Faszientraining ist eng mit der Blackroll verbunden und der Hype um die Blackroll geht weiter. Heutzutage ist die Schaumstoffrolle nicht mehr wegzudenken. In vielen Sportarten wird das Tool benutzt, sei es in der Leichtathletik, dem Turnen, Handball oder Radsport. Sogar die deutsche Nationalfußballmannschaft geht auf die Rolle und wirbt für sie. Viele Leistungssportler nutzen sie, denn sie wissen wie wichtig es ist, nicht nur Kraft, Schnelligkeit und Ausdauer zu trainieren, sondern auch beweglich zu sein und die Mobilität beizubehalten bzw. zu verbessern. Im Bereich der Physiotherapie wird die Blackroll auch genutzt, sei es zur Schmerzlinderung, Steigerung der Flexibilität oder als Prävention vor wiederholten Verletzungen. In den Fitnessstudios gehören sie mittlerweile zur Grundausstattung. Im freien Trainingsbereich werden Blackrolls zum selbstständigen Üben zur Verfügung gestellt oder man besucht einfach sogenannte „Faszienkurse“. Anfangs waren Sportwissenschaftler skeptisch gegenüber den Rollen, aber das Faszienfitness-Geschäft boomt weiterhin. Doktor biol. hum. Robert Schleip ist Direktor des Fascia Research Projekts an der Universität Ulm und der Vertreter für die Schaumstoffrollen. Er ist überzeugt von dem Tool und sagt (Schleip, 2017): „Ich halte die vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten der Blackroll für sehr vorteilhaft. Die Option, die Druckstärke durch entsprechende Entlastungstechniken individuell zu variieren, erlaubt ein breites therapeutisches Spektrum“.
Doch wieso kommen die Rollen so gut an? Sind sie mittlerweile zu einem festen Bestandteil der Sport- und Gesundheitsgesellschaft geworden? Wie sieht ein Faszientraining aus? Die neueste Erscheinung ist die vibrierende Rolle. Welchen Effekt hat sie auf den menschlichen Körper?
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Begrifflichkeiten
2.1 Faszien
2.2 Faszientraining
2.3 Blackroll und Blackrolltraining
3 Studien
3.1 The effects of self-myofascial release using a foam roll oder roller massage on koint range of motion, muscle recovery and performance: A systematic review (Cheatham, Kolber, Cain & Lee, 2015)
3.2 Sixty seconds of foam rolling does not affect functional flexiblitiy or change muscle temperature in adolescent athletes (Murray, Jones, Horobeanu, Turner & Sproule, 2016)
3.3 Comparison of video-guided, live instructed, and self-guided foam roll interventions on knee joint range of motion and pressure pain threshold (Cheatham, Kolber & Cain, 2017)
3.4 Comparison of vibrating foam roller and a non-vibrating foam roller intervention on knee range of motion and pressure pain threshold: a randomized controlled trial (Cheathman, Stull & Kolber, 2017)
4 Zusammenfassung der Studien
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, den wissenschaftlichen Nutzen und die Effektivität des Faszientrainings mit der Blackroll zu untersuchen. Dabei wird der Frage nachgegangen, ob es sich bei dem populären Trainingstool um eine sinnvolle Ergänzung im Sport- und Gesundheitsbereich handelt oder lediglich um einen kurzlebigen Hype.
- Grundlagen des Faszien- und Bindegewebssystems
- Mechanismen des regenerativen Faszientrainings
- Analyse aktueller wissenschaftlicher Studien zur Wirkung von Schaumstoffrollen
- Vergleich von verschiedenen Einführungsmethoden und Anwendungsarten
- Einfluss von Vibration auf die Leistung und Regeneration
Auszug aus dem Buch
2.1 Faszien
Auf dem ersten Weltkongress zur Faszienforschung im Jahr 2007 wurde der Begriff „Faszien“ definiert. Er steht für das Bindegewebe im Bewegungsapparat, sowie für die festen Hüllen um die Organe (vgl. Slomka, 2014). Seitdem wird der Begriff „Faszie“ mit dem Begriff „Bindegewebe“ synonym verwendet. Bei den Faszien handelt es sich um ein eigenes Organ bzw. ein System, welches den Körper durchdringt und allgemeine und spezielle Aufgaben erfüllt. Muskulatur, Knochen und Faszien bilden gemeinsam das Tensegrity-Modell.
