Inwieweit hat sich mit eventuellen Veränderungen der Aufgaben der Schule und der Beurteilungen der eigenen Schulzeit die Teilnahme an Weiterbildungsveranstaltungen verändert?
Mit dieser Arbeit sollen Veränderungen in den Aufgaben der Schule, der Beurteilung der eigenen Schulzeit durch die Probanden und der Teilnahme an Weiterbildungsveranstaltungen herausgestellt werden. Falls Veränderungen gefunden werden, sollen für diese mögliche Ursachen aufgeführt werden. Als Analysematerial werden hierbei die Oldenburger Leitstudie von 1979, die Freiburger Studie von 1999 und das Berichtssystem Weiterbildung IX verwendet.
Die Oldenburger Leitstudie mit über 4000 Befragten ist ein anerkanntes Werk in der Bildungsforschung. Die Freiburger Studie ist mit ihren 108 Tiefeninterviews ausschließlich mit Frauen natürlich ungleich schmaler angelegt, hat aber durch ihren Milieubezug und der größeren Aktualität eine mehr als akzeptable Aussagekraft. Aus dem Berichtssystem Weiterbildung IX soll vor allem Zahlenmaterial zur Auswertung verwendet werden. Beginnend mit den Aufgaben der Schule, also welche Erziehungsziele durch die Schule erreicht werden sollten, fortfahrend mit der Beurteilung der eigenen Schulzeit durch die Probanden und anschließend mit der Teilnahme an Weiterbildungsveranstaltungen sollen schlussendlich im Fazit die vorangegangenen Punkte verknüpft werden.
Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung
II. Aufgaben der Schule
II.a. Arten von Erziehungszielen
II.b. Aufgaben der Schule nach der Oldenburger Leitstudie
II.c. Aufgaben der Schule nach der Freiburger Studie
II.d. Veränderungen in den Aufgaben der Schule
III. Beurteilung der eigenen Schulzeit durch die Probanden
III.a Bedeutung der eigenen Schulzeit
III.b. Beurteilung der eigenen Schulzeit in der Oldenburger Leitstudie
III.c. Beurteilung der eigenen Schulzeit in der Freiburger Studie
III.d. Veränderungen in der Beurteilung der eigenen Schulzeit
IV. Teilnahme an Weiterbildungsveranstaltungen
IV.a. Wert der Weiterbildung
IV.b. Teilnahme an Weiterbildungsveranstaltungen 1979
IV.c. Teilnahme an Weiterbildungsveranstaltungen 2003
IV.d. Veränderungen in der Teilnahme an Weiterbildungsveranstaltungen
V. Fazit
VI. Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen der Wahrnehmung der Schulbildung, den Aufgaben der Schule und der späteren Teilnahme an Weiterbildungsangeboten über einen Zeitraum von rund 30 Jahren. Dabei wird der Frage nachgegangen, wie sich gesellschaftliche Veränderungen, wie das Auseinandergehen der sozialen Schere, auf Bildungsbiografien und die Motivation zur lebenslangen Weiterbildung auswirken.
- Veränderung von Erziehungszielen und schulischen Aufgaben
- Einfluss der sozialen Schicht auf die Bewertung der eigenen Schulzeit
- Analyse der Weiterbildungsbeteiligung 1979 im Vergleich zu 2003
- Entwicklung des "Schultraumas" und dessen langfristige Auswirkungen
- Bedeutung der beruflichen Qualifikation für die Weiterbildungsquote
Auszug aus dem Buch
II.a. Arten von Erziehungszielen
Mit oben genannter Fragestellung sollen Veränderungen in den Erziehungszielen, welche von der Schule erreicht werden sollten, gesucht werden. Im folgendem wird eine Unterscheidung nach auf Soziabilität gerichteten Zielen (vgl. Schulenberg, W. u.a. 1979, S. 81) und nach auf Steigerung der individuellen Kompetenzen gerichteten Zielen getroffen. Zu den auf Soziabilität gerichteten Zielen zählen in der Folge: Ordnung und Disziplin, gute Umgangsformen und Achtung vor den Mitmenschen, (vgl. Schulenberg, W. u.a. 1979, S. 79). Zu den auf Steigerung der individuellen Kompetenzen gerichteten Zielen zählen in der Folge: Vielseitiges Wissen, Kenntnisse für den Beruf, Eigene Urteilsfähigkeit, Persönliche Selbständigkeit und Sicheres Selbstbewusstsein (vgl. Schulenberg, W. u.a. 1979, S. 79). Die Unterscheidung nach diesen beiden Zielen erfolgte, speziell mit der Bezeichnung: „Soziabilität“ (vgl. Schulenberg, W. u.a. 1979, S. 81) originär nur in der Oldenburger Leitstudie, um aber einen Bezug zu anderen Quellen herstellen zu können, wird diese Unterscheidung in der Folge durchgängig angewandt.
