In dieser Arbeit werden die Auswirkungen einer vollständigen Bargeldabschaffung in Bezug auf die Reduzierung der Schattenwirtschaft und auf die Geld- und Zinspolitik untersucht. Durch einen bargeldlosen Zahlungsverkehr würde sich die Schattenwirtschaft schätzungsweise reduzieren und eine expansivere Geldpolitik könnte durch negative Zinsen ermöglich werden. Allerdings wäre die Abschaffung des Bargelds gegen den Willen der Bevölkerung und somit sollten sich Politiker und Ökonomen auf andere Lösungsansätze konzentrieren.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Literaturüberblick
3. Kriminalität und Schattenwirtschaft
3.1. Zahlen und Definitionen
3.2. Analyse
3.3. Schlussfolgerung und Zusammenfassung
4. Realisierung eines Negativzinses
4.1. Theorie
4.2. Analyse/ Diskussion
4.3. Zusammenfassung und Ausblick
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Auswirkungen einer vollständigen Bargeldabschaffung auf die Reduzierung der Schattenwirtschaft sowie deren Implikationen für die Geld- und Zinspolitik der Zentralbanken.
- Analyse der Korrelation zwischen Bargeldnutzung, Kriminalität und Schattenwirtschaft.
- Evaluation von Bargeld als bevorzugtes Zahlungsmittel und dessen Bedeutung für die Privatsphäre.
- Diskussion der Wirksamkeit von Negativzinsen als geldpolitisches Instrument bei Bargeldverzicht.
- Betrachtung internationaler Lösungsansätze und der Rolle von Währungsräumen.
- Herausarbeitung der gesellschaftlichen und ökonomischen Widerstände in Deutschland.
Auszug aus dem Buch
3. Kriminalität und Schattenwirtschaft
Der offizielle Grund zur Abschaffung des 500€ Scheins ist die Erschwerung illegaler Aktivitäten (vgl. Europäische Zentralbank, 2016). Seitens der Bargeld-Gegner ist das Erschweren von Steuerhinterziehung, Kriminalität und Geldwäsche ein häufig genanntes Argument in der Debatte um das Geld. Gegner sind allerdings nicht davon überzeugt, dass durch die Abschaffung von Bargeld die Kriminalität zurückgeht.
3.1. Zahlen und Definitionen
Das folgende Diagramm stellt einen Überblick über das Ausmaß der Schattenwirtschaft in ausgewählten Ländern dar. In diesem Diagramm umfasst der Begriff Schattenwirtschaft sowohl legale als auch illegale Aktivitäten, was Schwarzarbeit und kriminelle Aktivitäten wie zum Beispiel Drogenhandel gleichermaßen einschließt (vgl. Schneider & Boockmann, 2016, p. 6).
Die Autoren messen die Schattenwirtschaft im Verhältnis zum offiziellen BIP und kommen zu dem Ergebnis, dass die Schattenwirtschaft in Deutschland seit 2003 stetig gesunken ist (vgl. Schneider & Boockmann, 2016, p. 21). Im Jahr 2003 maß die Schattenwirtschaft relativ zum BIP 16,7%, als Absolutwert 370 Milliarden Euro. 2016 lag der Wert bei 10,8%, also 336 Milliarden Euro.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einführung erläutert die aktuelle Debatte um Bargeldbeschränkungen und definiert die Forschungsfrage bezüglich der Auswirkungen auf Schattenwirtschaft und Geldpolitik.
2. Literaturüberblick: Dieses Kapitel fasst die konträren Positionen von Wissenschaftlern und Institutionen zur Bargeldabschaffung zusammen, von Befürwortern wie Kenneth Rogoff bis hin zu Kritikern wie der Deutschen Bundesbank.
3. Kriminalität und Schattenwirtschaft: Es wird analysiert, inwieweit Bargeldnutzung mit kriminellen Aktivitäten korreliert und ob eine Abschaffung empirisch einen signifikanten Rückgang der Schattenwirtschaft bewirken würde.
4. Realisierung eines Negativzinses: Hier wird diskutiert, wie ein Negativzins als geldpolitisches Instrument zur Konjunkturförderung eingesetzt werden könnte und welche technischen sowie psychologischen Hindernisse hierbei bestehen.
5. Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Bewertung der Ergebnisse, in der eine Bargeldabschaffung aufgrund des Bürgerwillens und geringer empirischer Evidenz für den Kampf gegen Kriminalität als nicht zweckmäßig eingestuft wird.
Schlüsselwörter
Bargeldabschaffung, Schattenwirtschaft, Kriminalität, Geldpolitik, Negativzins, Europäische Zentralbank, Steuerhinterziehung, BIP, EZB, bargeldloser Zahlungsverkehr, Zinspolitik, Deutschland, Bargeldbeschränkung, Transparenz, Geldwäsche.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die ökonomischen und gesellschaftlichen Folgen einer vollständigen Abschaffung von Bargeld, insbesondere im Kontext von Kriminalitätsbekämpfung und geldpolitischen Steuerungsmöglichkeiten.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die Schattenwirtschaft, das Ausmaß krimineller Aktivitäten, die Zinspolitik der Zentralbanken sowie der Einfluss von Bargeld auf die Privatsphäre der Bürger.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die Beantwortung der Forschungsfrage, ob eine vollständige Bargeldabschaffung tatsächlich positive Auswirkungen auf die Reduzierung von Kriminalität und Schattenwirtschaft hat.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es handelt sich um eine Literaturanalyse und eine politisch-analytische Diskussion, die durch statistische Daten und Diagramme zur Schattenwirtschaft ergänzt wird.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst der Forschungsstand und die empirischen Zusammenhänge zwischen Bargeld und Schattenwirtschaft diskutiert, gefolgt von einer Untersuchung zur Realisierung von Negativzinsen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Bargeldabschaffung, Schattenwirtschaft, Kriminalität, Negativzins, Geldpolitik und Europäische Zentralbank.
Wie schätzt die Arbeit den Erfolg einer Bargeldabschaffung in Bezug auf Kriminalität ein?
Die Arbeit stellt fest, dass eine Abschaffung die Schattenwirtschaft nach vorliegenden Modellen zwar um maximal 20 % und die Kriminalitätsrate um etwa 10 % senken könnte, der tatsächliche Nutzen jedoch umstritten bleibt.
Warum ist eine Bargeldabschaffung in Deutschland laut Arbeit problematisch?
In Deutschland ist Bargeld das am meisten geschätzte Zahlungsmittel; eine Abschaffung würde gegen den Willen der Bevölkerung verstoßen und tief in die Privatsphäre der Bürger eingreifen.
Welche Alternative schlägt die Arbeit zum Negativzins bei schwacher Konjunktur vor?
Die Arbeit deutet an, dass statt drastischer geldpolitischer Maßnahmen wie einer Bargeldabschaffung eher Steuersenkungen zur Stärkung des Konsums in Betracht gezogen werden sollten.
- Citation du texte
- Marie Walther (Auteur), 2017, Bargeldabschaffung. Auswirkungen auf Schattenwirtschaft und Geldpolitik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/489130