Thema Crowdinvesting im Rahmen dieser Bachelorarbeit genauer zu befassen. Aufgrund eines erfolgreichen Crowdinvestments in ein Start-Up, erzielte der Autor bereits selbst eine zweistellige Rendite innerhalb eines Jahres. Folglich hat er auch ein persönliches Interesse sich mit der Materie tiefergehend zu befassen und im Rahmen der Studie fundierte Renditekennzahlen zu erhalten.

Mittlerweile existiert vor allem im anglo-amerikanischen Raum bereits zahlreiche Fachliteratur zu den großen Überthemen „Crowdfunding“ und „Crowdsourcing“. Aufgrund des starken Wachstums des Crowdinvestings haben sich jedoch auch einige Autoren der wissenschaftlichen Darstellung zu explizit diesem Thema gewidmet. Neben dem deutschen Standardwerk „Crowdinvesting – Die Investition der Vielen“ von Prof. Dr. Ralf Beck, gibt es diverse Artikel und Sonderausgaben in Journals wie z.B. dem Venture Capital Magazin oder der Zeitschrift für Bankrecht. Darüber hinaus finden sich auch Studien zum Informationsstatus von Investoren sowie Webseiten mit aktuellen Statistiken zu Investitionssummen, Branchen, Projektstatus und monatlichen Reportings über neue Entwicklungen.

1.2 Ziel der Arbeit

Ziel dieser Bachelorarbeit ist es, Crowdinvesting begrifflich klar abzugrenzen und hinsichtlich aller relevanten Aspekte darzustellen sowie einen Handlungskatalog mit Empfehlungen zu entwickeln. Mithilfe dieses Wissens soll anschließend im empirischen Teil die Rentabilität von bereits abgeschlossenen bzw. gescheiterten Crowdinvestings herausgefunden und in Bezug auf mehrere Kriterien analysiert werden. Letztendlich wird die eingangs gestellte Frage geklärt, ob ein Crowdinvestment nach dem heutigen Stand der Fakten eine rentable und empfehlenswerte Anlage darstellt oder nicht.

1.3 Aufbau der Arbeit

Auf die Einleitung zum Thema Crowdinvesting folgt eine Definition des Begriffs „Asset“ mit einer anschließenden Abgrenzung von anderen Crowd-Finanzierungsformen. Hier soll ebenfalls geklärt werden, ob Crowdinvesting als eigenständige Assetklasse eingestuft werden kann. Danach erfolgt die Behandlung des Crowdinvestings in der Praxis, mit einer Übersicht über die Kapitalsuchenden und die Anbieter der jeweiligen Plattformen im Internet.

Das Kapitel „Prozess des Crowdinvestings“ gibt einen Überblick über den zeitlichen und technischen Ablauf einer solchen Finanzierung, beginnend mit der Auswahl der Start-Ups, bis hin zum Exit. Anschließend werden aktuelle rechtliche und steuerliche Aspekte betrachtet, die für Privatinvestoren von Relevanz sind. Im sechsten Kapitel erfolgt eine tiefergehende Analyse aus Sicht der Kapitalgeber in Kombination mit der Behavioral Finance Theorie. Als Ergebnis wird ein Handlungskatalog für Crowdinvestinganleger erarbeitet.

Im darauf folgenden empirischen Teil dieser Arbeit wird dann die Rentabilität des Crowdinvestings aus den vergangen Jahren ausgewertet und bezüglich mehrerer Aspekte interpretiert. Das letzte Kapitel zieht abschließend ein Fazit über die erarbeiteten Fakten sowie Erkenntnisse und gibt einen Ausblick auf die Zukunft.

2 Assetdefinition und Abgrenzung

Im folgenden Kapitel wird versucht, den Begriff „Asset“ genauer zu definieren. Danach folgt eine Darstellung der Formen des Crowdfundings und des Crowdsourcings. Abschließend werden die Unterschiede zum Crowdinvesting aufgezeigt und überprüft, ob Crowdinvesting als eine eigenständige Assetklasse bezeichnet werden kann.

2.1 Definition eines Assets

Der Begriff „Asset“ veranschaulicht bereits bei seiner Übersetzung ins Deutsche zu „Vermögenswert“, was er bedeutet. Bei der semantischen Analyse kann man erkennen, dass ein Asset offenbar einen bestimmten monetären Wert aufweisen muss. Vöcking und Kaiser teilen Assets in drei Kategorien ein. Firmenbesitze und Wertpapiere beziehen sich vor allem auf Aktien und Anleihen, deren Wert sich durch die Erwartungshaltung von zukünftigen Cashflows ergibt. Bargeld und handelbare Güter wie Gold oder Rohstoffe bilden dabei die zweite Kategorie. Ihr Wert bestimmt sich durch Angebot und Nachfrage auf dem jeweiligen Markt. Zuletzt werden Vermö

