Faszientraining mit der Blackroll. Hype oder schon Establishment?


Hausarbeit (Hauptseminar), 2017
16 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Begrifflichkeiten
2.1 Faszien
2.2 Faszientraining
2.3 Blackroll und Blackrolltraining

3 Studien
3.1 The effects of self-myofascial release using a foam roll oder roller massage on koint range of motion, muscle recovery and performance: A systematic review (Cheatham, Kolber, Cain & Lee, 2015)
3.2 Sixty seconds of foam rolling does not affect functional flexiblitiy or change muscle temperature in adolescent athletes (Murray, Jones, Horobeanu, Turner & Sproule, 2016)
3.3 Comparison of video-guided, live instructed, and self-guided foam roll interventions on knee joint range of motion and pressure pain threshold (Cheatham, Kolber & Cain, 2017)
3.4 Comparison of vibrating foam roller and a non-vibrating foam roller intervention on knee range of motion and pressure pain threshold: a randomized controlled trial (Cheathman, Stull & Kolber, 2017)

4 Zusammenfassung der Studien

5 Fazit

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Tensegrity-Modell (Myers, 2016)

Abbildung 2: Modell der Faszien im menschlichen Körper (BLACKROLL®, 2017)

Abbildung 3: Fasern eines sechsjährigen (links) sowie eines 90 - jährigen Probanden im Vergleich (Schleip, 2015, S.73)

Abbildung 4: Beispielhafte Darstellung verschiedener Blackrolls (BLACKROLL®, 2017)

1 Einleitung

Faszientraining ist eng mit der Blackroll verbunden und der Hype um die Blackroll geht weiter. Heutzutage ist die Schaumstoffrolle nicht mehr wegzudenken. In vielen Sportarten wird das Tool benutzt, sei es in der Leichtathletik, dem Turnen, Handball oder Radsport. Sogar die deutsche Nationalfußballmannschaft geht auf die Rolle und wirbt für sie. Viele Leistungssportler nutzen sie, denn sie wissen wie wichtig es ist, nicht nur Kraft, Schnelligkeit und Ausdauer zu trainieren, sondern auch beweglich zu sein und die Mobilität beizubehalten bzw. zu verbessern. Im Bereich der Physiotherapie wird die Blackroll auch genutzt, sei es zur Schmerzlinderung, Steigerung der Flexibilität oder als Prävention vor wiederholten Verletzungen. In den Fitnessstudios gehören sie mittlerweile zur Grundausstattung. Im freien Trainingsbereich werden Blackrolls zum selbstständigen Üben zur Verfügung gestellt oder man besucht einfach sogenannte „Faszienkurse“. Anfangs waren Sportwissenschaftler skeptisch gegenüber den Rollen, aber das Faszienfitness- Geschäft boomt weiterhin. Doktor biol. hum. Robert Schleip ist Direktor des Fascia Research Projekts an der Universität Ulm und der Vertreter für die Schaumstoffrollen. Er ist überzeugt von dem Tool und sagt (Schleip, 2017): „Ich halte die vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten der Blackroll für sehr vorteilhaft. Die Option, die Druckstärke durch entsprechende Entlastungstechniken individuell zu variieren, erlaubt ein breites therapeutisches Spektrum“.

Doch wieso kommen die Rollen so gut an? Sind sie mittlerweile zu einem festen Bestandteil der Sport- und Gesundheitsgesellschaft geworden? Wie sieht ein Faszientraining aus?

Die neueste Erscheinung ist die vibrierende Rolle. Welchen Effekt hat sie auf den menschlichen Körper?

2 Begrifflichkeiten

Als Einstieg in dieses Thema sind zunächst die Begriffe Faszien, Faszientraining sowie Blackroll /-training zu definieren, um dann genauer darauf einzugehen. Anschließend werden anhand von Studien zur Blackroll erzielte Ergebnisse aufgezeigt und analysiert. In einem abschließenden Fazit werden Antworten auf die Fragestellung sowie den Nutzen und Effekt der Blackroll-Anwendung gegeben.

