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Das Lernfeldkonzept und seine Umsetzung in den Prüfungen der neu geordneten Elektroberufe

Title: Das Lernfeldkonzept und seine Umsetzung in den Prüfungen der neu geordneten Elektroberufe

Seminar Paper , 2004 , 27 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Karsten Bettray (Author)

Pedagogy - Job Education, Further Education
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Die traditionelle Idee der dualen Berufsausbildung, d.h. die Verknüpfung der Vermittlung von Fachwissen in der Schule und Fachpraxis im Ausbildungsbetrieb, entspricht immer weniger dem heutigen Verständnis vom Lernen und Lehren.1 Gegen das duale Modell sprechen organisatorische und didaktische Überlegungen. Ein neuer bildungspolitischer Ansatz soll das alte System reformieren. Lernfelder bzw. das Lernfeldkonzept markieren eine zur Zeit in Deutschland sehr stark diskutierte curriculare und organisatorische Reform der Berufsschule. In diesem Ansatz sollen die Idee des fächerübergreifenden Unterrichts, der Handlungsorientierung, der inneren Schulreform und weitere Faktoren miteinander kombiniert werden. Das aus der Kultusministerkonferenz hervorgegangene Lernfeldkonzept ist aber keineswegs ein neues Reformwunder und durchaus umstritten. Die Stimmen der Kritiker weisen auf eine Reihe von Unstimmigkeiten hin, z.B. die unklare Begrifflichkeit, den fehlenden Theorie-Praxis-Transfer.2 Die aktuelle Diskussion zeigt somit auch die Kehrseite des Lernfeldkonzeptes auf. Ob es sich bei dem neuen bildungspolitischen Reformansatz um einen Irrweg oder eine Chance für den zukünftigen Unterricht an berufsbildenden Schulen handelt, soll Gegenstand dieser Arbeit sein. Es stellt sich daher die Frage: Welche Chancen bietet der neue bildungspolitische Reformansatz für den Unterricht an berufsbildenden Schulen und welche Schwierigkeiten können mit der Einführung des neuen Lernfeldkonzeptes auftreten?

Zunächst wird in einem historischen Überblick die Entwicklung vom Berufsbildungsgesetz 1969 bis zum heutigen Lernfeldkonzept aufgezeigt. Im Anschluss werden die Zusammenhänge zwischen Handlungsfeldern und Lernfeldern sowie die Transformation der Lernfelder in Lernsituationen näher erläutert. Ein weiterer Punkt ist die Implementation des Lernfeldansatzes. In diesem Zusammenhang werden der Handlungs- und Entwicklungsbedarf auf der Makroebene, Mesoebene und Mikroebene dargestellt. Anschließend werden die Vorläufer des Lernfeldkonzepts behandelt. Diesbezüglich erfolgt ein Vergleich der Frankfurter Methode und der experimentellen Werkkunde mit dem Lernfeldkonzept. Am Ende werden die fünf zentralen Problemfelder bei der Implementation erörtert, bevor ein Fazit gezogen wird.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 EINFÜHRUNG

2 DIE NEU GEORDNETEN ELEKTROBERUFE

2.1 LERNFELDER UND HANDLUNGSORIENTIERUNG

2.2 BERUFLICHE HANDLUNGSKOMPETENZEN

2.3 ENTWICKLUNG VON UNTERRICHT IN LERNFELDERN

3 DIE NEUEN STRUKTUREN

3.1 GEMEINSAME KERNQUALIFIKATIONEN

3.2 BERUFSSPEZIFISCHE FACHQUALIFIKATIONEN

4 DIE NEUEN PRÜFUNGEN

4.1 TEIL 1 DER ABSCHLUSSPRÜFUNG

4.2 TEIL 2 DER ABSCHLUSSPRÜFUNG

5 VERGLEICH DER PRÜFUNGSKONZEPTE UND IHR BEZUG ZUR LERNFELDORIENTIERUNG

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Umsetzung des Lernfeldkonzepts in den neu geordneten industriellen Elektroberufen und analysiert, inwieweit diese didaktische Ausrichtung in den neuen, gestreckten Abschlussprüfungen Berücksichtigung findet. Die zentrale Forschungsfrage befasst sich dabei mit der Kohärenz zwischen der handlungsorientierten Unterrichtsgestaltung an Berufsschulen und der Struktur der neuen Prüfungsanforderungen.