gensgegenstände als Asset definiert, deren Preis abhängig von der Zahlungsbereitschaft eines Liebhabers oder Sammlers ist. Dies trifft insbesondere auf Kunst, Schmuck oder Antiquitäten zu.8 Söhnholz und Dirk beschreiben wiederum vier Standard-Assetklassen im Asset-Liability-Management: Geldmarkt, Aktien, Anleihen und Immobilien. Hinzu kommen bis zu 50 weitere unterschiedliche Klassen, eingeteilt in Gruppen mit ähnlicher bis gleicher Korrelation zueinander. Darüber hinaus kommen noch über 250 Hedgefonds Betas, 3.000 „Barra“ Faktoren und 100.000 Marktindices, welche die einzelnen Vermögenswerte immer enger zusammenfassen.9 Eine allgemein anerkannte Formaldefinition einer Assetklasse existiert jedoch nicht. Robert Greer beschreibt in seinem Artikel „What is an Asset class, Anyway?“ vier allgemeine Kriterien, die für einen Vermögensgegenstand zutreffen müssen, um als Assetklasse gelten zu können.10

Spezifische institutionelle Charakteristika kategorisieren die Anlageklassen beispielsweise durch die Unterschiede beim Erwerb einer Aktie zu einer Immobilie. Während der Kauf einer Aktienurkunde über Onlinebörsen wie „Tradegate“ unkompliziert vorgenommen werden kann, muss für den Kauf einer Immobilie ein Notar hinzugezogen und eine Eintragung ins Grundbuch vorgenommen werden.

Des Weiteren hat laut Greer jede Assetklasse spezifische Risiko- und Ertragseigenschaften. Dies wird beim dem Vergleich der Renditen von Deutschen Staatsanleihen und dem Deutschen Aktienindex (DAX) klar. Eine zehnjährige Bundesanleihe rentierte 1995 noch mit 6,07 %, im Jahr 2017 lag sie nach konstantem Absinken jedoch nur noch bei 0,37 %.11 Gleichzeitig ist das Risiko einer solchen Anleihe, ausgedrückt durch das Länder-Rating von Ratingagenturen wie Standard & Poors oder Moody’s, mit AAA als sehr gering einzustufen.12 Gegenteilig verhält es sich beim DAX, der bei Anlage im Jahr 1995 bis 2017 im Schnitt 8,1 % Rendite p.a. einbrachte. Dies allerdings zum Preis eines wesentlich höheren Risikos, ausgedrückt in der Volatilität.13

Als drittes Kriterium nennt Greer eine geringe Korrelation mit anderen Assetklassen. In Anbetracht einer notwendigen Portfoliodiversifikation ist es unerlässlich, verschiedene gering bis nicht korrelierende Anlageklassen zu besitzen, um im Falle eines Crashs die Verluste durch andere Assets aufzufangen. Zuletzt listet Greer einen positiven Ertrag bei passiver Langfristanlage auf. Eine Anlageklasse soll daher erst dann als solche gelten, wenn durch eine „Buy-and-Hold-Strategie“ positive Erträge erwirtschaftet werden können.14

2.2 Crowdfunding

Crowdfunding ist ein relativ neues Phänomen, welches erstmals 2005 in Erscheinung trat und kurz nach der Finanzkrise im Jahr 2010 in Deutschland an Popularität gewann.15 Während die Investitionsstimmung bei den institutionellen Anlegern aufgrund der Lehman-Pleite eher zurückhaltend war, suchten weiterhin Start-Ups und innovative Projekte nach Kapitalgebern für Ihre Ideen.16 Um diese Nachfrage zu bedienen wurde im Jahr 2009 die Website kickstarter.com erstellt. Die mittlerweile größte Crowdfunding-Plattform hat seitdem mehr als 3,7 Milliarden US-Dollar eingesammelt und damit über 140.000 Projekte finanziert. Das Geld stammt von ca. 15 Millionen Privatinvestoren, die einen Bekannten unterstützen oder die Umsetzung eines Produktes finanzieren wollten.17

Um diese Form und alle nachfolgenden Arten der Finanzierung zu verstehen soll zunächst das Wort „Crowd“ genauer betrachtet werden. Die wörtliche Übersetzung „Menge“ trifft zwar zu, geläufiger ist jedoch die Bezeichnung „Schwarm“. Bei der Crowd handelt es sich um eine Ansammlung von Menschen als Gruppe im Internet. Sie verfolgen ein gleiches bzw. ähnliches Ziel und möchten ein Projekt planen und/oder unterstützen.18 Speziell auf das Crowdfunding bezogen geht es um die Umsetzbarkeit des Projektes durch die Gabe von finanziellen Mitteln.

