Standortwahl aufgrund gesamtwirtschaftlicher Steuer- und Abgabenquoten


Seminararbeit, 2004

23 Seiten, Note: 2,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1. Problemstellung

2. Einordnung der Methode in die Systematik von Steuerbelastungsvergleichen
2. 1. Maßgrößen der Unternehmenssteuerbelastung
2. 2. Methoden zur Messung der Unternehmensbelastung

3. Methode der Steuerbelastungsvergleiche mittels Volkswirtschaftlicher Gesamtrechnung
3. 1. Grundsätzliches der VGR
3. 2. Ermittlung des Einkommens aus Unternehmertätigkeit und Vermögen

4. Bewertung
4. 1. Fehlerquellen und Kritik
4. 2. Beurteilung

Anlagenverzeichnis

Anlagen 1 und 2

Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Ableitung der Unternehmensgewinne in VGR und Bilanzstatistik

Abbildung 2: VGR und Bilanzstatistik im Vergleich (alle Unternehmen)

Abbildung 3: Ertragssteuern und Dividenden der deutschen Kapitalgesellschaften 1995-2002, bezogen auf den Ökonomischen Unternehmensgewinn laut Volkswirtschaftlicher Gesamtrechnung

Anlagenverzeichnis

Anlage 1 – Lohnsteuer und Sozialabgaben, bezogen auf die Lohnkosten – Deutschland 1965 – 2003.

Anlage 2 – Steuern auf Unternehmens – und Vermögenseinkommen, bezogen auf das Einkommen – Deutschland 1965 – 2003

Anlage 1[1]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Anlage 2[2]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Problemstellung

Will ein Investor eine neue Unternehmung gründen oder macht er sich Gedanken über eine Zweigstelle seiner bisherigen Firma, so wird dieser versuchen, anhand geeigneten Daten­materials eine Antwort auf die Frage zu finden, inwieweit seine Entscheidungen Einfluß auf die Besteuerung jener Unternehmung oder Zweigstelle haben. Er steht also vor dem Problem der Standortwahl. Doch niemand wird sich nur wegen niedriger Steuerquoten an einem Standort engagieren[3]. Es ist zwar nahezu jede unternehmerische Entscheidung von der Besteuerung betroffen, doch neben der Infrastruktur, dem Lohn- und Ausbildungsni­veau, der Arbeitsproduktivität, der Intensität und Qualität staatlicher Regulierungen usw. ist es nur ein Faktor, der die internationale Wettbewerbsfähigkeit eines Unternehmens be­stimmt. Bei diesen außersteuerlichen Faktoren schneidet Deutschland im Vergleich sogar durchaus positiv ab[4].

Bei dem Problem der Standortwahl auf Tarifsteuersätze zurückzugreifen ist zwar die ein­fachste Variante, der eingangs gestellten Frage nachzugehen, gibt aber, wie wir weiter un­ten sehen werden, nur erste Anhaltspunkte über die Belastung, die effektiv von der Unter­nehmung zu zahlen ist[5].

Ziel dieser Arbeit wird es sein, eine der vielfältigen Methoden zur Messung der Unterneh­menssteuerbelastung, genauer: die Messung anhand von gesamtwirtschaftlichen Steuer­quoten, darzustellen und zu beurteilen. Auf die damit einhergehende Abgabenquote wird hier nur kurz im letzten Kapitel eingegangen. Nach der Einordnung in die Systematik von Steuer­belastungsvergleichen (2. Kapitel), wird die Methode mittels VGR zunächst einmal vorge­stellt (3. Kapitel), bevor auf sie und ihre Fehlerquellen näher eingegangen (4. Kapitel) und diese einer kritischen Beurteilung unterzogen wird.

