Für Unternehmen stellt sich immer häufiger die Frage, welche
Dienstleistungen sie selbsterbringen und welche fremdbeziehen sollen (vgl. Witt 2003, S.171).
Bis etwa Mitte der achtziger Jahre wurde das Prinzip der vertikal integrierten Unternehmung praktiziert. Danach fand ein Umdenkprozess statt; von nun an konzentrierten sich die Unternehmen mehr auf die Kernfunktionen und begannen mit dem outsourcing (vgl. Barth 2003, S.31), der „Nutzung externer Ressourcen“ (Barth 2003, S.6). Hierbei war die IT-Technologie von großer Bedeutung, die eine leistungsfähige und kostengünstige Kommunikation zwischen Unternehmen möglich machte (vgl. Barth 2003, S. 32).
Durch ein Controlling der Leistungstiefe kann herausgefunden werden,
welche Leistungen ein Unternehmen selbsterbringen und welche es
fremdbeziehen soll. Unterschieden wird zwischen dem totalen Outsourcing und dem partiellen Outsourcing. Beim totalen Outsourcing wird ein volles Leistungspaket von außen bezogen. Meist wird gleichzeitig die Organisationseinheit, die für die Erbringung dieser Leistungen im Unternehmen verantwortlich war, wegrationalisiert. Das partielle Outsourcing wird überwiegend bei Routineprozessen angewandt. Ausschlaggebend ist hierbei, dass sowohl die Kosten als auch die Komplexität verringert werden (vgl. Witt 2003, S. 171). Durch eine zunehmende Variantenvielfalt in vielen Unternehmensprogrammen und gleichzeitiger Verminderung der Fertigungstiefe kommt es zu komplizierten Supply Chains (vgl. Bachmaier 2004, S.34). Wichtig ist, dass hier das Qualitätsmanagement eingreift, insbesondere in den Bereichen Vertragsgestaltung, Vertragskontrolle und Vertragsanpassung.
Inhaltsverzeichnis
1. Relevanz von fremdbezogenen Dienstleistungen für Unternehmen
2. Vertragsgestaltung
2.1. Der Rahmenvertrag
2.2. Die Leistungsbeschreibung
2.3. Regelung der Leistungsdurchführung
3. Vertragskontrolle
3.1. Aufgaben und Ziele der Vertragskontrolle
3.2. Aufgabe der Vertragskontrolle bei Kaufverträgen
3.3. Aufgabe der Vertragskontrolle bei Mietverträgen
3.4. Aufgabe der Vertragskontrolle bei Werkverträgen
3.5. Aufgabe der Vertragskontrolle bei System- / Projektverträgen
4. Vertragsanpassung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die strategische Bedeutung der Auslagerung von Dienstleistungen und beleuchtet die kritischen Phasen des Vertragsmanagements, um eine effiziente Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und externen Dienstleistern sicherzustellen.
- Grundlagen des Outsourcings und der Fremdbezug von Leistungen
- Strukturierung von Rahmenverträgen und Leistungsbeschreibungen
- Methoden und Ziele der laufenden Vertragskontrolle
- Differenzierung der Kontrolle nach verschiedenen Vertragstypen
- Strategien zur Vertragsanpassung und zum Change Management
Auszug aus dem Buch
3.1. Aufgaben und Ziele der Vertragskontrolle
Die Aufgabe der Vertragskontrolle ist, zu kontrollieren, ob die Haupt- und Nebenpflichten, die im Vertrag vereinbart wurden, auch von beiden Vertragspartnern eingehalten werden. Die Aufgabe der Vertragskontrolle besteht aus Sicht des Unternehmens zudem darin, zu überprüfen, ob die erbrachten Vertragsleistungen mit den Zielsetzungen (eventuell auch den aktualisierten Zielsetzungen) des Unternehmens übereinstimmen (vgl. HMD 241 2005, S.98). Die Ziele der Vertragskontrolle stammen daher, dass fremdbezogene Dienstleistungen von einem Unternehmen genutzt werden. Sie sind wichtig für die inhaltlichen, terminlichen, organisatorischen und finanziellen Abmachungen der Vertragspartner. Im folgenden die Ziele der Vertragskontrolle aus Sicht des Leistungsempfängers; die meisten Ziele gelten jedoch gespiegelt auch für den Dienstleister (vgl. HMD 241 2005, S.98).
Die Vertragskontrolle ist für alle vertraglich geregelten Dienstleistungen, die das Unternehmen von einem Dienstleister beansprucht, zuständig. Die einzige Ausnahme stellen die Arbeitsverträge der eigenen Mitarbeiter dar (vgl. HMD 241 2005, S.98).