An diesem Prozess sind grundsätzlich drei Parteien beteiligt. Der Gründer des Crowdfunding-Projektes möchte seine Idee umsetzen. Da sein eigenes Kapital nicht ausreicht oder er es nicht riskieren will, bittet er die Crowd um Hilfe und hofft auf einen positiven Anklang bei so vielen Menschen wie möglich. Die Crowd stellt die Menge an Personen dar, die den Gründer finanziell unterstützen möchten. Wie eingangs erwähnt, können die Motive hierfür unterschiedlichster Natur sein. In der Regel wird das meiste Kapital jedoch von denjenigen bereitgestellt, die die Idee des Gründers ansprechend finden. Als dritte Partei gilt die Plattform, die das Zusammentreffen der ersten beiden Parteien ermöglicht. Sie fungiert als Marktplatz für Angebot und Nachfrage zwischen Gründern und Crowd.19

Je nach Erwartungshaltung der Gegenleistung für die Finanzierung, wird Crowdfunding in vier Unterkategorien eingeteilt. Beim Reward-Based und Donation-Based Crowdfunding erwarten die Investoren keine finanzielle Gegenleistung, während die Kapitalgeber des Equity-Based und dem Lending-Based Crowdfunding durchaus von finanziellen Motiven getrieben sind.20

2.2.1 Reward-Based

Bei dem Reward-Based Crowdfunding finanziert die Crowd die Umsetzung eines Projektes ohne eigene Renditeerwartungen. Es handelt sich dabei um Lifestyle-Produkte, Bücher, Filme, Videospiele oder Technologieprojekte, die erst ab einer bestimmten Mindestsumme produziert werden können. Wird die vom Gründer vorgegebene Gesamtinvestitionssumme innerhalb einer bestimmten Zeit erreicht, kann der Initiator des Projektes dieses umsetzen.21

Abhängig von der Höhe des zur Verfügung gestellten Geldbetrages einer Person, erhält der Unterstützer nach Fertigstellung das fertige Produkt, Eintrittskarten, individuelle Danksagungen, bis hin zu einem Treffen mit den Initiatoren des Projekts. Diese Staffelform des Belohnungssystems, hat sich mittlerweile auf den meisten Crowdfunding-Plattformen etabliert.22 Man spricht dabei von Prämien oder „Dankeschöns“, die den Anreiz zur Teilnahme zusätzlich erhöhen sollen.23

Dabei gilt im Regelfall das „Alles-oder-Nichts-Prinzip“. Falls die Mindestsumme nicht erreicht wird, erhält die Crowd ihr Geld zurück und das Projekt wird vorerst als gescheitert erklärt. Der Gründer muss dann nach Alternativen zur Finanzierung suchen oder aufgrund der schlechten Resonanz die Idee verwerfen. Einige Anbieter bieten dem Gründer jedoch auch bei Nichterreichen des Finanzierungsziels an, das Geld zu behalten. Die Gebühr der Plattform erhöht sich dann jedoch von anfänglich ca. 3-5 % auf 4-9 % der eingenommen Summe.24

Die eingangs erwähnte Webseite Kickstarter.com ist im Reward-Based Crowdfunding aktuell Marktführer und veröffentlicht neben allgemeinen Hilfestellungen auch Listen mit Belohnungsvorschlägen, um die Crowd zum Mitmachen zu motivieren. Die bekanntesten Projekte sind unter anderem Smartwatches, Wanderjacken und innovative Rucksäcke. Mehr als 20 Millionen Euro von knapp 80.000 Menschen kamen so beispielsweise für die Smartwatch „Pebble Time“ zusammen. Als Belohnung erhalten die Unterstützer ab einem Betrag von 159 US-Dollar die Uhr, die im Einzelhandel 199 US-Dollar kosten soll.25 Die durchschnittliche Summe, die in ein Projekt investiert wird, beläuft sich auf ca. 246 US-Dollar.26

2.2.2 Donation-Based

Als Ursprung des „Online Fundraising“ gilt die Zeit nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001. Ein Höhepunkt wurde bei den Wahlen in den USA 2008 und 2012 erreicht, als Barack Obama 770 Millionen bzw. über 1 Milliarde US-Dollar an Wahlkampfspenden einnahm. Davon kamen bereits rund 70 % aus Online-Spenden.27 Das Betterplace Lab fand heraus, dass Online-Spender jünger sind, über mehr Haushaltseinkommen verfügen und mit 62 US-Dollar bei Ihrer ersten Spende mehr spenden als ihr Offline-Pendant mit 32 US-Dollar.28

Das Donation-Based Crowdfunding bietet keine direkte Gegenleistung für Unterstützer an. Die Motivation der Crowd einen finanziellen Beitrag zu leisten begründet sich meist durch eine emotionale Bindung zu dem Projekt. Es handelt sich oftmals um gemeinnützige Vorhaben, welche eine Mindestsumme an Spenden benötigen um umgesetzt werden zu können.29 Die bekannteste Plattform in Deutschland ist betterplace.org. Auf dieser rufen Menschen für diverse Themen wie Tierschutz, Flüchtlinge oder Umwelt für verschiedene Spendenaktionen zur Hilfe auf. Das geschieht über eine kurze Vorstellung des Projektes in Form eines Filmes und genaueren Infos darüber, wie das Vorhaben umgesetzt werden soll. Unterstützer können beispielsweise beim Bau einer Schule in Afrika unter anderem auch genau bestimmen, ob Ihre Spende in neue Schulbücher oder den Bau einer Rutsche fließen soll. Die durchschnittliche Spende beträgt dabei 60 Euro.30

2.2.3 Lending-Based

Lending-Based Crowdfunding bezeichnet die Kreditvergabe von Privatpersonen an Dritte mittels einer Lending-Plattform. Es wird zwischen Krediten an Privatpersonen (P2P) und an Unternehmen (P2C) unterschieden. Diese Form der Darlehens­vergabe verzeichnete in den letzten Jahren ein starkes Wachstum, welches voraussichtlich noch weiter anhalten wird. Gründe hierfür sind unter anderem ein Vertrauensverlust in die Banken aufgrund der weltweiten Finanzkrise 2008 sowie die überdurchschnittlich hohen Zinsen für Überziehungskredite bei kleineren Darlehen mit ca. 12 % p.a.31 Die Vorteile finden sich insbesondere in der geringeren Kostenstruktur durch das rein Internetbasierte Geschäftsmodell. Plattformen wie smava.de oder auxmoney.de besitzen kein Filialnetz sondern benötigen lediglich einen dezentralen Firmensitz.