Zusammenfassung der Kapitel
I. Einleitung: Die Einleitung umreißt die Zielsetzung der Arbeit, Veränderungen in der Bildungsbiografie und Weiterbildungsbeteiligung auf Basis dreier zentraler Studien zu analysieren.
II. Aufgaben der Schule: Es werden verschiedene Erziehungsziele definiert und der Wandel der schulischen Aufgaben anhand der Oldenburger Leitstudie und der Freiburger Studie gegenübergestellt.
III. Beurteilung der eigenen Schulzeit durch die Probanden: Dieses Kapitel thematisiert die subjektive Wahrnehmung der eigenen Schulzeit und analysiert das Phänomen des "Schultraumas" in Abhängigkeit von sozialen Milieus.
IV. Teilnahme an Weiterbildungsveranstaltungen: Hier werden quantitative Daten zur Weiterbildungsquote aus den Jahren 1979 und 2003 präsentiert und hinsichtlich demografischer sowie bildungsrelevanter Faktoren ausgewertet.
V. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und stellt den Zusammenhang zwischen schulischer Prägung, sozialer Herkunft und der Bereitschaft zu lebenslangem Lernen her.
VI. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärquellen der Untersuchung.
Schlüsselwörter
Weiterbildung, Erziehungsziele, Schulzeit, Oldenburger Leitstudie, Freiburger Studie, Soziabilität, Individuelle Kompetenzen, Schultrauma, Sozialer Aufstieg, Lebenslanges Lernen, Bildungsforschung, Berichtssystem Weiterbildung, Soziale Herkunft, Qualifikation, Berufliche Weiterbildung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Entwicklung von Erziehungszielen und der persönlichen Bewertung der Schulzeit sowie deren Einfluss auf die Teilnahme an Weiterbildungsveranstaltungen im zeitlichen Verlauf zwischen 1979 und 2003.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind der Wandel schulischer Aufgaben, die milieuspezifische Bewertung von Bildungserfahrungen und die quantitative Veränderung der Weiterbildungsbeteiligung in Deutschland.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, Zusammenhänge zwischen den Erfahrungen der eigenen Schulzeit, der sozialen Herkunft und dem späteren Weiterbildungsverhalten der Probanden aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer vergleichenden Sekundäranalyse, bei der Daten aus der Oldenburger Leitstudie (1979), der Freiburger Studie (1999) und dem Berichtssystem Weiterbildung IX ausgewertet wurden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Erziehungsziele, die Untersuchung der subjektiven Schulzeitbewertung und die statistische Auswertung der Teilnahmequoten an Weiterbildungsmaßnahmen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Weiterbildung, Soziabilität, Individuelle Kompetenzen, Schultrauma, soziale Schichten und lebenslanges Lernen sind die prägenden Begriffe.
Was versteht die Arbeit unter dem Begriff "Soziabilität"?
Soziabilität bezeichnet Ziele wie Ordnung, Disziplin, gute Umgangsformen und soziale Achtung, die laut der Oldenburger Leitstudie einen Gegenpol zu rein individuellen Leistungskompetenzen bilden.
Wie erklärt der Autor den Anstieg der Weiterbildungsquoten?
Der Autor sieht die Ursachen in den ökonomischen Erfordernissen der globalisierten Wirtschaft, die lebenslanges Lernen unabdingbar machen, sowie in der veränderten gesellschaftlichen Rolle der Frau.
Was ist mit dem "Schultrauma" gemeint?
Das Schultrauma beschreibt ein durch negative Schulerfahrungen und das Gefühl der Benachteiligung geprägtes Bild der eigenen Vergangenheit, das insbesondere in unteren sozialen Milieus auftritt.
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- Kilian Norden (Author), 2008, Die Bereitschaft zur Teilnahme an Weiterbildungsveranstaltungen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/489582