1 Einleitung
1.1 Aufgabenstellung
Ziel dieses Arbeitspapiere ist es, Konzepte zur Strategiebildung bzw. –entwicklung darzustellen, wie sie in Großunternehmen Anwendung finden. Dieser Überblick stellt einen Beitrag des übergeordneten Projektes, ein geeignetes Konzept zur Strategiebildung für kleine und mittelständische Unternehmen zu formulieren, dar und soll dabei helfen. Weiterhin werden ausgewählte Instrumente und Techniken zur Umsetzung der Strategiebildung genannt und kurz erläutert.
1.2 Vorgehensweise
Aktuelle Strategiefindungsprozesse (ab 2000) von Konzernen darzustellen hätte einen enormen Rechercheaufwand bedeutet, der eher für eine Diplom- und Doktorarbeit betrieben wird. Die verwendeten Quellen sind meist zwischen den Jahren 1990 und 1999 erschienen. Demnach hat diese Ausarbeitung keinerlei Anspruch auf (neueste) Aktualität und Vollständigkeit. Die Recherche stützte sich hauptsächlich auf ausleihbare Bücherquellen der TU Berlin sowie FHTW Berlin. Materialien aus dem Internet waren entweder geschützt und/oder nur käuflich erwerbbar. Andere, nicht entgeldliche Quellen waren nur bruchstückhaft vorhanden oder verwendbar und hätten, wie bereits oben erwähnt, einen zu großen Rechercheaufwand erfordert. Weiterhin hat die Arbeitsgruppe die Vermutung, dass Großunternehmen ungern ihre (neuesten) Strategien für die Öffentlichkeit frei zugänglich machen möchten. Hauptsächlich aus diesem Grund konnten keine Internetquellen genutzt werden.
Jede Quelle wurde mit dem Hintergedanken geprüft, inwiefern das Material für das Projektergebnis, also den Leitfaden sinnvoll und letztendlich für unsere Projektaufgabe nutzbar ist. Zunächst erscheint eine kurze Klärung der beiden Schlagworte „Konzept“ und „Strategie“ für sinnvoll. Der Strategie-Begriff wurde bereits in einem vorhergehenden Arbeitspaket ausführlich erklärt und umfasst die Planung, Realisation und Kontrolle Konzepte zur Strategiebildung in Großunternehmen von Unternehmensentscheidungen. Unter einem Konzept versteht man in Zusammenhang mit Strategie eine feste Verfahrensweise bzw. ein formalisiertes Schema. Das Material zu Konzepten der Strategieentwicklung ist ebenso zahlreich und vielfältig wie die Konzepte selbst, aber viele von diesen Konzepten sind sich in Struktur und verwendeter Methoden sehr ähnlich. Zwei dieser Verfahren wurden ausgewählt und werden näher erklärt. Kriterium für die Auswahl der Verfahren waren Verständlichkeit, Übersichtlichkeit und Aktualität der Quelle.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Aufgabenstellung
1.2 Vorgehensweise
2 Konzepte zur Strategiebildung
2.1 Schreyögg – Konzept
2.1.1 Prämissen
2.1.2 Strategieformulierung
2.1.3 Strategieimplementation / Strategieumsetzung
2.2 Röding – Konzept
2.2.1 Entwicklung von Strategien
2.2.2 Das Instrumentarium der strategischen Unternehmensplanung
2.2.3 Implementation von Strategien
3 Instrumente zur Strategiebildung
3.1 Portfolio-Analyse
3.2 Stärken-/Schwächen-Analyse
4 Strategiekonzepte in Großunternehmen
4.1 Strategiekonzept: Bildung von Allianzen
4.2 Strategiekonzept: Dekonstruktion
4.3 Strategiekonzept: Change Management
5 Schlussfolgerung
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit ist die Darstellung bewährter Konzepte zur Strategiebildung in Großunternehmen, um daraus einen praktischen Leitfaden für kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) abzuleiten. Die zentrale Forschungsfrage untersucht, welche strategischen Ansätze und Instrumente sich als hilfreich erweisen, um langfristige Unternehmensziele systematisch zu planen und erfolgreich in die operative Praxis umzusetzen.
- Vergleich theoretischer Strategie-Konzepte (Schreyögg vs. Röding)
- Systematische Analyse von Strategiewerkzeugen wie Portfolio- und Stärken-/Schwächen-Analysen
- Erläuterung moderner Strategiekonzepte: Allianzen, Dekonstruktion und Change Management
- Methodische Übertragung von Großunternehmensstrategien auf KMU-Strukturen
Auszug aus dem Buch
4.1 Strategiekonzept: Bildung von Allianzen
Strategische Allianzen bieten einem Unternehmen die Möglichkeit, mit einer breiten Palette an Partnern aus verschiedenen Branchen - Kunden, Lieferanten, Konkurrenten und Händlern - Stärken aufzubauen. Strategische Allianzen können den Produktwert sichern und steigern. Die Kooperation zwischen Abnehmern und Zulieferern bietet beispielsweise Chancen für ein besseres Timing: Durch die gemeinsame Planung und ein frühes Engagement lassen sich die Produktentwicklungszeiten verkürzen und das Marketing beschleunigen - zwei wichtige Faktoren in einem schnelllebigen Umfeld, in dem es sehr schwierig ist, einmal geschaffenen Wert zu erhalten. Durch das gemeinsame Arbeiten lassen sich Kosten und Risiken senken, der Kundennutzen steigern, die Produktpalette ausweiten und das Produktimage heben. Allianzen verbessern den Zugang zu Märkten und Ressourcen und sichern einmal erkämpfte Zugangsstärken.