Kreditsuchende stellen auf den genannten Webseiten ihr Vorhaben der Crowd vor und geben ihre benötigte Kreditsumme an. Die Schuldner müssen vorab ihre Bonität nachweisen. Abhängig davon, ob es sich um ein Unternehmen oder eine Privatperson handelt, werden Bilanzen sowie Cash-Flow-Berechnungen, bzw. Gehaltsnachweise, Arbeitsverträge und Schufa-Auskünfte verlangt. Die Plattform vergibt dann nach Abschluss der Bonitätsprüfung ein Kreditwürdigkeits-Ranking.32 Smava beispielsweise unterscheidet nach Risikoklassen von A bis H, wobei die Ausfallwahrscheinlichkeit von ca. 1,38 % bis 15,02 % reicht. In Abhängigkeit davon steigt dann der zu zahlende Zins. Eine Besicherung auf konkrete Vermögensgegenstände erfolgt jedoch in den meisten Fällen nicht.33

Mit dem Kapital können anschließend Investitionen in neue Maschinen für ein Unternehmen, bis hin zum Anbau einer Garage oder dem Kauf eines Autos finanziert werden. Auxmoney gibt für über 60 % der vergebenen Kredite die Ablösung anderer Kredite (Dispoausgleich, Autokredit, usw.), Möbelkauf und die Existenzgründung als Verwendungszweck an. Der durchschnittliche Investor erhält dabei eine Rendite von 5,0 % p.a.34

Der Kapitalgeber eines Lending-Based Crowdfunding tut dies mit einer Renditeerwartung. Dieser Kredit muss in jedem Fall verzinst zurückgezahlt werden – auch wenn das finanzierte Projekt oder das Unternehmen Verluste generiert. Durch niedrige Einstiegssummen von teilweise 50 Euro, können Anleger ihr „Lending-Portfolio“ breit diversifizieren. Die Ausfallrate von Kreditnehmern aus Onlinekreditportalen wie auxmoney.de ist mit 3,0 % lediglich um 0,5 Prozentpunkte höher als die der klassischen Bankkunden mit 2,5 %. Die durchschnittliche Anlagesumme eines privaten Kreditgebers auf Auxmoney lag im Jahr 2013 bei ca. 1.600 Euro.35

2.2.4 Equity-Based

Das Equitiy-Based Crowdfunding – im Deutschsprachigen Raum auch als Crowdinvesting bezeichnet – stellt den Kern dieser Arbeit dar. Da in den folgenden Kapiteln noch explizit auf die einzelnen Phasen und Details eingegangen wird, soll in diesem Unterkapitel das Konzept nur im Allgemeinen beschrieben werden.

Wie eingangs erwähnt, war die Beteiligung an nicht börsennotierten Unternehmen bisher den institutionellen Anlegern und Business Angels vorbehalten. Durch Crowdinvesting-Plattformen wie Companisto und diversen anderen, auf die im Kapitel 3.2 noch genauer eingegangen wird, ist es Privatanlegern nun ebenfalls möglich zu investieren. Dabei kann es sich um Investitionen in Start-Ups in der Early-Stage-Phase, nicht börsennotierte Wachstumsunternehmen oder Projektgesellschaften zum (Aus-)Bau von Immobilien oder anderen kommerziellen Projekten handeln. In der weiteren Auffassung des Begriffes kann man Crowdinvesting als all jenes definieren, was die Crowd als „Investment“ betrachtet.36 Der englischsprachige Begriff „Equity-Based Crowdfunding“ - also Eigenkapitalbasiert – wird der Realität in Deutschland allerdings nicht gerecht. In der Praxis werden bedingt durch gesetzliche Änderungen hauptsächlich partiarische Darlehen bzw. Nachrangdarlehen vergeben und vertraglich dann mit entsprechenden Gewinn-, Zins- oder Exitbeteiligungsansprüchen ausgestattet.37

Zur Vereinfachung wird im Folgenden nur die Start-Up-Finanzierung benannt, da diese den gesamten Prozess des klassischen Crowdinvestings durchläuft. Abweichungen zu Finanzierungen von bspw. Projektgesellschaften oder Wachstumsunternehmen werden an den jeweiligen Stellen aufgezeigt.

