Mit der vorliegenden Arbeit sollen zunächst die Ursachen für den mehr als 800-jährigen Konflikt dargestellt werden, um dann zu untersuchen, ob die Einheit Irlands unter den gegebenen Voraussetzungen (noch) ein erstrebenswertes Ziel in der Konfliktlösung ist. Der Prozess, durch den Nordirland überwiegend protestantisch wurde, hatte verschiedene Bezeichnungen zu verschiedenen Zeiten: Invasion, Eroberung, Ansiedlung, Auswanderung. Seit der Teilung Irlands 1920 ging man inner- und außerhalb der Insel von der zentralen und allseits akzeptierten Annahme aus, dass die Wiedervereinigung von Nord und Süd dem Wunsch einer großen Mehrheit der Iren entspräche. Zu klären seien lediglich die Details ihrer Ausgestaltung. Sollte es eine föderale oder zentralistische Einheit mit dem irischen Freistaat sein oder doch lieber eine ausgehandelte Unabhängigkeit für Nordirland?
Die Diskussionen um den nordirischen Status zeigen vor allem eines: die Politik, die zu einer irischen Einheit führen könnte, ist komplex, multi-dimensional und variabel. Die zwei großen Fragen, die Irland seit dem 17. Jahrhundert beschäftigen, sind noch heute präsent – die interne Frage der Beziehungen zwischen Katholiken und Protestanten und die externe Frage der Beziehungen zwischen Irland und Großbritannien. Weder die katholische Minderheit im Norden noch die irische Gemeinschaft im allgemeinen akzeptierte die Teilung als gerecht oder endgültig. Die Dubliner Regierungen haben seit 1925 fortgesetzt gefordert, dass die Grenze abgeschafft und das ganze Irland unter ihre Kontrolle gebracht werden soll. Diese Forderungen hielten die Hoffnungen der nordirischen Nationalisten lebendig und wurden von ihnen unterstützt.
Inhaltsverzeichnis
- Einführung
- 1 Grundlagen des Nordirlandkonfliktes
- 1.1 Historischer Kern des Nordirland-Konfliktes im 12.-17. Jahrhundert
- 2 Irischer Kampf um das Selbstbestimmungsrecht
- 2.1 Selbstbestimmungsrecht
- 2.2 Nationalistische Lager
- 2.2.1 Irisch-katholischer Nationalismus
- 2.2.2 Protestantischer Nationalismus
- 2.3 Der Weg zur Teilung Irlands
- 2.3.1 Act of Union 1800
- 2.3.2 Home-Rule-Bewegung
- 2.3.3 Osteraufstand
- 2.3.4 Gouvernment of Ireland Act
- 3 Von den „Troubles“ zum „Peace Process“
- 3.1 Troubles
- 3.2 Die Entwicklung des Friedensprozesses
- 3.2.1 Karfreitag-Abkommen
- 3.2.2 Umsetzung des Abkommens
- 3.2.3 Aktuelle Ereignisse
- 3.2.4 Tendenzen
- Ergebnis
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Arbeit befasst sich mit dem Nordirlandkonflikt und untersucht, ob die Einheit Irlands unter den gegebenen Bedingungen noch ein erstrebenswertes Ziel ist. Sie beleuchtet die historischen Wurzeln des Konflikts, die Entwicklung des irischen Kampfes um das Selbstbestimmungsrecht und den Übergang von den „Troubles“ zum „Peace Process“.
- Historische Ursachen und Entwicklungen des Nordirlandkonflikts
- Die Rolle des Selbstbestimmungsrechts im irischen Kampf
- Die verschiedenen nationalistischen Lager und ihre Ziele
- Der Prozess der Teilung Irlands und die Entstehung von Nordirland
- Der Übergang von den „Troubles“ zum „Peace Process“ und die aktuellen Entwicklungen
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einführung beleuchtet die historische Entwicklung des Nordirlandkonflikts und stellt die zentrale Frage nach der Einheit Irlands in den Kontext. Kapitel 1 analysiert die Wurzeln des Konflikts, beginnend mit der englischen Invasion im 12. Jahrhundert und der daraus resultierenden, jahrhundertelangen Besetzung Irlands. Kapitel 1.1 beleuchtet den historischen Kern des Konfliktes, der bereits im 12.-17. Jahrhundert mit der englischen Herrschaft und den daraus resultierenden Konflikten zwischen Katholiken und Protestanten begann.
Schlüsselwörter
Nordirlandkonflikt, Selbstbestimmungsrecht, Irischer Nationalismus, Protestantischer Nationalismus, „Troubles“, „Peace Process“, Teilung Irlands, Einheit Irlands, Karfreitag-Abkommen, historische Wurzeln, Konfessionelle Spaltung, Konfliktlösung.
Häufig gestellte Fragen
Was sind die historischen Ursachen des Nordirlandkonflikts?
Die Ursachen liegen in einer über 800-jährigen Geschichte von Invasionen, Eroberungen und Ansiedlungen, insbesondere dem Prozess, durch den Nordirland im 17. Jahrhundert überwiegend protestantisch wurde.
Ist die Einheit Irlands heute noch ein erstrebenswertes Ziel?
Die Arbeit untersucht diese Frage kritisch unter Berücksichtigung der komplexen politischen, multidimensionalen und variablen Bedingungen der heutigen Zeit.
Welche zwei großen Fragen beschäftigen Irland seit dem 17. Jahrhundert?
Es handelt sich um die interne Frage der Beziehungen zwischen Katholiken und Protestanten sowie die externe Frage der Beziehungen zwischen Irland und Großbritannien.
Welche Rolle spielt das Karfreitag-Abkommen in der Arbeit?
Das Karfreitag-Abkommen wird als zentraler Bestandteil des Friedensprozesses ("Peace Process") analysiert, einschließlich seiner Umsetzung und aktueller Tendenzen.
Was unterscheidet den irisch-katholischen vom protestantischen Nationalismus?
Die Arbeit beleuchtet die unterschiedlichen Ziele und Perspektiven dieser beiden Lager im Kampf um das Selbstbestimmungsrecht und den Status Nordirlands.
Wie wird die Teilung Irlands im Text historisch eingeordnet?
Die Teilung von 1920 wird im Kontext des Government of Ireland Act und der darauffolgenden Weigerung der katholischen Minderheit, diese als gerecht oder endgültig zu akzeptieren, betrachtet.
- Quote paper
- Anke Datemasch-Pankratz (Author), 2007, Nordirland. Ist die Einheit Irlands (noch) ein erstrebenswertes Ziel?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/489013