Als Beispiel; durch eine Kooperation zwischen einzelnen Zeitschriften besteht die Möglichkeit die Reichweite ihres Leistungsangebotes enorm zu vergrößern, oder die Allianz von Mazda und Ford ist ein Beispiel dafür, wie ein Unternehmen von der Kultur und von der Organisationsverfahren eines anderen gelernt hat. Beide Firmen haben erfolgreich gemeinsame Konzepte umgesetzt und einander den Einstieg in den jeweils anderen Heimatmarkt erleichtert.
Kooperationen können auch unter Konkurrenten gebildet werden. Ein Beispiel ist die Allianz zwischen Apple Computer und Digital Equipment. Obwohl klare Konkurrenten, wollten die Unternehmen in Bezug auf Produkte miteinander kooperieren, um wirksamer gegen IBM zu konkurrieren, also gemeinsam gegen einen (noch größeren) Mitbewerber vorzugehen. Beim Aufbau der Kooperationen sind einerseits geeignete Akquisitionskandidaten zu ermitteln, anderseits ist darauf zu achten, dass die laufenden Kosten der Kooperation minimiert werden und das Risiko gestreut wird. Über Allianzen können auch kleine Gesellschaften in ähnlichen Größenordnungen arbeiten wie Branchenriesen, unter anderem deshalb, weil sie dadurch die Möglichkeit bekommen, von der Technologie des Partners zu profitieren.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung skizziert die Zielsetzung der Arbeit, ein geeignetes Konzept zur Strategiebildung für kleine und mittelständische Unternehmen zu formulieren, und beschreibt die methodische Vorgehensweise bei der Literaturrecherche.
2 Konzepte zur Strategiebildung: Hier werden die theoretischen Modelle von Schreyögg und Röding vorgestellt, welche den Prozess der Strategiefindung von der Prämissensetzung über die Formulierung bis zur Implementierung strukturieren.
3 Instrumente zur Strategiebildung: Dieses Kapitel erläutert konkrete Analysemethoden, insbesondere die Portfolio-Analyse und die Stärken-/Schwächen-Analyse, als praktische Werkzeuge zur Unterstützung des strategischen Planungsprozesses.
4 Strategiekonzepte in Großunternehmen: Hier werden spezifische Ansätze wie die Bildung strategischer Allianzen, die Dekonstruktion von Wertschöpfungsketten und modernes Change Management als mögliche Zielergebnisse eines Strategiefindungsprozesses detailliert beschrieben.
5 Schlussfolgerung: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont die gute Übertragbarkeit der vorgestellten Instrumente auf KMU sowie die Bedeutung einer klaren methodischen Vorgehensweise.
Schlüsselwörter
Strategiebildung, Strategische Planung, Unternehmensführung, Großunternehmen, KMU, Schreyögg-Konzept, Röding-Konzept, Portfolio-Analyse, Stärken-Schwächen-Analyse, Strategische Allianzen, Dekonstruktion, Change Management, Strategieimplementierung, Unternehmensziel, Managementtechniken
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der theoretischen Herleitung und praktischen Anwendung von Konzepten zur Strategiebildung, die in Großunternehmen genutzt werden, um diese Erkenntnisse für die Anwendung in kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) nutzbar zu machen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Im Fokus stehen der Prozess der strategischen Planung, die Nutzung spezifischer Analyseinstrumente wie die Portfolio-Matrix und die Vorstellung konkreter Strategiekonzepte wie Allianzen oder Change Management.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist die Erstellung eines Leitfadens für KMU, indem die theoretischen und komplexen Strategiekonzepte von Großkonzernen in verständliche, anwendbare Instrumente übersetzt werden.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, bei der bestehende theoretische Modelle der Strategiebildung (insbesondere Schreyögg und Röding) gesichtet, gegenübergestellt und hinsichtlich ihrer Anwendbarkeit für die betriebliche Praxis bewertet wurden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung theoretischer Konzepte zur Strategiebildung, die Beschreibung praktischer Managementinstrumente sowie die detaillierte Vorstellung aktueller Strategiekonzepte wie Dekonstruktion und Allianzen.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Kernbegriffe sind Strategieformulierung, Strategieimplementierung, Wettbewerbsfähigkeit, Prozessorientierung sowie verschiedene Analyse- und Managementwerkzeuge.
Wie unterscheidet sich das Schreyögg-Konzept vom Röding-Konzept?
Während das Schreyögg-Konzept einen sehr theoretisch fundierten, prozessualen Ablauf der strategischen Planung definiert, fokussiert das Röding-Konzept stärker auf die praktische Anwendung spezifischer Managementtechniken und Instrumente.
Warum ist das Strategiekonzept der Dekonstruktion risikoreich?
Die Dekonstruktion erfordert die Auflösung gewachsener Industriestrukturen und Wertschöpfungsketten, um diese neu zu kombinieren, was eine bewusste Abkehr von althergebrachten Geschäftsbereichen darstellt und somit ein hohes Maß an unternehmerischem Risiko birgt.
Welche Rolle spielt die Unternehmenskultur bei strategischen Allianzen?
Die Arbeit verdeutlicht am Beispiel von Mazda und Ford, dass Allianzen nicht nur den Austausch von Ressourcen ermöglichen, sondern Unternehmen auch voneinander lernen lassen, beispielsweise bei der Übernahme von Organisationsverfahren und kulturellen Praktiken.
- Arbeit zitieren
- Matthias Colbatz (Autor:in), Georgi Kirov (Autor:in), 2004, Konzepte zur Strategiebildung in Großunternehmen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/49157