Äquivalent zu den drei anderen Crowdfundingformen, gibt es beim Crowdinvesting wieder drei Akteure. Das Start-Up präsentiert sich mithilfe eines Kurzfilms, Unternehmenskennzahlen, Zukunftsprognosen sowie einem Businessplan auf einer Crowdinvesting-Plattform. Der Crowd werden auf dieser Plattform alle zur Verfügung stehenden Unternehmen und Informationen dargestellt. Des Weiteren wird aufgezeigt, wie hoch der prozentuale Anteil am Unternehmen bei einer definierten Anlagesumme wäre. Die Laufzeit einer solchen Beteiligung ist abhängig von der Plattform und den Plänen des Start-Ups. Sie reicht von 5-8, im Ausnahmefall bis zu 10 Jahren und kann teilweise frühestens nach 3 Jahren von der Crowd gekündigt werden.38 Es handelt sich damit um ein mittel- bis langfristiges Investment. Ähnlich wie bei dem Reward-Based Crowdfunding bieten einige Start-Ups auch hier gestaffelte Belohnungen ab einer bestimmten Investitionssumme an. Getreu dem Alles-oder-Nichts-Prinzip wird bei Erreichen der Mindestsumme durch die einzelnen Mikroinvestoren das Kapital gebündelt. Die Summe wird dann bedingt durch gesetzliche Regularien meist in Form eines partiarischen Nachrangdarlehens an das Unternehmen vergeben.39 Ein Nachrangdarlehen bedeutet, dass die Forderungen der Investoren im Insolvenzfall erst nach sämtlichen Gesellschaftsgläubigern befriedigt werden. Die partiarische Komponente steht dabei für die Anteile am Gewinn und dem eventuellen Exit.40 Die Investoren erhalten durch Ihre Investition vertragsgemäß Anteile am Unternehmen und damit eine Berechtigung an den Zahlungsströmen. Gewinne werden jährlich verbucht und den Investoren gutgeschrieben, Verluste werden ebenfalls vermerkt und müssen vor den Gewinnauszahlungen erst ausgeglichen werden. Eine Nachschusspflicht besteht für die Investoren jedoch nicht. Das für Investoren hauptsächlich relevante Ereignis ist allerdings der Exit. Wenn die Beteiligung endet oder das Start-Up nach einigen Jahren durch ein anderes Unternehmen gekauft werden sollte bzw. an die Börse geht, erhalten sie abhängig von der Höhe ihrer Beteiligung einen prozentualen Anteil vom Kaufpreis bzw. der Aktien.41 Der letzte wichtige Aspekt zu Crowdinvestings betrifft die Handelbarkeit der Beteiligungen. Es existieren zwar drei inoffizielle Zweitmärkte, ein Handel der Beteiligungen ist jedoch vonseiten der Plattformen nicht vorgesehen. Ein Crowdinvestment ist damit in der Regel eine „Alles-oder-Nichts-Investition“, da die Beteiligungen bis zum Exit fast vollkommen illiquide sind.42 Das durchschnitt­liche investierte Kapital eines Crowdinvestors auf der Plattform Seedmatch.de lag im Jahr 2015 bei ca. 1.700 Euro.43

Bei der Investition in Wachstumsunternehmen – so genannte Venture Loans – oder Projektgesellschaften zur Immobilienfinanzierung, erhalten die Kapitalgeber für ihre Investition statt prozentualen Beteiligungen am Gewinn oder Exit eine feste Verzinsung für einen bestimmten Zeitraum. Das Kapital wird am Ende der Laufzeit zuzüglich der Zinsen und eventuellen Bonuszinsen an die Crowd ausgezahlt.44 Die Grenzen zum Lending-Based Crowdfunding sind dabei fließend und verändern sich stetig durch die Anwendung in der Praxis.

2.3 Crowdsourcing

Der Begriff Crowdsourcing stellt einen Neologismus aus den Wörtern Crowd und Outsourcing dar. Bestimmte Arbeiten werden dabei an die bereits definierte Crowd ausgelagert. Die Motive der Crowd können wieder unterschiedlichster Natur sein. Neben der nur selten vorkommenden monetären Vergütung, ist es meist Freude oder Anerkennung, die die Crowd antreibt.45

In einem Idealtypischen Verlauf benötigt der Crowdsourcer – meist ein Unternehmen – Hilfe bei der Lösung eines Problems oder einer Aufgabe. Er wendet sich dann über eine Crowdsourcing-Plattform oder über eigene Informationskanäle an die Crowd. Abhängig von der Aufgabe wird diese in Teilaufgaben zerlegt und an die Crowd übermittelt. Diese beginnt nun mit dem Abarbeiten bzw. der Lösung des Problems und sendet die Ergebnisse zurück an den Crowdsourcer. Sobald die Resultate für den Auftraggeber zufriedenstellend sind, wird das Crowdsourcing-Projekt beendet und eventuelle Prämien an die Crowd verteilt.46

Crowdsourcing hat bereits eine breite Marktdurchdringung erreicht und ist Bestandteil zahlreicher Geschäftsmodelle von Unternehmen. Durch den Aufruf zur Einsendung von Bild- und Videomaterial nutzen Nachrichtenportale die Crowd, um die Inhalte anschließend zu veröffentlichen. Auf Amazon werden Käufer eines Produktes animiert, dieses in einer Rezension zu beschreiben und eine Sterne­bewertung abzugeben. Wikipedia, die größte Online-Wissenssammlung der Welt, existiert lediglich durch die Millionen, von der Crowd geschriebenen Artikeln.47

