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Die EU-Verfassung - Der Weg zu einen neuen Rheinischen Kapitalismus und neuen Arbeitsplätze?

Title: Die EU-Verfassung - Der Weg zu einen neuen Rheinischen Kapitalismus und neuen Arbeitsplätze?

Term Paper (Advanced seminar) , 2005 , 19 Pages , Grade: 2,7

Autor:in: Markus Pietsch (Author)

Sociology - Work, Education, Organisation
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Die Schlagzeilen der deutschen Presselandschaft illustrieren ein eindeutiges Bild: Deutschland steckt in der Krise. Symbolisch steht der „Kranke Mann“ Deutschland für eine lahmende deutsche Dynamik, Massenarbeitslosigkeit, leere Staatskassen, kollektiven Pessimismus und institutionelle Instabilität. Die in den letzten Jahren eingeleiteten Reformen zeigen bisher kaum Wirkung. In anderen europäischen Ländern, wie Großbritannien, Dänemark oder den Niederlanden ist ein Beschäftigungszuwachs trotz globaler Konkurrenz möglich. Die sozialen Sicherungssysteme konnten ebenfalls erfolgreich saniert werden. Großbritannien und Deutschland können als gegensätzliche Wirtschafts- und Gesellschaftskonzeptionen als Verkörperung der sozialen bzw. der liberalen Marktwirtschaft gelten.
David Soskice und Peter Hall unterscheiden zwischen den zwei idealtypischen Marktökonomien „liberal market economy“ und der „coordinated market economy“. Im Folgenden werden diese beiden Idealtypen erläutert und auf ihre institutionellen Vorteile eingegangen. Im Speziellen wird Deutschland als koordinierte Marktökonomie anhand der folgenden Dimensionen untersucht: Finanzsysteme, interne Firmenstrukturen, industrielle Beziehungen, Ausbildungs-, und Weiterbildungssysteme, sowie Beziehungen zwischen Unternehmen.
Beispielhaft soll am Maastrichtvertrag illustriert werden, in wieweit institutionelle Vorteile auf supranationaler Ebene von nationalen Staaten durchgesetzt bzw. nationale Nachteile durch eine europäische Verfassung überwunden werden können und sich positiv auf eine nationale bzw. europäische Volkswirtschaft und den Arbeitsmarkt auswirken kann. Abschließend soll überprüft werden, inwieweit der technologische Wandel konterkarierenden bzw. förderlichen Einfluss auf industrialisierte Staaten hat. Aus Manuel Castells Werk „Das Informationsalter Band I-III“ werden die Auswirkungen des Informationszeitalters auf den Arbeitsmarkt skizziert, um zusammen mit dem Varities of Capitalism Approach ein umfassenderes Bild über den deutschen Arbeitsmarkt zu bekommen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Ist der rheinische Kapitalismus mit dem informationellen Paradigma überfordert oder handelt es sich um ein institutionelles Problem?

2. Der „Varities of Capitalism Approach“

2.1. Unkoordinierte und koordinierte Ökonomie – Dichotomie der derzeitigen Kapitalismusformen

2.2. „Institutional Corparative Advantage“ – Gibt es einen institutionellen kapitalistischen Wettbewerbsvorteil?

2.3. Deutschland – eine koordinierte Marktwirtschaft

2.4. Bestimmt der institutionelle Rahmen die Europäische Verfassung?

3. Deutsche Arbeitslosigkeit – Folge einer technologischen Revolution oder Ursache institutioneller Unflexibiliät?

4. Kann eine supranationale Institution divergente Kapitalismusformen zu mehr Wachstum und Beschäftigung führen?

Zielsetzung und Themen

Die Arbeit untersucht, inwieweit der deutsche Kapitalismus im Kontext des informationellen Zeitalters durch institutionelle Faktoren herausgefordert wird und wie diese Strukturen die nationalen Präferenzen innerhalb der europäischen Integration prägen. Dabei wird die Forschungsfrage verfolgt, ob eine supranationale Verfassung die bestehenden institutionellen Wettbewerbsvorteile gefährdet oder ob Anpassungsstrategien zur Beschäftigungssicherung möglich sind.

