Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Pedagogy - Orthopaedagogy and Special Education

Pflegekinder. Zwischen Herkunfts- und Pflegefamilie

Title: Pflegekinder. Zwischen Herkunfts- und Pflegefamilie

Term Paper , 2004 , 27 Pages , Grade: sehr gut

Autor:in: Josephine Herold (Author)

Pedagogy - Orthopaedagogy and Special Education
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Vollzeitpflege als eine Form der Hilfe zur Erziehung soll Kindern eine gesunde Entwicklung in familiären Strukturen ermöglichen. Dabei birgt gerade die besondere Konstellation Herkunftsfamilie - Kind - Pflegefamilie Konfliktpotential in sich.

Diese Publikation beleuchtet die rechtlichen und organisatorischen Aspekte der Vollzeitpflege und stellt die sozialisatorischen Besonderheiten des Aufwachsens von Pflegekindern dar. Besondere Aufmerksamkeit erfahren dabei die Beziehung des Kindes zu beiden Familien und der Integrationsprozess in die Pflegefamilie. Zudem werden die konträren Ansätze "Ersatzfamilie" und "Ergänzungsfamilie" diskutiert.

Josephine Herold, M.A. Erziehungswissenschaft und Soziologie, ist als freie Dozentin und Autorin tätig.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Vollzeitpflege als Hilfe zur Erziehung

2.1 Rechtliche Grundlagen

2.2 Organisation

2.3 Problemfelder und Lösungsmöglichkeiten

3 Besonderheiten im Sozialisationsprozeß

3.1 Sozialisation in der Herkunftsfamilie

3.2 Integration in die Pflegefamilie

3.3 Das Kind zwischen Herkunfts- und Pflegefamilie

4 Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die spezifischen Herausforderungen und sozialisatorischen Besonderheiten von Kindern, die in Pflegefamilien aufwachsen. Im Fokus steht dabei die komplexe Konstellation des Aufwachsens zwischen der Herkunfts- und der Pflegefamilie sowie die rechtlichen und organisatorischen Rahmenbedingungen der Vollzeitpflege.

  • Rechtliche und organisatorische Grundlagen der Vollzeitpflege als Hilfe zur Erziehung
  • Sozialisationserfahrungen in der Herkunftsfamilie (Vernachlässigung, Mißhandlung, sexueller Mißbrauch)
  • Prozesse und Phasen der Integration in die Pflegefamilie
  • Das Spannungsfeld zwischen den Konzepten "Ersatzfamilie" und "Ergänzungsfamilie"
  • Rolle des Jugendamtes in Beratung, Betreuung und Hilfeplanung

Auszug aus dem Buch

3.2 Integration in die Pflegefamilie

Welche Aufgabe soll also die Pflegefamilie leisten? Als Ziel steht, die negativen herkunftsfamilialen Erfahrungen des Kindes in der Pflegefamilie "durch das Erleben zuverlässiger und kontinuierlicher Beziehungen" auszugleichen und aufzuarbeiten (Janssen 1993, S. 60).

Kommt es zu einer Trennung von Kind und Herkunftsfamilie, ist diese zunächst für das Kind sicherheits- und identitätsbedrohend, da trotz negativen Erlebens "die Herkunftsfamilie die Basis für die Identität und das Selbstwertgefühl des Kindes" ist (Kötter 1997, S. 46f.) - so negativ ausgeprägt die Erfahrungen auch sein mögen.

Daß das Kind die Trennung als Trauma erlebt, wird "leicht unterschätzt", da häufig kein direkter Ausdruck von Trauer durch das Kind erfolgt (Kötter 1997, S. 47). Aufgrund der nach der Trennung bestehenden Orientierungslosigkeit, ambivalenten Gefühlen zu der Herkunftsfamilie wie "Minderwertigkeit, Idealisierung, Schuldgefühlen und Feindseligkeit" und "Angst vor dem Unbekannten" hält sich das Kind zunächst an seiner bisherigen Identität fest (Kötter 1997, S. 48).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung umreißt die statistische Relevanz der Vollzeitpflege und legt den Fokus auf die rechtlichen, organisatorischen sowie sozialisatorischen Fragestellungen des Aufwachsens von Pflegekindern.