Im Jahr 2010 ließ Fiat sich bei der Gestaltung des neuen Fiat 500 von Millionen Menschen im Internet inspirieren, indem das Unternehmen durch einen Design-Contest zum Mitmachen aufrief. Durch die Auswertung der verschiedenen Konzepte, erkannte Fiat die Kundenpräferenzen und konnte diese dementsprechend umsetzen.48

Das Prinzip hinter dem Crowdsourcing wird als Weisheit der Massen bzw. Schwarmintelligenz beschrieben. Durch die vielen unterschiedlichen Sichtweisen, Meinungen und Präferenzen innerhalb einer Crowd entstehen regelmäßig bessere Kollektiventscheidungen als durch die Bearbeitung einzelner Individuen.49

2.4 Crowdinvesting

Im Folgenden Kapitel werden die Unterschiede zwischen Crowdinvesting und anderen Crowd-Finanzierungsformen herausgearbeitet, um anschließend das Crowdinvesting auf die Kriterien der Assetdefinition zu untersuchen.

2.4.1 Unterschiede zu anderen Crowd-Finanzierungsformen

Auf Basis der erarbeiteten Grundlagen im Kapitel 2.2 ergeben sich somit mehrere fundamentale Unterschiede zwischen Crowdinvesting und anderen Crowd-Finanzierungsformen:

1. Die Crowdinvestoren handeln primär aufgrund finanzieller Motive. Das Ziel eines Anlegers hat, anders als beim Donation-Based Crowdfunding, keinen gemeinnützigen Hintergrund und dient auch nicht nur der Umsetzung eines einzelnen Projektes, wie beim Reward-Based Crowdfunding. Das Ziel ist immer der Erhalt einer Rendite.
2. Die Crowd möchte am Erfolg eines Unternehmens teilhaben. Ähnlich wie dem Unterschied zwischen einer Anleihe und einer Aktie, verhält es sich zwischen dem Lending-Based und dem Equity-Based Crowdfunding. Während die Investoren bei ersterem lediglich regelmäßige Zinszahlungen und ihr Ursprungsinvestment zurückerhalten möchten, hat ein Start-Up-Crowdinvestor höhere Return-Erwartungen. Er spekuliert vor allem auf eine hohe Auszahlungssumme durch einen erfolgreichen Exit.
3. Die Crowd verlangt kontinuierliche Berichte und Updates. Aufgrund der mittel- bis langfristigen Laufzeit eines Crowdinvestments, müssen sich die Start-Ups zu quartalsweisen Reportings und Abgabe eines Jahresabschlusses verpflichten. Die Investoren haben zwar kein Mitsprachrecht, können aber auf der Plattform mit den Gründern in Kontakt treten und Fragen stellen.50
4. Das durchschnittlich investierte Kapital ist wesentlich höher. Während beim Donation-Based Crowdfunding die Durchschnittsspende 60 Euro beträgt und der durchschnittliche Unterstützer auf Kickstarter.com knapp 246 US-Dollar in ein Projekt investiert, ist die Summe bei den Renditegetriebenen Crowdfunding-Formen um ein Vielfaches höher.

Allerdings befindet sich die Auslegung des Begriffs Crowdinvesting stetig im Wandel. Anfangs noch rein auf das Eigenkapitalbasierte Crowdfunding bezogen, legt die Crowd den Begriff in der Praxis weiter aus. Die im März 2018 durchgeführte Umfrage „Was zählt als Crowdinvest?“ der Webseite crowdinvest.de mit 177 Teilnehmern kam zu dem Ergebnis, dass fast 60 % der Befragten die Investition in Kreditprojekte ebenfalls als Crowdinvest betrachten.51 Diese neue Sichtweise ist in der bisher erschienenen Literatur noch nicht vertreten, weshalb Kreditprojekte vorerst weiterhin dem Lending-Based Crowdfunding zugeordnet, der Vollständigkeit halber aber trotzdem erwähnt werden.

2.4.2 Zutreffen der Assetkriterien auf Crowdinvesting

Crowdinvesting ist am ehesten mit dem Private Equity (außerbörsliches Eigenkapital) oder Venture Capital (Risikokapital) vergleichbar. Es handelt sich dabei um die zeitlich begrenzte Finanzierung eines nicht börsennotierten Unternehmens mit Eigenkapital. Im anglo-amerikanischen Sprachraum existiert dabei eine klare Trennung zwischen Venture-Capital und Private Equity. Abhängig von der Lebenszyklusphase des zu finanzierenden Unternehmens, spricht man bei Unternehmen in der Early Stage Phase vom Venture Capital, in der Expansion und Later Phase vom Private Equity.52 Bischoff und Witzel beschreiben dabei Venture Capital als eigene Assetklasse.53

Zur Überprüfung, ob Crowdinvesting ebenfalls als eigenständige Assetklasse bezeichnet werden kann, sollen die vier Kriterien von Greer herangezogen werden.