2. Einordnung der Methode in die Systematik von Steuerbelastungsvergleichen

2. 1. Maßgrößen der Unternehmenssteuerbelastung

In der Wissenschaftlichen Diskussion unterscheidet man häufig zwischen der rechtlichen oder nominalen Steuerbelastung und der wirtschaftlichen oder effektiven Steuerbelastung. Erstere beschäftigt sich regelmäßig mit Steuertarifsystemen und lässt die Zusammenset­zung der Bemessungsgrundlage außen vor[6]. Indem sämtliche tarifliche Steuersätze der einzel­nen Steuerarten zusammen gefasst werden, erhält man im Ergebnis meist nur einen kombinierten Steuersatz, der jedoch wenig darüber aussagt, inwieweit der Gewinn eines Unternehmens tatsächlich belastet ist. Die effektive steuerliche Unternehmensbelastung wird dabei „regel­mäßig und zum Teil erheblich überschätzt[7].“ Grund hierfür ist, dass jede Mög­lichkeit, steuer­liche Vergünstigungen oder Subventionstatbestände mit ins Kalkül auf­zu­nehmen, außer Acht gelassen wird.

Wird hingegen die Bemessungsgrundlage und somit auch Tatbestände, die diese nach oben, bzw. unten verschieben können, mit einbezogen, so spricht man von der wirtschaftlichen, auch effektiven Steuerbelastung[8]. Fischer weist in einem Aufsatz noch darauf hin, dass die administrative Steuerbelastung in ihrer Bedeutung nahezu gleichrangig neben die rechtliche und wirtschaftliche Steuerbelastung treten sollte, räumt aber im gleichen Atemzug ein, welch „äußerst schwieriges Unterfangen“ dies darstellt[9].

Im Folgenden liegt der Fokus der Betrachtung allerdings nur bei der Effektivbelastung der Gewinne, wobei sich wiederum eine effektive Durchschnittssteuerbelastung (diese gibt Auskunft über die Verteilungswirkungen eines Steuersystems[10] ) und eine effektive Grenzsteu­erbelastung unterscheiden lassen (sie informiert über Anreiz- und Entschei­dungswirkungen der Besteuerung[11] ). Wichtig für Standortentscheidungen sind allerdings nur Grenzsteuerbelastungen, wie bereits 1988/89 der Sachverständigenrat zur Begutach­tung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung in ihrem Jahresgutachten sehr zutreffend zum Ausdruck bringen konnte: „...Es ist die marginale Besteuerung- und nicht etwa die durch­schnittliche Steuerbelastung-, die für die Entscheidungen der Unternehmen über dem Um­fang der rentablen Investition und Produktion relevant ist[12].“

2. 2. Methoden zur Messung der Unternehmensbelastung

Im Wesentlichen lassen sich zwei grundsätzliche Methoden zur Messung der Steuerbela­stung von Unternehmen unterscheiden. Je nach Blickrichtung greift man dabei auf vergan­genheits- oder zukunftsorientierte Konzepte zurück[13]. Ersteres bedient sich bspw. Unterneh­mens- oder gesamtwirtschaftlichen Daten[14]. Derartig ermittelte Quoten setzen Steuerzahlungen, die den Gewinn vor Steuern unmittelbar (Einkommen-, Körperschafts­steuer) oder mittelbar (Gewerbesteuer) als Bemessungsgrundlage haben, ins Verhältnis zu eben diesem[15]. Im Ergebnis der gesamtwirtschaftlichen Betrachtung erhält man Durchschnitts­steuerbelastungen[16], die allerdings hinsichtlich ihrer Aussagekraft sehr allge­mein gehalten sind. Im Einzelfall können sich erhebliche Abweichungen ergeben und für die Standortwahl sind allein Grenzsteuersätze von Bedeutung.

