Diese Arbeit untersucht, ob nachhaltige öffentliche Beschaffung durch die Bundesregierung gefördert werden sollte und stellt dabei Probleme, Hemmnisse aber auch Chancen von nachhaltiger öffentlicher Beschaffung dar.
Nachhaltigkeit fördern, Umdenken fordern. Dies sind Ziele, die sich auch die deutsche Bundesregierung für die kommenden Jahre gesetzt hat. Nachhaltigkeit als grundlegendes Ziel für eine bessere Zukunft. Ein nobles Ziel und gleichzeitig notwendiger und dringender als je zuvor. Davon betroffen ist auch der Sektor der öffentlichen Beschaffung, der Einkauf durch den deutschen Staat selbst. Jährlich werden hier rund 300 Milliarden Euro ausgegeben, eine Marktmacht, die durch nachhaltige öffentliche Beschaffung zu einer Veränderung der gesamten Wirtschaft beitragen kann.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2. Definitionen
2.1 Öffentliche Beschaffung
2.2 Nachhaltigkeit
2.3 Nachhaltige öffentliche Beschaffungen
3. Rahmenbedingungen öffentlicher Beschaffung
4. Vergabevorschriften öffentlicher Aufträge
5. Probleme öffentlicher Beschaffung
5.1 Datenbasis
5.2 Rechtslage
5.3 Wahrnehmung
6. Gründe für Nachhaltigkeit in der öffentlichen Beschaffung
6.1 Nachhaltigkeitsstrategien
6.1.1 Development Goals
6.1.2 Umsetzung nationaler Nachhaltigkeitsstrategien durch öffentliche Beschaffung
6.1.3 Lösungsansatz
7. Nachhaltige öffentliche Beschaffung in der Diskussion
8. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle der öffentlichen Beschaffung als Instrument zur Förderung einer nachhaltigen Wirtschaft. Im Zentrum steht die Forschungsfrage, ob und wie eine nachhaltige öffentliche Beschaffung durch die Bundesregierung gefördert werden sollte, wobei bestehende Hemmnisse und potenzielle Lösungsansätze analysiert werden.
- Grundlagen der öffentlichen Beschaffung und Nachhaltigkeit
- Rechtliche Rahmenbedingungen und Vergabevorschriften
- Identifikation von Problemen und Hemmnissen (Datenlage, Rechtslage, Wahrnehmung)
- Integration der Sustainable Development Goals (SDGs)
- Diskussion über potenzielle Lösungsansätze und Zielkonflikte
Auszug aus dem Buch
5.2 Rechtslage
Es wurde bereits erläutert, dass die Entscheidungsmacht für Vergabegesetzte und Rechtsverordnungen bei den einzelnen Bundesländern liegt, wodurch die Vergabeverfahren nicht einheitlich und flächendeckend für Deutschland geregelt sind. Daraus ergeben sich folgerichtig länderspezifische Unterschiede in den verbindlichen Mindeststandards für öffentliche Aufträge. Auf kommunaler Ebene können die Anforderungen ebenfalls stark schwanken. Viele Unternehmen bieten ihre Dienstleistungen und Produkte allerdings nicht nur an ein einzelnes Bundesland oder gar eine spezielle Kommune an, sondern bundesweit. Folglich ergibt sich für Unternehmen ein undurchschaubarer Flickenteppich an Anforderungen, der sich von einem Auftrag zum nächsten ändern kann. Dies erschwert nicht nur das Wirtschaften für Unternehmen, sondern stiftet auch Verwirrung und erschwert den Unternehmen eine klare Zielsetzung in ihrer Strategie. Nachhaltige Maßnahmen, wie Anforderungen an Umweltschutz und soziale Faktoren, welche in der Unternehmensentwicklung umzusetzen sind, verursachen extreme Kosten. Kosten die sich auf den Preis des Produktes auswirken können.
Vornehmlich Unternehmen, deren Haupteinnahmequellen öffentliche Auftraggeber sind, benötigen daher die Sicherheit, dass ihre Produkte und Dienstleistungen nach der Umstellung zu dem neuen fairen, aber höheren Preis eingekauft werden. Gleichzeitig stellen öffentliche Auftraggeber jedoch nicht dieselben Anforderungen. Fallen verschiedene Anforderungen der Nachhaltigkeit weg, können Unternehmen, die ihre Produktion nicht zu diesen Kriterien umgestellt haben, einen preislichen Vorteil verzeichnen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik ein und verdeutlicht die Marktmacht des Staates sowie die Notwendigkeit, ökologische und soziale Verantwortung durch nachhaltige öffentliche Beschaffung zu übernehmen.