Die spezifischen institutionellen Charakteristika besitzen Crowdinvestings aufgrund Ihrer Handelbarkeit über die jeweilige Plattform. Bei der Investition in ein Unternehmen, erhält der Investor ein Beteiligungszertifikat über die Höhe seines Investments und die Anzahl seiner Anteile. Die spezifischen Risiko- und Ertragseigenschaften eines Crowdinvestments sind nur zum Venture Capital bzw. Private Equity gleich, da hier ebenso in Start-Ups bzw. nicht börsennotierte Wachstumsunternehmen investiert wird. Genauso verhält es sich mit der Korrelation zu anderen Assetklassen. Der positive Ertrag bei einer Langfristanlage ist bei Crowdinvestings äquivalent zum Venture Capital/Private Equity möglich.

Da Privatpersonen (abgesehen von Business Angels) jedoch keine Möglichkeit haben ohne Drittpartei in ein nicht börsennotiertes Unternehmen zu investieren und eben diese Investition die Kriterien einer Assetklasse von Greer erfüllt, muss die Alternativlösung über Crowdinvestings als eigenständige Assetklasse angesehen werden.

3 Crowdinvesting in der Praxis

Im Dritten Kapitel werden drei Kapitalsuchende Parteien des Crowdinvestings genauer vorgestellt. Die Start-Ups stellen als Teil des klassischen Crowdinvestings das Hauptaugenmerk dar. Danach werden die Wachstumsunternehmen und die Projektgesellschaften für die Immobilienfinanzierung erläutert. Anschließend folgt eine Auswahl der relevantesten Crowdinvesting-Plattformen.

3.1 Kapitalsuchende

3.1.1 Start-Ups

Neu gegründete Unternehmen benötigen stets Kapital. Sobald die ursprünglich eingesetzten Eigenmittel des Gründers ausgeschöpft sind und sich im Bekanntenkreis keine neuen Unterstützer mehr finden, muss sich jedes Start-Up auf die Suche nach neuen finanziellen Mitteln begeben. Dieser so genannte Early-Stage-Gap wird ca. 16 % der Start-Ups zum Verhängnis. Die Folge sind Liquiditätsprobleme und nicht selten das vorzeitige Ende des Unternehmens.54 Dabei wird die Priorität des Kapitalsuchenden vor allem darauf liegen, genügend Mittel zu erhalten um sein Vorhaben weiter umsetzen können, bei gleichzeitig möglichst geringer Abgabe von Unternehmensanteilen. Ein Gründer möchte vermutlich so wenig Mitsprache- und Kontrollrechte wie möglich an Investoren abgeben und den Verwaltungsaufwand minimal halten, um den maximalen Fokus auf die selbstbestimmte Weiterentwicklung des Start-Ups legen zu können. Dies kann jedoch konträr zu den Vorstellungen eines Business Angels oder einer Venture-Capital-Gesellschaft sein. Diese haben zum einem eine renditegetriebene Motivation und machen bei höherem Unternehmensanteilen mehr Gewinn. Des Weiteren wollen diese Kapitalgeber aufgrund ihrer Expertise und rationaleren Einschätzungen höchstwahrscheinlich ein umfassendes Mitspracherecht.55

Öffentliche Fördermittel existieren zwar ebenfalls als eine frühe Form der finanziellen Unterstützung, werden allerdings aufgrund der Spezialisierung der Verwendungszwecke nur teilweise genutzt.56

[...]


1 Vgl. Funke, C. et al., Anlegerpräferenzen, 2010, S. 7 ff.

2 Vgl. European Bank for Financial Services, Vermögensanlage, 2014, S. 9 f.

3 Vgl. Jesch, T. A., Private-Equity-Beteiligungen, 2004, S. 15 ff.

4 Vgl. Beck, R., Crowdinvesting, 2017, S. 15.

5 Vgl. Hornuf L., Klöhn L., Ursprung, 2012, S. 240.

6 Vgl. Beck, R., Crowdinvesting, 2017, S. 16.

7 Vgl. https: //de.statista.com/statistik/daten/studie/631202/umfrage/volumen-erfolgreich-finanzierter-crowdinvesting-projekte-crowdinvesting-in-deutschland/, Zugriff am 30.04.2018.

8 Vgl. Kaiser, H. Vöcking, T., Asset, 2002, S. 31.

9 Vgl. Söhnholz D. et al., Asset-Allocation, 2010, S. 102 f.

10 Vgl. Greer, R. J., Asset-Class, 1997, S. 86 ff.

11 Vgl. https://de.statista.com/statistik/daten/studie/200193/umfrage/entwicklung-der-rendite-zehnjaehriger-staatsanleihen-in-deutschland/, Zugriff am 04.05.2018.

12 Vgl. https://www.boersen-zeitung.de/index.php?li=312&subm=laender, Zugriff am 04.05.2018.

13 Vgl. https://www.dai.de/files/dai_usercontent/dokumente/renditedreieck/2015-12-31%20DAX-Rendite-Dreieck%2050%20Jahre%20Web.pdf, Zugriff am 04.05.2018.