2 Vollzeitpflege als Hilfe zur Erziehung: Dieses Kapitel erläutert die gesetzlichen Rahmenbedingungen des SGB VIII, die unterschiedlichen Formen der Pflegestellen und die administrativen Abläufe der Hilfeplanung sowie die Zusammenarbeit der beteiligten Parteien.

3 Besonderheiten im Sozialisationsprozeß: Der Abschnitt analysiert die belasteten Vorerfahrungen in der Herkunftsfamilie und deren Auswirkungen auf die psychische Entwicklung des Kindes sowie den komplexen Prozess der Integration in die neue Familienstruktur.

4 Zusammenfassung: Die Zusammenfassung resümiert die zentrale Problematik der Zugehörigkeit zu zwei Familien und betont die Notwendigkeit einer flexiblen, am Kindeswohl orientierten Hilfeleistung unter Berücksichtigung systemischer Zusammenhänge.

Schlüsselwörter

Vollzeitpflege, Hilfe zur Erziehung, Pflegefamilie, Herkunftsfamilie, Sozialisation, Kindeswohl, Hilfeplanung, Jugendamt, Integration, Ersatzfamilie, Ergänzungsfamilie, Sorgerecht, Bindung, Trauma, Beziehungsdreieck

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit thematisiert die rechtlichen, organisatorischen und sozialpsychologischen Besonderheiten des Aufwachsens von Kindern in Pflegefamilien.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der rechtlichen Einordnung der Vollzeitpflege, der Auswirkung von belastenden Herkunftserfahrungen und der Integration des Kindes in eine neue Familienbeziehung.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, die Herausforderungen für das Kind in der "doppelten Elternschaft" aufzuzeigen und die konträren theoretischen Ansätze der Ersatz- und Ergänzungsfamilie zu diskutieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung, die Fachliteratur, gesetzliche Grundlagen (SGB VIII, BGB) und systemische Konzepte analysiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt die rechtlichen Grundlagen, die Rolle des Jugendamtes, die Auswirkungen von Vernachlässigung und Mißhandlung sowie die Integrationsphasen von Pflegekindern.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Vollzeitpflege, Kindeswohl, Sozialisation, Ersatzfamilie, Ergänzungsfamilie und Hilfeplanung.

Wie unterscheidet sich die Integration von vernachlässigten und mißhandelten Kindern?

Vernachlässigte Kinder zeigen oft ein gestörtes Nähe-Distanz-Verhalten und haben Schwierigkeiten, Verläßlichkeit zu erkennen, während mißhandelte Kinder anfänglich eine "problemlose" Integration zeigen können, der jedoch eine Phase der psychischen Auseinandersetzung folgt.

Warum ist das "Beziehungsdreieck" für die Praxis so problematisch?

Das Spannungsfeld zwischen Herkunftsfamilie, Pflegefamilie und Pflegekind erzeugt Loyalitätskonflikte und rechtliche Widersprüche, da das Jugendamt gleichzeitig als Berater und Kontrollinstanz fungiert.

Welche Rolle spielt die "Ersatzfamilie" im Gegensatz zur "Ergänzungsfamilie"?

Die Ersatzfamilie fordert eine klare Abgrenzung zur Herkunftsfamilie zugunsten stabiler neuer Bindungen, während die Ergänzungsfamilie den Lebenszusammenhang des Kindes stärken will, um Schaden durch Beziehungsabbrüche zu vermeiden.

Excerpt out of 27 pages  - scroll top

Details

Title
Pflegekinder. Zwischen Herkunfts- und Pflegefamilie
College
University of Hagen
Grade
sehr gut
Author
Josephine Herold (Author)
Publication Year
2004
Pages
27
Catalog Number
V48781
ISBN (eBook)
9783638453790
ISBN (Book)
9783638659956
Language
German
Tags
Zwischen Herkunfts- Pflegefamilie Besonderheiten Aufwachsens Pflegekindern
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Josephine Herold (Author), 2004, Pflegekinder. Zwischen Herkunfts- und Pflegefamilie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/48781
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  27  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint