Diese Arbeit beschäftigt sich mit Samuel Pufendorf, dem Begriff der Menschenwürde und der Auswirkung Pufendorfs auf diesen.
Viele Geisteswissenschaftler sagen Samuel Pufendorf sei der einzige deutsche politische Denker des 17. Jahrhunderts, dessen Ideen in einem hohen Masse historisch wirksam waren. Er kam am 8. Januar 1632 in Dorfchemnitz zur Welt. Als fünftes von insgesamt acht Kindern wuchs Samuel in einer bürgerlichen Theologenfamilie in der Gemeinde Flöha auf. Die Konsequenzen des Dreißigjährigen Krieges trugen dazu bei, dass die Familie Pufendorf gezwungen war nach Augustusburg zu flüchten. Im Jahre 1645 wurde Samuel auf eine angesehene Fürstenschule geschickt, wo er dank der finanziellen Unterstützung eines Adeligen eine Freistelle bekam. Dort wurde er mit streng-konservativen und lutherischorthodoxen Lehrmethoden konfrontiert. Samuel interessierte sich sehr für griechische und lateinische Autoren, zu denen unter anderem Julius Cäsar und Qiuntus Curtis Rufus gehörten. Auch andere Persönlichkeiten aus der Zeit der Antike weckten sein Interesse.
Inhaltsverzeichnis
1. Die Person von Samuel Pufendorf
2. Der Begriff der Menschenwürde
3. Die Auswirkung von Samuel Pufendorf auf die Menschenwürde
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den maßgeblichen Einfluss des Philosophen Samuel Pufendorf auf die historische Entwicklung und theoretische Fundierung des modernen Begriffs der Menschenwürde, eingebettet in seine Naturrechtslehre.
- Biografische Analyse des Lebens und Wirkens von Samuel Pufendorf
- Historische Entwicklung des Menschenwürdebegriffs von der Antike bis zur Moderne
- Pufendorfs Theorie des Naturrechts und die Rolle Gottes
- Differenzierung zwischen entia physica und entia moralia
- Bedeutung der Freiheit für das rationale Handeln und die Menschenwürde
Auszug aus dem Buch
Die Auswirkung von Samuel Pufendorf auf die Menschenwürde
Mit dem Aufstand der Protestanten gegen die katholische Herrschaft in den Jahren 1566-1572 kam es in Europa zu neuen Forderungen nach Freiheit. So entstand sowohl in England als auch in Deutschland eine vollkommen neue Art des Denkens - die rationalistische Naturrechtslehre und damit wurde für die Begriffsgeschichte der Menschenwürde ein neues Kapitel aufgeschlagen. In Deutschland spielte Samuel Pufendorf einen gewissen Einfluss auf die Entwicklung der Menschenwürdetheorie.
Um das Naturrechtssystem bei Pufendorf verstehen zu können, muss man ein bisschen mehr Zeit den so genannten konstanten Prinzipien des Rechts widmen. Was Pufendorf und seine Theorie betrifft, ist sein Naturrecht eng mit der Natur des Menschen verbunden. Für ihn ist Gott der Schöpfer aller Gestalten und somit die höchste Instanz. In seiner Theorie macht Pufendorf allen klar, dass die Menschen eine Verpflichtung gegenüber Gott haben. Er stellt auch fest, dass jeder Mensch auf den anderen angewiesen ist und dass man ohneeinander nicht imstande ist zu überleben. Ansonsten vertritt er dabei die Meinung, dass der Zusammenhalt der Menschen ihre Existenz komfortabler und erträglicher macht. Pufendorf nennt es „cultura vitae“ und stellt dabei fest, dass in einem fiktiven Naturzustand die Menschen alle voneinander in Angst, Gefahr und Chaos leben, weil sie nicht imstande sind ohne die Hilfe der anderen zu existieren.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Die Person von Samuel Pufendorf: Dieses Kapitel zeichnet den Lebensweg Pufendorfs nach, von seiner Kindheit in einer Theologenfamilie über sein Studium bis hin zu seiner Verhaftung, die den Anstoß für sein erstes schriftstellerisches Wirken gab.
2. Der Begriff der Menschenwürde: Hier wird die historische Entwicklung des Würdebegriffs von der Antike über das Mittelalter bis zur modernen Erklärung der Menschenrechte analysiert, wobei die Vielschichtigkeit des Begriffs herausgearbeitet wird.
3. Die Auswirkung von Samuel Pufendorf auf die Menschenwürde: Dieses Kapitel erläutert Pufendorfs spezifische Naturrechtslehre, seine Unterscheidung von Handlungen und Moral sowie die zentrale Bedeutung, die sein Menschenbild für das heutige Verständnis der Menschenrechte hat.
Schlüsselwörter
Samuel Pufendorf, Menschenwürde, Naturrecht, Naturzustand, Freiheit, entia moralia, Menschenrechte, Moralität, Vernunft, Gesellschaft, Rechtslehre, Gott, Gesetz, Pflicht, Aufklärung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der philosophischen und rechtsgeschichtlichen Bedeutung von Samuel Pufendorf für die Konzeption der Menschenwürde im Rahmen seiner Naturrechtslehre.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen die Biografie Pufendorfs, die historische Genealogie des Würdebegriffs und die theoretische Herleitung von Rechten aus der menschlichen Natur und Freiheit.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Pufendorfs Denken den Grundstein für die moderne, ethisch verpflichtende Sicht auf die Menschenwürde als subjektives Recht legte.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, bei der Pufendorfs Originalwerke sowie eine Auswahl bedeutender Sekundärliteratur zur Philosophiegeschichte und Rechtsphilosophie interpretiert werden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden Pufendorfs Naturrechtsmodell, die Rolle von Gott und Gesetz sowie seine spezifische Unterscheidung zwischen physischen und moralischen Entitäten erörtert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Menschenwürde, Naturrecht, Freiheit, Pufendorf und das Verhältnis von Moralität und Gesetz.
Welche Rolle spielen die "entia moralia" bei Pufendorf?
Sie dienen Pufendorf als Grundlage für menschliche freie Handlungen und die Ordnung des Zusammenlebens, die sich von den rein biologischen Gegebenheiten ("entia physica") unterscheiden.
Warum betont Pufendorf die Notwendigkeit von Gesetzen für die Moral?
Pufendorf vertritt die Auffassung, dass Moral erst durch die Existenz eines Gesetzes in die Welt tritt, da das bloße Naturdasein allein keine moralischen Normen hervorbringt.
Inwiefern beeinflusste Pufendorf heutige Verfassungen?
Seine Konzeption der Menschenwürde als Recht war ein Wegbereiter für die moderne Menschenrechtserklärung der UN und beeinflusste die Verfassungen zahlreicher europäischer Staaten.
Warum ist für Pufendorf die Natur des Menschen mit Freiheit verknüpft?
Er sieht die Freiheit nicht als physischen Zustand, sondern als Grundlage für ziel- und zweckorientiertes, rationales Handeln, das erst die volle Würde des Menschen ausmacht.
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- Monika Krotoszynska (Autor), 2018, Der Einfluss Pufendorfs auf den Begriff der Menschenwürde, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/489547