  • Struktur der neu geordneten industriellen Elektroberufe
  • Grundlagen des Lernfeldkonzepts und der Handlungsorientierung
  • Definition beruflicher Handlungskompetenzen
  • Struktur und Ablauf der gestreckten Abschlussprüfung
  • Bewertung der Prüfungsgestaltung im Hinblick auf Lernfeldorientierung

Auszug aus dem Buch

2.2 Berufliche Handlungskompetenzen

Berufliche Handlungsfähigkeit, bzw. Handlungskompetenz so zeigen Ergebnisse der Problemlöse- und Transferforschung, ergibt sich keinesfalls automatisch aus erworbenem Fachwissen. Vielmehr ist gerade die Anwendung von Wissen im Rahmen praktischer Problemstellungen selbst eine komplexe Fähigkeit, die entsprechender Ausbildung und unterrichtlicher Konzepte bedarf. Die Entscheidung der KMK, eine Umstellung der Lehrpläne auf Lernfelder durchzuführen, soll genau dieser Verknüpfung von Wissen mit tatsächlichen Handlungen entgegen kommen. (berufliche) Handlungskompetenzen werden von der KMK wie folgt beschrieben und in ihrer Handreichung manifestiert:

„…Die aufgeführten Ziele sind auf die Entwicklung von Handlungskompetenz gerichtet. Diese wird hier verstanden als die Bereitschaft und Fähigkeit des einzelnen, sich in beruflichen, gesellschaftlichen und privaten Situationen sachgerecht durchdacht sowie individuell und sozial verantwortlich zu verhalten. Handlungskompetenz entfaltet sich in den Dimensionen von Fachkompetenz, Personalkompetenz und Sozialkompetenz.

Fachkompetenz bezeichnet die Bereitschaft und Fähigkeit, auf der Grundlage fachlichen Wissens und Könnens Aufgaben und Probleme zielorientiert, sachgerecht, methodengeleitet und selbständig zu lösen und das Ergebnis zu beurteilen.

Personalkompetenz bezeichnet die Bereitschaft und Fähigkeit, als individuelle Persönlichkeit die Entwicklungschancen, Anforderungen und Einschränkungen in Familie, Beruf und öffentlichem Leben zu klären, zu durchdenken und zu beurteilen, eigene Begabungen zu entfalten sowie Lebenspläne zu fassen und fortzuentwickeln. Sie umfasst personale Eigenschaften wie Selbständigkeit, Kritikfähigkeit, Selbstvertrauen, Zuverlässigkeit, Verantwortungs- und Pflichtbewusstsein. Zu ihr gehören insbesondere auch die Entwicklung durchdachter Wertvorstellungen und die selbstbestimmte Bindung an Werte.

Sozialkompetenz bezeichnet die Bereitschaft und Fähigkeit, soziale Beziehungen zu leben und zu gestalten, Zuwendungen und Spannungen zu erfassen, zu verstehen sowie sich mit anderen rational und verantwortungsbewusst auseinanderzusetzen und zu verständigen. Hierzu gehört insbesondere auch die Entwicklung sozialer Verantwortung und Solidarität.

Eine ausgewogene Fach-, Personal-, Sozialkompetenz ist die Voraussetzung für Methoden- und Lernkompetenz.“

Zusammenfassung der Kapitel

1 EINFÜHRUNG: Der Einleitungsteil stellt die neuen Elektroberufe vor und erläutert den Aufbau der Arbeit, die sich auf IHK-Unterlagen und Beschlüsse des PAL-Hauptausschusses stützt.