Zukunftsorientierte Konzepte mögen dieses Manko weitgehend beseitigen können. Sie sind zur Wahl eines neuen Standortes besser geeignet, da hier u. a. effektive Grenzsteuer­sätze ermittelt werden. Basis bildet dabei oft ein Modellunternehmen, was wie eine ein­zelne Investition behandelt wird, deren Rendite nach Steuern es zu maximieren gilt. Für die Steuerlastquote werden hier sämtliche, durch die Investition bedingte, Änderungen von Steuerzahlungen zur jeweiligen „Zielgröße des Handelns[17] “ ins Verhältnis gesetzt.

Die Methode, die Steuerbelastung mittels VGR zu ermitteln, ist eine vergangenheitsorien­tierte. Mit ihr kann man folglich nur auf effektive Durchschnittswerte zurück greifen.

3. Methode der Steuerbelastungsvergleiche mittels Volkswirtschaftlicher Gesamtrechnung

3. 1. Grundsätzliches der VGR

Die VGR liefert unverzichtbare Informationen für sämtliche Bereiche der Wirtschafts-, der Regional- sowie der sektoralen Strukturpolitik und es bedienen sich politische und Tarif­parteien (Gewerkschaften, Arbeitgeberverbände) ihrer Ergebnisse[18]. Nicht zuletzt üben diese Ergebnisse auch einen Einfluss auf unternehmerisches Handeln aus, da sie über das vorherrschende Besteuerungsniveau Auskunft geben können.

Weiter ist die VGR nahezu mit dem betrieblichen Rechnungswesen eines Unternehmens vergleichbar; in beiden Rechenwerken wird über das wirtschaftliche Geschehen in doppel­ter Buchführung berichtet. Im Unterschied zum Unternehmen ist diese Möglichkeit bei der VGR nicht immer gegeben, da jene auf unterschiedlichste Statistiken zurück greift und somit gewisse Fehlerquellen nicht auszuschließen sind. Die Fehler können dabei aus allen Teilbereichen des Systems der VGR kommen, auf die im Folgenden eingegangen wird.

[...]


[1] Quelle: Jarass, Lorenz/ Obermair, Gustav M. (2004), S. 39.

[2] Quelle: Jarass, Lorenz/ Obermair, Gustav M. (2004), S. 43.

[3] Vgl . Spethmann, Dieter (1991), S. 14.

[4] Zu weiteren außersteuerlichen Faktoren s. a. Raupach, Arndt (2000), S. 344

[5] Siehe Abschnitt 2. 1.

[6] Vgl. Fischer, Lutz (1995), S. 28.

[7] Vgl. Schratzenstaller, Margit. (2003), S. 370.

[8] Vgl . Schneider, Dieter (1992), S. 181.

[9] Vgl. Fischer, Lutz (1995), S. 32.

[10] Vgl. Winner, Hannes (2001), S. 483f.

[11] Vgl. Winner, Hannes (2001), S. 483.

[12] Vgl. Fuest, Winfried/ Kroker, Rolf (1989), S. 262 und dort Fn.7.

[13] Vgl. Spengel/Lammerson (2001), S. 224.

[14] Vgl. Gutekunst, Gerd/ Hermann, Rico A. und Lammerson, Lothar (2003), S. 126.

[15] Vgl. Schneider, Dieter (1988), S. 284f.

[16] Vgl. Schneider, Dieter (1990), S. 534.

[17] Vgl. Schneider, Dieter (1988), S. 284.

[18] Vgl . Ahrns, Hans- Jürgen (1997), S. 5

Ende der Leseprobe aus 23 Seiten

Details

Titel
Standortwahl aufgrund gesamtwirtschaftlicher Steuer- und Abgabenquoten
Hochschule
Technische Universität Chemnitz
Note
2,3
Autor
Jahr
2004
Seiten
23
Katalognummer
V47970
ISBN (eBook)
9783638447942
Dateigröße
736 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Standortwahl, Steuer-, Abgabenquoten
Arbeit zitieren
Dipl.-Kfm. Alexander Hesse (Autor), 2004, Standortwahl aufgrund gesamtwirtschaftlicher Steuer- und Abgabenquoten, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/47970

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