  • Vergleich der Kapitalismusmodelle (Liberal Market Economy vs. Coordinated Market Economy)
  • Analyse des institutionellen Rahmens des deutschen Wirtschaftsmodells
  • Untersuchung der Auswirkungen technologischer Entwicklungen auf den Arbeitsmarkt
  • Einfluss der europäischen Integration auf nationale institutionelle Präferenzen

Auszug aus dem Buch

2. Der „Varities of Capitalism Approach“

In der politischen Ökonomie ist mittlerweile unstrittig, dass sich zwischen westlichen Industrieländern verschiedene Kapitalismusformen herausgebildet haben. Unter politischer Ökonomie soll hier die Wissenschaft von gesellschaftlichen Gesetzten, die die Produktion und Distribution der materiellen Güter zur Befriedigung der Bedürfnisse der Menschen regeln, verstanden werden. D.h. die politische Ökonomie betrachtet das Zusammenspiel des politischen, wirtschaftlichen und sozialstaatlichen Systems. Verschiedene länderspezifische Marktwirtschaften können also auf ganz unterschiedliche Weise ähnliche Ziele erreichen.

Es gibt also nicht „die“ kapitalistische Gesellschaft, sondern immer nur eine institutionell und national geprägte kapitalistische Gesellschaftsform, die kontext-, und pfadabhängig, sowie historisch gewachsen ist. Jede Nationalgesellschaft hat eine eigene historisch gewachsene Kultur, Politik und Wirtschaft, die den nationalspezifisch, institutionellen Rahmen bilden. Durch den Rahmen wird folglich auch das nationalwirtschaftliche Handeln geprägt bzw. erst ermöglicht. Die verschiedenen nationalkapitalistischen Gesellschaftsausprägungen haben, verschiedene Vor- und Nachteile, d.h. einen „comparative instiutional advantage alternativley disadvantage “ die auf den institutionellen Rahmen zurückzuführen sind.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Ist der rheinische Kapitalismus mit dem informationellen Paradigma überfordert oder handelt es sich um ein institutionelles Problem?: Einleitung in die Problematik der deutschen Wirtschaftskrise unter Berücksichtigung idealtypischer Marktökonomien und der Fragestellung nach dem Einfluss institutioneller Strukturen.

2. Der „Varities of Capitalism Approach“: Theoretische Herleitung des Ansatzes, der die Bedeutung nationaler institutioneller Rahmenbedingungen für das wirtschaftliche Handeln und den komparativen Vorteil von Volkswirtschaften hervorhebt.

2.1. Unkoordinierte und koordinierte Ökonomie – Dichotomie der derzeitigen Kapitalismusformen: Differenzierung zwischen der liberalen (LME) und der koordinierten (CME) Marktökonomie anhand ihrer zentralen Funktionsmerkmale wie Finanzierung und Ausbildung.

2.2. „Institutional Corparative Advantage“ – Gibt es einen institutionellen kapitalistischen Wettbewerbsvorteil?: Erläuterung, wie komplementäre Subsysteme innerhalb einer Nationalökonomie spezifische Wettbewerbsvorteile erzeugen und warum institutioneller Wandel mit hohen Hürden verbunden ist.

2.3. Deutschland – eine koordinierte Marktwirtschaft: Untersuchung der deutschen Wirtschaftsstruktur hinsichtlich ihrer kooperativen Governance-Mechanismen und deren Auswirkungen auf die Beschäftigungsstabilität.

2.4. Bestimmt der institutionelle Rahmen die Europäische Verfassung?: Analyse der deutschen Interessen in multilateralen Verhandlungen am Beispiel Maastricht, um zu zeigen, wie nationale institutionelle Präferenzen die europäische Politik beeinflussen.