14 Vgl. Kaiser, H. Vöcking, T., Asset, 2002, S. 18 f.

15 Vgl. Brüntje, D., Gajda, O., Crowdfunding-Europe, 2016, S. 9.

16 Vgl. Schramm, D. M., Carstens, J., Crowdfunding, 2014, S. 1.

17 Vgl. https://www.kickstarter.com/about, Zugriff am 30.04.2018.

18 Vgl. Schramm, D. M., Carstens, J., Crowdfunding, 2014, S. 5.

19 Vgl. Mausbach, C., Simmert, D. M., Crowdfunding2, 2014, S. 298 ff.

20 Vgl. Sixt, E., Schwarmökonomie, 2014, S. 56 ff.

21 Vgl. Hemer, J. et al., Innovationsfinanzierung, 2011, S. 23 ff.

22 Vgl. Harzer, A., Erfolgsfaktoren, 2013, S. 52 f.

23 Vgl. Hemer, J. et al., Innovationsfinanzierung, 2011, S. 24 f.

24 Vgl. Sixt, E., Schwarmökonomie, 2014, S. 117.

25 Vgl. https://www.kickstarter.com/projects/getpebble/pebble-time-awesome-smartwatch-no-compromises, Zugriff am 02.05.2018.

26 Vgl. https://www.kickstarter.com/about, Zugriff am 03.05.2018.

27 Vgl. Sixt, E., Schwarmökonomie, 2014, S. 101 f.

28 Vgl. Sixt, E., Schwarmökonomie, 2014, S. 104.

29 Vgl. Schramm, D. M., Carstens, J., Crowdfunding, 2014, S. 7.

30 Vgl. Sixt, E., Schwarmökonomie, 2014, S. 108.

31 Vgl. Schmiedgen, P., Innovationsmotor, 2014, S. 130.

32 Vgl. Lindmayer, P., Dietz, H.-U., Geldanlage, 2017, S. 180.

33 Vgl. Sixt, E., Schwarmökonomie, 2014, S. 148 f.

34 Vgl. https://www.auxmoney.com/infos/statistiken, Zuriff am 04.05.2018.

35 Vgl. Sixt, E., Schwarmökonomie, 2014, S. 151 f.

36 Vgl. Beck, R., Crowdinvesting, 2017, S. 38 ff.

37 Vgl. Hainz, C. et al, Kleinanlegerschutzgesetz, 2017, S. 31.

38 Vgl. Sixt, E., Schwarmökonomie, 2014, S. 135.

39 Vgl. Sixt, E., Schwarmökonomie, 2014, S. 133.

40 Vgl. Bußalb, J.-P., Nachrangdarlehen, 2015, S. 19 ff.

41 Vgl. Kortleben, H., Vollmar, B. H., Gründungsfinanzierung, 2012, S. 6 ff.

42 Vgl. Lindmayer, P., Dietz, H.-U., Geldanlage, 2017, S. 183.

43 Vgl. https://www.seedmatch.de/system/files/campaign/seedmatch-in-zahlen-q4-2015.pdf, Zugriff am 28.05.2018.

44 Vgl. Sixt, E., Schwarmökonomie, 2014, S. 96 f.

45 Vgl. Hoßfeld, T., Crowdsourcing, 2012, S. 204 f.

46 Vgl. Leimeister, M., Crowdsourcing3, 2012, S. 391.

47 Vgl. Kleemann, F. et al., Crowdsourcing2, 2009, S. 14 f.

48 Vgl. http://www.sueddeutsche.de/auto/der-neue-fiat-ein-volk-tobt-sich-aus-1.909162, Zugriff am 02.05.2018.

49 Vgl. Leimeister, M., Crowdsourcing3, 2012, S. 388.

50 Vgl. Sixt, E., Schwarmökonomie, 2014, S. 137.

51 Vgl. https://www.crowdinvest.de/sites/default/files/dateien/grundlagen_der_datenerhebung_v1_-_crowdinvest_de.pdf, Zugriff am 27.05.2018.

52 Vgl. Achleitner, A., Venture-Capital, 2001, S. 514.

53 Vgl. Kaiser, H. Vöcking, T., Asset, 2002, S. 305 ff.

54 Vgl. Brüntje, D., Gajda, O., Crowdfunding-Europe, 2016, S. 71.

55 Vgl. Beck, R., Crowdinvesting, 2017, S. 83 f.

56 Vgl. https://www.deutsche-startups.de/2014/07/11/foerdermittel-fuer-startups/, Zugriff am 04.05.2018.

Ende der Leseprobe aus 73 Seiten

Details

Titel
Crowdinvesting als Anlageform für Privatinvestoren. Lohnt sich ein Crowdinvestment für private Kapitalgeber?
Autor
Jahr
2019
Seiten
73
Katalognummer
V477590
ISBN (eBook)
9783960956983
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Investition, Geldanlage, Crowdfunding, Crowdsourcing, Unternehmensbewertung
Arbeit zitieren
Dominik Radwan (Autor), 2019, Crowdinvesting als Anlageform für Privatinvestoren. Lohnt sich ein Crowdinvestment für private Kapitalgeber?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/477590

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