Beginn der Aufgaben der Vertragskontrolle ist mit Abschluss eines Vertrages zwischen dem Unternehmen und dem Dienstleister. Schon vor Abschluss des Vertrages muss jedoch feststehen, welche Instrumente der Vertragskontrolle zustehen, um nach Vertragsschluss überhaupt effektiv arbeiten zu können. Zudem ist wichtig, auch vorher schon zu festzustellen, ob die durch den Vertrag gegebene Soll-Situation auch den Anforderungen und Wünschen des Unternehmens entspricht. Dies geschieht, damit Fehler schon im Vorfeld erkannt und eliminiert werden können, anstatt sie im Nachhinein durch Prüfungen, die sehr teuer sein können, zu erkennen und beseitigen zu müssen. Somit ist wichtig, dass die Vertragskontrolle schon vor Vertragsabschluß miteinbezogen wird und fester Bestandteil des gesamten Vertragsmanagements ist (vgl. HMD 241 2005, S.99).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Relevanz von fremdbezogenen Dienstleistungen für Unternehmen: Dieses Kapitel erläutert den historischen Wandel von vertikal integrierten Unternehmen hin zum Outsourcing und diskutiert die strategische Entscheidung zwischen Eigenleistung und Fremdbezug.
2. Vertragsgestaltung: Hier werden die Komponenten eines Vertragswerks, wie Rahmenvereinbarungen und Leistungsbeschreibungen, sowie deren Bedeutung für Rechtssicherheit und Prozessklarheit beschrieben.
3. Vertragskontrolle: Dieses Kapitel definiert die Ziele der Überwachung vertraglicher Verpflichtungen und differenziert die Anforderungen für verschiedene Vertragstypen wie Kauf-, Miet- und Werkverträge.
4. Vertragsanpassung: Das letzte Kapitel behandelt die Notwendigkeit von Nachverhandlungen bei geänderten Rahmenbedingungen und führt das Konzept des Change Managements für den Umgang mit Änderungswünschen ein.
Schlüsselwörter
Outsourcing, Vertragsgestaltung, Vertragskontrolle, Leistungsbeschreibung, Rahmenvertrag, Werkvertrag, Dienstvertrag, Kaufvertrag, Change Management, Vertragsreview, Supply Chain, Leistungstiefe, Qualitätsmanagement, Rechtsgrundlage, Kostenkontrolle
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der professionellen Steuerung von externen Dienstleistungen, beginnend bei der vertraglichen Ausgestaltung bis hin zur laufenden Kontrolle und notwendigen Anpassungen während der Vertragslaufzeit.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen das Outsourcing-Management, die Erstellung rechtssicherer Verträge, Methoden zur Qualitäts- und Terminkontrolle sowie das Management von Leistungsänderungen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Unternehmen durch systematisches Vertragsmanagement und kontinuierliche Vertragskontrolle die Effizienz und Qualität fremdbezogener Dienstleistungen sicherstellen können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine literaturbasierte Seminararbeit, die auf Fachliteratur und Wirtschaftsinformatik-Publikationen zurückgreift, um die Prozesse der Vertragssteuerung theoretisch herzuleiten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Bereiche der Vertragsgestaltung (Rahmen- und Einzelverträge), die detaillierte Vertragskontrolle für diverse Vertragstypen und die Mechanismen der Vertragsanpassung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Outsourcing, Vertragsmanagement, Change Request, Leistungsbeschreibung und Vertragskontrolle charakterisiert.
Warum ist eine frühzeitige Einbindung der Vertragskontrolle entscheidend?
Eine frühe Einbindung ermöglicht es, Prüfmechanismen bereits vor Vertragsabschluss festzulegen, um Fehler im Vorfeld zu vermeiden, anstatt hohe Kosten durch nachträgliche Korrekturen zu verursachen.
Wie unterscheidet sich die Kontrolle bei Kauf- und Werkverträgen?
Während bei Kaufverträgen oft ein einmaliger Leistungsaustausch und die Mängelfreiheit der Ware im Fokus stehen, sind Werkverträge meist langfristig angelegt, was eine ständige Überwachung auf sich ändernde Anforderungen erfordert.
Was versteht man unter einem "Change Request"?
Ein "Change Request" ist der schriftlich festgehaltene Wunsch zur Änderung von vertraglich vereinbarten Leistungen, dessen strukturierte Behandlung im Rahmen des Change Managements erfolgt.
- Quote paper
- Anja Müller (Author), 2005, Vertragsgestaltung, -kontrolle und -anpassung für fremdbezogene Dienstleistungen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/47808