2 DIE NEU GEORDNETEN ELEKTROBERUFE: Dieses Kapitel erläutert das Lernfeldkonzept, die Definition beruflicher Handlungskompetenzen sowie die Notwendigkeit flexibler Lehrpläne angesichts technischer Innovationen.

3 DIE NEUEN STRUKTUREN: Der Abschnitt behandelt die einheitlichen Kernqualifikationen und die zunehmende Spezialisierung in den sieben neu geordneten Elektroberufen.

4 DIE NEUEN PRÜFUNGEN: Hier wird der Wechsel von der bisherigen Zwischen- und Abschlussprüfung zur gestreckten Abschlussprüfung sowie die detaillierte Struktur der Prüfungsteile 1 und 2 beschrieben.

5 VERGLEICH DER PRÜFUNGSKONZEPTE UND IHR BEZUG ZUR LERNFELDORIENTIERUNG: Das Fazit bewertet, inwieweit die neuen Prüfungsverfahren die handlungsorientierten Lerninhalte der Berufsschulen widerspiegeln.

Schlüsselwörter

Lernfeldkonzept, Elektroberufe, Handlungsorientierung, Abschlussprüfung, Handlungskompetenz, Kernqualifikationen, Berufsbildung, Fachqualifikationen, Prüfungsstruktur, Lernsituationen, Berufsschule, KMK, Ausbildungsordnung, Facharbeiterbrief, berufliche Qualifizierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das Lernfeldkonzept in den neu geordneten Elektroberufen und wie dieses Konzept in den aktuellen Prüfungsverfahren der IHK umgesetzt wird.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Zu den Kernbereichen zählen die berufliche Handlungskompetenz, die Neustrukturierung der Ausbildungsberufe und die Einführung der gestreckten Abschlussprüfung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist eine erste Bewertung darüber, ob die handlungsorientierte Vermittlung der Inhalte in Berufsschulen in den neuen Abschlussprüfungen adäquat berücksichtigt wird.

Welche wissenschaftliche Methode wurde gewählt?

Die Arbeit nutzt eine theoretische Aufarbeitung auf Basis von KMK-Handreichungen, IHK-Infobroschüren und offiziellen Protokollen des PAL-Hauptausschusses.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der neuen Berufsstrukturen sowie eine detaillierte Gegenüberstellung der Prüfungsbereiche von Teil 1 und Teil 2 der Abschlussprüfung.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Wichtige Schlagworte sind Lernfeldorientierung, gestreckte Abschlussprüfung, Kernqualifikationen und berufliche Handlungskompetenz.

Worin besteht der wesentliche Unterschied zwischen Teil 1 und Teil 2 der Abschlussprüfung?

Teil 1 findet nach 18 Monaten statt und ersetzt die bisherige Zwischenprüfung, während Teil 2 am Ende der Ausbildung die prozessbezogenen Kompetenzen durch Arbeitsaufträge oder praktische Aufgaben abprüft.

Wie gehen die Prüflinge bei Teil 2 der Abschlussprüfung vor?

Sie haben die Wahl zwischen einem betrieblichen Auftrag aus ihrem Ausbildungsbetrieb oder einer zentral gestellten praktischen Aufgabe der PAL.

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Details

Title
Das Lernfeldkonzept und seine Umsetzung in den Prüfungen der neu geordneten Elektroberufe
College
University of Duisburg-Essen
Course
Computergestützte Lehr-/Lernsysteme in der beruflichen Aus- und Weiterbildung
Grade
2,0
Author
Karsten Bettray (Author)
Publication Year
2004
Pages
27
Catalog Number
V48892
ISBN (eBook)
9783638454711
ISBN (Book)
9783638764186
Language
German
Tags
Lernfeldkonzept Umsetzung Prüfungen Elektroberufe Computergestützte Lehr-/Lernsysteme Aus- Weiterbildung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Karsten Bettray (Author), 2004, Das Lernfeldkonzept und seine Umsetzung in den Prüfungen der neu geordneten Elektroberufe, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/48892
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