Die Ausarbeitung umfasst die Thesen von zwei wissenschaftlichen Aufsätzen, die den Diskussionsimplus für das Seminar in Form eines Vortrages gegeben haben.
Das Vließ als „nur ein sinnliches Zeichen“ in Grillparzers „Das Goldene Vliess“?
Inhaltsverzeichnis
1. Das Vließ als „nur ein sinnliches Zeichen“ in Grillparzers „Das Goldene Vliess“?
1.1 These 1: Bedeutungswandel des Vlieses
1.1.1 Beleg 1: Vlies als Gier und Vergeltung
1.1.2 Beleg 2: Jason und die Last der Vergangenheit
1.1.3 Beleg 3: Phryxus und die göttliche Gunst
1.1.4 Beleg 4: Medea und das männliche Prinzip
1.2 These 2: Das Vlies als Symbol männlichen Strebens
1.2.1 Beleg 1: Vlies als Machtsymbol
1.2.2 Beleg 2: Phryxus und die irrationalen Kräfte
1.3 These 3: Peronto-Statue und Apollo
1.4 These 4: Die Statue des Peronto und die Drachenhöhle
1.4.1 Beleg: Die Höhle als Spiegel des Irrationalen
1.5 These 5: Jasons Prioritätensetzung
1.5.1 Beleg: Abenteuer und Ruhm vor Liebe
1.6 These 6: Die Truhe als Symbol kolchischer Identität
1.6.1 Beleg: Medeas Identitätskrise
2. Grillparzers „Das goldenen Vliess“ – eine wertend-asymmetrische, ethnozentrische Griechen-Barbaren-Antithese?
2.1 These 1: Ethnozentrischer Kult und nativistischer Widerstand
2.2 These 2: Konstruktion der griechischen Identität
2.3 These 3: Kulturelle Identität und gewaltsame Verkehrung
2.4 These 4: Hybride Kulturräume
2.4.1 Beleg 1: Sprache der Kolcher
2.4.2 Beleg 2: Gastrecht als Mittel zum Zweck
2.4.3 Beleg 3: Die Kinder als physische Mischung
2.4.4 Beleg 4: Das Vlies als gemeinsames Pfand
2.5 These 5: Wiederherstellung der ethnischen Grenze
2.6 These 6: Geschichte der wechselseitigen Verfehlung
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht die symbolische Bedeutung des „Goldenen Vlieses“ sowie die Griechen-Barbaren-Antithese in Franz Grillparzers Trilogie „Das Goldene Vliess“. Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Grillparzer durch Identitätskrisen und psychologische Momente die klassische Antithese erweitert und kritisch hinterfragt.
- Symbolik und Bedeutungswandel des Goldenen Vlieses
- Die Funktion der Drachenhöhle als psychologischer Raum
- Identitätskonstruktion zwischen griechischer Kultur und Barbarismus
- Der Einfluss von Hybridität auf die kulturelle Identität der Protagonisten
- Die Dekonstruktion der Griechen-Barbaren-Antithese
Auszug aus dem Buch
These 4: Die Statue des Peronto ist ein Symbol des Irrationalen, dessen Platz in Die Argonauten die Drachenhöhle einnimmt.
Die Höhle spiegelt (deutlicher als die Statue) die Schauer erregende Tiefe des Irrationalen wider. Anders als das männlich konnotierte Vlies, repräsentiert die Höhle Medea in ihrer symbolischen, aber auch in der wörtlichen Bedeutung: Auf der wörtlichen Ebene bewegt sich Die Argonauten auf die Höhle und das Vlies zu und auf der symbolischen Ebene bewegt sich Medea von den unterdrückten Gefühlen abwärts in den Abgrund der Leidenschaften. Die Beschreibung der Höhle ist die symbolische Darstellung ihres eigenen Unterbewusstseins (vgl. Die Argonauten, V. 1439-53).
Durch die Verwehrung Jason Eintritt in die Höhle zu verschaffen, versperrt sie ihm auch seinen Weg in ihr privates, innerstes Wesen. So wie Jason die Höhle ohne Medeas Hilfe nicht öffnen kann, so kann er keinen wirklichen Kontakt zu ihr herstellen bis zu dem bewussten Aufschließen ihrer inneren Natur. Auf einer weiteren Ebene ist das Symbol deutlich sexuell, womit Medeas Widerstand als Verteidigung ihrer Keuschheit verstanden wird und Jasons Penetration der Höhle symbolisiert seine männliche Eroberung.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Das Vließ als „nur ein sinnliches Zeichen“ in Grillparzers „Das Goldene Vliess“?: Dieses Kapitel analysiert die verschiedenen Bedeutungsebenen des Vlieses und seine symbolische Verbindung zu Männlichkeit, Gier und Identitätssuche der Figuren.
2. Grillparzers „Das goldenen Vliess“ – eine wertend-asymmetrische, ethnozentrische Griechen-Barbaren-Antithese?: Dieses Kapitel untersucht die kulturelle Gegenüberstellung von Griechen und Barbaren und zeigt auf, dass Grillparzer diese Antithese nicht nur als rhetorisches Mittel nutzt, sondern durch das Motiv der Identitätskrise und Hybridität destruiert.
Schlüsselwörter
Grillparzer, Das Goldene Vliess, Symbolik, Griechen, Barbaren, Identitätskrise, Hybridität, Ethnozentrismus, Medea, Jason, Drachenhöhle, Peronto, Kulturraum, Antithese, Psychologie
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die symbolische Bedeutung des „Goldenen Vlieses“ und die thematische Konstruktion der Griechen-Barbaren-Antithese in Franz Grillparzers Trilogie.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Zu den zentralen Themen gehören die psychologische Symbolik, die Identitätsbildung der Hauptfiguren und die Darstellung kultureller Konflikte zwischen verschiedenen Weltanschauungen.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die Arbeit fragt danach, inwiefern das Vlies als mehr als nur ein sinnliches Zeichen fungiert und wie Grillparzer die klassische Griechen-Barbaren-Antithese durch Motive der Identitätskrise und Hybridität erweitert.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es handelt sich um eine textanalytische Untersuchung, die Motive und Symbole in Grillparzers Dramen interpretiert und diese in den Kontext der Literaturwissenschaft einbettet.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Analyse der verschiedenen symbolischen Funktionen des Vlieses und eine Untersuchung der kulturellen Grenzziehungen zwischen der griechischen und der barbarischen Identität.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am stärksten?
Wichtige Schlüsselwörter sind Symbolik, Hybridität, Identitätskrise, Ethnozentrismus und die Griechen-Barbaren-Antithese.
Welche symbolische Bedeutung schreibt der Text der Drachenhöhle zu?
Die Drachenhöhle wird als Ort des Irrationalen und als Spiegel des Unterbewusstseins von Medea interpretiert, der gleichzeitig als Schutzraum ihrer Identität fungiert.
Wie verändert sich das Verständnis der Griechen-Barbaren-Antithese laut dem Text?
Die Arbeit argumentiert, dass die starre Unterscheidung zwischen Eigenem und Fremdem im Verlauf der Trilogie durch die Aufdeckung destruktiver Dynamiken und das Anerkennen hybrider Identitäten in Frage gestellt wird.
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- Alexandra Priesterath (Autor), 2018, Grillparzers "Das goldenen Vliess". Eine wertend-asymmetrische, ethnozentrische Griechen-Barbaren-Antithese?, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/490826