2. Definitionen: Hier werden die zentralen Fachbegriffe wie öffentliche Beschaffung, Nachhaltigkeit und nachhaltige öffentliche Beschaffung definiert, um eine theoretische Grundlage für die Arbeit zu schaffen.
3. Rahmenbedingungen öffentlicher Beschaffung: Dieses Kapitel beleuchtet das hohe Auftragsvolumen des Staates und die daraus resultierende Vorbildfunktion für die inländische Wirtschaft.
4. Vergabevorschriften öffentlicher Aufträge: Der Autor erläutert die rechtlichen Grundlagen und die Anforderungen an öffentliche Ausschreibungen, einschließlich sozialer Kriterien und Umweltschutz.
5. Probleme öffentlicher Beschaffung: Dieses Kapitel analysiert die Herausforderungen wie die lückenhafte Datenbasis, die uneinheitliche Rechtslage in den Bundesländern und die Wahrnehmung der Entscheider.
6. Gründe für Nachhaltigkeit in der öffentlichen Beschaffung: Hier wird der Bezug zu den internationalen Nachhaltigkeitsstrategien wie der Agenda 2030 hergestellt und die Notwendigkeit aktiver staatlicher Förderung diskutiert.
7. Nachhaltige öffentliche Beschaffung in der Diskussion: Dieser Abschnitt erörtert die Zwickmühle zwischen dem Gebot der Wirtschaftlichkeit/Sparsamkeit und dem Wunsch nach nachhaltigen Beschaffungskriterien.
8. Fazit: Das Fazit bestätigt die Notwendigkeit staatlicher Förderung nachhaltiger Beschaffung, um langfristig gesellschaftliche Ziele zu sichern und Verantwortung für kommende Generationen zu übernehmen.
Schlüsselwörter
Öffentliche Beschaffung, Nachhaltigkeit, Nachhaltige Entwicklung, Agenda 2030, Vergaberecht, Marktmacht, Soziale Kriterien, Umweltschutz, Bundesregierung, Wirtschaftlichkeit, Diskriminierungsverbot, Vergabeverfahren, Mittelstand, Lieferketten, Unternehmensethik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Schnittstelle zwischen der staatlichen Beschaffung und der ökologischen sowie sozialen Nachhaltigkeit, insbesondere im Kontext der deutschen Bundesregierung.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentrale Themen sind die rechtlichen Rahmenbedingungen der Vergabe, die Implementierung der Sustainable Development Goals sowie die wirtschaftlichen und sozialen Hemmnisse bei der Einführung nachhaltiger Kriterien.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die Hemmnisse und Chancen einer nachhaltigen öffentlichen Beschaffung aufzuzeigen und zu erörtern, inwiefern der Staat hier als aktiver Treiber für eine nachhaltigere Wirtschaft fungieren sollte.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse von Fachliteratur, Berichten, gesetzlichen Vorgaben (wie dem GWB oder TVgG) sowie der Auswertung von Studien zu Beschaffungsprozessen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Rahmenbedingungen, der spezifischen Probleme der aktuellen Daten- und Rechtslage sowie eine ausführliche Diskussion über Lösungsansätze und Zielkonflikte.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind öffentliche Beschaffung, Nachhaltigkeit, Vergaberecht, Marktmacht des Staates und die Sustainable Development Goals (SDGs).
Warum stellt die aktuelle Rechtslage eine Herausforderung dar?
Die unterschiedliche Ausgestaltung der Vergabegesetze durch die Bundesländer führt zu einem unübersichtlichen "Flickenteppich" an Anforderungen, was die Zielsetzung und Planung für Unternehmen, die bundesweit agieren, massiv erschwert.
Was ist die Kernbotschaft des Lösungsansatzes zur Verfahrensumkehr?
Der Vorschlag zur Umkehr des Vergabeverfahrens sieht vor, den Zuschlag nicht primär dem günstigsten Anbieter, sondern dem Unternehmen mit den meisten nachgewiesenen nachhaltigen Kriterien zu erteilen.
Inwiefern beeinflusst das Gebot der Sparsamkeit die Nachhaltigkeitsbemühungen?
Das deutsche Preisgesetz verlangt den Vorrang für das "wirtschaftlich günstigste Angebot", was oft dazu führt, dass nachhaltige Produkte aufgrund höherer initialer Kosten im Vergabeverfahren benachteiligt werden.
- Quote paper
- Jacqueline Lepper (Author), 2018, Probleme und Chancen der Förderung nachhaltiger öffentlicher Beschaffung durch die Bundesregierung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/488785