2.1 Faszien

Auf dem ersten Weltkongress zur Faszienforschung im Jahr 2007 wurde der Begriff „Faszien“ definiert. Er steht für das Bindegewebe im Bewegungsapparat, sowie für die festen Hüllen um die Organe (vgl. Slomka, 2014). Seitdem wird der Begriff „Faszie“ mit dem Begriff „Bindegewebe“ synonym verwendet. Bei den Faszien handelt es sich um ein eigenes Organ bzw. ein System, welches den Körper durchdringt und allgemeine und spezielle Aufgaben erfüllt. Muskulatur, Knochen und Faszien bilden gemeinsam das Tensegrity-Modell. Der Begriff „Tensegrity“ setzt sich aus den zwei englischen Wörtern „tension“, das mit Spannung übersetzt werden kann, und „integrity“, Einheit oder Zusammenhalt, zusammen. Das Tensegrity-Modell wird in Abbildung 1 als ein dreidimensionales Netzwerk dargestellt, welches unter Spannung steht (Myers, 2016). Nur die Konstellation aus Muskulatur, Knochen und Faszien führt dazu, dass der Körper die notwendige Stabilität, Mobilität, Elastizität und Spannung aufrechterhält.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1. Tensegrity-Modell (nach Myers 2016)

Ist eine Einheit nicht voll funktionsfähig, bricht das Modell in sich zusammen (Bitsch, 2015, S. 2 nach Myers, 2004; Schleip, 2015). Grundlegend bestehen Faszien aus Protein und Wasser. Aufgrund unterschiedlicher Funktionen an den Körperstellen sind sie spezifisch zusammengesetzt. Die Faszienforscher sehen das Bindegewebe als ein eigenes Organ an, welches den Körper des Menschen vollständig durchzieht. Erb (2016) betont „Faszien sind Umhüllungen für Muskeln, Nerven, Organe, Blut- und Lymphgefäße“. Faszien sind eine Art Universalbaustoff, der aus denselben Bausteinen in unterschiedlichen Anteilen besteht: dem Kollagen, Elastin und der wässrigen Grundsubstanz.

In Abbildung 2 wird deutlich, dass anhand der Faszien Schlüsse über das Aussehen des Menschen gezogen werden können (Schleip, 2015, S. 23). Die Faszien umgeben das Fleisch des Körpers und rekonstruieren die Form jedes Menschen. Der menschliche Körper besteht insgesamt aus 18-23 Kilogramm Bindegewebe, welches ein Viertel des gesamten Körperwassers speichert (Schleip, 2015, S. 24).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2. Modell der Faszien im menschlichen Körper (BLACKROLL®, 2017a)

Es gibt vier Grundfunktionen der Faszien:

- Formen: Wenn sich die Faszien um ein Organ oder einen Muskel legen, spricht man von Formen. Dabei umhüllen die Faszien das Organ und den Muskel und schützen ihn, indem sie polstern. Die Faszien geben damit die Struktur vor.
- Bewegen: Bei einer Bewegung sorgen die Faszien für die Kraftübertragung und -speicherung. Sie ermöglichen das Halten von Spannungen und das Dehnen eines Muskels.
- Versorgen: Mit Versorgen ist das Anregen des Stoffwechsels, der Flüssigkeitstransport und das Zuführen von Nahrung gemeint.
- Kommunizieren: Die Funktion „Kommunizieren“ ist das Empfangen und Weiterleiten von Reizen und Informationen.

2.2 Faszientraining

Beim Faszientraining werden die Faszien mit Impulsen stimuliert. Hierbei handelt es sich nicht um ein Muskeltraining, sondern vielmehr um ein regeneratives Training, bei dem die Faszien vital fit gehalten werden. Es wird von einem regenerativen Training zur Aufrechterhaltung der Lebensqualität gesprochen. Zwar werden Faszien bei den meisten Trainingsformen oder Sportarten mit trainiert, jedoch werden weder alle Typen angesprochen, noch ganzkörperlich trainiert. Unterschieden wird in Körperübungen und Massage. Die Massage erfolgt z.B. mit Hilfe einer Schaumstoffrolle, einem Schaumstoffball oder einer zweiten Person. Faszien verkleben, sobald sich der menschliche Körper nicht mehr ausreichend bewegt (Schleip, 2015, S. 70). Durch Verklebungen der Faszien entstehen Verkrampfungen, Verspannungen und Schmerzen. Ursache kann wenig sportliche Betätigung sein, aber auch die Arbeitsbevölkerung am Schreibtischstuhl ist oft davon betroffen. Nackenschmerzen, Schulterschmerzen und Rückenschmerzen sind die häufigsten Problemzonen, die im Alltag auftreten (Schleip, 2015, S.51). Auch mit dem Vergleich der Struktur von Fasern eines jungen und eines alten Menschen, lassen sich klar erkennbare Unterschiede aufzeigen (Abbildung 3).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb.3: Fasern eines sechsjährigen (links) sowie eines 90-jährigen Probanden im Vergleich (Schleip, 2015, S. 73)