3. Deutsche Arbeitslosigkeit – Folge einer technologischen Revolution oder Ursache institutioneller Unflexibiliät?: Auseinandersetzung mit der These, dass nicht technologische Veränderungen, sondern institutionelle Rahmenbedingungen die Ursache für Arbeitslosigkeit darstellen.

4. Kann eine supranationale Institution divergente Kapitalismusformen zu mehr Wachstum und Beschäftigung führen?: Kritische Schlussbetrachtung zur Zukunftsfähigkeit des deutschen Modells im globalen Wettbewerb und zur Möglichkeit der Harmonisierung europäischer Standards.

Schlüsselwörter

Rheinischer Kapitalismus, Varieties of Capitalism, Liberal Market Economy, Coordinated Market Economy, Institutioneller Rahmen, Komparativer Wettbewerbsvorteil, Europäische Verfassung, Arbeitsmarkt, Informationstechnologie, Institutionelle Stabilität, Wirtschaftsmodell, Politische Ökonomie, Industrielle Beziehungen, Beschäftigung, Innovationsstrategien.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, inwieweit das deutsche Wirtschaftsmodell – der rheinische Kapitalismus – den Herausforderungen des Informationszeitalters gewachsen ist und wie institutionelle Faktoren dabei eine Rolle spielen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Felder umfassen die Differenzierung zwischen liberalen und koordinierten Marktwirtschaften, den Einfluss institutioneller Rahmenbedingungen auf Wettbewerbsvorteile sowie die Auswirkungen technologischer und europäischer Integration auf den Arbeitsmarkt.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage konzentriert sich darauf, ob die derzeitige deutsche Krise eher durch ein informationelles Paradigma oder durch institutionelle Unflexibilität bedingt ist und wie die EU-Verfassung nationale Wirtschaftsmodelle beeinflusst.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird der „Varieties of Capitalism“-Ansatz verwendet, um die funktionalen Unterschiede und die institutionellen Ausgestaltungen moderner Marktwirtschaften systematisch zu vergleichen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Funktionsweise des deutschen koordinierten Modells, dessen institutionelle Vor- und Nachteile sowie die Rolle Deutschlands innerhalb multilateraler Verhandlungen wie dem Maastricht-Vertrag.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die wichtigsten Begriffe sind Rheinischer Kapitalismus, Varieties of Capitalism, Institutioneller Rahmen, komparativer Wettbewerbsvorteil und die Gegenüberstellung von LME und CME.

Welche Rolle spielt die Europäische Verfassung für das deutsche Wirtschaftsmodell?

Laut der Arbeit dient die europäische Integration für Deutschland als Instrument, um nationale institutionelle Präferenzen zu sichern und gleichzeitig den ruinösen Wettbewerb im europäischen Binnenmarkt zu verhindern.

Welchen Einfluss hat Informationstechnologie laut der Arbeit auf den Arbeitsmarkt?

Die Arbeit argumentiert, dass Informationstechnologien nicht primär die Ursache für Arbeitslosigkeit sind, sondern eher die Struktur der Arbeitsplätze verändern und dass institutionelle Rahmenbedingungen den entscheidenden Einfluss auf die Beschäftigungsquoten ausüben.

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Details

Title
Die EU-Verfassung - Der Weg zu einen neuen Rheinischen Kapitalismus und neuen Arbeitsplätze?
College
University of Hamburg  (Institut Soziologie)
Course
Arbeitsmarkt und Arbeitspolitiken
Grade
2,7
Author
Markus Pietsch (Author)
Publication Year
2005
Pages
19
Catalog Number
V49042
ISBN (eBook)
9783638455862
Language
German
Tags
EU-Verfassung Rheinischen Kapitalismus Arbeitsplätze Arbeitsmarkt Arbeitspolitiken
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Markus Pietsch (Author), 2005, Die EU-Verfassung - Der Weg zu einen neuen Rheinischen Kapitalismus und neuen Arbeitsplätze?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/49042
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