Der Begriff „Tensegrity“ setzt sich aus den zwei englischen Wörtern „tension“, das mit Spannung übersetzt werden kann, und „integrity“, Einheit oder Zusammenhalt, zusammen. Das Tensegrity-Modell wird in Abbildung 1 als ein dreidimensionales Netzwerk dargestellt, welches unter Spannung steht (Myers, 2016). Nur die Konstellation aus Muskulatur, Knochen und Faszien führt dazu, dass der Körper die notwendige Stabilität, Mobilität, Elastizität und Spannung aufrechterhält.
Ist eine Einheit nicht voll funktionsfähig, bricht das Modell in sich zusammen (Bitsch, 2015, S. 2 nach Myers, 2004; Schleip, 2015). Grundlegend bestehen Faszien aus Protein und Wasser. Aufgrund unterschiedlicher Funktionen an den Körperstellen sind sie spezifisch zusammengesetzt. Die Faszienforscher sehen das Bindegewebe als ein eigenes Organ an, welches den Körper des Menschen vollständig durchzieht. Erb (2016) betont „Faszien sind Umhüllungen für Muskeln, Nerven, Organe, Blut- und Lymphgefäße“. Faszien sind eine Art Universalbaustoff, der aus denselben Bausteinen in unterschiedlichen Anteilen besteht: dem Kollagen, Elastin und der wässrigen Grundsubstanz.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Verbreitung der Blackroll im Leistungs- und Breitensport sowie die zunehmende Akzeptanz des Tools in der Physiotherapie.
2 Begrifflichkeiten: Hier werden die biologischen Grundlagen der Faszien, das Tensegrity-Modell sowie die allgemeine Wirkungsweise des Faszientrainings und der Blackroll definiert.
3 Studien: Dieser Abschnitt analysiert vier relevante wissenschaftliche Studien zur Anwendung von Schaumstoffrollen, inklusive Untersuchungen zu Vibration und Einführungsmethoden.
4 Zusammenfassung der Studien: Die zentralen Ergebnisse der untersuchten Studien werden hier gebündelt, wobei besonders die positive Wirkung auf Beweglichkeit und Muskelerholung hervorgehoben wird.
5 Fazit: Das Fazit bewertet die Blackroll als etablierte und sinnvolle Trainingsmethode für Regeneration und Leistungssteigerung und gibt einen Ausblick auf künftige Entwicklungen.
Schlüsselwörter
Faszien, Faszientraining, Blackroll, Schaumstoffrolle, Bindegewebe, Regeneration, Leistungsfähigkeit, Muskelkater, DOMS, Mobilität, Tensegrity, Selbstmassage, Vibration, Sportwissenschaft, Trainingstool.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das Phänomen des Faszientrainings mit der Blackroll und bewertet, ob es sich dabei um eine wissenschaftlich fundierte Trainingsmethode handelt.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit deckt die Anatomie der Faszien, die praktische Anwendung der Blackroll sowie die Auswertung wissenschaftlicher Studien zu deren Wirksamkeit ab.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es zu klären, ob die Blackroll ein effektives Werkzeug zur Verbesserung der körperlichen Leistungsfähigkeit und Regeneration darstellt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin stützt sich auf eine Literaturanalyse und wertet verschiedene wissenschaftliche Studien aus, um objektive Ergebnisse zu erzielen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Definitionen zu Faszien sowie eine detaillierte Analyse spezifischer Studien zu Wirkweisen von Schaumstoffrollen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind unter anderem Faszien, Regeneration, Blackroll, Mobilität und wissenschaftliche Evidenz im Sport.
Gibt es einen Unterschied zwischen vibrierenden und herkömmlichen Rollen?
Ja, laut den analysierten Studien können vibrierende Rollen die Schmerztoleranz stärker beeinflussen und zeigen signifikante Effekte bei der Druckschmerzgrenze.
Spielt die Art der Einführung (Video vs. persönlich) eine Rolle?
Nein, die untersuchten Studien zeigen, dass die Methode der Einführung kaum signifikante Unterschiede im Ergebnis der Anwendung bewirkt.
- Citar trabajo
- Rebecca Geib (Autor), 2017, Faszientraining mit der Blackroll. Hype oder schon Establishment?, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/491376