Deutlich wird, dass im linken Bild die Fasern geordnet, sauber und regelmäßig vernetzt sind. Die Fasern im rechten Bild sind brüchig und sehen unterversorgt aus. Die Anordnung ist chaotisch und eine gesunde Wellenstruktur, die im linken Bild zu erkennen ist, ist hier nicht vorhanden. Diese Verfilzung findet nicht nur im Alter statt, sondern auch durch wenig Bewegung. Wichtig ist, Sport in den Alltag einzubeziehen und Faszientraining damit zu kombinieren, um die Faszienstruktur zu aktivieren, straff, elastisch und gesund zu halten (Schleip, 2015, S. 71).

Zusammenfassend ist zu sagen, dass sich der Körper mit Hilfe des Faszientrainings schneller erholen soll, die Muskeln gelockert und Verklebungen gelöst werden. Die Durchblutung wird verbessert, Verspannungen werden gelöst, der Stoffwechsel wird angeregt, die Elastizität und das Leistungsvermögen der Muskulatur wird gesteigert und so auch die Beweglichkeit verbessert (Lukas, 2012, S. 30 f). Das Faszientraining zielt darauf ab, dass einerseits die Speicherkapazität der langen Faszienbahnen optimiert werden, eine elastische Dehnfähigkeit und Spannkraft dadurch erlangt wird und sie reibungslos funktionieren, und andererseits nach erfolgten Anstrengungen die Muskel-Faszien-Einheit sich schnell regeneriert (Schleip,2015, S.77). Erreicht werden soll ein schmerzfreier, ausgeglichener und erholter Sportler, der fit im Leben steht.

2.3 Blackroll und Blackrolltraining

Das Blackrolltraining ist eine Selbstmassage der Faszien mit Hilfe einer Blackroll. Eine Blackroll ist eine Schaumstoffrolle (Abbildung 4).Sie ist vergleichbar mit einer durchschnittlichen Schaumstoffrolle und dient der aktiven Regeneration und Selbstmassage. Hergestellt ist sie aus expandiertem Polypropylen (EEP) mit den Maßen 30 cm x 15 cm sowie 5 cm Lochdurchmesser (Lukas, 2012, S. 27). Das Material ist zu 100% recyclingfähig, frei von Treibgasen, frei von chemischen Treibmitteln, geruchlos, wasserunlöslich, einfach zu reinigen und zu sterilisieren (Dürr, 2016).

2007 erschien die Blackroll das erste Mal in Deutschland. 2009 erhielt sie auf dem Physiokongress den Physiopreis des Thieme Verlages für das „Angebot mit dem größten Nutzen für die Zielgruppe“. Die Blackroll gibt es in unterschiedlichen Härtegraden. Je nach Körpergewicht oder Massageintensität entscheidet jeder potentielle Benutzer für sich, welches Modell am sinnvollsten ist. Des Weiteren gibt es mittlerweile neben der ursprünglichen Rolle auch Mini-Blackrolls und Blackrollbälle.

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Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Faszientraining mit der Blackroll. Hype oder schon Establishment?
Hochschule
Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
Note
1,0
Autor
Jahr
2017
Seiten
16
Katalognummer
V491376
ISBN (eBook)
9783668981225
Sprache
Deutsch
Schlagworte
faszientraining, blackroll, hype, establishment
Arbeit zitieren
Rebecca Geib (Autor), 2017, Faszientraining mit der Blackroll. Hype oder schon Establishment?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/491376

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